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Full text of "Die königliche Vasensammlung zu München"

CLASSICS 



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UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY AT URBANA-CHAMPAIGN 



FEB 2 7 1973 
QQT 3 1 19 / 
AUG 1 4 



L161— O-1096 



DIE KÖNIGLICHE 



VASENSAMMLUNG 

ZU MÜNCHEN 

HERAUSGEGEBEN VON 

Johannes Sieveking und Rudolf Hackl 



L BAND 

DIE ÄLTEREN NICHTATTISCHEN VASEN 

TEXT VON R. HACKL 



GRAPHISCHE KUNSTANSTALT J. B. OBERNETTER / MÜNCHEN 

1912 



Digitized by the Internet Archive 

in 2014 



https://archive.org/details/diekoniglichevasOOmuni 



VORWORT. 



Die Münchener Vasensammlung ist die ureigenste Schöpfung König Ludwigs I. Es war 
eine glänzende Spekulation dieses auch hier in der Wertschätzung von Kunstwerken früherer Zeiten seinen 
Zeitgenossen vorauseilenden genialen Monarchen, als er in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mehrere 
große Sammlungen antiker Tongefäße aus italienischem Privatbesitz käuflich erwarb. Es sind dies die Samm- 
lungen Candelori und Canino, die aus neuen Funden in Vulci gebildet waren, die Sammlung Panit- 
teri, die hauptsächlich aus in Sizilien ausgegrabenen Gefäßen bestand, und die Sammlung der Gräfin Li- 
po n a , größtenteils unteritalischer Herkunft. Dazu kam eine Reihe von Vasen aus der Sammlung D o d - 
well, teils aus Griechenland, teils aus Italien stammend. 

Der König gab diesem kostbaren Besitz, der zahlreiche Prachtstücke allerersten Ranges enthielt, ein 
würdiges Heim im Erdgeschoß der Alten Pinakothek, wo die Vasen in vier großen Sälen aufgestellt 
wurden, die an den Wänden und Decken mit Nachbildungen etruskischer Grabmalereien in Corneto ausge- 
schmückt sind, und deren einen Fußboden das berühmte Tierkreis-Mosaik von Sentinum ziert. Die ursprüng- 
liche Anordnung der Gefäße ging von dekorativen Gesichtspunkten aus, eine fein berechnete Verteilung von 
Formen und Farben sollte dem Auge ein möglichst buntes und wechselndes Bild darbieten. Die einzelnen Stücke, 
von denen natürlich viele in Scherben aufgefunden, andere stark verscheuert waren, wurden sorgfältig hergerichtet 
und mit geradezu raffinierter Kunstfertigkeit, wohl von Italienern, durch Übermalung und Politur aufgefrischt, 
ein Verfahren, das für den ästhetischen Gesamteindruck zwar förderlich war, die kritische Untersuchung aber 
vielfach sehr erschwert. Diese erste Aufstellung spiegelt der ausführliche, von einer umfangreichen vasenge- 
schichtlichen Einleitung begleitete Katalog von Otto Jahn wieder, der im Jahre 1854 erschien. Allerdings 
sind in ihm nur die Gefäße mit bildlichen Darstellungen aufgeführt, die rein ornamental verzierten fehlen. 
Außerdem gab Jahn eine kurze Beschreibung der Vasensammlung heraus, die drei Auflagen erlebte, die zweite 
und die letzte 1875 erschienene wurden von Brunn besorgt. Von weiterer älterer Literatur ist zu erwähnen 
E. Gerhard, Archäologischer Anzeiger X, S. 213 ff. u. S. 227 ff. und Th. Lau, Die Griechischen Vasen 
und ihr Form- und Dekorationssystem, 44 Tafeln nach Originalen der K. Vasensammlung in München, mit 
einer historischen Einleitung und erläuterndem Texte von Heinrich Brunn. Leipzig 1877. 

Die Sammlung König Ludwigs galt schon aus räumlichen Gründen als abgeschlossen, es wurden denn 
auch in den 25 Jahren, in denen Brunn ihr vorstand, und in den ersten Jahren von Furtwängler's 
Amtsführung nur gelegentlich kleinere Ankäufe, meist aus Griechenland stammend, für sie gemacht. Von großer 
Bedeutung war, daß Paul Arndt im Jahre 1892 aus dem Keller der Glyptothek große Scherbenhaufen, 
den Restbestand von den italienischen Ankäufen her, der seinerzeit wohl eine weitere Aussonderung nicht zu 
lohnen schien, ans Tageslicht brachte. Ihre sorgfältige Durchmusterung und Verarbeitung ergab wichtiges 
Material in Gestalt von ganz zusammensetzbaren Gefäßen sowie von zahlreichen zusammengehörigen Frag- 
menten, die eine Ergänzung ermöglichten. 

Im Jahre 1895 unternahm Furtwängler eine völlige Neuanordnung der Sammlung auf kunst- 
geschichtlicher Basis. Wenn auch infolge der Raumverteilung und der Aufstellungsart keine fortlaufende ent- 
wicklungsgeschichtliche Gruppierung durchzuführen war, so wurden doch wenigstens die Gefäße aller Einzel- 
gattungen vereinigt. Auf dieser Neuaufstellung beruht Furtwänglers Führer durch die Vasensammlung König 
Ludwigs [. vom Jahre 1895. 

Das Jahr 1904 brachte endlich eine jährliche, wenn auch bescheidene staatliche Dotierung der Samm- 
lung, die es ermöglichte, mit ihrem systematischen Ausbau zu beginnen. Die Erwerbungen König Ludwigs 
enthielten bis auf einiges aus Dodwells Besitz nur Gefäße italischen Fundortes, die ältesten griechischen Gat- 



IV 



tungen, insbesondere des mykenischen und geometrischen Stiles, fehlten ganz. Hier und auch für das 4. Jahr- 
hundert und die hellenistische Zeit haben Schenkungen, Leihgaben und neuere Ankäufe bereits einige Besse- 
rung geschaffen. Eine besonders reiche Ergänzung brachte die 1907 angekaufte Sammlung Arndt, die 
einstweilen so lange provisorisch in der Glyptothek aufgestellt bleibt, bis sich für die längst geplante Vereini- 
gung von Vasensammlung und Antiquarium eine würdige Räumlichkeit gefunden haben wird. 

Im Jahre 1908 hat der U n t e r z e i c h n e t e zusammen mit R. Hackl als Vorarbeit für den großen 
illustrierten Katalog eine ganz neue Durchnumerierung aller Gefäße vorgenommen, die in der kurzen, 1908 
herausgegebenen Beschreibung der Vasensammlung von R. Hackl wiedergegeben ist. Sie kann allerdings nur 
als provisorisch gelten, da sie in dem ausführlichen Katalog wieder allerlei Abänderungen erfährt. Diese Publi- 
kation ist auf vier Bände berechnet, von denen der erste, hier vorliegende, die älteren nichtattischen Vasen 
enthält, der zweite die attisch-schwarzfigurige, der dritte die attisch-rotfigurige, der vierte die älter apulische, 
die rotfigurige italische, die junger böotische und hellenistische Keramik behandeln wird. Den letzten Band wird 
ein Sachregister und eine vergleichende Tabelle der neuen Nummern und der des Jahnschen Kataloges ab- 
schließen. Aufgenommen sind auch die aus dem obenerwähnten Scherbenbestand gewonnenen Gefäße und 
wichtigen Fragmente, ebenso die in der Glyptothek befindlichen Gefäße der ehemaligen Sammlung Arndt, 
außerdem einige aus dem Antiquarium stammende Stücke und die Leihgaben des Museumsvereins. Dagegen 
fehlen 50 im Jahre 1907 als Leihgabe nach Erlangen abgegebene Gefäße, meist Dubletten attisch-schwarz- 
figuriger Amphoren sowie etruskischer und italisch-korinthischer Vasen. 

Bei der Herstellung des großen Kataloges ist in erster Linie darauf Bedacht genommen, möglichst viele 
und gute Abbildungen zu geben, und zwar nicht nur von den ganzen Gefäßen nach photographischen Vorlagen, 
sondern auch von allen bemerkenswerten Details der bildlichen Darstellungen und der Ornamente nach Zeich- 
nungen von K. R e i c h h o 1 d s bewährter Hand. Auch alle Tafeln aus Furtwängler-Reichhold-Hauser, Grie- 
chische Vasenmalerei, die Münchener Vasen wiedergeben, werden verkleinert abgebildet. Ferner ist auf eine 
bis ins einzelste gehende genaue Beschreibung aller Stücke der Sammlung Wert gelegt, die manchem zu weit- 
gehend dünken mag, den Herausgebern aber nützlich für den Gebrauch des Werkes schien. Die Anordnung 
erfolgt innerhalb der großen stilistischen Gruppen, die immer mit kurzen erklärenden Vorbemerkungen versehen 
sind, nach Gefäßformen; bei der Beschreibung der einzelnen Gefäße wird von unten nach oben vorgegangen. 
Über die Abkürzungen im Text ist folgendes zu bemerken: Es folgt auf die laufende Nummer zunächst die 
Angabe unserer Abbildungen, dann in Klammern die Bezeichnung des Sammlungsbestandes, zu welchem jedes 
Stück gehört. Hierbei bedeutet 

A = Sammlung Arndt, 
M = Leihgabe des Museumsvereins, 
St. = Staatsbesitz 

und die darauf folgenden Zahlen die Nummern der betreffenden Inventare. 

G. bezeichnet die Vasenreste aus dem Keller der Glyptothek. 

Ohne Buchstaben, nur mit der Inventarnummer, sind die dem Kgl. Hausgut angehörigen Stücke (Er- 
werbungen König Ludwigs) aufgeführt. Bei diesen ist die Herkunft aus älteren Sammlungen nach Möglichkeit 
angegeben; dabei bedeutet 

Cand. = Candelori, 
Can. = Canino, 
Pan. = Panitteri. 

Die von Jahn beschriebenen Stücke zeigen hinter diesen eingeklammerten Angaben dessen Nummern mit 
einem J. 

Die Reproduktionen für die Tafeln sind sämtlich in der Graphischen Kunstanstalt von 
J. B. Obernetter, M ü n c h e n , mit aller Sorgfalt hergestellt. Die Originalaufnahmen wurden unter 
persönlicher Leitung der beiden Herausgeber von dem Diener der K. Vasensammlung angefertigt, wofür das 
K . Bayer. S t a a t s m i n i s t e r i um des I n n e r u I' ü r Kirch e n - u n d Schulangeleg e n Ii e i t e n , 
dem hierfür wie auch für seine sonstige Förderung des Unternehmens an dieser Stelle gebührend gedankt sei, 
eine jährliche teste Summe zur Verfügung stellte. Um möglichste Schärfe und Klarheit der Details zu er- 
reichen, ind alle Bilder direkt nach diesen Originalnegativen verschiedenen Formates hergestellt durch 



V 



Anfertigung einzelner verkleinerter Diapositive unter Vermeidung jeder Art Retouche. Nach den zusammen- 
gestellten Diapositiven wurden erst die Drucknegative und Druckplatten hergestellt und die Auflage in mög- 
lichst kornlosem Duplexdrucke auf feinstem Karton gedruckt. Das in Farben hergestellte Titelbild ist nach 
einer Zeichnung Reichholds in den Grundtönen hergestellt, die einzelnen Farbtöne sind direkt nach dem Ori- 
ginal so getreu als möglich im Drucke nachgebildet. 

Zum Schlüsse sei hier noch Paul Wolters und Ernst Buschor gedankt, die freundlicher- 
weise die Korrekturen mitgelesen haben. Letzterer hat auch die Beschreibungen vor den Originalen nachgeprüft. 

München, April 1912. 

Der Konservator der K. Vasensammlung 
Dr. J. Sieveking. 



Der Band war beinahe fertiggestellt, als am 9. Februar Rudolf Hackl in Davos einem Lungenleiden 
erlag. Seit 7 Jahren ist er an der Münchner Vasensammlung als Hilfsarbeiter tätig gewesen und hat seine 
ganze Arbeitskraft in ihren Dienst gestellt, wie überhaupt die antike Keramik Hackls bevorzugtes Arbeits- 
gebiet bildete. Hier war er ein guter Kenner und ein sehr genauer Beobachter und als solcher für eine 
ausführliche Beschreibung der Sammlung so recht am Platze. Dazu kam die große Liebe, mit der er an jedem 
einzelnen Stück hing. Sie hat ihn noch bis in die allerletzte Zeit aufrecht erhalten und ihm die Vollendung 
des Textes zum ersten Bande ermöglicht, der nun zu einem Erinnerungsmal geworden ist. 



DEM ANDENKEN 

ADOLF FURTWÄNGLERS 



Tafel 1 




Kretisch-Mykenische Gefäße 



Die älteren Gattungen der kretisch-mykenischen Vasen sind nur in Scherbenproben vertreten und bis auf 
vier Fragmente nicht in den Katalog aufgenommen. Was der Katalog an Gefäßen verzeichnet, gehört aus- 
schließlich dem 3. und 4. Firnisstil nach Furtwängler-Löschcke, der Abteilung »latc minoan III« nach Evans 
an. Die vier schönen Fragmente Nr. IIa, 43a u. b, 47a gehören dem Anfang und der Mitte des spät- 

minoischen Stils (Evans »late minoan« I u II) an. 



1. Taf. 2. 



2. Taf. 2. 



4. Taf. 1. 



5. 



Bügelkannen. 

(A. 825.) 

H. 0,155. U. 0,42. Ton graugelb, Firnis stumpf schwarz. Etwas gebrochen, die Oberfläche ab- 
gerieben. Rundliche Form. Auf der Bügelplatte erhebt sich ein stumpfer Kegel. Reifen, Zickzack- 
band; auf der Schulter verwilderte Blüten; unter den Henkeln je ein Kreuz. 
(A. 827.) 

H. 0,12. U. 0,38. Ton gelb, Firnis rot. Geflickt. Rundliche Form. Reifen, Band mit Gruppen von 
Bogenlinien unten und oben; auf Schulter verwilderte Blüten. 
3. Taf. 1. (A. 826.) 

H. 0,085. U- °>3#5- Ton mattgelb, Firnis bräunlich. Zusammengesetzt. Etwas gedrückte Form. 
Reifen, auch unter Fuß; auf Schulter Blüten, locker, aber noch gut als solche erkennbar. 
(M. 7.) 

H. 0,105. U- °>4 J - Ton hellgelb, Firnis rotbraun. Etwas gedrückte Form. Auf Schulter parallele 
Bogenlinien, sonst nur Reifen. 
(Antiquarium 1668.) Aus Cypern. 

H. 0,115. U- °>36- Ton blaßgelb, Firnis braun und röt- 
lich. Ein Bügel weggebrochen. Wenig gedrückte Form. 
Auf Schulter parallele Striche, sonst nur Reifen. 
Furtwängler-Löschke, Myken. Vasen, S. 30, r. 
(St. 10.) 

H. 0,0g. U. 0,4. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Stark 
gedrückte Form. Weiter Standring. Auf Schulter ganz 
verwilderte Blüten. Auf Bügelplatte Ringe. 
(M. 9.) 

H. 0,0g. U. 0,38. Ton hellgelb, Firnis rotbraun. Stark 
gedrückte Form. Hoher plumper Standring. Unter Fuß 
zwei konzentrische Kreise. Auf Schulter verwilderte 
Blüten, dazwischen kleine Rauten. Sonst nur Reifen. 
(M. 8.) 

H. 0,0g. U. 0,45. Ton blaß, etwas grünlich; Firnis grün- 
braun. Mündung etwas verletzt, Oberfläche verscheuert. Form stark gedrückt. Weiter Standring. 
Auf Schulter Kreise mit Zentrum, von Wellenlinien oben und unten eingefaßt. Strichelchen und 
Punkte über deren Zwischenräumen. Sonst Reifen, auch unter Fuß. 
(M. 6.) 

H. 0,075. U. 0,44. Ton mattgelb, Firnis braun und rötlich, unregelmäßig. Bügel und Mündung weg- 
gebrochen. Form oben ganz flach. Standring weit und flach. Auf Schulter fünfmal zwei konzentrische 
Kreise von Punktkreis umgeben, sonst Reifen, auch unter Fuß. 

1 



6. Taf. 1. 



7. Taf. 
u. Abb. 



8. 




Abb. 1 



9. 



10. Abb. 2. (Antiquarium II Nr. 1095). Aus Ägypten. 

H. 0,06. U. 0,46. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Bügel weggebrochen, Mündung geflickt. Sehr 
stark gedrückte Form; Standring ziemlich weit. Auf Schulter parallele Bogenlinien, auf Schulter- 
kante Gruppen paralleler Striche beiderseits von Dreiecken eingeschlossen. Sonst Reifen. 




Abb. 2. Abb. 2. 

11. (St. 11.) Aus Griechenland. 

H. 0,165. U. 0,38. Ton mattgelb, Überzug kräftig gelb; Firnis rot. Etwas geflickt, Bügel ergänzt. 
Der hohe Fuß geht allmählich in den kugeligen Körper über. Fuß gefirnißt, auf Körper Reifen, auf 
Schulter drei Reihen länglicher Tupfen, auf 
Mündung unten und oben Firnisring. 

IIa. Abb. 3. (St. 203.) Fragment. 

Ton grau-rosa, grob, dicker weißgelber Über- 
zug. Zäher schwarzbrauner glänzender Firnis 
mit vielen feinen Sprüngen. 

Das Stück ist ein Teil von der Standfläche 
und der daran ansitzenden Wandung einer 
sehr großen weitbauchigen gedrückten Bügel- 
kanne. In Form wie Darstellung glich das 
Gefäß wohl genau dem H. Boyd Hawes, 
Gournia Taf. H abgebildeten. Die Boden- 
fläche ohne Schmuck. Die Wandung von 
unten auf dekoriert: Korallen, zum Teil mit 

herausflatternden Fangarmen der Tiere. Darüber Arme eines Polypen mit Saugwarzen. 




Becher. 

12. Abb. 4. (A. 823.) qsm - 

H. 0,165. D. 0,175. Blaßgelber Ton. Geflickt. Ganz ohne Schmuck. \^5l 

13. Taf. 1. (A. 824.) - 

H.0,18. D. 0,15. Gelber Ton. Braunrot und grünlich brauner Firnis. ^ ja r 
Etwas geflickt. Je 3 wimpelartige Muster auf dem Henkelstreif. ^SSlIr 

14. Taf. 1. (2299.) Aus Kreta. yW 

H. 0,185. U. 0,48. Ton teilweis mattgelb, teilweis rötlich gelb, ebenso } 1 

der Überzug; roter Firnis. Etwas geflickt. Auf dem Henkelstreif beider- ^LJiE^ 
seits je vier verbundene Spiralen. Abb. \. 

15. Taf. 1. (M. 3.) Aus Ägina. 

H. 0,17. U. 0,47. Ton hellgelb, Firnis braun und rot. Geflickt und ergänzt. Auf dem Henkelstreif 
Wellenmotiv, an Sepienarme erinnernd. 

16. Tat. 1. (M. 2.) Aus Ägina. 

//. 0,18. U. 0,46. Ton rötlichgelb, Firnis rot. Geflickt und teilweise versintert. Auf Henkelstreif 
je eine Sepie mit gelbweiß aufgemalten Einzelheiten, deren Körper über die fünf feinen Reifen 
unter dem Henkelstreif hinübergreift. 



Tafel 2 




Vünchener Vasensammlunt;. 



J. B. Obernetter, München. 



— 3 — 



17. Taf. 1. (St. 9.) 

H.o,iy. U.0,43. Grünlichgelber Ton, brauner Firnis. Auf Henkelstreif je eine Sepie wie bei 16. 



Kannen. 

17a. Taf. 4. (A. 829.) Aus Rhodos. 

H. 0,375. U- °$55- Ton braungelb, Firnis braun und rotbraun. Oberfläche teilweise zerstört, etwas 
geflickt. Reifen, auf Schulter Band mit Spiralen, plastischer Halsring; kleines Loch am obern 
Henkelansatz, schiefe Durchbohrung am untern Henkelansatz. Henkel mit plastischer Rippe, auf 
Rücken gefirnißt. Mündungsrand innen gefirnißt. 

18. (M. 12.) Aus Ägina. 

H. 0,14. U. 0,4. Ton rotgelb, Firnis rot. Mündung und Henkel weggebrochen. Form fast kugel- 
förmig, enger Hals, breiter Henkel, plastischer Halsring. Auf Schulter parallele Wellenlinien durch 
vertikale Striche abgeteilt. 

19. Taf. 3. (2282.) Aus Kreta. 

H. 0,135. U- °>34- Ton braungelb, Firnis braun. Etwas gesprungen. Form fast kugelig, hoher Stand- 
ring, dünner Hals. Luftloch auf Schulter. Auf Schulter drei Blüten, auf Henkel Querstreifen. 

20. Taf. 3. (Antiquarium 1190.) Aus Cypern. 

H. 0,16. U. 0,35. Ton gelbbraun, Firnis braun. Versintert und abgerieben. Form kugelig. Luftloch 
auf Schulter. Auf Schulter dreimal konzentrische Bogenlinien mit Punkt. 
Furtwängler-Löschke, Myken. Vasen, S. 30, s. 

21. (Antiquarium.) 

H. 0,12. U. 0,27. Wie vorige. Die Schulterornamentik mehr spitzbogig. 

22. Taf. 3. (M. 10.) Aus Ägina. 

H. 0,105. U- °,3 2 - Ton hellgelb, Firnis bräunlich. Körper etwas gedrückt, Hals und Mündung weit. 
Auf Schulter Gruppen horizontaler Striche, unterbrochen von gegeneinandergestellten gedrückten 
Bogen. 

23. Taf. 3. (M. 11.) Aus Ägina. 

H. 0,1. U. 0,3. Ton dunkelgelb, Firnis braunrot. Mündung beschädigt, Henkel fehlt. Auf Schulter 
Spiralranken. 

24. Taf. 3. (M. 13.) Aus Ägina. 

H. 0,21. U. 0,525. Ton gelb, Firnis rotbraun und braun. Etwas geflickt; versintert. Tragbügel 
über der Mündung, röhrenförmiger Ausguß. Auf Schulter Spiralreihe. 

Hydria. 

25. Taf. 3. (St. 15.) 

H. 0,14. U. 0,415. Ton stumpfgelb, Firnis braun. Außer dem großen Traghenkel drei kleine Zier- 
henkel, über dem mittleren Warze. Auf Schulter Spiralranken, durch Vertikale und Ringstäbe ge- 
trennt. Zwischen den Henkeln Kettenband, sonst Reifen. Mündung gefirnißt. Auf Henkel zwei 
vertikale Firnisstreifen. 

Abgeb. E. Fölzer, Die Hydria Taf. 1, S. 29, 6. 

Dreihenkelige Gefäße. 

26. Taf. 3. 

H. 0,12. U. 0,315. Grober Ton, im Bruch rötlich, außen grau; Firnis braun. Versintert. 3 Horizontal- 
henkel. Auf Schulter Netzmuster. 

27. Taf. 4. (St. 72.) 

H. 0,1g. U. 0,51. Ton dunkelgelb, Firnis bräunlich. Reifen; auf Henkelstreif Netzmuster, unter 
den Henkeln Gräten. Veröffentlicht Archäol. Jahrbuch 1907, Taf. 2, S. 101. Die dort abgebildeten 
Sphinxprotomen haben sich als Fälschung erwiesen und sind deshalb vom Gefäß entfernt worden. 



— 4 — 



28. Taf. 3. (St. 32.) Aus Enkomi auf Cypern. 

H. 0,2. U. 0,3g. Ton blaßgelb, Firnis rot. Geflickt. Vertikalhenkel. Auf Henkelstreif Spiral- 
haken, darunter Reifen; Fuß und Mündung ganz gefirnißt. 

29. Taf. 4. (A. 833.) Aus Rhodos. 

H- °>375- U- °>97- Ton grob, steinig, ziegelfarben, Überzug dick rötlichgelb, Firnis rotbraun. Rück- 
seite abgescheuert. Vertikalhenkel. Fuß, Hals und Lippe gefirnißt, sonst Reifen. Auf Henkelstreif 
zwischen je 2 Henkeln eine Pyramide aus verwilderten Blütenornamenten. Um die Henkel Haken 
gelegt, die weit herabreichen. 

30. Taf. 4. (A. 832.) Aus Rhodos. 

H. 0,44. U. 1,05. Ton stark glimmerig, rötlich, Überzug mattgelb, Firnis rotbraun. Ein Henkel 
fehlt. Fuß, Hals und Mündung gefirnißt, Reifen. Auf Henkelstreif je drei miteinander ver- 
bundene Spiralen, dazwischen horizontale Strichmuster. Um die Henkel breite Streifen. 

31. Taf. 4. (A. 831.) Aus Rhodos. 

H. 0,42. U. 1,0g. Ton mattgelb, Überzug hellgelb, Firnis rot und bräunlich. Geflickter Fuß und 
Hals, Henkel außen gefirnißt. Auf Lippe vier Gruppen von Gräten. Reifen. Auf Henkelstreif 
zwei verschiedene Muster, das eine zweimal. 

32. Taf. 4. (A. 830.) 

H. 0,41. U. 1,1. Ton fein rötlich- und grünlichgelb, Überzug hellgelb, Firnis rotbraun. Geflickt, 
ein Henkel weggebrochen. Wie vorige, aber auf Henkelstreif Grätenmuster. 

33. Taf. 2. (St. 40.) Aus dem Peloponnes. 

Höhe der einzelnen Gefäße 0,1. Höhe des Ganzen mit Henkel 0,15. Ton rötlich gelb, Firnis 
braun, schlecht. Einige kleine Henkel weggebrochen. Drei Gefäße gekoppelt und mit einem hohen 
Traghenkel versehen. Ganz gefirnißt. 

34. (A. 838.) 

H. 0,11. Länge 0.15. Ton rötlich, Firnis rot. Henkel geflickt, Mündung des einen Gefäßes fehlt. 
Zwei Gefäße gekoppelt mit hohem, gemeinsamem Henkel. Ohne Fuß; statt der kleinen Henkel 
nur Warzen. Um den Bauch der Gefäße Wellen, darüber Punktkreise. Warzen, Reif um Hals und 
Mündung gefirnißt, auf Henkel Querstreifen. 

35. Taf. 3. (M. 17.) Aus Ägina. 

H. 0,065. U. o,3j. Ton gelb, Firnis rot. Auf Standfläche Firnisringe. Auf Körper Wellen. Zwi- 
schen den Henkeln je vier Punktreihen untereinander, unter einem Henkel Punktkreis mit Zentrum 
(Punktrosette.) 

36. Taf. 2. (A. 822.) 

H. 0,11. U. 0,6g. Ton dunkelgelb, Firnis braun und rotbraun. Geflickt. Reifen, auch unter Fuß. 
Zwei Friese mit Spiralranken, im obern Fries einige Rauten als Füllung. 

37. Taf. 2. (St. 64.) 

H. 0,065. U. o,g3. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Etwa ein Drittel ergänzt. Ganz flach. Auf Stand- 
fläche Firnisringe. Auf Schulter Wellen, oben von Punktreihe eingefaßt. Zwischen den Henkeln 
je zweimal drei vertikale Wellenlinien, dazwischen eine Rosette; darüber Punktkreis zwischen zwei 
Reifen. Mündung außen und innen gefirnißt; obenauf Kettenband. 

38. Taf. 2. (A. 828.) 

H. 0,145. U. 0,54. Ton hellgelb, Firnis rötlich, grünbraun und rotbraun. Reifen, auch unter dem 
Boden, auf Henkelstreif Netzmuster. 



Näpfe. 

39. Taf. 1. (St. 13.) 

//. 0,14. U. 0,5. Ton dunkelgelb, Firnis bräunlich. Geflickt. Niedriger Stielfuß. Auf Henkelstreif 
vertikale Bänder mit Netzmuster und Ranken. Innen ganz gefirnißt. 



Tafel 3 




35 



Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



Tafel 4 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



— 5 — 

40. Taf. 3. (St. 14.) 

H. 0,12. U. 0,52. Ton rötlich, mit weißgelbem Überzug, Firnis braun. Geflickter Ringfuß. Innen 
nur Rand gefirnißt, auf Grund Kreise. Auf Henkelstreifen Spiralranken, eine mit Blüte. 

41. Taf. 3. (St. 12.) 

H. 0,12. U. 0,505. Ton rötlich mit weißgelbem Überzug, Firnis braun. Ringfuß. Innen ganz gefirnißt. 
Auf Henkelstreif Vertikalstreifen, eingerahmt von Wellenlinien, dazwischen Bogen gegeneinander. 

42. Taf. 4. (M. 5.) Aus Ägina. 

H. o,g. V. 0,16. Ton dunkelgelb, Firnis rot. Ausgußrinne. Kein eigentlicher Fuß. Die Henkel 
werden von dem um den Rand gelegten Wulst gebildet. Innen und unter dem Boden Firnisringe. 
Rand, Henkel und Ausguß gefirnißt. 

43. Taf. 2. (M. 4.) Aus Ägina. 

H. o,ij. D. 0,2. Ton hellgelb, Firnis rotbraun. Geflickt und ergänzt. Mörserförmig mit einem 
Henkel. Zweimal drei langgezogene Schnecken, in der Mitte ein aus dem Tintenfisch verwil- 
dertes Ornament. Beide Ornamente überschneiden das Firnisband in halber Gefäßhöhe. 



Schalen. 

43 a. Abb. 5. (St. 203.) Aus Ägina. 

H. 0,04. D. o,og5. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und schwarz. Die Fußpartie und kleinere Teile 
der Schale fehlen. Ein Henkel war wohl sicher auch vorhanden, wie sich aus der Verteilung der Nau- 
tili und einem Firnisrest, der wohl zur Henkelumrahmung gehört, schließen läßt. Innen ganz ge- 
firnißt. Außen am Rand Fischblasenmuster mit Punkten darunter. Auf der großen Gefäßfläche 
drei N a u t i 1 i (ziemlich naturtreu), darunter Firnisreif. 




Abb 5. Abb. 6. 



43 b. Abb. 6. (St. 203.) Aus Ägina. 

H. 0,045. Ton gelb, Firnis grünlichbraun. Zwei Fragmente eines Schälchens mit abgesetztem niedrigem 
Rand. Fußpartie fehlt, ebenso der Henkel, der aus der Dekoration zu erschließen ist. Innen ganz ge- 
firnißt. Außen auf Rand große Flecken, Rille zwischen Rand und Schale gefirnißt. Auf Schalen- 
fläche: Aufwachsende Lilien? wechselnd mit abwärts gerichtetem innen gestreiftem Fischblasenmuster, 
darunter Firnisreifen. Um den Henkel Firnisrahmung. 

44. Taf. 1. (M. 14.) Aus Ägina. 

H. 0,05. D. 0,12. Ton gelb, Firnis rot. Mit einem Henkel und kleinem Randprofil; knapper Fuß. 
Innen tongrundig, um Rand und Lippe innen wie außen gefirnißt. Auf Henkelstreifen Grätenmuster, 
darunter breiter und mehrere dünne Reifen, Fuß gefirnißt. Henkel außen gefirnißt. 

45. (M. 15.) Aus Ägina. 

H. 0,06. D. 0,13. Ton grünlichgelb. Ohne Henkel, mit einfachem Fuß. Roh und ungefirnißt. 



Amphora. 

46. Taf. 2. (M. 1.) Aus Ägina. 

H. 0,3. U. o,(j. Ton grün, Firnis bräunlich und schwärzlich. Versintert. Zwei horizontale 
Henkel. Auf Körper und Hals Firnisreifen, auf Schulter verbundene Spiralen, die auf jeder 



— 6 — 




Abb. 7. 



Seite einmal mit einem schraffierten Blatt ab- 
schließen. Lippe gefirnißt. Auf Henkel breite pa- 
rallele Firnislinien. 

Krater. 

47. Abb. 7. (St. 21.) Aus Rhodos. 

H. 0,45. U. i,2j. Ton hellgelb, Firnis rot und 
braun, teilweise abgesprungen. Geflickt. Die 
Henkel haben oben und unten je zwei kleine Löcher. 
Fuß gefirnißt. Auf der untern Körperpartie Firnis- 
reifen. Bilder: Beiderseits fast gleich: Zwei- 
gespann nach rechts mit Lenker und B e - 
gleit er. Im Raum Blüten und andere Füllorna- 
mente. Auf Lippe Strichgruppen; auf Henkeln je 
zwei vertikale Firnisbänder. 

Trichter. 

47a. Abb. 8. (St. 203.) Aus Ägina. 

H. des Erhaltenen 0,265. D- °, I0 5- Ton dunkelgelb, 
Überzug etwas heller, Firnis braunschwarz, etwas 
rissig. Nur die obere Hälfte erhalten , auch 

davon fehlen viele Stücke. Unterer und oberer Henkelansatz teilweise vor- 
handen. Innen tongrundig, nur oben am Rand etwas flüchtig gefirnißt (teil- 
weis rot). Auf Lippe Strichgruppen. Darunter Firnisband. Auf dem leicht 
abgesetzten Rand Fischblasenmuster mit dreieckigen Tupfen darunter. Zwei 
Firnisreifen. Wieder Fischblasen und Tupfen, dann eigenartiges ver- 
schlungenes Ornamentband; drei Firnisreifen, wieder Fischblasen mit Tupfen. 



Tiere. 

48. Taf. 5. (A. 835.) 

H. 0,2$. L. 0,18. Ton gelb, Firnis rotbraun. Gefäß in Gestalt eines leicht 
zusammengekrümmten stehenden Igels. Trichterförmige große Mündung 
und ein Tragbügel auf dem Rücken. Ausgußloch in der Schnauze. Bauch, 
Schnauze, Beine sowie Mündung innen und außen ganz gefirnißt. Der übrige 
Körper mit länglichen Flecken bedeckt, Augen und Ohren darüber plastisch 
angegeben. Über letzteren doppelte Wellenlinie, auf dem Nasenrücken eine vertikale Wellenlinie 

49. Taf. 5. (A. 835.) 

H. 0.255. L. o.iy. Ton rötlichgelb, Firnis braun und rot. Widder mit Tragbügel auf dem 
Rücken; große Öffnung zwischen Kopf und Bügelansatz, kleinere im Maul. Augen plastisch und bemalt. 
Auf dem Körper Reihen von s Linien zur Angabe der Wolle, Tupfen auf der Stirn, Nasenlöcher 
durch Tupfen bezeichnet. Hörner quergestreift. Auf Bügelrücken Wellenlinie, seitlich S Linien. 

50. Taf. 2. (A. 836.) 

H. 0,7. L. 0,08. Ton gelb, Firnis braun und rot. Widder in Fäßchenform mit großer zylin- 
drischer Mündung nebst zwei Henkeln auf dem Rücken. Öffnung im Maul; Augen eingestochen. 
Hinterteil abgeplattet mit Schwanzangabe in Relief. Rohe Strichmusterung. 

51. Taf. 5. (A. 837.) 

//. <>,<><). L. 0,1. Ton gelb, Firnis rot. Vogel mit Henkel auf dem Rücken. Ein Loch unter dem 
Hals und ein Loch am hintern Henkelansatz. Füße und Steiß nur durch drei Wülste angedeutet. 
Rote Bemalung. 




Tafel 5 





Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, Manchen. 



Korinthische Gefäße, 



In dieser Gruppe ist vereinigt: sog. Geometrisch-Protokorinthisches, sog. Protokorinthisches, Korinthisches 
älteren Stils (mit Tierfriesen) und jüngeren Stils (auf rotem Ton), sowie die jüngsten Erzeugnisse korinthischer 
Fabriken in Miniaturform. Protokorinthisch und Korinthisch zu trennen, wie es meist geschieht, ist hier unter- 
lassen, da eine reinliche Grenze nicht zu ziehen ist, das Protokorinthische ganz ähnlich wie das Protoattische nur 
eine Übergangsstufe vom geometrischen zum schwarzfigurigen Stil bildet, von größter Bedeutung freilich, weil 
gerade in dieser Entwicklungsperiode eine Anzahl technischer wie gegenständlicher Neuerungen auftritt. 

Unsere Sammlung enthält an Geometrischem und Protokorinthischem eine gute Auswahl, auch ein grö- 
ßeres Scherbenmaterial aus Ägina und vom Heraion, das aber nicht in den Katalog aufgenommen ist; von proto- 
korinthischen Prachtstücken mit figürlichen Darstellungen ist allerdings nichts vorhanden. Die Zahl der großen 
Gefäße, namentlich der Kannen, ist bedeutend. DasÄlter-Korinthische ist sehr gut, dagegen das Jünger-Korinthische 
nur durch den Krater 344, die Lekythos 346 und den Teller 346a vertreten. Es sind in die korinthische Gruppe 
auch die sog. böotisch-korinthischen Schläuche und Aryballen mit Ringfuß aufgenommen, da diese Stücke 
ihrem Wesen nach doch korinthisch sind, ihre Herstellung in Böotien aber nicht verbürgt, nur durch die 
dortigen reichen Funde nahe gelegt ist. Endlich enthält die Sammlung auch noch Vertreter der jüngsten 
korinthischen Kleinkeramik. 

Schalen. 

190. (G.) 

H. o,og5. D. 0,14. Ton braungelb, Firnis braun. Reifen auf Rand, Strichmuster auf Henkel- 
streif; sonst ganz gefirnißt. 

192. Taf. 6. (G.) 

H. 0,085. D. 0,1 3. Ein Henkel und Gefäßteile ergänzt. Technik und Schmuck wie bei 190, 
aber der Rand niedriger; auf Henkelstreif beiderseits zwischen zwei Strichgruppen eine Punkt- 
reihe. 

193. (G.) 

H. 0,085. D. 0,14. Sehr stark ergänzt. Technik und Schmuck wie bei 190. 

194. (G.) 

H. 0,10. D. 0,13. Ton braungelb, Firnis rot und braun. Fuß, Henkel und Gefäßteile ergänzt. 
Rand ganz steil und hoch, etwas nach innen geneigt, ganz gefirnißt, darauf weiß aufgemalte Reifen. 
Auf dem Henkelstreif laufende Hunde zwischen Strichmustern. 

195. (G.) 

H- °,°55- D. 0,105. Ton grünlich und rötlich; Firnis innen ganz rot, außen braun, um die untere 
Partie aber rot, und zwar so, daß die beiden Farben in scharfer Grenze aneinander stoßen. 
Es scheint hierin eine Folge desselben technischen Verfahrens beim Brande vorzuliegen, das 
sich sonst im Brandringe zeigt.*) 

196. Taf. 6. (1608.) 

H. 0,04. D. 0,115. Ton gelb, Firnis innen und außen fast bis zum Henkelstreif herauf rot, oben 
scharf abgegrenzt braun (vgl. 195.) Weißer Reif unter Henkeln umlaufend. Feine Firnis- 
reifchen (einige rot) außen am abgesetzten Rand. Unter Fuß Firnisringe. 

197. (1388.) 

H. 0,06. D. 0,135. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Ein Henkel fehlt. Hoher Rand. Fußstrahlen 
darüber feine Reifchen. Ringe unter Fuß. Henkelstreif ausgespart, ebenso die Lippe. 

*) Mit Brandring bezeichnen wir die von Reichhold (Furtwänglers Vasenmalerei I, S. 156, 286) Lagerring genannten und erklärten Spuren der 
im Brennofen zwischen die Gefäße gesetzten zylinderförmigen Isolatoren, deren Berührungsspuren sich an den Gefäßen oft deutlich erkennen lassen. 
Erhalten haben sich die erschlossenen Isolatoren unter den Resten einer Töpferei in Falerii: Notizie degli scavi 1903, S. 457. 



— 8 — 



198. (1347.) 

H. 0,06. D. 0,115. Ton grünlichgelb, Firnis rot und braun, fast ganz abgesprungen. Schmuck 
wie bei 197, aber auf Henkelstreif Strichmuster. 

200. (1835.) 

H. 0,045. D. 0,11. Ton gelb, Firnis rot und braun. Schmuck wie bei 198. 

201. (1607.) 
H. 0,05. D. 0,105. Ton grünlich, Firnis fast abgerieben. Schmuck 
wie bei 201. 

201a. (G.) 

H. 0,05. D. 0,125. Ton grünlichgelb, Firnis braun. Ergänzt. 
Kein Reif über den Strahlen. 

202. (G.) 
H. 0,055. D. 0,135. Ton gelb, Firnis braun. Stark ergänzt. 
Schmuck wie bei 201 a, aber Reif über den Strahlen. 

203. Abb. 9. (1664.) 

H. 0,055. D. 0,10. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Schmuck 
wie bei 202. Zwei Reifen über den Strahlen. Lau, Taf. VIII, 3. 

204. (G.) 
H. 0,035. D- °>°95- Stark ergänzt. Schmuck wie bei 203. 

205. Abb. 10. (2292.) Aus Cumae. 

H. 0,05. D. 0,11. Ton gelb, Firnis rotbraun und braun. 
Brandring. Schmuck wie bei 204, aber statt der Strahlen 
vier Wasservögel. 

208. Taf. 12. (St. 204.) Aus Korinth. 

H. o,oj5. D. 0,18. Ton ledergelb, Firnis mattschwarz und 
bräunlich. Zusammengesetzt. Sehr dünn und leicht. Form 
wie bei den sog. milesischen Schalen. In der Schalentiefe 
zweimal, auf dem inneren Rand und unter dem Henkel- 
streif je zwei, über dem Fuß drei rot aufgemalte Reifen. 

210. Taf. 7. (979. Cand.) J. 940. 

Abb. 1 1,12,13. H. 0,15. D. 0,28. Ton gelb, Firnis gelbbraun, schwarzbraun und grünlich. Unter dem Fuß Firnis- 
ringe, Fuß oben gefirnißt, darüber Strahlen, dann zwei Tierfriese auf je drei Firnisreifen. 




1. Fries: von links nach rechts: Stier (Abb. 12), gegen hockenden Panther (Abb. 11); 
Sirene mit ausgebreiteten Flügeln gegen hockende Sphinx mit aufgerolltem Flügel. 
Zwischen zwei schreitenden Panthern ein Eber. Sirene mit anliegenden Flügeln, Steinbock 
gegen schreitenden P a n t h e r. 

2. Fries: A. Schlangenleibiger Dämon mit ausgebreiteten aufgerollten Flügeln. Er trägt ein 
kurzes rotes Wams mit schwarzem Saum (eingestochene Punkte) oben und ganz kurzen Ärmeln. 
Beiderseits gegen ihn je ein H a h n und eine hockende S p h i n x. Um den Hahn links drei fliegende 





< 



— 9 — 

Vögel, über dem rechten einer. Vom rechten Henkel herab ein quer gefleckter Salamander, 
von oben gesehen. Unter den Henkeln je ein Hase; gegen den einen fliegt ein Vogel. 

B. In der Mitte ein Palmetten- und Knospenornament. Beiderseits je ein hockender Greif mit 
aufgerolltem Flügel, zwei knopfartige Hörner auf der Nase. Gegen die Henkel je ein Löwe mit 




umgewandtem Kopf und erhobener Pranke. Der linke stellt seine linke Vordertatze auf eine Boden- 
erhebung, die einem ionischen Kapitell ähnelt. Zwischen dem rechten Greif und Löwen ein nach 
links fliegender Vogel. In beiden Friesen Punktrosetten als Füllung. Rot und feine Ritzung. 
Über dem oberen Fries Firnisreif. Auf Rand zwischen zwei Firnisreifen Treppenmuster. Henkel auf 
der Außenseite und Gefäß innen ganz gefirnißt. Micali, Mon. ined. Taf. 43, 1. Lau, Taf. VII, 2. 



Abb. 13. 



Näpfe. 

212. Taf. 7. (2291.) Aus Cumae. 

H. 0,08. D. o,io. Ton rötlichgelb, Firnis rot. Beide Henkel ergänzt. Sehr dünn und fein. Am 
Henkelstreif Strich- und Zickzackmuster, sonst nur Reifen. 

213. (G.) 

H. 0,12. D. 0,135. Ton grünlichgelb, Firnis rot und bräunlich. Mehrfach ergänzt. Schmuck wie 
bei 212, aber hohe Fußstrahlen und Ring unter dem Fuß. 

215. (G.) 

H. 0,075. D. 0,085. Ton stumpfgelb, Firnis graubraun und rot. Brandring. Stark ergänzt. Weit- 
gestellte Fußstrahlen, Henkelstreif tongrundig. 

2 



— 10 — 



216. Taf. 6. (A. 866.) 

H. o,og. D. 0,125. Ton stumpfgelb, Firnis rot, rotbraun und braun. Geflickt und ergänzt. Über 
Fuß hohes Firnisband, dann Reifen, auf Henkelstreif Strichmuster, dazwischen Doppeldreiecke 
und wagrechte Zickzackmuster, auf Henkeln Strichmuster. 

217. Taf. 7. (G.) 

H. 0,07. D. 0,095. Ton gelb, Firnis braun und rotbraun. Ergänzt. Fußstrahlen, Ringe unter dem 
Fuß, Lippe tongrundig, zwei weiße Reifen am inneren Rand, einer außen in Henkelhöhe, ein 
weißer und zwei rote über den Strahlen. 

218. (G.) 

H. 0,065. D. 0,0g. Stark ergänzt. Firnis oben rot, scharf abgegrenzt, (vgl. 195). Technik und 
Schmuck wie bei 217, aber drei rote Reifen. 
(G.) 



219. 

220. Taf. 6 



H. o,oy. D. 0,095. Ergänzt. Ganz wie 218. Innen aber nur ein weißer Reif. 



(A. 867.) Aus Korinth. 

H. 0,05. D. 0,06. Ton braungelb, Firnis mattbraun. Fuß gefirnißt, unten Ringe, Fußstrahlen, 
darüber nach links umlaufende Hasenjagd in Silhouette, vier Tiere; Henkelstreif mit flüch- 
tigen Zickzackgruppen; Henkel außen mit Firnisstreif. 
220a. Taf. 6. (St. 201.) 

H. 0,05. D. 0,065. Ton rötlich- und grünlichgelb, Firnis rot und braun. Henkel tongrundig, sonst 
wie 220, nur gröber und flüchtiger. Drei nach rechts laufende Tiere. 

221. Taf. 12. (St. 95.) Aus Sammlung Vogell. 

Abb. 14. H.0,09. D. 0,105. Ton grünlichgelb, Firnis bräunlich, rötlich und grünlich. Unter dem Fuß Firnis- 
ringe, darüber doppelter Strahlenkranz, dann Band mit Punktkreisen (ein Punktkreis ist von S2 
flankiert). Tierfries in Sil- 
houette: Panther, Löwen, 
Wasservögel, Schlange, 
die einen Menschen ver- 
schlingt. Grund mit Punkten 
gefüllt. Darüber breiter roter 
Reif, Doppelpunktband. Auf 
Henkelstreif zwischen vertikalen 
Wellenmustern je zwei Was- 
servögel in Silhouette. Innen 
gefirnißt. Obwohl Form und 

Dekorationsprinzip ganz protokorinthisch, zeigen die Figuren einen sehr lockeren, flüchtigen Stil. 

Schlange einen Menschen verschlingend auch auf einer rundlichen Lekythos mit Fuß^in 
Berlin (luv. 3764) und auf einem schlauchförmigen Gefäß in Bonn. 

Griech. Altertümer aus dem Besitze A. Vogell (Kassel 1908) S. 6, 16. Arch. Anzeiger 1910, 
S. 57,9 (^Münchner Jahrbuch 1909, II, S. 203). 

222. Taf. 12. (St. 157.) Aus Griechenland. 

H. 0,07. D. 0,105. Ton mattgelb, Firnis grünlichbraun und rotbraun. Gedrungene Form, die nicht 
mehr protokorinthisch genannt werden kann. Unter Fuß Firnisringe. Darüber zahlreiche 
dünne Strahlen (zwischen zweien Grätenverbindung), die einen schwarzen Reif und teil- 
weise auch einen roten überschneiden. Darüber Tierfries 
zwischen zwei breiten roten Reifen: Böcke und ein Wasser- 
vogel nach rechts in Silhouette. Grund mit Punkten gefüllt. 
Auf Henkelstreif vertikale Wellenlinien. Innen gefirnißt. 

223. Abb. 15.. (G.) 

//. <>,<>(). I). 0,12. Ton gelb, Firnis schwarzbraun. Ein Henkel, 
viele Stücke des Randes und der oberen Gefäßhälfte fehlen. 
Unter Fuß Firnisringe, Fuß oben gefirnißt, darüber Strahlen, 

zwei Firnis- und ein roter Reifen. — Großer Tierfries: Abb.is> 





— 11 — 



Steinbock, Wasservogel, Löwe (Kopf fehlt), Sirene 
mit ausgebreiteten Flügeln (Oberkörper fehlt), reiche Rosetten- 
füllung. Viel Ritzung und aufgemaltes Rot. — Auf Henkel- 
streif vertikale Wellenlinien. Innen ganz gefirnißt. Älterer 
korinthischer, sorgfältiger Stil. 

223a. Abb. 16. (G.) 

H. o,og. D. 0,12. Ton grünlichgelb, Firnis rotbraun und rot. Ein 
Henkel und Stückchen der Wandung ergänzt. Wie 223, aber 
über und unter Tierfries je ein liegendes_ Band von Firnis- 
reifen eingefaßt. Tierfries niedriger als voriger: Panther gegen Steinbock, Panther 
gegen Bock, Wasservogel, Panther gegen Bock, Rosetten- und Punktfüllung. 
Viel Ritzung und Rot. Henkel tongrundig, innen ganz gefirnißt. Älterer korinthischer, etwas 
flüchtiger Stil. 

Kannen. 

Mit kegelförmigem Körper, Röhrenhals und Kieeblattmündung. 

224. Tat. 6. (2284.) Aus Korinth. 

H. 0,16. U. 0,555. Ton mattgelb, Firnis bräunlich, stellenweise abgerieben. In der Mitte unter 
dem Boden achtstrahliger Firnisstern. Auf dem Körper Firnisreifen, auf Schulter Fries von je 
drei ineinander geschachtelten Dreiecken, das innerste mit Netz- 
füllung. Auf Hals Firnisreifen, in der halben Höhe vertikale Striche 
über drei Firnisreifen reichend. Mündung außen gefirnißt, auf Henkel- 
rücken Querstreifen zwischen zwei Vertikalen. 

225. Taf. 6. (2285.) Aus Cumae. 

H. 0,0g. U. 0,245. Ton gelb, Firnis rotbraun. Auf Körper Reifen, 
auf Schulter Fries mit vertikalen Wellen- und Strichgruppen. Auf 
Hals Reifen, einmal von Fries mit vertikalen Wellengruppen unter- 
brochen. Mündung gefirnißt, auf Henkelrücken Querstreifen zwischen 
zwei Vertikalen. 

225a. Abb. 17. (St. 193). Aus Ägina (Fundort wie Athen. Mitt. 1897, S. 265 ff.) 

H. 0,18. U. 0,43. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und dunkler. 
Mündung, Henkel und große Gefäßteile ergänzt. Auf Körper niedrige, 
breite Strahlen, dann feine Reifen, dann Fries mit Gruppen von ver- 
tikalen Zickzacklinien, drei feine Reifen. Auf Schulter abwärts 
gerichtete lange Strahlen. Auf Hals (nicht ganz umlaufend): Reifen, 
vertikale Linien, abwechselnd oben und unten aufsitzend, Reifen, Rauten, Reifen, vertikale 
Zickzacklinien, Reifen. Ein kleiner Rest der Mündung zeigt, daß sie gefirnißt war. 

Mit Trompetenmündung. 

226. (G.) 

H. (ohne Hals und Mündung) 0,14. U. 0,585. Ton dunkelgelb, Firnis rot bis grünlich und braun. 
Form gedrückt eiförmig, knapper Fuß. Henkel dreiteilig (gerillt), Hals und Mündung fehlen gänz- 
lich. Ein Stückchen des Halsringes noch zu erkennen, darnach war der Hals sehr weit. Körper 
geflickt. Henkelansatz zweifach durchbohrt, offenbar von antiker Restauration. Auf Fuß Reifen, 
darüber Strahlen, dann drei Reifen, dann Firnis bis Schulter, nur von einem tongrundigen 
Reifen unterbrochen. Feine Reifen, darüber große Stäbe auf Schulter. Keine Ritzung. 

227. Taf. 11. (647.) 

H. 0,18. U. 0,64. Ton mattgelb, Firnis bräunlich, grünlich, rötlich. Stark gedrückter Körper. 
Auf dem niedrigen Ringfuß ein dunkler und zwei helle Firnisreifen; darüber niedrige Strahlen und 
vier Reifchen; dann Firnispartie, geteilt durch weißen Reif (auf Tongrund). Gegen die Schulter 






— 12 — 



nochmals zwei weiße Reifen. Auf Schulter drei Firnisreifchen und umrahmte Blattstäbe. Hals 
außen und innen gefirnißt, Lippe tongrundig. Der dreiteilige Henkel außen gefirnißt, auf den ge- 
firnißten Rotellen weiße Punktrosetten mit Speichen. — Protokorinthisch. 

228. Taf. 11. (G.) 

Abb. 18. H. 0,22. U. 0,725. Ton rötlichgelb, Firnis rotbraun, grünlichbraun bis schwarz. Stark geflickt, 
Fuß ganz modern. Körper etwas bauchiger als bei 228. Fußstrahlen. Auf Körpermitte Firnis- 
partie mit roten Reifen. Auf Schulter umlaufender Tierfries: Stier nach links zwischen zwei 
Löwen, Panther 
(Kopf in Profil) 
zwischen Bock und 
Hirsch. Wasser- 
vogel nach links 
(auf Bein und Flügel 
eingeritzter Ring 
gleich dem Auge). — 
Punktrosetten als 
Füllung. Rot nur am 
Hals der Tiere, wenig 
aber sorgfältige Rit- 
zung. In Henkelhöhe 
feine Stäbe, umritzt, 
abwechselnd vier 
schwarze und drei 

rote. Darüber Firnisband, darauf gelbweiße Punktrosetten mit Speichen. Hals außen und innen 
gefirnißt, vorne eine gelbweiße Punktrosette mit Speichen. Lippe tongrundig. Der dreiteilige 
Henkel ganz gefirnißt. Von den Rotellen ist der Firnis größtenteils abgerieben. — Frühkorinthisch. 

Mit Kleeblattmündung. 

228a. (St. 147.) Aus Korinth. 

H. 0,0g. U. 0,221. Ton graugelb, Firnis stumpf braun, an der Mündung etwas abgesprungen. 
Henkelbiegung weggebrochen. Deckel mit Warzengriff. Gefirnißt bis gegen den Fuß hin, weißer 
Reifen auf Körper, auf Schulter eingeritzte Stäbe, dazwischen wechselnd je ein weißer und ein 
roter Stab. Flüchtig und schlecht. 

229. (964.) 

H. des Erhaltenen 0,22. U. 0,575. Ton dunkelgelb, Firnis mattschwarz. Henkel und Teile der Mün- 
dung fehlen. Unten Fußringe, oben gefirnißt, darüber Strahlen, Mittelpartie des Körpers gefirnißt, 
darauf rote und orangegelbe Reifen in drei Gruppen, auf Schulter eingeritzte Stäbe, abwechselnd 
zwei schwarze, ein roter, zwei schwarze, ein orangegelber; Hals und Mündung gefirnißt. 

230. (G.) 

H. 0,265. U. o,5Q5. Ton dunkelgelb, Firnis schwärzlich. Fuß und Teile des Körpers modern. 
Schmuck wie bei 229, nur statt zwei schwarzer Stäbe stets einer. Henkel gefirnißt. 

231. (G.) 

H. 0,221. U. 0,58. Ton grünlichgelb, Firnis schwärzlich. Teile von Mündung und Körper ergänzt. 
Schmuck wie bei 229, aber Fuß unten flach, in der Vertiefung Firnisring; unter den Stäben ein um- 
laufender breiter Fries von eingeritzten Schuppen mit wechselnd roten und orangegelben Punkten. 

232. (G.) 

H. 0,25. U. 0,50.5. Ton dunkelgelb, Firnis schwärzlich. Mündung, Henkel und Teile des Körpers 
modern. Schmuck wie bei 231. 

233. (G.) 

Ton gelb, Firnis schwärzlich. Nicht zusammengesetzt, da zuviel fehlt. Über den Fußstrahlen be- 
ginnen gleich die Schuppen, je eine Reihe schwarz und eine Reihe wechselnd rot und orangegelb. 
Schulterstab nicht sicher. Mündung und Henkel fehlen ganz. 




Tafel 7 




Münchener Vasensammlunc 



J. B. Obernetter, München. 



— 13 — 



234. Taf. 7. 

H. 0,44. U. 0,87. Ton braungelb, Firnis mattschwarz. Geflickt. Henkel vierteilig. — Fuß oben 
gefirnißt mit rotem Band, darüber zwei Reihen Stabornamente, wechselnd schwarz, rot und gelb- 
weiß; dann Schuppen, wechselnd rot und schwarz mit gelbweißen Tupfen, von rotem Band 
gegen Schulter abgeschlossen. Die Schulterstäbe sind wechselnd rot, schwarz, gelbweiß. Auf 
Hals niedrigere Schuppen wie auf Bauch, auf gefirnißter Mündung rotes Band und gelbweiße 
Punktrosetten, letztere auch auf Rotellen. Henkel gefirnißt. 

235. Taf. 7. (459. Cand.) J. 948. 

Abb. 19, 20. H. 0,26. U. 0,58. Ton dunkelgelb, Firnis hellbraun bis mattschwarz. Fuß oben gefirnißt, darüber 
Stäbe rot, schwarz und orangegelb wechselnd. Schuppenpartie, dann Tierfries: zwei bärtige 





Menschenvögel gegeneinander gelagert, dazwischen Volutenbaum, nach links Hirsch und Löwe, 
Greif und Eber, Bock und Löwe gegenüber, dazwischen schwarze Punktrosetten. Ritzung 
und Rot. Darüber Schuppen wechselnd rot und schwarz mit orangegelben Tupfen. Auf Schulter 
Stäbe abwärts, rot, schwarz und orangegelb wechselnd; auf ge- 
firnißtem Hals und Mündung weiße Punktrosetten. Henkel drei- 
teilig, außen gefirnißt. Um den unteren Henkelansatz aus 
Schuppen und Stäben ausgespartes trapezförmiges Feld mit gelb- 
weißem und rotem Ornament (siehe Abb. 20). Zeichnung nicht 
sehr fein. — Karo, Strena Helbigiana, S. 148. 
237. Taf. 7. (644. Cand.) J. 964. 

H.0,38. U.0,80. Ton grünlichgelb, Firnis mattschwarz, an einigen 
Partien abgesprungen (an diesen Stellen ist der Ton matt und grau- Abb. 20. 

gelb). Fuß rot bemalt, Fußstrahlen, darüber rotes Band mit 

weißem Mittelreif; Tierfries: nach rechts Adler mit umgewandtem Kopf, Panther, Wid- 
der, Panther, Steinbock, Rosettenfüllung. Viel Ritzung und Rot. Darüber rotes Band 
und Schuppenpartie (abwechselnd rot und schwarz mit weißen Tupfen); 2. Tierfries über rotem 




— 14 — 



Band: vom Henkel nach rechts Adler wie unten, Panther, Hirsch, dagegen Löwe, 
Füllrosetten. Auf gefirnißtem Hals, Mündung und Rotellen gelbweiße Punktrosetten, um die Hals- 
mitte rotes plastisches Band. Henkel gefirnißt. 
Micali, Storia, Taf. 99, 12. 
(645. Cand.) J. 966. 

H.0,38. U. 0,80. Firnis vielfach abgesprungen. Wie 237. Unterer Tierfries: nach rechts Pan- 
ther, Reh?, nach links Löwe, nach rechts Bock und Adler mit umgewandtem Kopf. 
Oberer Tierfries genau wie 237. 
(G.) 

H. 0,24. U. 0,525. Ton grünlich, Firnis dunkelbraun. Geflickt und ergänzt. Firnis fast ganz ab- 
gerieben. Henkel zweiteilig. Ringe unter dem gefirnißten Fuß, Fußstrahlen, einmal Zickzack da- 
zwischen, Reifen, auf Schulter Tierfries: Panther zwischen Hirsch und Bock (nach links), 
unter Henkelansatz Eule (Kopf von vorn, Hinterteil fehlt). Füllrosetten. Viel Ritzung und Rot. 
Mündung und Henkel gefirnißt. 

Kuppelförmig mit Kleeblattmündung. 

240. Abb. 21. 

H. 0,18. U. 0,53. Ton grünlichgelb, Firnis grünbraun, fast überall 
abgerieben. Zusammengesetzt, kleine Stücke und der Henkel fast 
ganz fehlend. Standfläche mit tief eingeritztem Kreis nahe dem 
Rand. Standring rot, darüber niedrige Strahlen, schwarzes zwischen 
zwei roten Bändern; Tierfries: vorne Vogelgreif mit aus- 
gebreiteten Flügeln nach rechts zwischen zwei Sphingen mit 
aufgerollten Flügeln und zwei Panthern; rückwärts Panther 
nach rechts zwischen Wasservogel und Bock. Reiche Füll- 
rosetten. — Darüber Punktband zwischen zwei roten Bändern. Auf 
Schulter Tierfries: Doppelpalmette mit Ranken zwischen zwei 
umblickenden Sphingen und zwei Wasservögeln. Füllro- 
setten. Plastische Halsscheibe rot, ebenso plastische Halskrause und Deckel, das übrige ge- 
firnißt. In den Tierfriesen viel feine Ritzung und aufgesetztes Rot. 
240a. Taf. 12. (St. 103.) Aus Sammlung Vogell. 

H. 0,085. U- Ton gelb, Firnis rotbraun und grünlichschwarz. Oberfläche vielfach abgestoßen. 
Standring vortretend, oben gefirnißt. Zwischen Reifen abwärts gerichtetes Knospenband mit 
verschlungenen Stielen und Kelchspitzen; auf den Knospen aufgesetztes Rot. Auf Schulter Stäbe, 
wechselnd rot und Firnis. Plastischer Halsring rot. Hals rot und schwarz. Mündung und Henkel 
gefirnißt. Junges Exemplar. 

Griech. Altertümer aus dem Besitze A. Vogell (Kassel 1908), S. 7, 34. 

Kugelbauchig mit umgekrempter Mündung. 

241. Taf. 12. (St. 146). Aus Korinth. 

H. 0,18. U. 0,465. Ton dunkel mattgelb, Firnis stumpf schwarz. Auf Fußrand roter und weißer 
Reif, auf Bauch zwei rote Reifen, unter Schulter zwei rote zwischen zwei weißen Reifen, darüber 
in der Mitte weiße Knospe mit Ranken und Palmette, Mündung rot, Lippe weiß, alles übrige 
gefirnißt. Junges Stück. 

Mit Schnabelmündung. 

241a. Taf. 12. (St. 104.) Aus Sammlung Vogell. 

H. o,o(). U. 0,17. Ton hellgelb, Firnis gelb und schwarz. Oberfläche fast ganz abgerieben. Auf 
Fuß oben schwarzer und gelber Firnisreif. Auf Körper je zwei gelbe Firnisreifen. Rotellen 
schwarz; sonst oben sehr verrieben. Junges Exemplar. 

Griech. Altertümer aus dem Besitze A. Vogell (Kassel 1908) S. 7, 33. 



238. 



239. 




— 15 - 




Abb. 22. 



Schlauchförmig. 

242. Taf. 8. (659) J. 963. 
Abb. 22, 23. H. 0,28. U. 0,485. Ton 

kräftig gelb, Firnis rot- 
braun bis braun. Henkel 
dreiteilig und flach. — 
Fuß oben gefirnißt, da- 
rüber niedrige Strahlen. 
Drei Tierfriese überein- 
ander: 1. Gänse nach 
rechts in leichten Vari- 
anten (s Abb. 22 oben); 
die Körper in Kontur- 
manier mit Strichfüllung; 
Hals, Kopf und Beine in 
Silhouette, am Kopf auch 
Ritzlinien; auf den Flügel- 
querstreifen aufgesetztes 
Rot. 2. Nach rechts Löwe 
und Eber gegen Pan- 
ther; hockender männ- 
licher Sphinx mit auf- 
gerolltem Flügel gegen 
Gans (Abb. 22). Während 
alle Tiere des zweiten 

Frieses in Silhouette mit viel Innenritzung und aufgemaltem Rot ausgeführt sind, ist die Gans wie die 
des ersten Frieses ausgegeführt, zeigt aber am ganzen Körper Ritzlinien. Beide Friese sind reich- 
lich mit Punktroset- 
ten gefüllt. 3. Alles 
auf Firnisgrund und 
in Ritztechnik. Zwei 
männliche Sphin- 
gen gegen einander, 
der rechte mit aus- 
gebreiteten Flügeln; 
Löwe und Gans 
nach links. Der Ty- 
pusder Sphingen und 
der Gans ist genau 
der gleiche wie in 
den unteren Friesen, 
aber der Löwe hat 

Zackenmähne. — Alles übrige bis auf die Innenseite des Henkels gefirnißt, auf Hals und Rotellen 
weiße Punktrosetten. — Auf Firnisband zwischen 1. und 2. Tierfries zwei weiße aufgemalte Reifen. 
Böhlau, Nekropolen, Fig. 48, S. 99, TexztS. 103. 

243. Taf. 8. (667. Cand.) J. 944. 

H. 0,315. U. 0,51. Wie 242, aber alle drei Tierfriese in Silhouetten ausgeführt, nur eine 
Gans im obersten Fries wie die beim vorigen Gefäß. 1. Hirsch gegen männliche flügellose 
Sphinx, Löwe gegen Steinbock und Panther. 2. Löwe und Hirsch gegen Reh 
und Gans. 3. Zwei männliche Sphingen gegen einen dritten und Gans, der erste mit 
ausgebreiteten Flügeln, der zweite mit aufgerolltem, der dritte mit einem ausgebreiteten Flügel. Die 
Gans in Kontur, nur Hals und Beine in Silhouette. Mündung und Außenseite des Henkels gefirnißt. 




Abb. 23. 



— 16 — 



246. Abb. 24. (G.) 

H. 0,315. U. 0,535. Ton gelb, Firnis schwarz. Ergänzt: Mündung, Rotellen fast ganz, Hals, unterste 
Partie des Schlauches und Fuß, sowie einzelne Partien des Schlauches. — Runder Henkel. Von 
Strahlen nur einige'Teine Spitzen erhalten. Vier Tierfriese durch einfache Firnislinien getrennt. 

I . Stier nach rechts zwischen Löwe und Panther. Panthervogel und Reh nach rechts 
zwischen zwei Löwen. 2. Zwei Hirsche nach links zwischen zwei Löwen. Sirene 




Abb. 24. Abb. 24. 



(Kopf fehlt) nach links mit aufgerollten Flügeln zwischen zwei Löwen (vom rechten nur die Beine 
erhalten). 3. Eber nach links zwischen zwei Panthern (dem rechten fehlen Kopf und Ober- 
teil). Zwei Löwen oder Panther gegeneinander (nur Hinterteile erhalten, Zwischenfigur fehlt 
ganz). 4. Zwei Sphingen mit aufgerollten Flügeln gegeneinander (von der linken nur die Beine 
erhalten) zwischen Löwe und Panther. — Von allen Figuren fehlen Teile, wenn aber das 
ganze Tier sicher zu bestimmen, ist das fehlende nicht besonders angeführt. — Feine Ritzung und 
aufgesetztes Rot. Die Zeichnung sehr fein. In allen Friesen Punktrosetten, deren einzelne Punkte 
durch sehr verdünnte Firnislinien verbunden sind. — Henkel gefirnißt. 
247. Taf. 8. (651. Cand.) J. 958. 

H. 0,34. U. 0,56. Ton dunkelgelb, Firnis braun; auf der Rückseite teilweise abgerieben. Zwei- 
facher runder Henkel. Unter Fuß Firnisringe, Fuß oben gefirnißt; darüber Strahlen, weiter zwei 
Tierfriese, jeder auf breitem Firnisband mit roten und weißen Reifchen. 1. Löwe und 
Stier, Löwe und Hirsch gegeneinander. 2. Zwischen zwei Sirenen (mit je einem aus- 
gebreiteten Flügel) ein Schwan nach rechts. Auf Flügelbug aller drei Figuren sowie auf den Ba- 
retten der Sirenen und der Backe des Schwans gelbe Tupfen. — In beiden Friesen feine Innenritzung 
und viel Rot; zur Füllung Rosetten, Punkte und Zwickel. — Plastisches rotes Halsband. Auf 
gefirnißtem Hals, Rotellen und zwischen den Rotellen gelbe Punktrosetten mit Speichen. Lippe 
gelb bemalt. Henkel gefirnißt. 
Micali, Storia, Taf. 74, 8. 

Schlauchamphora. 

249. Taf. 8. (649. Cand.) J. 946. r 

H. 0,385. U. 0,65. Ton grünlichgelb, Firnis bräunlich. Fuß oben gefirnißt; darüber niedrige Strahlen 
mit dünnen langen Spitzen. Vier Tierfriese je auf Firnisband mit roten und weißen Reifen. 1. Pan- 
ther nach rechts gegen Bock, Panther gegen Stier, Panther und Bock. 2. Löwe 
nach rechts gegen Eber, Panther und Bock; zwischen zwei hockenden Sphingen 
mit ausgebreitetem Flügel eine Sirene nach rechts, umblickend. 3. Adler umblickend (rote 
Tupfen am Hals) zwischen zwei hockenden Sphingen mit aufgerolltem Flügel; zwischen 
zwei Panthern und zwei Sphingen mit aufgerolltem Flügel eine S i r e 11 e nach 
rechts mit ausgebreiteten Flügeln. 4. (durch die Henkel geteilt): Sphinx mit aufgerolltem Flügel 
gegen Sirene mit aufgerolltem Flügel. Zwei Sphingen mit aufgerolltem Flügel gegen- 



Tafel 8 




unchener Vasensammlunt;. 



J. B. Obernetter, München. 



< 



einander, die rechte mit erhobener Tatze. — In allen Friesen reiche Füllornamentik, feine Ritzung 
und viel Rot. Am Hals beiderseits vertikale Stäbe, orangegelb und rot wechselnd, dazwischen schmale 
schwarze; auf Mündungsteller ebenfalls Stäbe, orangegelb, schwarz, rot wechselnd mit schmalen schwar- 
zen Zwischenstäben. Lippe gefirnißt mit gelben Punktrosetten. Henkel nur an den oberen Par- 
tien gefirnißt. 
Micali, Storia Taf. 74, 7. 

Salbfläschchen (sog. Lekythen). 

Weitbauchig mit großem Ringfuß und kleiner Mündung. 

250. Taf. 6. (2287.) Aus Cumae. 

H. 0,065. U. 0,205. Ton grünlich, Firnis braun, teilweise abgesprungen. Auf Körper Reifen, auf 
Schulter Dreiecke mit Parallelstrichfüllung, neben dem Henkel ein Feld mit M, auf Henkel Ver- 
tikalstriche, auf Hals und Mündung Reifen. 

251. Taf. 6. (2288.) Aus Cumae. 

H. 0,075. U. 0,21. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und braun. Breite und feine Reifen, Zacken- 
band, breiter Streifen mit durchkreuzten Rauten. Auf Schulter Zackenkragen, auf Hals »> Band, 
auf Mündung Reifen, auf Henkel Vertikalstriche. 

252. Taf. 6. (2289.) Aus Cumae. 

H. 0,0g. U. 0,23. Ton grünlich mit starkem hellem Überzug, Firnis bräunlich. Überzug und Firnis 
teilweise abgebröckelt; ein Stück Mündung fehlt. Reifen. Auf Schulter Band darauf dreimal: ver- 
tikales Flechtband, Zacken, Zackenstern. Auf Mündung Zackenstern, auf Hals | _ . 

253. Taf. 6. (A. 868.) 

H. 0,045. U- °> I 4- Ton kräftig gelb, Firnis rotbraun. Mündung ergänzt. Reifen, auf Schulter 
abwärts gerichtete Strahlen, dazwischen Rauten. Auf Henkel Vertikalstriche. 

Eiförmig mit kleinem Ringfuß und großer Mündung. 

254. Taf. 6. (791.) 

H. 0,065. U- °> I 35- Ton dunkelgelb, Firnis braunschwarz. Breite und feine Reifen, auf 
Schulter j Band, auf Mündung Reifen, auf Henkel Vertikalstriche. 

255. (787.) 

H. o,oy. U. 0,14. Ton grünlich, Firnis braun. Schlecht erhalten. Fuß gefirnißt, Fußstrahlen, 
breite Reifen, auf dem untersten aufgesetztes Rot, auf Mündung Reifen. 

256. (795.) 

H' 0,055. U- °> I2 5- Ton grünlich, Firnis rot. Verrieben. Breite und feine Reifen. 

257. Taf. 6. (762.) 

H. 0,085. U. o,i/5. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Breite und feine Reifen, auf Schulter 
zwei Hunde gegeneinander laufend, auf Mündung Reifen. 

258. (786.) 

H. 0,07. U. 0,13. Ton grünlich, Firnis braun. Fußstrahlen, Firnisreifen mit aufgesetzten roten 
Reifen. Mündung ergänzt. Auf Henkel Querstreifen. 

259. Taf. 6. (A. 869.) 

H. 0,06. U. 0,13. Ton grünlich, Firnis braunschwarz. Breite und feine Reifen, auf Schulter 
Hasenjagd (drei Tiere); auf Mündung Reifen. 

260. Taf. 6. (G.) 

H. 0,065. U. 0,13. Ton grünlich, Firnis mattbraun. Hintere Hälfte des Körpers fehlt. Reifen, 
dazwischen Hasenjagd, auf Schulter Punktrosetten, auf Mündung Strahlen in Ring, auf 
Henkel Querstriche. 
260a. Taf. 6. (St. 199.) Aus Syrakus. 

H. 0,08. U. 0,145. Ton grünlich, Firnis braun, teilweise abgerieben. Henkel und Stück der Mün- 
dung fehlen. Hohe Fußstrahlen, vier Reifchen, Punktband, sechs Reifchen, Punktrosette, sechs 



— 18 — 



Reifchen, Punktband, drei Reifchen, zwei nach rechts laufende Hunde, ^ als Füllung; auf 
Mündung drei Reifen, Punktband, zwei Reifen. 

261. (788.) 

H. 0,06. U. 0,125. Ton mattgelb und grünlich, Firnis braun. Fußstrahlen, zwischen Reifchen 
Hasenjagd nach links (drei Hunde), ein Wasservogel und Punktrosetten, auf Schulter 
Punktkreise, auf Mündung Stern in Kreisen, auf Henkel Querlinien. 
261a. (794.) 

H. 0,065. U- °j I2 5- Ton grünlichbraun, Firnis mattbraun. Wie 261, aber nur Hasenjagd. 

262. (793.) 

H. 0,06. U. 0,115. Ton grün, Firnis braun, fast ganz abgerieben. Strahlen, _J Band, Tier- 
fries: drei schreitende Hunde(?)mit erhobenem Kopf, dazwischen Punktrosetten. _J Band; auf 
Schulter Punktrosetten, auf Henkel Querstriche. 

263. Tat. 6. (A. 870.) 

H. 0,065. U. 0,115. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun bis schwarz. Henkel ergänzt. Strahlen, 
zwischen Reifen Hasenjagd nach rechts mit Punkten und Zacken als Füllung. Hakenspiralen 
auf Schulter, Stern in Kreisen auf Mündung. 

264. Taf. 6. (A. 872.) Aus Apulien. 

H. 0,08. U. 0,155. Ton grünlichgelb, Firnis matt-grauschwarz. Stücke von Mündung und 
Henkelansatz ergänzt. Unter Fuß Reifen, Fuß und anstoßende Partie gefirnißt. Ein Reifen, um 
Bauchmitte Band, darüber H asen j agd: d rei H u n d e, sehr schlank, nach rechts, dazwischen 
zwei Hakenspiralen. Auf Schulter Hakenspirale zwischen zwei Punktrosetten. Auf Mündung 
Punktband zwischen Reifen. Auf Henkel Firnislinien. 

265. (794.) 

H. 0,06. U. 0,12. Ton grün, Firnis schwarz. Henkel fehlt. Teilweise versintert. Wie 264, 
aber Hasenjagd nach links und ohne Füllornamente. 

266. Taf. 6. (1964.) 

H. 0,08. U. 0,16. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Strahlen, schwarzes Band mit aufgesetzten 
roten und orangegelben Reifen, Hasenjagd nach rechts (drei Hunde), wieder Band wie unten; 
auf Schulter zwei Hunde nach rechts; auf Mündung Stern in Kreisen. 

267. Taf. 6. (A. 871.) 

H. 0,105. U- °3 J 9- Ton dunkelgelb, Firnis mattschwarz und braun. Breite Reifen, schmale 
Reifen, roter Reif auf Firnisband, darüber Hasenjagd nach rechts (vier Hunde), ^ einmal; 
roter Reif auf Firnisband. Auf Schulter zwei Hunde nach rechts, ^ dazwischen. Auf 
Lippe Punkte, auf Mündung Firniskreise mit aufgesetzten roten Kreisen, auf Henkel Vertikal- 
zickzackband. 

268. Taf. 6. (740.) 

H. o,u. U. 0,215. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Fuß gefirnißt, unten Reif, über Fuß Blattstäbe 
rot, schwarz, orangegelb; dann orangegelber Reif, darüber Schuppen mit orangegelben und roten 
Tupfen, orangegelber Reif, Blattstäbe abwärts; auf Mündungsteller Blattstäbe, auf Henkel Quer- 
streifen, alles schwarz, orangegelb, rot. 

269. (741.) 

H. 0,105. U. 0,205. Wie 268. 

270. (739.) 

H. 0,105. U. 0,205. Wie 268. 

Fine von den dreien bei Lau, Taf. 111,2. 

271. (738.) 

//. 0,105. U. 0,205. Ton grünlich, Firnis braun, teilweise abgerieben. Fuß gefirnißt, darüber Stäbe 
ohne Ritzung, kleiner und schmaler als bei den vorigen Stücken; Firnisreif; Schuppen schwarz, rot 
und orangegelb wechselnd; Firnisreil, Stäbe abwärts wie unten; auf Lippe und Henkelsclunalseiten 
Tupfen, auf Henkelrücken Querstreifen, auf Mündung zwei Kreise mit Stäbchen. (Wo die Farben 
nicht näher angegeben, wegen des Erhaltungszustandes unsicher.) 



— 19 — 



272. (736.) 

H. 0,163. U- °< 2 75- Ton stumpfgelb, Firnis braun, fast ganz abgerieben, ebenso die Farbe. 
Bauch geplatzt. Wie 271, aber zwei Reifen zwischen Stäben und Schuppen, letztere nur rot und 
schwarz wechselnd; auf Mündung nur ein Stäbchenkreis. 



273. 




Abi). 25. 



Schlauchförmig mit Ösenhenkel. 

(701.) 

H. o,o~. U. 0,12. Ton grünlich, Firnis braun; fast ganz abgerieben. Unten kleine Vertiefung, 
darum aufrechte Stabrosette, darüber Firnisband, Schuppen aufrecht, Firnisband, hängende 
Stäbe; auf Lippe und Mündung Reifen. 

274. Abb. 25. (679.) 

H. 0,08. U. 0,12. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. 
Unten kleine Vertiefung, Stabrosette. Flügelfigur 
im Knielauf nach rechts, aufgerollte Flügel, Peplos. 
Flügel teilweise, Gesicht und Hals ganz rot. Was- 
servogel nach rechts, Punktkreise und Rosetten. 
Auf Hals und Mündung Stäbe, auf Lippe Punkte. 
Henkel gefirnißt mit tongrundigem Mittelstreif. 

275. Abb. 26. (965. Dodwell.) J. 203. 

H.0,08. ü.0,14. Ton dunkelgelb, Firnis braun. 
Mündung und Henkel fehlen. Stabrosette unten, 
zwei Adler mit erhobenem Flügel gegen- 
einander (auf Flügeln und Schwanz aufgesetztes 
Rot). Rosetten, Sterne und ^ als Füllung. Auf 
Hals hängende Stäbe. 

276. Taf. 9. (677.) 

H. 0,085. U- °> I 4- Ton mattgelb, Firnis stumpf- 
schwarz. Unten kleine Vertiefung, Stabrosette, 
Schwan mit ausgebreiteten Flügeln nach rechts 
(Rot und Schwarz auf Flügeln). Rosetten. Stäbe 
auf Hals und Mündung, Punkte auf Lippe. 
(675.) 

H. 0,08. U. 0,15. Ton mattgelb, Firnis braun. Wie 
276, aber ohne Vertiefung. Zwei Hähne gegeneinander. 
(678.) 

H. <>,(><). U. 0,14. Ton mattgelb, Firnis schwarz, fast ganz abgerieben. Schlecht erhalten. Stab- 
rosette. Zwei Löwen gegeneinander mit verschlungenen Schwänzen; Füllrosetten, auf Hals 
und Mündung schwarze und rote Stäbe. 
(674.) 

H. 0,085. U. 0,14. Ton grünlich, Firnis schwarz, viel abgerieben. Stabrosette, L ö w e hockend 
gegen Ente, Füllrosetten. Auf Hals und Mündung Stäbe, auf Lippe Tupfen. 
(676.) 

H. 0,085. U- °> I 45- Ton gelb, Firnis rotbraun. Stücke der Oberfläche abgesprengt. Kleine 
Vertiefung, Stabrosette. Panther gegen Wasservogel, Füllrosetten. Oben wie 279. 
(796.) 

H. 0,085. L» '• °> I 4- Ton dunkelgelb, Firnis schwarz, viel abgerieben. Mündung und Henkel fehlen. 
Löwe und Wasservogel nach rechts. Füllrosetten. Sonst wie 280. 
(A. 886.) 

H.0,07. U.0,13. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Kleine gefirnißte Vertiefung unten. Stab- 
rosette. Zwei hockende Sphingen gegeneinander mit aufgerollten Flügeln und Polos. 

3* 




277. 



278. 



279. 



280. 



281. 



282. Taf. 9. 
Abb. 27. 



Abb. 26. 



Ziemlich grobe Zeichnung. 



— 20 — 




Abb. 27. 




Dazwischen Schlange. Füllrosetten mit roten und Firnispunkten. Auf Hals fallende Stäbe 
rot und schwarz, auf Lippe Firnistupfen, auf Mündung rote und schwarze Stäbe, Henkel gefirnißt 
mit tongrundigem Vertikalstreif. 

283. Taf. 9. (A. 885.) 

Abb. 28. H. 0,08. U. 0,14. Ton dunkelgelb, Firnis grün- 
braun. Gefirnißte Vertiefung unten, darum Punkte. 
Zwei Hähne gegeneinander , dazwischen 
Schlange. Füllrosetten. Rote und schwarze 
Stäbe auf Hals und Mündung, Firnistupfen auf 
Lippe. Henkel gefirnißt. 

284. Taf. 9. (A. 884.) 
Abb. 29. H. 0,0g. U. 0,14. Ton dunkelgelb, Firnis schwarz- 
braun. Bemalung wie bei 283, aber nur Firnis- 
stäbe. Zwei männliche Sirenen mit auf- 
gerollten Flügeln gegeneinander, dazwischen auf 
Thron sitzende Figur mit langem roten 
Gewand. Rückwärts Wasservogel nach 
rechts. Füllrosetten. 

285. (669. Cand.) J. 950. 
H. 0.175. U. 0,31. Ton grünlich, Firnis schwarz- 
braun, teilweise abgerieben. Mündung größten- 
teils ergänzt. Unten flache Vertiefung. Stabrosette, 
zwei Reifen. Zwei hockende Löwen mit 
aufgerissenem Rachen gegeneinander, dazwischen 
Wasservogel nach rechts, Füllrosetten. Zwei 
Reifen; auf Hals fallende Stäbe, auf Mündung 
Stäbe, auf Lippe Tupfen, Henkel gefirnißt. 

286. (670. Cand.) J. 951. 

H. 0,255. U. 0,26. Ton grünlich, Firnis schwarzbraun, fast ganz abgerieben. Kleine Ver- 
tiefung unten, Stabrosette. Zwei Hähne gegeneinander, dazwischen doppelte Lotospalmette. 
Zwischen den Hahnenschwänzen unten: Eule (Kopf von vorn), oben: nach rechts fliegen- 
der Vogel und nach links springendes Häschen 
mit umgewandtem Kopf. Füllrosetten. Oben wie 285. 

287. (G.) 
H. 0,1g. U. 0,31. Ton dunkelgelb, Firnis schwarz- 
braun, mehrfach abgerieben. Die untere Partie des 
Schlauches fehlt. Zwei Hähne gegeneinander; 
rückwärts ein Wasservogel mit geschlossenen 
Flügeln. Füllrosetten. Ein Firnisreif über Bild. Oben 
wie 285. 
(G.) 

H. 0,18. U. 0,315. Ton hellgelb, Firnis schwarz- 
braun und rotbraun, teilweise abgesprungen. Die untere Partie fehlt. Vierteiliges Lo tospal - 
m et ten kreuz. Rückwärts Wasservogel nach rechts. Füllrosetten. Oben wie 285. 
10. (667. Cand.) J. 945. 

H. 0,22. U. 0,35. Ton braungelb, Firnis schwarzbraun und rotbraun. Wie 285, aber drei Tierfriese. 

I. Z w e i Panther gegeneinander, Bock nach rechts; 2. Bock nach rechts zwischen z w e i 
Panthern; 3. Zwei Panther gegeneinander. Füllrosetten und Tupfen. 

290. (G.) 

//. 0,27. U. 0,44. Ton grünlich, Firnis braungrün, viel abgerieben. Teil der Mündung und 
großes Stück der Mittelpartie des Schlauches fehlen. Unten kleine Vertiefung. Kein e Stab- 



Abb. 28.*) 




288. 



289. Taf. 



Abb. 29. 



*) Aufgerollte! Uild Die tatsächliche Stellung der Köpfe Zueinander zeigt die UmriOmchnuiin Unk« oben. 



Tafel 9 




323 





Munchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



- 21 — 



rosette; Standfläche tongrundig. Drei Bildfriese durch je ein Firnisband getrennt. 1. Stier? mit 
Menschenvorderbeinen und Mannskopf nach rechts, zwei Männer gegeneinander mit erhobenen 
gekrümmten Armen wie Faustkämpfer, dazwischen ein kleiner Mann nach rechts, Pferd 
nach rechts mit ganz kleinem Reiter, der Schild trägt. Ein schreitender und e i n 
laufender Krieger mit Rundschild. Wieder Faustkämpfergruppe mit dem 
Kleinen dazwischen, wieder zwei Krieger wie vorige. 2. Zwei Krieger wie unten 
(vom ersten nur die Beine erhalten), Faustkämpfergruppe wie unten; schreitende 
Krieger nach rechts und noch ein Oberteil eines Mannes, dann Lücke. 3. Reiter nach 
rechts wie unten, laufender Krieger mit Rundschild. Faustkämpfergruppe ohne 
Zwischenfigur (Unterpartie des rechten fehlt), zwei Kriegeroberteile, vom rechten auch 
Stücke des Rundschildes und gekrümmtes Bein erhalten. Reichste Füllung mit Rosetten. Aufge- 
setztes Weiß und Rot. Roheste Zeichnung. Am Hals fallende Stäbe, auf Lippe rote und weiße 
Stäbe, desgleichen auf Mündung. Henkel gefirnißt, mit zwei Durchbohrungen. 
290a. (A. 879.) 

H. o,ig. U. 0,305. Ton rötlichgelb, glimmerig, Firnis rot. Mündung fehlt halb. Unten leichte 
Vertiefung, darum Stabrosette. Darüber Reifen und Stäbchenbänder. Palmettenlotoskreuz von 
Knospen mit Palmettenfüllung und geöffneten Palmettenfächern, verschlungene Stiele. Hinten 
drei Füllrosetten, ebenso zwischen den Stielen usw. Darüber Reifchen und Stäbchenbänder, auf 
Hals fallende Stäbe. Henkel gefirnißt. Auf Lippe /\/\/\, auf Mündungsteller Stäbe. 
291. Taf. 9. (A. 877.) 

H. 0,22. U. 0,34. Ton leuchtend gelb, Firnis rotbraun bis schwarzbraun. Standfläche leicht kon- 
kav mit Firnisringen. Zu unterst am Körper breites Band und zwei Reifen. Ein Palmetten- 
lotoskreuz wie bei 290a, dessen Zwickel mit je einem Blatt gefüllt sind, legt sich fast 
um den ganzen Körper; der freie Raum rückwärts ist von Rosetten ausgefüllt. In Flecken und 
Tupfen aufgesetztes Rot und Ritzung. Am Hals zwischen je zwei Reifen Doppelpunktband, Stäbe 
darüber, auf Lippe Punkte, auf Mündung Reifen, Henkel gefirnißt. — Sog. böotisch-korinthisch. 
291a. Taf. 9. (A. 893.) 

H. o,iy. U. 0,275. Ton rosagelb, Firnis grauschwarz. Gefirniste Vertiefung unten. Stabrosette. 
Reifen mit Doppelstäbchenband dazwischen. Bildfries: Sirene mit aufgerollten Flügeln 
gegen Schwan. Füllrosetten. Ritzung, kein Rot. Darüber wieder Reifen mit Doppelstäbchen- 
band dazwischen. Auf Hals Stäbe, auf Lippe schräge Striche, auf Mündung tongrundige Ro- 
sette. Henkel gefirnißt. — Sog. böotisch-korinthisch. 
291b. Taf. 9. (2241.) Aus Böotien. 

Abb. 30. H. 0,18. U. 0,315. Ton braungelb, Firnis schwarz, teilweise metallisch glänzend. Wie 291a. 

Bildfries: Bärtige Sirene mit ausgebreiteten Flügeln nach links. Hockender Löwe 
nach links, mit umgewandtem Kopf. Füllrosetten. Kein Rot. [Lippe mit gekreuzten Linien, 
auf Mündung gewöhnliche Stäbe. — Sog. böotisch-korinthisch. 




Abb. 30. 



— 22 — 



292.Abb.31.(734.) 

H. 0,065. 



Kugelary ballen. 



293. 



294. 



U. 0,1g. Ton rötlich, Firnis stumpfschwarz. Ganz gefirnißt. Unter Schulter rotes Band 
beiderseits von je zwei weißen Reifchen begrenzt. Mündungsteller rot bemalt; tongrundiger Rand 
um das Ausgußloch. 
(821). 

H. 0,065. U- °> 2 - Wie 292, zwischen den weißen Reifchen aber noch 
weiße Tupfenbänder. 
(714.) 

H. 0,08. U. 0,245. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun bis mattschwarz. 
Unten leichte gefirnißte Vertiefung. Der Körper durch Ritzung in schwarze, 
rote, schwarze und gelbweiße Vertikalstreifen geteilt. Auf Mündungsteller 
schwarze, rote, schwarze und gelbweiße Stäbe. Lippenrand tongrundig, 
alles übrige gefirnißt. 




Abb. 31. 



295. Abb. 32. 




Abb. 32. 



H. 0,06. U. 0,225. Ton grünlich, Firnis mattgrau. Kleines Stück an 
der Mündung ergänzt. Leichte gefirnißte Vertiefung unten, Boden 
gefirnißt. Streifeneinteilung wie bei 294, aber schwarz, rot, schwarz, 
schwarz mit gelbweißem Zickzack. Auf Mündungsteller Stäbe, schwarz, 
rot, schwarz mit gelbweißem Zickzack. Das übrige gefirnißt. 

296. Taf. 9. (726.) 

H. 0,05. U. o,iy. Ton dunkelgelb, Firnis schwarzbraun. Unten Stab- 
rosette ; vorn Doppelpalmette mit Ritzung und Rot ; hinten zwei 
konzentrische gedrückte Ringe, beiderseits davon je zwei Füllrosetten; 
auf Schulter Stäbe, auf Lippe Tupfen, auf Mündung Stäbe, auf Henkel 
vier Querstreifen zwischen zwei Vertikalstreifen. 

297. Taf. 9. (2133.) Aus Korinth. 

H. 0,065. U- 0,20. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und schwarzbraun. Wie 296, aber unten 
leichte Vertiefung, vorn Palmetten kreuz mit Ritzung und Rot, darum und dazwischen 
Füllrosetten, rückwärts Wasservogel nach links. 

298. Taf. 9. 

H. 0,06. U. 0,185. Ton braungelb, Firnis rotbraun und schwarzbraun. Unten Rad mit fünf ge- 
bogenen Speichen, vorn Vierflügelrad mit Rosette im Zentrum; Ritzung, Weiß und Rot. 
Auf Schulter Stab, auf Lippe Tupfen, auf Mündung Stäbe (ganz verrieben), auf Henkel zwei Ver- 
tikalstreifen. 
298a. Taf. 9. (1972.) 

H.0,06. U. 0,21. Ton grünlich, Firnis glänzend braun. Umgekrempte Lippe. Knospenro- 
sette, darüber Tupfen; rückwärts einfaches Kreuz. Auf Lippe Firnisreif, auf Mündung mehrere 
Firnisreifen verschiedener Breite. 

299. Taf. 9. (716.) 

H. 0,06. U. o,ig5. Ton mattgelb, Firnis braun. Unten kleine Vertiefung, darum Stabrosette. 
Schwan mit ausgebreiteten Flügeln nach rechts. Füllornamente. Ritzung und Rot. Stab auf 
Schulter, Tupfen auf Lippe, Stab auf Mündung, f auf Henkel. 

300. Taf. 9. (727.) 

H.0,06. U. o,ig. Ton stumpfgelb, Firnis mattschwarz. Unten nur drei Stäbe. Schwan nach 
links mit ausgebreiteten Flügeln. Ritzung und Rot; rückwärts vier Füllrosetten; auf Schulter und 
Mündung Stäbe, auf Lippe Tupfen, auf Henkel zwischen zwei Vertikalstreifen drei Querstreifen. 

301. (723.) 

//. 0,06. U. o,kj5. Ton stumpfgelb, Firnis mattschwarz; fast ganz abgerieben. Wie 300. 

302. (725.) 

//. 0,075. U. 0,23. Ton grünlich, Firnis schwarzbraun, fast ganz abgerieben. Unten kleine Ver- 
tiefung, darum Stabrosette. Wie 300, Vogel aber mit umgewandtem, verzerrtem Kopf. 



— 23 — 



303. (1969. Dodwell.) J. 206. 

H. o,oy. U. 0,225. Ton braungelb, Firnis stumpfschwarz. Geflickt und teilweise überschmiert. 
Unten aus Firnisscheibe ausgesparte Rosette. Sirene nach links mit ausgebreiteten Flügeln. 
Füllornamente. Ritzung und Rot (fast ganz verschwunden). Auf Lippe Stäbe, auf Mündung zwei 
Reifen, auf Henkel Querstreifen. 
303a. (1970. Dodwell.) J. 213. 

H. 0,06. U. o,ig=). Ton braungelb, Firnis mattschwarz. Teil des Mündungstellers fehlt. Unten zwei- 
mal drei Reifchen. Sirene nach rechts mit umgewandtem Kopf und ausgebreiteten Flügeln. Ritzung 
und Rot. Auf Schulter zwei Reifen und Stäbe. Mündung leicht gefirnißt. Querband auf Henkel. 

304. Abb. 33. (1971. Dodwell.) J. 212. 

H. 0,05. U. 0,175. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und braun. Mündung etwas geflickt. Unten 
Reifen verschiedener Breite. Nach links weidendes 
männliches Tier mit großen Ohren und kurzem 
Schwanz. Rot und Ritzung. Füllrosetten. Auf 
Schulter Tupfen, auf Lippe und Mündung Reifen, 
auf Henkel zwei Vertikalstreifen. 

305. Abb. 34. (731.) 

H. 0,055. U. 0,185. Ton braungelb, Firnis schwarz. 
Unten Vertiefung, feine dichte Stabrosette, Band 
mit 1 _ _ . Bildfries: Palmettenlotos- 
kreuz zwischen zwei hockenden Sphingen mit 
aufgerollten Flügeln und Polos und zwei Löwen 

mit aufgesperrtem Rachen; rückwärts z w e i H ä h n e gegeneinander; Füllrosetten. Ritzung und 

Rot. Darüber j Band, auf Schulter fallende Stäbe rot und schwarz; auf Lippe Band, auf 

Mündung Stäbchen, auf Henkel vertikaler Mäander. 




Abb. 33. 




306. (730.) 

H. 0,055. U- 0,18. Ton grünlich, Firnis schwarz, fast ganz abgesprungen. Oberfläche hat mehr- 
fach ausgesprungene Stückchen. Unten leichte Vertiefung; Stabrosette, Reifen. Bildfries: 
vier bärtige Tänzer in rotem Chiton mit umgewandtem Kopf, gebeugten Knien und vor- 
gestreckten Armen. Reifchen, auf Schulter Stäbe, auf Lippe Tupfen, auf Mündung Stäbe. 
Farbe und Firnis der Zeichnung schlecht erhalten. 

307. Abb. 35. (1841.) J. 930. 

H. 0,07. U. 0,22. Ton grünlich, Firnis schwarz, fast ganz abgerieben. Unten Vertiefung mit Warze, 
schöne Rosette. Wellenband zwischen zwei Reifen. Bildfries: zwei Reiter gegeneinander, 




Abb. 35. 



— 24 — 



dazwischen Tänzer mit herausgestrecktem Hintern und gebeugten Knien. Hinten zwei 
Hähne gegeneinander, dazwischen doppelte Lotospalmette. Füllornamente. Ritzung und Rot. 
Wellenband zwischen zwei Reifen, Stäbe, rot und schwarz auf Schulter. _J — auf Lippe, Stäbe rot 
und schwarz auf Mündung, Querlinien auf Henkel. — Lau, Taf. IV, 2. 

308. Taf. 9. (711. Cand.) J. 927. 

H. 0,085. U. 0,275. Ton braungelb, Firnis braun. Vertiefung unten, konzentrische Ringe, Stäb- 
chen, Reifen. B i 1 d f r i e s: elf nach rechts schreitende Krieger mit Rundschild (innen 
rot, weiß getupfter Rand), Helm und geschulterter Lanze. Der ganze Grund gleichmäßig mit Firnis- 
punkten gefüllt. Darüber vier Streifen mit Punkten. Auf Schulter Stab, auf Lippe Punkte, auf 
Mündung Reifen, dazwischen Stab, auf Henkel Querstreifen. 

309. (715.) 

H. 0,075. U. 0,25. Ton matt braungelb, Firnis braun; vielfach abgerieben. Gefirnißte Vertiefung. 

Reifen verschiedener Breite, j j j Band, zwei Punktbänder. Bildfries: Wie bei 308, 

aber nur neun Krieger. Darüber zwei Punktbänder; Stäbe auf Schulter, [_ j auf 

Lippe, sonst wie 308. 

310. (1612.) 

H- °>°55 ohne Mündung. U. 0,205. Ton braungelb, Firnis rotbraun. Mündung und Henkel fehlen; 
auch sonst schlecht erhalten. Reifen. Bildfries: acht Krieger nach rechts wie vorige, 
aber roher. Punktbänder; Stab auf Schulter. 

311. (Antiquarium II, 1073.) Aus Kandia. 

H. 0,06. U. 0,20. Ton matt dunkelgelb, Firnis rotbraun bis schwarzbraun. Etwas geflickt. Ringe 
verschiedener Breite. Bildfries (nur die vordere Hälfte deckend): vier Krieger nach 
links mit Rundschild (Mitte rot, Rand mit weißen Tupfen), Helm und geschulterter Lanze. Zwei 
Reifen, Stab auf Schulter, Punkte auf Lippe, Reifen verschiedener Breite auf Mündung, Quer- 
streifen auf Henkel. 

312. (A. 883.) 

H. 0,06. U. 0,18. Ton gelb, Firnis braun. Unten Vertiefung und Firnisreifen. Fünf Krieger 
nach rechts ganz flüchtig, Rundschilde rot gefüllt. Keine Lanzen. Darüber Reifen, auf Hals Stab. 
Auf Lippe Tupfen, auf Mündung Reifen, auf Henkelrücken Querstreifen. 

313. (722.) 

H. 0,07. U. 0,205. Ton grünlich, Firnis ganz abgerieben. Vertiefung, Reifen. Schlecht erhaltene 
Bemalung. Bildfries: Sechs Krieger nach links mit Helm, großem Rundschild (Ver- 
tikalstreif durch die Mitte) und geschulterter Lanze. Die Schilde reichen bis auf die Füße. Füll- 
rosetten, eine große unter dem Henkel. Auf Schulter Stäbe, Punkte auf Lippe, Reifen auf Mün- 
dung, Querstreifen auf Henkel. 

314. (717.) 

H. 0,065. U. 0,21. Ton grünlich, Firnis schwarz; vielfach abgesprungen. Gefirnißte Vertiefung; 
darum Stabrosette, Reifen. Bildfries: acht nach links schreitende Krieger mit herab- 
gezogenem Helm, geschulterter Lanze und Rundschild (schwarzer Rand, rote Füllung, breites 
Vertikalband durch Mitte mit Zickzack, Wellen oder weißen Tupfen. — Füllpunkte. Auf Schulter 
Stab, auf Lippe »», auf Mündung Stab zwischen Reifen. 

315. (718.) 

H. 0,065. U- °' 21 - T° n braungelb matt, Firnis braun, viel abgerieben. Vertiefung, Reifen. B i 1 d - 
f r i e s nur auf vorderer Hälfte: vierKrieger nach rechts. Schilde innen rot. Ganz roh. Stäbe 
auf Schulter; Tupfen auf Lippe, Reifen auf Mündung. 



Kugelaryballen mit Ringfuß. 



318. Tat. 10. (1968. Dodwell.) J. 205. Aus Korinth. 

H. 0,105. U. 0,345. Ton gelb, Firnis rotbraun bis braun; teilweise abgeschabt. Unter Fuß Ringe, 
Fuß oben gefirnißt, zwei Reifen darüber. Bildfries: Großes P a 1 m ettenlotOS k r e 11 z 



— 25 — 



zwischen zwei Wasservögeln. Ritzung und aufgesetztes Rot (fast ganz verschwunden). 
Einige Füllrosetten. Darüber zwei Reifen, auf Schulter Stäbe, auf Lippe Punkte, auf Mündung 
Reifen, auf Henkel vertikales Zickzackband. 

319. Taf. 10. (708. Cand.) J. 154. 

H. 0,145. U. 0,455. Ton braungelb, Firnis grünschwarz. Wie 318, aber B i 1 d f r i e s: S i r e n e 
nach links mit ausgebreiteten Flügeln (Gesicht und Hals rot, ebenso Flügelbänder und einzelne 
Federn) zwischen zwei hockenden Panthern. Feine Ritzung und aufgesetztes Rot. 

320. Taf. 9. (A. 880.) 

H. 0,135. U. 0,40. Ton lebhaft gelb, Firnis rotbraun bis schwarzbraun. Wie 318, aber Bild- 
fries: Kriegerbüste mit herabgezogenem Helm (rot der äußere Bügelteil, rot getupft der 
Helm selbst) zwischen zwei Panthern. Flüchtige Ritzung. Zwischen den zwei Bändern 
über dem Bild ein Doppelpunktband. — Sog. böotisch-korinthisch. 

321. Taf. 9. (A. 882.) 

H.0,14. U. 0,405. Ton hellgelb, Firnis rotbraun bis braun. Wie 318, aber Bildfries: Si- 
rene nach rechts mit ausgebreiteten Flügeln gegen Wasservogel. Einige Füllrosetten. 
Ritzung und aufgesetztes Rot. — Sog. böotisch-korinthisch. 

322. Taf. 9. (A. 881.) 

H. o,og5. U. 0,315. Ton lebhaft gelb, Firnis rot bis braun. Wie 318, aber B i 1 d f r i e s: Zwischen 
zwei Sirenen ein nach links schreitender Mann mit umgewandtem Kopf und ein 
nach links laufender Mann. Zwischen beiden Doppelpalmette. Ritzung und aufgesetztes 
Rot. — Sog. böotisch-korinthisch. 

323. Taf. 9. (A. 889.) 

H. 0,15. U. o,4Q5. Ton blaßgelb, Firnis braun bis schwarz. Teil der Mündung ergänzt. Fuß 
ohne Schmuck; Bildfries: drei nach rechts umlaufende Flügelpferde mit Zäu- 
mung (je ein Flügel sichtbar und zwar aufgerollt). Ritzung und aufgesetztes Rot. Stab auf 
Schulter und Mündung, auf Henkel vertikales Zickzackband. 



Alabastra. 

324. Taf. 10. (Antiquarium 267). 

H.0,26. U.0,15. Ton grünlich, Firnis mattbraun. Mündung etwas beschädigt. Schlauch- 
förmig. Unten Reifen und Stäbe, drei Bildfriese je durch zwei Firnisbänder getrennt: 1. zwei 
Wasservögel nach rechts; 2. Schwan gegen Löwe; 3. Sirene mit ausgebreiteten Flügeln 
nach links (fast umlaufend), zwischen ihren Flügelrändern aufrecht eine Eidechse von oben 
gesehen. Viel Füllornamente. Flüchtige Ritzung, aufgesetztes Rot. Stäbe und Reifen am Hals, 
Stäbe auf Mündung. 

324a.Taf.12. (2163.) Aus Theben. 

H. 0,085. Dicke 0,025. Ton dunkelgelb, Firnis schwarzbraun, matt. — Ringförmig. Beider- 
seits (von innen heraus) schwarzer Reif; je zwei rote Bänder mit weißen Punktrosetten, da- 
zwischen A) ein Firnisgrätenband, B) Zackenband. Außen je zwei schwarze Reifen. Lippe 
gefirnißt, auf Mündung wechselnd rote und schwarze Striche. Auf Henkel Querstreifen (nur 
unterer Ansatz des Henkels vorhanden). Auf der dem Henkel gegenüberliegenden Seite eine auf- 
gemalte Tragschlinge. — Sog. böotisch-korinthisch. Vgl. ähnliches Stück in Kassel, Arch. An- 
zeiger 1898, S. 191. 

324b. Taf. 12. (888.) 

H. 0,085. U. 0,255. Blaßgelber Ton; grünlichschwarzer Firnis. Oberfläche teilweise etwas abge- 
sprungen und überschmiert. Granatapfel. Der Blütenrest eingekerbt und rot bemalt. Die 
untere größere Partie des Apfels unverziert; die obere ornamentiert: Umlaufendes Tupfenband, 
Mäanderband eingeritzt in Firnis, desgleichen lange fallende Stäbe mit Zwickeln, die Stäbe wech- 
selnd schwarz und dunkelrot. Auf dem Halswulst Kranz von hängenden Spitzblättchen, wech- 
selnd rot und schwarz mit geritzten Konturen. Am Mündungsrand geritzte Zacken, auf Mündungs- 
teller Kranz von Spitzblättchen wie am Hals. — Vgl. Böhlau, Nekropolen, Taf. 2, 2. 



— 26 — 



324c. Abb.36. (2240.) Aus Griechenland. 

H.0,05. L.0,06. Ton grünlich, Firnis braun. Vorgeneigt sitzende Eule mit 
nach rechts gewandtem Kopf und anliegenden Flügeln. An Stelle der Füße 
eine kleine Standplatte. Dicht darüber querlaufend ein Loch zum Durch- 
ziehen einer Schnur. Im Körper hinter der Standplatte ein größeres, im 
Nacken ein kleineres Loch zum Einfüllen. Die Flügel sind ganz leicht 
plastisch hervorgehoben, die großen Augen leicht eingetieft; der Schnabel 
nur wenig hervortretend. Die Augen schwarz mit tongrundigem Ring innen. 
Fast der ganze Körper ist mit getupften Federn bedeckt, die Flügel zeigen 
nicht getupfte Schwungfedern verschiedener Länge. Besonders verziert ist 
das Hinterteil. Zwischen Netz- und Zackenstreifen ist ein kleines Quer- 
bildchen in Silhouette eingeschoben: Ein Jäger mit Speer verfolgt ein 
vierfüßigesTier. Im Grund Punktrosetten. Unten auf der Stand- 
platte ebenfalls ein Bildchen: ein vierfüßiges Tier in Silhouette, 
darüber zwei Stabfriese. — Protokorinthisch. — Vgl. Bull. Corr 




Abb. 36. 



Hell. 1908, S. 529. 



Pyxiden. 

Kugelförmige Pyxiden. 

325. Taf. 10. (1654.) 

H. 0,085 m it Deckel 0,105. U. 0,40. Ton stumpfgrünlich, Firnis graubraun. Unter Fuß Reifen, 
Fuß oben gefirnißt. Auf der unteren Körperpartie Firnisreifen. Fries mit wechselnd aufwärts 
und abwärts gerichteten Lotospal- 
metten (aufgesetztes Rot), die durch 
Stiele verbunden sind. Punktfüllung. 
Darüber Firnisreifen; Lippe gefirnißt, 
auf Mündung Reifen. Auf Deckel 
Band mit Lotospalmetten wie unten, 
darüber Stäbe, auf Knopf Reifen. 

326. Taf. 10. (1974. Dodwell.) J. 207. Aus Korinth. 

H. 0,10, mit Deckel 0,125. U. 0,455. 
Ton gelb, Firnis braun. Deckel von 
grünlichem Ton mit stark abgerie- 
benem Firnis. Unten Reifen. Bild- 
fries: Hirsch nach links zwischen 
zwei Panthern; Panther 
gegen Hirsch. Punkt- und Ro- 
settenfüllung. Feine Ritzung und Rot. 
Darüber Doppelpunktband zwischen 
je zwei Reifen. Auf Lippe und Mün- 
dung Reifen. Auf Deckel Bild- 
fries: ein Hirsch zwischen zwei 
Panthern; Füllrosetten. Drei 
Reifen darüber. Auf Knopf Band 
und Reif. 

327. Tal. 10. (1975. Dod wel I vase.) J. 211. Aus 

Korinth. 

Abb. 37. H. 0,115, mit Deckel 0,14. U. 0,51. Ton braungelb, Firnis braun. Etwa ein Drittel des Gefäßes 
fehlt. Fuß oben gefirnißt; darüber feine Strahlen, dann breites Firnisband, darauf unten rotes 
und weißes, oben weißes und rotes Band. Zwei Tierfriese, dazwischen Reifchen mit Doppel- 
stäbchenband: 1. Panther gegen Hirsch? ohne Geweih. Panther gegen Bock. Löwe nach 
rechts, hockende Sphinx nach rechts (Kopf fehlt), dann große Lücke. 2. Panther gegen 




Abb, 37. 



Tafel 10 




— 27 — 



Bock. Panther gegen Stier, dazwischen stehender Vogel mit umgewandtem Kopf. 
Zwischen zwei Löwen Hirsch nach links (nur Geweih erhalten) und umgewandter Vogelkopf. 
Stier nach links. Drei Reifchen darüber. Lippe und Mündung gefirnißt. Deckel: Lippe rot; 
auf Oberfläche roter Ring. Bildfries: Eberjagd. Thersandros (in kurzem Chiton) mit ganz 
kurzem Speer den Eber abfangend. Unter dem Eber gefallen Philon mit Speer. Der Eber im 
Rücken von kleinem, im Hinterteil von großem Speer durchbohrt, im rechten Hinterschenkel 
von drei Pfeilen gespickt. Wasservogel. Bogenschütze Lakon mit hochbüg- 
ligem, attischem Helm; in Knielaufstellung. Andrytas mit Rundschild und hochgeschwun- 
genem Speer. Großer Vogel mit umgewandtem Kopf. S a k i s (in gegürtetem Peplos, mit Zopf), 
anscheinend auf der vorgestreckten Hand ein Zackenrädchen tragend (wohl ein Füllornament), 
Der kleine nackte Dorimachos schreitend mit umgewandtem Oberkörper. Ihn faßt Alka (in un- 
gegürtetem Peplos mit Zopf) an der Stirn. Agamemnon mit Kerykeion (in tongrundigem 
Chiton und rotem Mantel). Zwei hockende Sphingen mit aufgebogenen Flügeln gegeneinander, 
dazwischen ein Vogel mit umgewandtem Kopf. Verschiedene zum Teil ungewöhnliche Füll- 
ornamente. Zwei Reifen und Strahlen. Auf Knopf Reifen, Doppel- 
punktband, tongrundiges Stabornament; rotes Zentrum. — Ältere Li- 
teratur bei Jahn. — Lau, Taf. III, 1 und IV, 1. — Baumeister, Denk- 
mäler III, Taf. 88. — Brunn, Griech. Kunstgeschichte S. 148. — Wilisch, 
Die altkorinthische Tonindustrie Taf. 4 u. 5. — Kretschmer, Die 
Griech. Vaseninschriften S. 26, 42. 

328. Abb. 38. (A. 878.) 

H. 0,125. U. 0,535. Ton grünlichbraun, Firnis braun. Oberfläche 
teilweise abgerieben. Deckel fehlt. In der Bodenmitte kleines nach 
dem Brand gebohrtes Loch, wohl antik. Unter Fuß Reifen. Fuß oben Abb. 38. 

rot. Darüber Strahlen, dann Reifen verschiedener Breite. Um die 

Bauchmitte Band von Doppelpalmetten mit verschlungenen Stielen (Blätter und Stiele wech- 
selnd rot und schwarz). Ritzung. Darüber Reifen schwarz und rot, dazwischen Stäbchen- 
reifen. Auf Schulter Stabband und roter Reif. Mündung mit Firnisreifen. 

Mit konkaver Wand und Wellenbandhenkeln. 

329. Taf. 10. (801. Cand.) J. 961. 

H. 0,10. D. 0,16. Ton braungelb, Firnis rotbraun bis schwarzbraun; teilweise abgerieben. Deckel 
fehlt. Unten niedrige Strahlen, Reifen, Band mit roten Reifen darauf. Bildfries: Eber zwi- 
schen Panther und Löwe, Panther gegen Bock. Fülltupfen mit geritztem Ring in der 
Mitte. Firnisband mit zwei roten Reifen. Zickzack. Innen gefirnißt, von einigen tongrundigen 
Streifen unterbrochen. Auf Henkel Firnisstreifen. 

330. Taf. 10. (955. Cand.) J. 959. 

H. 0,065. D- 0,10. Ton braungelb, Firnis braun, teilweise abgerieben. Deckel fehlt. Niedrige 
Strahlen, zwei Reifen; Bildfries: Panther gegen Eber, Löwe gegen Widder. Füll- 
ornamente. Drei Reifen. Innen gefirnißt, Firnis jetzt ganz abgesprungen. 

331. (802.) 

Nur Deckel. H. 0,055. D. 0,1. Ton grünlich, Firnis schwarzbraun, fast ganz abgesprungen. 
Zwischen je zwei Reifen Bildfries: Hase nach rechts zwischen zwei kauernden Löwen, 
Sirene nach rechts. Füllornamente. Um Knopfansatz Tupfenkranz. Auf Knopf Reifen. 

332. (975.) 

Nur Deckel. H. 0,06. D. 0,13. Ton gelb, Firnis braun. Doppelpunktband zwischen zwei roten 
Reifen. Bildfries: Löwe gegen Bock, Panther gegen Bock. Punktrosetten. Zwei 
rote Reifen. Tupfenkranz. Reifen auf Knopf. 

334. Taf. 12. (St. 153.) Dreifußpyxis. 

H- °>°75, mit Deckel 0,12. D. 0,1. Ton braungelb, Firnis mattschwarz. An den Füßen ein schwarzer 
und ein roter Streif; an der Pyxis Zickzackband zwischen Punktreihen. Darüber ein roter und 

4* 




— 28 — 



ein schwarzer Reif, ein schwarzes, ein rotes, ein schwarzes Band. Lippe rot, innen oben ein 

schwarzer Reif, auf dem Grund zwei. Deckel: am Rand Tupfen, dann ein rotes und ein 

schwarzes Band, dann rote und schwarze gewellte Zacken gegeneinander. Rote und schwarze 
Reifen darüber und auf Knopf. — Spätkorinthisch. 

Schachtelpyxiden mit übergreifendem Deckel. 

335. Taf. 12. (2132.) Aus Korinth. 

H. 0,04. D. 0,0g. Ton gelb und rötlichgelb, Firnis schwarz und braun. Unter dem Boden Firnis- 
reifen verschiedener Dicke. Standring geriefelt und rot bemalt, oben auf Standring schwarzer Reif. 
Auf oberem Rand der Schachtel schwarze und rote Reifen, innen auf Grundfläche schwarze Reifen 
verschiedener Dicke. Innen im Deckel schwarze und rote Reifen. Der untere und der obere Deckel- 
rand geriefelt und rot bemalt. Dazwischen vier und drei Zickzack zwischen je drei Vertikalstrichen 
und Punktrosetten. Oben auf dem Deckel schwarze und rote Reifen, dazwischen gleiches Muster 
wie unten: drei Zickzack zwischen je drei Vertikalen und Punktrosetten. — Spätkorinthisch. 

336. Taf. 12. (2131.) Aus Korinth. 

H. 0,0g. D. 0,13. Ton gelb, Firnis graubraun. Boden geborsten (beim Brand). Unten auf Stand- 
platte schwarze und rote Reifen und Bänder dicht beisammen. Standplatte oben rot. An der 
Schachtel außen unten und oben je zwei schwarze Reifen. Lippe rot; innen oben schwarzer Reif, 
Dekoration auf Boden wie außen auf Standplatte. Deckel außen: von unten nach oben: rotes 
Band, schwarzes Band; zwischen zwei schwarzen Reifen breites Band mit geometrischem Muster: 
Einfacher Mäander mit Tupfen, Strichen und Kreuzen gefüllt. Darüber schwarzes Band und Reif. 
Oben: Leicht geriefelter roter Rand; zwischen je zwei Firnislinien Strich- und Punktband, zwei 
rote plastische Reifen, dann Punktband und Reifen, großes Tupfenband und Punktband zwischen 
je einem Reif. Plastischer roter Reif und plastischer roter Mittelpunkt. — Spätkorinthisch. 
336a. (A. 891.) 

Ton dunkelgelb, Firnis schwarzbraun. Etwas geflickt. — Innen Schminkstücke erhalten. — 
Fußplatte am Rand schwarz. Zwei Firnisreifen um die Schachtel. Deckel: Firnisband, auf Ton- 
grund rotes Band zwischen zwei Firnisreifchen; Firnisband. Oberer geriefelter, etwas vorstehender 
Rand gefirnißt. Auf Tongrund rotes Band, Firnismäander, Firnisband. Plastisches rotes Zentrum. — 
Spätkorinthisch. 



Dreifußkessel. 

337. (836.) 

H. 0,05. D. 0,11. Ton grünlich, Firnis schwarzbraun, fast ganz verschwunden. Auf den Beinen 
je drei Lotospalmetten (die mittlere abwärts) durch Stiele verbunden. Punktfüllung 
im Grunde. Rand geriefelt und rot bemalt. Lippe gefirnißt. Der Kessel innen gefirnißt, 
außen tongrundig. 



„Kothon".*) 

338. (2279.) Angeblich aus der Gegend von Venedig. 

H. 0,05. D. 0,755. Ton grünlich, Firnis hellbraun, vielfach abgesprungen. Unter Fuß zwei Ringe. 
Fuß oben gefirnißt. Auf Körper Reifen; oben gegen den Rand zwischen zwei Reifen Doppelpunkt- 
band. Innen gefirnißt. Auf Henkel oben Firnislinie. 

339. Taf. 12. (Antiquarium 621). 

H. 0,06. D. 0,16. Ton braungelb, Firnis braun. Unter Fuß Firnisreifen und rote Reifchen. Fuß 
oben gefirnißt, um Bauch Firnisreif. Auf Schulter zwischen zwei roten Reifen Doppelpunktband. 
Darüber zwischen Reifen Stäbe, wechselnd zwei schwarze und ein roter, an vier Stellen ein ton- 
grundiger. Auf der eingekrempten Lippe zwischen zwei Firnisbändern ein rotes. Tiefe gefirnißt 
mit tongrundiger Scheibe, darauf drei rote Ringe. Auf Henkel oben Firnislinie. 

•) Zu der Form und möglichen Verwendung dieser Vasen vgl. Joum. ol Hell Stud. 1911, S. 72. 



Tafel 11 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



— 29 - 



Schüssel. 

341. Taf. 11. 

H. 0,07. D. 0,23. Ton gelb, Firnis rotbraun bis schwarzbraun. Zusammengesetzt. Unter Fuß 
breiter roter Ring, zwei Firnisreifen. Fuß oben gefirnißt. Lanzettförmige abwärts gerichtete Stäbe. 
Firnisband und rotes Band. Durch Doppelritzung getrennte Stäbe: orangegelb, schwarz, rot, schwarz. 
Rotes und Firnisband. Auf tongrundigem Henkelstreif Wellenband. Lippe gefirnißt, oben auf 
Rand gelbweiße Tupfen auf Rot, desgleichen oben auf Henkeln. An der Vertikalfläche der Henkel 
gelbweiße Tupfen auf Firnis. Rand innen gefirnißt. Im Innern zwei Stabpartien wie außen, 
durch rote Bänder mit gelbweißen Reifen begrenzt. Im Zentrum Firnisscheibe. 

Amphoriskos. 

342. (1967. Dodwell.) J. 204. Aus Griechenland. 

H. 0,065. U- Ton grünlich, Firnis braun, meist abgerieben. Hals, Mündung und Henkel 

fehlen. Fuß gefirnißt mit rotem Reif. Auf Körper Firnis und rote Reifen. Bildfries: Sphinx 
hockend nach rechts mit aufgerollten Flügeln zwischen Löwe und Panther. Sirene um- 
blickend mit ausgebreiteten Flügeln. Füllornamente. Darüber Reifen. Auf Schulter Stäbe. 



Bauchiges Gefäß mit hohem Fuß. 

343. Taf. 11. (1669. Panitteri.) J. 768. Aus Girgenti. 

H. 0,25. U. 0,62. Ton gelb, Firnis rotbraun bis schwarzbraun. Fuß oben gefirnißt, Punktnetz- 
band zwischen je zwei Reifen. Roter Reifen. Körper unten gefirnißt mit roten Reifen. Bild- 
fries: Panther gegen Damhirsch (mit eingeritzten Tupfen). Panther gegen Dam- 
hirsch (mit rotem Tupfen auf Schaufel). Zwei Panther gegeneinander, dazwischen vier 
Rauten mit Ritzung und roten Tupfen. Adler mit umgewandtem Kopf. Füllrosetten und Tupfen. 
Zwischen Firnis- und rotem Band Doppelpunktband. Auf Schulter Stäbe, drei schwarze von 
je einem tongrundigen abgelöst. Mündung und Lippe gefirnißt mit rotem Band. Obere Partie 
des Henkels gefirnißt. — Lau Taf. VII, 3. 



Krater. 

344. Taf. 11. (St. 188.) Aus Korinth. 

Abb. 39 — 42. H. 0,31. U. 1,17. Ton hellgelb mit kräftig rotgelbem Überzug, Firnis rotbraun bis schwarz- 
braun. Ergänzt: Fuß, ein Henkel mit Platte und etwa die Hälfte der Rückseite. Oberfläche 




Abb. 39. Abb. -40. 



vielfach abgerieben. — Von Strahlen nichts zu erkennen. Breites Firnisband. Darüber Tier- 
fries: zweimal Panther gegen Bock, dann noch Hinterhälfte eines Panthers unter 
dem rechten Henkel, ein Bock und Pantherkopf unter dem linken Henkel. An- 



— 30 — 



scheinend fehlt also nur ein Bock auf der Rückseite. Darüber großer Bildfries: A. Drei 
Reiter in kurzem roten Chiton, Lanze mit Spitze nach oben haltend. Das mittlere 
Pferd weiß mit Firniskontur und Firnisinnenzeichnung (Abb. 40). Die schwarzen Pferde haben 
rote Mähnen. Hinter jedem Reiter ein nach rechts fliegender Vogel mit roten Tupfen auf den 
Flügeln. Unter dem linken Henkel stehender Adler mit umgewandtem Kopf und Vogel- 
greif (Abb. 39) mit ausgebreiteten Flügeln (rote Bänder). Unter dem rechten Henkel zwischen 




Abb. 41. Abb. 42. 



zwei Adlern (wie voriger) Sirene nach rechts mit umgewandtem Kopf und ausgebreiteten Flügeln. 
B. Gelage: Rechts auf Kline liegender bärtiger Mann im roten Mantel (Abb. 41), in der Rechten 
eine halbkugelförmige Schale mit Ritzverzierung. Davor Speisetisch mit Schüssel, auf der drei 
Brote (?), liegen, darunter Schemel. Hinten an der Wand aufgehängter Rundschild mit weißer 
Füllung (sehr zerstört). Mehrere Klinen fehlen, von der letzten links noch ein Bein, herab- 
hängender Zipfel der Matratze und der Schild erhalten. Über den Bildern auf der Schulter breiter 
Stab, abwechselnd rot und schwarz. Auf den Henkelplatten: verschlungenes Palmetten- und 
Knospenornament, weiß mit Firniskontur und Innenzeichnung (Abb. 42). Hals und Henkel ge- 
firnißt. An Mündung- und Plattenrand, ebenso auf der Mündung Treppenmuster. Innen ganz ge- 
firnißt. — Jünger-Korinthischer Stil. 



Lekythen. 



345. Abb. 43. (Antiquarium.) Aus Korinth. 

H. 0,15. U. 0,20. Ton braungelb, Firnis stumpf- 
schwarz. Hals, Schulter und Körper ganz ge- 
firnißt, auch unter dem Fuß. Oberer Teil des 
Fußes aber rot auf Tongrund; unter dem Henkel 
zwei umlaufende rote Bänder, Lippe rot. 

346. Abb. 44, (St. 68.) Aus Griechenland. 

45. H. 0,14. U. o,2Ü. Ton rosagelb, Firnis braun und 
grünlich. Fuß ergänzt, nur etwas vom Wulst er- 
halten. Sehr bauchig, fast horizontale, scharf 
vom Körper getrennte Schulter. Hals und Henkel 
gefirnißt. Auf Körper Bild: Nackter ausschrei- 
tender Kriege r mit herabgezogenem korin- 
thischen Helm, Rundschild (von innen, mit Hand- 
haben und Fransen) und hochgeschwungener 

Lanze gegen einen ansprengenden K e 11 t a u r e n , der mit der Linken einen Stein 
Schwache rote Farbreste auf Brust, Helm und Schild des Kriegers sowie am 




Abb. 13. 




\bb. U. 



schwingt. 
Kopf, am 



Tafel 12 




Münchener Vaiensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



— 31 — 




Schwanzhaar und am Körper des Kentauren; auch der Stein war rot. Der Helmbusch des 
Kriegers greift auf die Schulter des Gefäßes über. Zwischen den beiden Figuren von oben 
nach unten die Inschrift: 
Hippobatas.*) — Der Stil 
entspricht dem mittleren 
der s. f. attischen Vasen, 
etwa dem der Kleinmeister. 

Teller. 

346a. Abb. 46. (A. 897.) 

H. 0,02. D. 0,285. Ton gelb, 
sehr fein, Firnis schwärz- 
lich. Zusammengesetzt. 
Oben drei, seitlich je ein 
vor dem Brand einge- 
bohrtes Loch zum Aufhängen mit Schnur. Teller mit breiter niedriger Standfläche, die 
durch zwei Wülste eingefaßt wird, und etwas abwärts gebogenem Rand, der von einem Wulst 
umrahmt wird. Auf der Unterseite rote Reifen. — Oberseite: Roter Randwulst. Zwei Firnis- 
reifchen auf Rand außen und innen. Gegen die Tellerfläche roter Reif zwischen zwei Firnisreifen. 
Bild, eingerahmt von zwei Firnisreifchen: 
Zwei Pferdevorderhälften, wappenartig 
gegeneinander. Der Abschnitt hinten bei 
beiden konkav. Die Köpfe sind mit den 
im Nacken geknüpften Zügeln fest angezogen. 
Die roten Mähnen wellig, der Stirnschopf 
bei beiden etwas verschieden , die Ohren 
vorgespitzt. Ein roter Tupfen zwischen Auge 
und Maul. Die Brust rot (Farbe stark abge- 
rieben). — In der Mitte eine Stabrosette mit 
Ringzentrum. — Jünger-Korinthisch. Vente 
M. E. Paris 1. Juni 1904, Nr. 113. 

347. Taf. 12. (St. 102.) 

H. 0,01. D. 0,12. Ton dunkelgelb, Firnis matt- 
schwarz. Geflickt. Zwei kleine Löcher am 
Rand zum Aufhängen. Rand rot. Zwischen 
schwarzen und roten Reifen j_ \_ | Band. 
Auf dem Grund Stern von vier Tupfenlinien, 
vier Wellenzacken und rotem Zentrum. — 
Spätkorinthisch oder böotisch-korinthisch. 

348. (St. 101.) Abb. 46. 
H. 0,01. D. 0,12. Wie 347. 




„Saugnäpfchen." 

349. Taf. 12. (A. 890.) 

H. 0,065. D- 0,065. Ton gelb, Firnis rotbraun bis schwarz, leicht metallisch glänzend. Fuß oben rot, 
in Körpermitte Firnisband, darüber rotes Reifchen. In Henkelhöhe rückwärts einfacher, links 
und rechts von Schnute reicher Mäander. Am Horizontalhenkelansatz rückwärts Hakenkreuz. 
Am Schnutenansatz Stäbchen, Schnute vorn ganz gefirnißt. Die beiden Henkel gefirnißt. Oben 
Firnisband, Mäanderband zwischen zwei roten Reifchen. Siebfläche rot. — Spätkorinthisch. 



*) °er gleiche Name bei einem Krieger auf korinthischem Aryballos in Athen, Collignon-Couve 618. 



Lakonische Gefäße. 



Die lakonische Vasenklasse ist dem Namen nach eine neue Erscheinung in der Vasengeschichte. Die 
Vasen, welche man bisher nach ihrem Hauptvertreter, der Arkesilasschale, der Kolonie Kyrene zugeteilt hat, 
sind durch die englischen Ausgrabungen in Sparta als sicher lakonisch erwiesen worden. — Unsere Sammlung 
besitzt nur Schalen, wie überhaupt die Schale die weitaus überwiegende Form in dieser Vasengattung ist. 
Eine zusammenfassende Darstellung der Gruppe von Laurent und Dugas, Revue arch. 1907 S. 377. Über die 
Funde in Sparta Droop, Annual of British School XIV, S. 30 u. XV, S. 23. Verzeichnis und Einreihung aller 
bekannten Gefäße der Gruppe Droop, Journ. of Hell. Stud. XXX (1910), S. 1. 



Schalen. 

Tief mit niedrigem Fuß. 

380. Abb. 47. (G.) 

H. o,og. D. o,iy. Ton rötlich und stark glimmerig, Firnis metal- 
lisch-blau glänzend. Zusammengesetzt und ergänzt. Schalenrand 
nach außen konvex und sehr stark abgesetzt. Fuß unten ton- 
grundig, oben gefirnißt. Schale außen bis zum Henkelstreif mit 
weißem Überzug gedeckt, ebenso der Rand außen. Über dem Fuß 
roter Reif zwischen Firnisreifen. Breite Strahlen, darüber zwischen 
je zwei Firnisreifen ein roter Reif. In Henkelhöhe breites Firnis- 
band. Auf Rand Firnisreifen, Tupfenband, Band mit Quadraten, wieder Tupfenband. Innen 
ganz gefirnißt, darauf ziegelrote Reifchen, eines am Rand, zwei in der Schale und eines am 
Grund. Feines Stück. — 1. Stil nach Droop (a. a. 0., S. 5). 




Flach mit hohem Fuß. 

381. Taf. 13. (1666.) 

H. o,i2. D. 0,18. Braungelber Ton, metallisch glänzender aber dünner Firnis. Zusammengesetzt, 
Fuß und Schalenwand etwas ergänzt. Fuß oben gefirnißt, ebenso untere Schalenpartie, aber mit aus- 
gespartem Reif. Henkelstreif tongrundig, oben und unten je ein Firnisreif. An den Henkeln bei- 
derseits je eine liegende Besenpalmette mit rotem Kern. Rand tongrundig. Innen gefirnißt bis auf 
die Randreifen und die weiße Scheibe im Grund. Auf der Scheibe: Firnisreifen und rote Reifen, 
Punktreifen, in der Mitte Rosette. — Nach Droop später 4. Stil (a. a. 0., S. 17). 

382. Taf. 13. (1065. Cand.) J. 1164. 

H, 0,155. D. 0,23. Ton rötlichgelb, grünlicher, metallisch glänzender Firnis. Zusammengesetzt, 
kleine Stückchen ergänzt. Unten in der Fußröhre Firnisband, desgl. am Rand der Standfläche. 
Fußrand tongrundig. Oberseite des Fußes zu zwei Drittel gefirnißt, das oberste Drittel tongrundig 
mit abwärts gerichtetem feinen Strahlenkranz zwischen Firnisreifchen. Am Schalenansatz leicht 
plastisches tongrundiges Band, darüber Granatapfelfries zwischen zwei Reifchen, dann Firnis- 
partie. Auf Henkelstreif beiderseits: Fries von Palmetten und Knospen, an den Henkeln liegende 
Palmetten. Unteres Drittel des Randes tongrundig, oben auf weißem Grund zwischen Firnisreifchen 
Fries von geschlossenen und etwas geöffneten Knospen, nur in Silhouette; Lippe gefirnißt. Rand 
innen gefirnißt, oben und unten aber ein tongrundiges Reifchen. Schaleninneres gefirnißt bis auf 
Bild. — Bild: Umrahmt von einem tongrundigen, zwei Firnis- und einem roten Rcifchcn. Nach 
rechts eilender bärtiger F 1 ü g e 1 d ä m 0 n im Knielauf. Beinahe rechtwinklig gebeugte Beine, 
nur die Fußspitzen berühren die Umrahmung, linker Arm aufwärts nach vorn, rechter Arm ab- 



Tafel 13 




383 



Münchener Vasensammluns;. 



J. B. Obernetter, München. 



— 33 — 



wärts nach hinten gebeugt. Flügel (rote Mitteistreifen) symmetrisch ausgebreitet, Brust von vorn. 
Er trägt kurzen Fransenchiton mit roten Querstreifen, Schuhe mit je zwei aufgerollten Flügeln, 
horizontal geteiltes dickes Nackenhaar, dünnen langen Spitzbart (rot), Haarwellen über der Stirn. 
Als Füllornament: über dem Kopf ein Bügel mit aufgerollten Enden, unten ein Dreieck mit 
gebogenen Schenkeln und rotem Kern. Sorgfältige Zeichnung. — Nach Droop 4. Stil (a. a. 0., 
S. 15. Abg. Lau, Taf. XV 1,3. E.Schmidt, Der Knielauf S. 286. Die äußere Vasenform S. 34, Abb. 48. 

383. Taf. 13. (G.) 

H. 0,055 (ohne Fuß). D. 0,12. Dunkelgelber Ton, schwarzer Firnis. Fuß und ein Henkel, ferner 
von der Schale fast die Hälfte ergänzt. Außen Firnisscheibe, Firnisreifchen auf weißgelbem Grund, 
feiner Strahlenkranz, drei Firnisreifen und ein roter Reif. Firnisband. Henkelstreif tongrundig, 
an den Henkeln liegende Besenpalmetten mit rotem Kern. Firnisreif. Rand tongrundig; Lippe 
gefirnißt. Innen: Rand gefirnißt, oben und unten von tongrundigem Reif begrenzt. Bild auf 
gelbweißem Grund, die ganze Schalentiefe füllend: Eberjagd: Ein nackter Mann (roter 
Bart, hinten zu Schopf aufgebundenes, nur oben rotes Haar) faßt mit der Linken in die Borsten- 
mähne eines von rechts anstürmenden Ebers (nur Vorderkörper) und stößt mit der Rechten 
von oben den Speer in dessen Kopf. Der Mann (nur bis zu den Oberschenkeln erhalten), hat das 
linke Bein stark zurückgesetzt und stemmt die Sohle gegen den Bildrahmen, nur der Fuß er- 
halten. Nach links fliegt ein Vogel. Zwischen Kopf des Mannes und Nacken des Ebers palmetten- 
artiges Füllornament, weiter unten Kreis mit Mittelpunkt. Der Segmentstrich unter dem Eber 
teilweise erhalten, auch ein Rest von dem darunter befindlichen Bild. — 4. Stil nach Droop (a. a. 0., 
S. 15). Fragment mit fast gleicher Darstellung in Leipzig, Archäol. Jahrbuch 1901, S. 191, Fig. 1. 

384. Taf. 13. (1113. Cand.) J. 737. 

H. 0,1. D. 0,14. Ton dunkelgelb, Firnis metallisch. Rand und Fuß etwas geflickt. Unten in der 
Fußröhre Firnisband, desgl. unter der Standfläche. Fußrand tongrundig, Fuß oben gefirnißt. Dar- 
über zwischen zwei roten Reifen Firnisreif, dann ganz dünne lange Strahlen, darüber zwischen zwei- 
mal zwei Firnisreifchen roter Reif. Henkelstreif tongrundig, an den Henkeln liegende Palmetten in 
Silhouette. Vom Rand die unteren zwei Drittel tongrundig, das obere gefirnißt. Rand innen ge- 
firnißt, nur oben tongrundiger Reif. Bild: Die ganze Schalentiefe füllend, auf gelbweißem Grund 
von zwei Firnis- und einem roten Reif gerahmt: Auf dem Segmentstrich: Rechts auf Thron mit 
Löwenbeinen sitzt ein Mann in langem Fransengewand (mit roten und verzierten Querstreifen), 
bärtig mit langem Nackenhaar, beide Unterarme vorstreckend. Ihm gegenüber auf kleinerem Stuhl 
(Rückenlehne von Palmette mit Voluten bekrönt) eine viel kleinere Frau in gleicher Haltung, 
in ähnlichem Gewand und mit gleicher Frisur. Unter dem großen Thron ein nach links springen- 
der Hund, dahinter Zweig. Rechts von der Rückenlehne liegende Palmettenknospe. Zwischen 
den Köpfen Scheibe mit eingeritzten Kreisen. Im untern Segment: zwei Löwen wappen- 
artig gegeneinander liegend (rote Flecken), dazwischen dicke Pfeilspitze, über jedem Rücken ein 
Tupfen. Ritzung etwas feiner als bei voriger. Der Firniskontur der Gesichter steht über den 
Ritzkontur vor. — 4. Stil nach Droop (a. a. 0., S. 15). Abg. Arch. Zeitg. 1881, Taf. 13, darnach 
Studniczka, Kyrene S. 8. 

385. Taf. 13. (G.) 

H. 0,06 (ohne Fuß). D. 0,75. Dunkelgelber Ton, metallischer Firnis, schönes Rot. Zusammen- 
gesetzt aus vielen Fragmenten. Fuß und ein Henkel sowie Teile der Schale ergänzt. Außen: 
Firnisband, drei Firnisreifchen, rotes Band, drei Firnisreifchen, kurze etwas schief gestellte 
Strahlen von Firnisband ausgehend, drei Firnisreifchen, rotes Band, drei Firnisreifchen. Henkel- 
streif tongrundig, an den Henkeln liegende Besenpalmetten mit rotem Kern. Rand ton- 
grundig, Lippe gefirnißt. Innen: Rand gefirnißt bis auf tongrundiges Reifchen oben. Bild 
die ganze Schalentiefe füllend, gerahmt von vier Firnisreifchen, auf Tongrund: Das Zentrum 
bildet ein Firnisring, darauf zu schwimmen fünf gleich große Fische (rote Längsstreifen und 
Innenritzung), alle von der Seite gesehen, den Rand entlang schwimmen ein großer, ein mittlerer 
und drei kleine Fische gleicher Art, nur haben die kleinen keine roten Streifen (einer der kleinen 
ist bis auf die Rückenflossen neu). — Nach Droop 5. Stil (a. a. 0., S. 18). 

5 



— 34 — 



Plump und dickwandig. 

386. Taf. 13. (A. 864.) 

H. ohne Fuß 0,08. D. o,ig. Ton bräunlich, Firnis grauschwarz, tintig. Oberfläche stellenweise 
abgerieben. Fuß fehlt ganz, ebenso ein Henkel. Außer den tongrundigen Reifen außen am Rand- 
ansatz und innen am Rand oben und unten sowie der Partie unter den Henkeln alles Tongrundige 
mit gelbweißem Überzug versehen. Dekoration außen: Über dem Fuß Firnisband und Reifchen, zu- 
letzt ein rotes. Viertelmondornament. Roter Reif und Firnisreifen, Mäander, Reifen, Firnisband. 
In Henkelhöhe Myrtenreis nach rechts. Rand gefirnißt, ebenso Inneres bis auf Rundbild 
im Grund (gerahmt von zwei Firnisreifen zwischen zwei roten Reifen): Nach rechts springender 
Steinbock. Innenritzung und aufgesetztes Rot. — Nach Droop 4. Stil (a.a.O., S. 17). 




Abb. 48 (zu Nr. 382). 



Böotische Gefäße. 



Die keramischen Werkstätten Böotiens haben wie die attischen bemalte Gefäße von der geometrischen 
bis in die spät-rotfigurige Epoche erzeugt. In der folgenden Abteilung sind aber nur die Gefäße der früheren Zeit 
aufgenommen, nämlich: 

1. Vasen geometrischen Stils mit und ohne Tonüberzug, den attischen Dipylongefäßen vielfach nahestehend, 
aber im allgemeinen derber und auch mit Eigentümlichkeiten in Form und Dekoration. 

2. Die für Böotien allein und besonders charakteristische Klasse der sog. Vogelschalen, einer in der De- 
koration teilweise noch geometrischen, gelegentlich aber auch schon mit orientalisierenden Elementen versetzten, 
buntfarbigen Keramik. Diese Vasenklasse scheint nach ihren Merkmalen älter zu sein, als sie wirklich ist. Bur- 
rows neue Ausgrabungen der Gräber von Mykalessos (Journ. of hell. Studies 1909, S. 308 ff.) liefern den festen 
Beweis, daß diese Gefäße bis ins 5. Jahrh. für den Grabkult im Gebrauch waren. 

3. Ein einziges, aber vorzügliches Stück aus der Gattung des früh-schwarzfigurigen Stils mit Ritzung 
und aufgesetztem Rot. Für Böotien als Herstellungsort spricht die Kantharosform, gegen Korinth und Attika 
der Stil. Vielleicht aber ist Eretria die Heimat dieses Stückes und der ihm verwandten. 



Geometrisch. 



Ohne Tonüberzug. 



Amphora. 

400. Taf. 14. (2234.) Aus Theben. 

H. 0,j6. U. 1,25. Ton bräunlich, Firnis hellbraun bis dunkelbraun. Stark geflickt, z. T. versintert. 
Eiförmiger Körper mit niedrigem Wulstfuß und mächtigem zylindrischen Hals. An der Schulter 
beiderseits Doppelhenkel. Fuß und untere Körperpartie gefirnißt, dann zwischen Reifen Doppel- 
dreiecke wechselnd mit Vertikalstrichgruppen. Darüber Bildfries: Zweigespann, 
darauf Lenker und Krieger. Der Lenker vorn im Wagen in langem Gewand hält 
vorgebeugt die Zügel. Der Krieger hinten außerhalb des Wagenstuhls hält sich mit der Linken 
am Wagenrand und schwingt mit der Rechten die Lanze. Sein Oberkörper ist rechteckig und 
gegittert. [Die Vorderhälfte der Pferde fehlt.] Ein zweites Zweigespann (Pferde 
mit ausgesparten Augen), der Lenker aufrechter als voriger, der Krieger mit Rundschild 
und zwei geschulterten Lanzen. [Der Krieger selbst fehlt fast ganz, ebenso das Ende des Wagens.] 
Ein drittes Zweigespann [die Pferde ziemlich zerstört], Lenker wie voriger, 
Krieger mit Rundschild und zwei geschulterten Lanzen. Auge ausgespart mit Mittelpunkt, 
starker Zopf mit emporstehenden Borsten. Zwei Krieger zu Fuß gegeneinander. 
Der linke mit Rundschild (im ausgesparten Raum Rosette), der rechte mit großem böotischen, 
gebuchteten Schild (innen gegittert). Beide ohne Auge, mit starken Zöpfen und auf der 

5* 



— 36 - 



ganzen Haarlinie nach oben starrenden Borsten. Beide halten die Lanzen mit den Armen wagrecht 
nach vorn. Über den Lanzen zwei Viertelmonde mit Rücken gegeneinander als Füllung, unten 
achtarmiges Hakenkreuz. Über dem Bildfries drei Firnisreifen, dann durch die Henkel getrennt: 
Zackenband, großes Mäanderband, Doppelzackenband, falsches Spiralband (Tangentenkreise) mit 
eingestochenem Zentrum. Darüber Mäander, Zickzack und Zacken, auch Strichbänder vertikal 
und horizontal. Die seitliche Begrenzung bilden zwei Bänder mit Querstrichfüllung. Über den 
Henkeln Querlinien und vertikale Gerade wechselnd mit vertikalen Zickzacklinien. Am Hals Ver- 
tikaldekoration : achtmal hinten und viermal vorn Zickzackband. In der Mitte, von zwei Ver- 
tikalen ausgehend, Tangentendoppelkreise mit Zentrum, durch zwei Vertikale getrennt beider- 
seits Mäander, wieder durch Vertikale getrennt, beiderseits Band mit Querstrichfüllung. Die 
profilierte Mündung außen gefirnißt. 

Auktion Margaritis. München 1897. Nr. 1. — Lippold, Griech. Schilde, S. 451. 

Näpfe. 

401. Taf. 14. (2235.) Aus Böotien. 

H. o,ig. D. o,ig. Ton rötlich, Firnis teils mattgrau, teils schön metallisch-blau, stellenweise abge- 
rieben. Geflickt. Weitbauchiger Napf ohne Fuß, mit hohen breiten Schlingenhenkeln, auf jedem 
windet sich von außen nach innen eine plastische Schlange, deren Schwanzende nur gemalt 
ist. (Auf dem Rücken Tupfen, seitlich Firnisstreifen.) Gefäß unten gefirnißt, darüber Reifen, dann 
B i 1 d f r i e s (seitlich begrenzt von einfachem Mäander zwischen Vertikalen) : A. Zwei Pferde 
(ausgespartes Auge, Borstenmähne) gegeneinander, die Halfter bis auf den Boden reichend und 
von halber Höhe an durch Querlinien verbunden. Vor der Brust eines jeden Pferdes Doppel- 
dreieck, zwischen den Beinen achtschenkliges Hakenkreuz, über dem Rücken ungewöhnliches 
Füllornament. Am oberen Gefäßrand Tupfenlinien. B. Ganz ähnlich, nur steht zwischen den 
Pferden ein stilisierter Kessel mit Rautengestell, an den die Pferde angebunden sind. [Kopf und 
Hals des linken Pferdes sowie linke Kesselhälfte fehlt]. Zwischen den Schlangenwindungen 
kammartige Füllornamente. Am innern Henkelansatz und am innern Gefäßrand Strichgruppen. 
Napf innen gefirnißt. 

Auktion Margaritis. München 1897. 

402. Taf. 14. (2236.) Aus Böotien. 

H. 0,755. U. 0,475. Ton bräunlich, Firnis hellbraun bis schwarzbraun, mit teilweise bläulich me- 
tallischem Glanz. Geflickt. Bauchiger, fußloser Napf mit weitem, leicht abgesetztem Hals und 
zwei aufrechten Bogenhenkeln. Untere Körperpartie gefirnißt, darüber Reifen. Obere Partie durch 
die Henkel in zwei Seiten geteilt: A. Zwei Rehe gegeneinander. Das linke mit nach hinten 
eingebogenen Vorderbeinen und umgewandtem Hals. An seinem Euter saugt wie frei hängend 
ein Junges. Fülldreieck oben und zwischen den Beinen. Unter dem rechten Reh steht ein 
W asservogel. Über dem Reh ein vierbeiniges, langohriges Tier (Hase ?). B.Zwei 
Rehe gegeneinander, das linke gelagert, das rechte stehend und seinen Kopf über den des 
andern wegstreckend. Über jedem der beiden Rehe je ein kleineres Reh und r. Füll- 
dreiecke. Reine Silhouetten. Unter jedem Henkelbogen je ein vierfüßiges, langohriges 
Tier mit hochgeringeltem Schwanz und Raubtierzähnen im geöffneten Rachen. Bogen- und 
Wellenlinien au den Henkeln. Am Hals Reifen und Wellenlinie, zwei Reifen innen in der Mündung. 
Auktion Margaritis. München 1897. 

Krater. 

403. Abb. 49. (A. 852.) 

H. 0,355. U- °>^ I 5- T° n bräunlich, Firnis braun und schwärzlich, etwas metallisch. Geflickt. 
Fuß von fünf rechteckigen Öffnungen durchbrochen, Körper eiförmig, weiter Rand, zwei doppelte 
Bogenhenkel. Oben auf dem Standrin^ des Fußes Punktspiralband zwischen zwei Reifen. Auf 
den fünf Stegen je ein Wasservo g e I nach rechts zwischen zwei kleinen Hakenkreuzen. Die 



Tafel 14 




.Münchener Vasensammlun«. 



J. B. Obernetter, München. 



— 37 — 



Öffnungen sind von Firnislinien eingerahmt. Darüber drei 
Reifen. Untere Körperpartie gefirnißt. Zwischen zweimal 
drei Reifen ein Band innen schraffierter spitzer Ovale. Auf 
Schulter zwischen den Henkeln beiderseits gleich: Im 
Mittelfeld großes, schraffiertes Hakenkreuz, auf beiden Seiten 
von vier Vertikalen begrenzt. In den beiden Seitenfeldern 
je ein Wasservogel gegen die Mitte, als Füllung 
Zickzack, Hakenkreuz, Raute und Dreieck mit Netzfüllung. 
Gegen die Henkel von je drei Vertikalen abgeschlossen. Über 
den äußeren Henkelansätzen je ein Firnistupfen. Auf Rand 
drei Reifen, Punktspiralband, darüber zwei Reifen. Lippe 
und Henkel gefirnißt. 

Ring-Alabastron. 

404. Abb. 50. (A. 874.) Aus Theben. 

H. 0,08. D. 0,065. Ton braungelb, Firnis braun, etwas me- 
tallisch. Abgekanteter Ring, die Seiten ganz flach, die Ober- 
und die Innenseite leicht gewölbt. Innen in der Ringöffnung zwei Firnis- 
reifen, an den zwei innern und den zwei äußern Kanten des Ringes je ein 
Firnisreif, die äußeren Ringflächen ziemlich gleichmäßig mit Firnistupfen 
bedeckt. Hals, Henkel und Mündung gefirnißt. Um Hals- und Henkel- 
ansatz eine viereckige Firnispartie. 



Mit Tonüberzug. 
Pyxis. 

405. Taf. 14. (A. 853.) 

H. o t n. D. 0,19. Ton rötlichbraun, dünner gelbweißer Überzug, Firnis 
rotbraun bis dunkelbraun (grünlichbraun). Deckel fehlt. Im Innenrand beiderseits je zwei Löcher 
zum Festbinden des Deckels. Fuß und unterer Körperteil gefirnißt; darüber zwischen Firnis- 
reifen, Punktspiralband mit Tupfen dazwischen. Obere Körperhälfte mit Feldern geziert: 
Zwischen horizontalen Zickzacklinien, Vertikalen und Rauten drei und vier Wasser- 
vögel nach rechts mit Füllornamenten. 



Krater. 

406. Taf. 14. (2233.) Aus Böotien. 

H. <j,5<j. D. 0,41. Ton rötlichbraun, Überzug gelbweiß, Firnis rotbraun bis schwarzbraun, matt. 
Stark geflickt. Weiter Krater auf hohem Fuß, mit abgesetztem Rand und zwei Doppelbogen- 
henkeln mit Vertikalsteg zur Mündung. Fußrand gefirnißt. Darüber Tupfenband, drei breite und da- 
zwischen schmale Bänder. Untere Körperhälfte ebenfalls mit breiten und dazwischen schmalen Bän- 
dern geziert. Darüber Punktspiralenband. Henkelstreif: Beiderseits je drei Felder: Außen je ein 
Wasservogel von Füllornamenten umgeben, im Mittelfeld ein Pferd (Auge ausgespart, 
Stachelmähne, krallenartige Hufe) nach links angebunden an einen kolbenförmigen Pfeiler. Hinten 
über dem Pferd ist eine Doppelaxt am Ring aufgehängt. Sonst Füllrauten. Die Trennung der ein- 
zelnen Felder geschieht durch Vertikallinien und Punktspiralband. Am Rand Punktspiralband, an 
der Lippe vertikale Strichgruppen. Die Partien zwischen den Henkeln, auch die des Randes unter 
dem Vertikalbügel, sind ohne Überzug. Großer Punkt, darüber vier Haken unter dem Henkel- 




Abb. 




— 38 - 



bogen. Auf den Vertikalbügeln liegendes Kreuz zwischen horizontalen 
Linien. Innen ganz gefirnißt (rotbraun). 

Auktion Margaritis. München 1897. Nr. 2. Ein Teil des Henkel- 
streifen abgeb.: Blinkenberg, Arch. Studien, S. 46. 

Amphora. 

407. Abb. 51. (A. 850.) 

H.0,65. U.o,gy. Ton rötlichgelb, Überzug weißgelb, Firnis olivgrün. Etwas 
geflickt, Oberfläche stellenweise etwas abgescheuert. Körper eiförmig, Fuß 
und Hals weit zylindrisch, nach unten bzw. oben etwas ausladend. Zwei 
fast senkrechte Bogenhenkel auf Schulter. Auf Fuß Firnisreifen, unterste 
Körperpartie gefirnißt, darüber feine Reifen, von zwei breiteren unter- 
brochen. Auf Henkelstreif beiderseits je zwei Räder mit Ringnaben und acht 
Speichen, dazwischen Punkte, ebenso auf den Felgen. Zwischen den Rädern 
und gegen die Henkel vertikale Strichgruppen und Bäumchen. Unter den 
Henkeln gekreuzte Dreiecke. Auf Schulter oben zwischen Reifen Band von 
vertikalem Zickzack. Auf dem Hals zwischen Reifen lange vertikale Wellen- 
linien. Auf Lippe Strichgruppen, Mündung außen und innen gefirnißt. 
Vente M. E. Paris, 1. Juin 1904. Taf. 1, 71. 



Orientalisierend. 



Kantharoi. 

414. Taf. 15. (St. 39.) Aus Griechenland. 

H. 0,2 7. D. 0,28. Ton steinig, blaßgelb; Firnis rötlich bis mattschwarz. Oberfläche stark ver- 
rieben; Überzug nicht mehr zu erkennen. Viel geflickt. Die hohen Schiingenhenkel sind weg- 
gebrochen. Ringfuß, nach oben sich erweiternder Körper, abgesetzte Schulter, sehr hoher Rand. 
Fuß oben gefirnißt, darüber Firnisreif und Strahlen, dann Firnisband, weiter ein Fries von ge- 
gitterten Dreiecken mit je einer rechts anhaftenden Spirale. Darüber Firnisreif und -band. Auf 
Schulter abwärts gerichtete Dreiecke, gefüllt mit Parallelen zum rechten Schenkel. Auf Rand 
beiderseits gleich: je zwei nach rechts fliegende Vögel (die Flügel mit Dreiecken gemustert, die 
wechselnd nach rechts und nach links mit Parallelen gefüllt sind), gesondert durch Rechtecke, die 
aus vier gegitterten Dreiecken zusammengesetzt sind. Unter den Vogelköpfen gegittertes Dreieck, 
darüber Spirale. Nur auf der einen Seite gegen den Henkel zu eine große aufrechte Palmette. Die 
Partien unter den Henkeln tongrundig. Am oberen Rand Fries von gegenständigen und ineinander- 
gesetzten Dreiecken. Innen bis hinunter in Abständen Firnisbänder. 

415. Taf. 15. (2239.) Aus Böotien. 

H. 0,205. D- °> I 9- Ton rötlichgelb, Überzug gelbweiß, Firnis hellbraun bis schwarzbraun. Stark 
geflickt. Form ähnlich wie vorige, aber der Rand niedriger, die Schulter etwas rundlicher. Fuß 
und Band darüber hell gefirnißt. Zwei Reifen, Strahlen, Reif. Zwischen zwei dunkelroten Reifen 
vertikale Zickzacklinien eng gereiht. In unterer Henkelansatzhöhe: zwischen zwei roten Reifen 
Doppelpunktband; beiderseits auf Schulter Punkthakenband. Auf Rand: A. Vier nach 
rechts fliegende Vögel mit rotem Flügelbug; B. Drei fliegende und ein 
stehender Vogel nach rechts, wie vorige. Außen auf den Henkeln Querstriche, unten Ver- 
tikalstriche. Die Innenseite der Henkel nicht gefirnißt. Innen im Gefäß vier breite Firnisbänder 
auf Tongrund in Abständen bis auf den Boden. 
Auktion Margaritis. München 1897. 




Tafel 15 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



— 39 - 



Schalen. 

Mit niedrigem Fuß. 

416. Tat". 15. (A. 954.) Aus Böotien. 

H. o,io. D. 0,22. Ton rötlichgelb, Überzug bräunlich; Firnis braun und grünlichbraun. Etwas 
geflickt. Sehr weite Schale mit niedrigem Ringfuß und vier Horizontalhenkeln am leicht profilierten 
Rand. Unter dem Fuß Rosette mit rotem Zentrum und rotem Umkreis. Unten im Fußring Stäbe, 
am Rand Tupfen, oben gefirnißt. Darüber rote und Firnisreifen wechselnd. Hoher B i 1 d f r i e s: 
A. Zwei Vögel nach links fliegend, mit rotem Flügelbug, dazwischen gestielte offene P a 1 - 
mette mit roten und Firnisblättern; B. Ein fliegender Vogel in Feld, wie vorige, 
beiderseits je ein Feld mit P a 1 m e 1 1 e wie vorige und Füllmustern. Die Schale muß auf den 
Rand gelegt oder aufgehängt werden, wenn die Vögel in richtiger Stellung gesehen werden sollen. 
Auf Rand Kettenband, nur unter zwei angrenzenden Henkeln unterbrochen; auf den Henkeln 
und auf Lippe dicke Strichmuster. Innen vier breite Firnisbänder auf Tongrund in Abständen 
bis zum Boden. 

Mit hohem Fuß. 

417. Tat". 15. (A. 953.) Aus Theben. 

H. 0,12. D. o,ij. Ton rötlich, Überzug sehr dünn gelblich, Firnis braun. Schale im Brand etwas 
verzogen. Mit vier Henkeln und leicht profiliertem Rand. Unter dem Fuß Firnisreifen und Bänder. 
Außen am oberen Fußende desgleichen. Darüber Konturstrahlen mit Füllung, darüber rote und 
Firnisreifen und Firnisbänder. Band mit kleinen Bogen dazwischen. Am Rand, auf Lippe und auf 
den Henkeln dicke Strichgruppen. Innen drei Firnisbänder auf Tongrund. 

418. Taf. 15. (2238.) Aus Theben. 

H. 0,21. D. 0,26. Ton rötlich. Überzug leuchtend gelbweiß; Firnis rotbraun bis schwarzbraun. 
Etwas geflickt. Nur zwei Henkel mit je zwei Warzen zur Seite. Auf der unteren Fußausladung 
vertikale Zickzackmuster. Am Fußzylinder zwischen zwei roten Reifen Vertikalfelder, dreimal 
Palmettenbaum mit roten und schwarzen Blättern, einmal zwei Rosetten übereinander, dazwischen 
Rautenzickzack. Darüber wieder Zickzackband. Auf der Schale: Doppelpunktband, Band mit 
Zickzack zwischen zwei Reifen. Hoher Bildfries mit Vertikalabteilungen: Beiderseits je 
zwei fliegende Vögel, durch zwei vertikale Bänder mit Treppenmuster getrennt. Unter 
jedem Henkel ein Palmettenbaum wie am Fuß, der eine ganz gefirnißt, der andere 
auch mit Rot; der erste seitlich begrenzt von Dreiecksbändern wie am Fuß, der andere nur von 
Leiter. Auch diese Schale ist auf die Mündung zu legen oder aufzuhängen, wenn Vögel und 
Palmetten in richtiger Stellung gesehen werden sollen. Am Rand weiße Punktrosetten mit roter 
Füllung auf Firnisgrund. Auf Lippe Tupfen. Innen drei breite Firnisbänder, Boden gefirnißt. 
Auktion Margaritis. München 1897. Nr. 9. 



Früh - Schwarzfigurig. 

Kantharos. 

419. Abb. 52, 53. (St. 2.) 

H. o,icj. D. 0,165. Ton dunkelgelb, fein glimmerig; Firnis schwärzlich und braun. Zusammenge- 
setzt, kleine Stückchen fehlen. Kantharos mit plumpen, gekanteten Henkeln. In der 
Mitte der Henkel Querstege zum Gefäß, oben je ein Einschnitt zum Einlegen des Daumens. In 
der Fußröhre oben Firnistupfen, unter der Standfläche drei Firnisreifen. Fußrandprofil rot. Oben 
auf dem Fuß abwärts gerichtete Strahlen, dann Firnispartie mit rotem Band darauf. Gefäßboden 
außen gefirnißt, darauf drei rote Bänder von weißen Reifchen begrenzt. Tongrundiges Band in 



— 40 — 



unterer Henkelansatzhöhe, darüber Firnisband. Die Gefäßwandung beiderseits von zwei Bild- 
friesen geschmückt, die gegen die Henkel hin von je zwei vertikalen, verdünnten Firnislinien be- 
grenzt sind: Unten: A. Zwei hockende Sphingen gegeneinander (aufgerollte Flügel, 
keilförmige Haarmasse, geritzte Stirn- 
löckchen; Gesicht, Hals und Flügelbug 
rot), zwischen zwei Löwen (Mähne und 
Bauchstreif rot), der linke mit erhobener 
Tatze; B. Zwei bärtige Sirenen 
gegeneinander (wie die Sphingen, die linke 
hat auf dem Schwanz drei rote Tupfen, 
von der rechten fehlt der Kopf) zwischen 
zwei Panthern (Hals, Brust, Bauch- 
streif und Flecken auf dem Hinterteil rot), 
der linke mit erhobener Tatze. Oben: 
A. (Abb. 52) Von rechts nach links ein 
nackter, bärtiger Flötenspieler. 
Gegen ihn sechs nackte Tänzer, 
alle mit erhobenem linken Bein und vor- 
gestrecktem linken Arm, nur der letzte 
hält beide Hände vor den Bauch. Der 
erste und vierte legen die Rechte ans 
Hinterhaupt, der zweite und fünfte halten 
die Rechte nach rückwärts gesenkt, der 
dritte greift mit der Rechten ins Kreuz. Alle Figuren haben rotes Gesicht und Hals; Auge, Bart, 
Ohr, Stirnlocke und Nackenhaar geritzt. Ritzung sonst nur noch bei Überschneidungen und sich 
deckenden Gliedern, außerdem ist der ganze rechte Arm des letzten geritzt. Den Abschluß nach 
links bildet ein D e i n o s auf hohem Gestell. B. (Abb. 53) Von rechts nach links: Ein Tänzer 
nach links wie die vorigen, mit vorgestrecktem rechten und rückwärts gesenktem linken Arm. 
Gegen ihn sechs Tänzer ähnlich wie vorige. Der erste und dritte mit zum Hinterkopf 
erhobener Rechten, der zweite und vierte mit rückwärts gesenktem rechten Arm. Der fünfte 
mit umgewandtem Kopf, den er oben mit der Linken faßt, und rückwärts gesenktem rechten 
Arm. Der sechste mit rückwärts gestreckt gesenktem rechten Arm und vorgehaltenem linken 
Arm, mit Handfläche nach oben. Endlich nach links ein tanzender ithyphallischer S i 1 e n , die 
linke Hand am Glied, das rechte Bein und den rechten Arm erhoben (Unterarm fehlt, Daumen 
und Zeigefinger aber erhalten). Rot und Ritzung wie bei A. Rand innen tongrundig mit Aus- 
nahme der Henkelansatzstellen. Wandung und Boden gefirnißt, darauf vier rote Bänder. — 
Ein fast gleiches Exemplar in Athen, Collignon-Couve Nr. 630, Taf. XXVI. Ein fußloser Kantharos, 
in der Darstellung ebenfalls sehr verwandt, in Athen, Collignon-Couve Nr. 601, Taf. XXIV. 





♦) Dietei Bild ist In zwei Hälften Photographien lind dann zusammengesetzt; dadurch sind die beiden Sirenen und die zwei mittleren 
Tänzer etwas weiter auseinandergerückt als aul dein Original. 



„Fikellura-", „Rhodische" und verwandte 

Gefäße. 



In dieser Abteilung sind Gefäße geometrischen und orientalisierenden Stils vereinigt, deren frühest be- 
kannter und reichster Fundort Rhodos ist. Wir teilen unseren Bestand in drei Gruppen. Die erste enthält die Fikel- 
luraware, so benannt nach ihrem ersten Fundplatz auf Rhodos; Böhlau nennt sie in den »Nekropolen« samisch, 
da seine samischen Ausgrabungen besonders zahlreiches, darunter auch sehr grobes, seiner Meinung nach nicht 
exportfähiges Material geliefert haben. Die zweite Gruppe verdankt ihren Namen den ersten reichen Funden 
auf Rhodos, einen Namen, den wir ihr als wohlbegründet auch lassen wollen, obwohl Böhlau l. c. im Anschluß 
an Löschcke die Bezeichnung milesisch eingeführt hat. Milesisch soll die Vasenklasse nämlich sein, weil sie sich 
zahlreich im Handelsbereich Milets gefunden hat und deshalb von Milet vertrieben und auch erzeugt sein müsse. 
Die Herstellung in Milet ist aber eine unbewiesene Vermutung, Milet hat vielleicht die Ware nur gekauft 
und gehandelt. Eine Charakterisierung der Vasen der ersten Gruppe sowie ein Verzeichnis aller damals 
bekannten Stücke findet sich bei Böhlau, Nekropolen, S. 52 ff. Für die zweite Gruppe gibt Charakteristik und 
Verzeichnis Prinz, Naukratis, S. 15 ff. In der dritten Gruppe sind ein spätes Deckelgefäß, das einen lokalen 
rhodischen Verfallstil repräsentiert, zwei geometrische Vasen und ein orientalisierendes Fragment vereinigt, die 
den beiden vorhergehenden Gruppen durch ihre Dekoration sich am nächsten anschließen. 



I. Gruppe. 
Amphoren. 

446. Taf. 16. (G. 2219.) 

H. 0,34. U. 0,84. Ton rötlich und stark glimmerig, gelber dicker Überzug, Firnis rot bis 
schwarzbraun, teilweise stark glänzend. Aus Scherben zusammengesetzt, größere Partien 
fehlen. Weitbauchige Halsamphora mit plastischen Halsringen und dreiteiligen Henkeln. 
Fuß gefirnißt; darüber Stäbe und zwei Punktreihen, Lunulae, Stäbe. Breites Band mit rautenför- 
mig sich kreuzenden Punktlinien, innerhalb der Rauten je vier Punkte. Zwischen zwei Punkt- 
bändern Flechtband. Auf Schulter umschriebene Palmetten mit Zwickelpalmetten. Darüber 
Stäbe. Am Hals zwischen Stäben (auf einer Seite oben Doppelpunktband) doppeltes Flecht- 
band. Auf Mündung Efeublätter mit Stielen, dazwischen Punkte. Innen gefirnißt. Am unteren 
Henkelansatz abwärts gerichtete Zacken, darüber Stäbe. Auf dem Henkel Querstriche. Die Orna- 
mentik unter den Henkeln unterbrochen. — Böhlau, Nekropolen, S. 53 Nr. 3. 

447. Taf. 16. (806.) 

H. 0,18. U. 0,245. Ton stumpfgelb und stark glimmerig, Überzug grünlichgelb, dick, Firnis 
schwarzbraun. Oberfläche teilweise abgeblättert. Nicht sehr gut erhalten. Schlanker 
Amphoriskos mit einfachen Henkeln und Mündung, plastischem Halsring, echinusförmigem 
Fuß. Fuß gefirnißt, darüber lange Stäbe, Lunulae, Stäbchen zwischen Reifen. Breites Feld 
mit rautenförmig sich kreuzenden Punktlinien; innerhalb der Rauten Kreuzchen. Auf Schulter 
Punktband, darüber lange Stäbe. Am Hals verschlungener Mäander, darüber Stäbchen. Mün- 
dung gefirnißt, auf Henkeln Querstriche. 

6 



— 42 — 



Kännchen. 

448. Taf. 16. (St. lüü.) Aus Sammlung Vogell. 

H. 0,135. U- °>3 J - Rötlicher Ton, sehr glimmerig, dünner weißlicher Überzug, Firnis rotbraun, 
grünbraun, schwarzbraun. Oberfläche auf der Rückseite abgeblättert. Weitbauchiges Känn- 
chen mit Kleeblattmündung und hohem runden Henkel, abgesetztem Hals, rundlicher Schulter 
und knappem niedrigen Fuß. Fuß gefirnißt, darüber Stäbe, Lunulae, Punktband, auf Schulter 
abwärts gerichtete Strahlen (Knospen). Auf Hals Mäanderhaken, Rückseite gefirnißt; Mündung ge- 
firnißt, weiße Augen und Tupfen darauf. Henkel gefirnißt. — Auktionskatalog Vogell 
(Kassel 1908) Nr. 47. 

II. Gruppe. 
Kannen. 

449. Abb. 54 (St. 205.) 

u. 55. H. 0,325. U. 0,735. Ton rötlich gelb und grünlich, stark glimmerig, Überzug grünlich, Firnis 
schwarz, teilweise dunkelrot. Eine Rotelle ergänzt. Der Firnis ist vielfach abgesprungen und war 
erneuert. Diese modernen Auffrischungen sind jetzt größten- 
teils wieder entfernt worden, die antike Zeichnung ist aber 
überall noch deutlich zu erkennen. Weitbauchige Kanne 
mit sehr knappem Fuß, niedrigem Hals mit plastisch hervor- 
tretenden Rändern, Kleeblattmündung mit Rotellen und 
hohem dreiteiligem Henkel. Unter Fuß: in der Mitte der 
vertieften Fläche Firnisring, gefirnißt der vertikale Innen- 
rand des Standringes. Fuß oben gefirnißt; darüber fünf Firnis- 
reifen, dann Fries von geöffneten Lotosblumen und Lotos- 
knospen mit Stielverbindung. Weiter zwischen je zwei Firnis- 
reifen Band von fortlaufenden Schlingen. Tierfries: Acht 
nach rechts schreitende Steinböcke (Kopf, Schulterlinie 
und Bauchstreif tongrundig, auf letzterem Tupfen, alles übrige 
in Silhouette). Reiche Füllornamentik, die sich regelmäßig bei 
jedem Tier wiederholt. Darüber wieder Schiingenornament 
zwischen je zwei Firnisreifen. Schulterbild (Abb. 55): Inder 
Mitte eine Palmettenkomposition (aufgesetztes Rot auf den 
Palmettenkernen). Beiderseits, nach innen gewandt: je eine 
Gans (teils Silhouette, teils tongrundige Partien mit Firnis- 
konturen oder Füllung, Rot auf Kopf, Brust und Hinterteil), 
je ein hockender Greif (viel tongrundige Partien mit Firnis- 
tupfen und Linienfüilung, Rot auf Brust und Hinterteil). Nach außen gewandt je ein Stein- 
bock, wie die unteren, aber Rot auf Brust und Hinterteil. Reiche, regelmäßig verteilte 






447 



446 



448 



Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



— 43 - 



Füllornamente wie unten; besonders zu bemerken die vier Eckfüllungen des Bildstreifens. 
Darüber Stabband (die einzelnen Stäbe mit Mittelrippe, viermal je zwei Stäbe ohne Rippe). 
Um den Henkelansatz ein von breiten Firnisbändern gebildetes Dreieck mit tongrundigem 
Kern. Darüber auf Hals gefirnißte Partie. Die vorderen zwei Drittel des Halses nimmt ein Flecht- 
band zwischen Firnisreifen ein. Mündung außen und am oberen Henkelansatz auch innen ge- 
firnißt. Auf Rotellen vierspeichiges Rad mit Punkten zwischen den Speichen. Auf der Mittelrippe 
des Henkels Quadrate mit kleinen Punkten wechselnd zwischen zwei Firnislinien, auf den Außen- 
rippen Querstrichelchen zwischen Firnislinien, die Seiten gefirnißt. 

450. Taf. 16. (St. 180.) 

H. 0,33. U. 0,66. Ton graugelb, stark glimmerig, Überzug grünlichgelb, Firnis braun, teil- 
weise abgesprungen. Auf Körpermitte vorn zwei in das noch ungebrannte Gefäß eingedrückte 
Dellen. Kanne mit leicht abgesetzter Schulter und deutlich abgesetztem Hals, Kleeblattmündung 
und dreiteiligem hohen Henkel mit Rotellen. Fuß gefirnißt, darüber hohe Strahlen, zwischen zwei 
breiten Bändern mit rotem Mittelreif einfacher Mäander. Auf Schulter: zwischen zwei Stein- 
böcken Wasservogel nach rechts. (Silhouette mit tongrundigen Partien wechselnd.) Reiche 
Füllornamentik. Darüber einfache Stäbe. Am Hals Mäander mit Quadraten. Unter dem Henkel 
setzt die Dekoration aus, am Hals Firnis, auf Schulter von zwei breiten Firnisbändern eingefaßtes 
tongrundiges Dreieck. Mündung außen gefirnißt mit gelben Augen. Auf den Rotellen in Firnis 
Kreuz mit Zwickelfüllung. Auf dem Henkel parallele Querstriche. 

Teller 

451. Taf. 16. (A. 860.) 

H. 0,03. D. 0,30. Ton rötlich und glimmerig, dicker dunkelgelber Überzug, nur auf der Ober- 
seite, Firnis rotbraun bis braun. Oben, unten und in der Mitte des Tellers ohne Rücksicht auf 
das Bild nachträglich, aber antik eingeschnittene Löcher offenbar zum Durchlegen von (jetzt ver- 
lorenen) Bleiklammern. Modern ist der Teller aus mehreren Stücken zusammengesetzt. F 11 ß - 
loser, flacher Teller mit aufgebogenem 
Rand. Am Rand Strichgruppen, dann Reifen 
und Band, dann wieder Reifen. Die Teller- 
fläche in zwei ungleiche Hälften geteilt durch 
ein Band (Hakenreihe mit Punkten). Oben 
eine nach rechts schreitende Sphinx, Kopf 
in Kontur, Haar in horizontale Wülste ge- 
teilt, aufgebogener Flügel, Vorderbeine ge- 
tupft bis auf Tatzen, Hinterleib gefirnißt 
bis auf die Tatzen. Bauchstreif tongrundig 
mit Zickzacklinie. Füllornamente. Untere 
kleinere Kreishälfte mit breiten Stäben ge- 
füllt, die größtenteils eine Rippe haben 
(Stabfächer). 

452. Taf. 16. (Cand.) J. 929. 

H. 0,11. D. o,2i). Ton im Bruch ziegelrot 
und stark glimmerig, Überzug grünlich gelb, 
Firnis rotbraun. Leicht konkaver Teller 
mit flachem Rand und hohem röhrenförmigen 
Fuß, der sich nach unten stark erweitert. 
Auf Fuß und Unterseite des Tellers breite 
Reifen. Am Rand oben Querstriche zwischen Reifen. Auf der Tellerfläche: Firnisband, breiter 
Streifen mit wechselnd je vier bis sechs Strahlen. Dazwischen Mäander- und Kreuzplatten sowie 
konzentrische Kreise und Punktkreise mit Füllung. Zwischen zwei Firnisbändern Vierecke mit 
Kreuzen wechselnd. Im Zentrum Protome einer Gans, umgeben von Füllornamenten. - 
Lau Taf. VI, 1. Prinz S. 128 Nr. 12. 

6* 




— 44 — 



453. Abb. 56. (Aus dem bayerischen Nationalmuseum. Kataloge IV, 1892, Nr. 1168.) 

H. 0,025. D- °' J J- Ton ziegelrot, Überzug (nur innen und auf Rand) gelbweiß, Firnis rot. 
Überzug teilweise abgerieben. Im Rand zwei Löcher zum Aufhängen mit Schnur. Ziemlich 
tiefer Teller mit weitem Ringfuß und horizontalem Rand. Standring gefirnißt. Auf Teller- 
außenseite zwei Firnisbänder, Lippe gefirnißt. Auf Rand flüchtiger einfacher Mäander. In der 
Vertiefung dunkelroter Reif auf Firnisband, Firnisreif, Protome eines Steinbocks 
nach rechts. (Kopf und Schulterlinie ausgespart, das übrige Silhouette. Flüchtiges, spätes Exemplar. 
— Prinz S. 135. Der Obergermanisch-Raetische Limes Bd. V1B Nr. 70, S. 14. 

III. Gruppe. 

454. Taf. 16. (A. 861.) 

H. 0,11 (ohne Deckel). U. 0,295. Ton rosagelb, Firnis braun, vielfach abgerieben. Weitbauchiges 
Deckelgefäß mit Ringfuß, leicht abgesetzter Schulter, einfacher Mündung und zwei auf- 
rechtstehenden Henkeln. Der Deckel ist nicht sicher zugehörig, da etwas zu weit. Unter den 
Henkeln umlaufend zwei Firnisreifen. Auf Schulter: A. Zwei Vögel nach rechts mit vertikalen 
Punktstreifen auf Körper. Der linke zeigt den Kopf von vorn, der rechte von der Seite. Zwischen 
den beiden und über dem rechten gestielte Blätter. Links Viereck mit Punkten an den Ecken 
und Dreieckfüllung. B. Ein nach rechts laufender Lorbeerzweig mit Früchten und getupften 
Blättern. Unter der Mündung umlaufend ein Punktband. Lippe gefirnißt. Oben auf den Henkeln 
dicke Querstriche. Auf dem Deckel Reifen. — Zur Gattung vgl. Archäol. Jahrbuch 1886, 
S. 152 ff. (Nekropole von Siana) und Pottier, Vases du Louvre A 335, Taf. 13. 

455. Abb. 57. (2300.) Angeblich aus Kreta. 

H. 0,22. U. 0,615. Ton braungelb, steinig, geglätteter Über- 
zug, Firnis braun, schlecht und unregelmäßig. Einige Stück- 
chen ausgesprungen. Weitbauchige Kanne mit weitem Ring- 
fuß, zylindrischer, oben etwas erweiterter Mündung und 
zweiteiligem Henkel. Fuß oben gefirnißt, ebenso untere Körper- 
partie, auf Schulter zwischen Reifen Band von vertikalen 
Strichgruppen unterbrochen von Doppeldreiecken. Darüber, 
aber nur auf der Vorderhälfte, vier Felder, durch mehrere 
Vertikalen geteilt. In den beiden äußeren Raute gefüllt mit 
fünf gegitterten Rauten, unten zwei gegitterte Dreiecke. Im 
linken Mittelfeld Dreieck mit gegitterten Rauten und Drei- 
ecken gefüllt, auf der Spitze doppelten Mäanderhaken tragend. 
Zwei Zickzack als seitliche Füllung. Im rechten Mittelfeld ein 
Wasservogel nach rechts (ovale Mittelpartie gegittert, 
Auge ausgespart, sonst nur Umrisse). Links oben gegittertes Abb. 57 

Dreieck, unten horizontale Zickzacklinie. Auf Hals, nur Vorder- 
hälfte, seitlich von fortgesetzten Vertikalen des Schulterbilds gerahmt, Z Band, darüber hori- 
zontale Wellenlinie, von je drei Horizontalen getrennt und abgeschlossen. Rückseite der oberen 
Schulterpartie und Hals sowie Mündung gefirnißt. Innen im Hals Firnisband. Auf Henkel- 
oberseite Querstreifen. R hodisch-geometrisch. Vgl. Dragendorff, Thera II, S. 180 ff. 
und Ath. Mitt. 1903, S. 167 ff. 

456. Abb. 58. (2168.) 

H. 0,49. U. 1,20. Ton rötlich, stark glimmerig. Kein Überzug sichtbar, der rote Firnis hebt 
sich sehr wenig vom Ton ab. Aus einigen großen Fragmenten zusammengesetzt. Rückseite des 
Körpers fehlt fast ganz, auch ein Henkel. Am größten Umfang gegen den fehlenden Henkel 
eine Delle. Weitbauchige Amphora mit zwei vertikalen Bogenhenkeln, zylindrischem, starkem, 
hohem Hals und horizontaler Mündung. Steiler, knapper Fuß. Körper eiförmig. Fuß gefirnißt. 
Untere Körperhälfte mit Firnisbändern geziert. Um den größten Umfang zwischen Reifen 
/ - Hakenband. Auf Schulter beiderseits gleich ein großes Feld, seitlich von Vertikalen und je 




— 45 — 



einer Wellenlinie gerahmt. In der Mitte gegitterte 
Raute mit'Tr' 311 a " en v i er Ecken, beiderseits je ein 
Wasservogel mit erhobenem gegitterten Flügel ( ?), 
als Füllung gegitterte Rauten und Dreiecke, Sterne 
und an der Seite Vertikalband von gegitterten 
Rauten. Am Hals Reifen, darüber rautenförmig ge- 
kreuzte Punktlinien mit Punkten dazwischen, da- 
runter und darüber. Unter der Lippe Reifen, auf 
der Lippe Strichgruppen, innen Firnisband. Rein 
geometrische Ornamentik. Vorstufe von Fikel- 
lura? — Abgeb. Ath. Mitt. 1897, S. 238, Fig. 6; 
vgl. auch Ath. Mitt. 1903, S. 192. 
457. Abb. 59. (G). 

H. 0,13. Br. 0,22. Ton sehr grob, ziegelrot, Über- 
zug gelb; große goldene Glimmerstückchen darauf; 
Firnis grau, teilweis rötlich. Fragment einer Hals- 
amphora mit zweiteiligen Henkeln. Schulter- 
bild A größtenteils erhalten: Zwei bärtige, geflügelte 
Sphingen gegeneinander schreitend. Sie tragen 
Barette. Viel aufgesetztes Rot, Ritzung aber nur an 
den Sprunggelenken der Hinterbeine, sonst Aus- 
sparungen, zum Teil ganz geringen Umfangs, wie an 
den Oberschenkeln. Als Füllornamente Punkt- 
rosetten und runde Firnistupfen mit geritztem Kreuz. 
Füllornamente erhalten. Um den Hals läuft unten ein 




Abb. 58. 

Auf B nur zwei Tierhinterteile und 
Firnisband, darüber beiderseits ab- 




Abb. 59. 



wärts gerichtete Strahlen. Henkeloberseite gefirnißt. Nur vom unteren Ansatz des in der 
Abbildung linken Henkels gehen Firnisbänder nach oben als Bildabschluß. Unbekannte 
orientalisierende Gattung. 



Jüngere jonische Gefäße mit Reifenschmuck. 



Die Gattung umfaßt höchst einfach verzierte Vasen, hauptsächlich Amphoren, Schalen, Kraterisken und 
einige andere kleinere Gefäßformen. Ihr Verbreitungsgebiet, das größtenteils mit dem milesischen Handels- 
bereich zusammenfällt, ist außerordentlich weit, ihr Herstellungsort — vielleicht waren es auch mehrere — 
ist unbekannt. Daß die Kraterisken samisch sind, wie Böhlau und Prinz annahmen, ist nicht zu erweisen. 
In der Literatur erwähnt ist die Gattung bei Böhlau »Nekropolen« S. 135 und 143; von Dragendorff in 
»Thera« II, S. 207 und 218; von Prinz in »Naukratis« S. 81, hier unter dem Titel »Feine, nur mit Firnis- 
bändern verzierte Tonware«, wobei der Vertrieb durch Milet aber ebenfalls für sehr wahrscheinlich gehalten wird. 
Unsere Sammlung ist besonders reich an Schalen und Kraterisken dieser Gattung. Wohl alle stammen aus Etru- 
rien. Funde in Etrurien legen die Vermutung von Imitation nahe. Amphoren sind tatsächlich zahlreich imitiert 
worden, wovon unsere Sammlung Proben besitzt; möglicherweise befinden sich auch unter den Schalen und Kra- 
terisken nachgeahmte Stücke. Flüchtigkeit und Grobheit der Ausführung sind indes keineswegs allein Indizien 
für Imitation, da im Osten Exemplare jeder Qualität gefunden worden sind. Wir haben alles, was sich durch 
Parallelen aus östlichen oder sizilischen Funden belegen läßt, unter diese jonische Gruppe eingereiht. 



Amphoren. 

460. Taf. 17. (568.) 

H. 0,225. U. 0,425. Ton orangegelb und glimmerig, Firnis glänzend schwarzbraun. Flacher 
Fuß, stark nach unten sich verjüngender Körper, ziemlich wagrechte Schulter, runde, steile Henkel, 
einfache wulstige Mündung. Oberfläche des Fußes und unterste Körperpartie gefirnißt; um den 
größten Umfang drei Firnisbänder. Henkel außen, Mündung mit Ausnahme der Lippe gefirnißt, 
ebenso der Hals innen. Unter dem Fuß eingekratzte Marke: 




461. (572.) 

H. 0,205. U- °>395- Wie 460, aber schmälere Bänder und höhere Firnispartie über dem Fuß. 

462. (574.) 

H. 0,20. U. 0,4.0. Wie 461. 

463. (573.) 

H. o,2i. U. 0,405. Wie 461. Sehr schlanker Hals. Unter dem Fuß eingekratzte Marke: T^r"" 

464. Taf. 17. (577.) 

H. 0,18. U. 0,37. Wie 461. Sehr knappe Mündung. 

465. Taf. 17. (580.) 

H. 0,155. U. 0,285. Firnis teilweise rotbraun. Etwas schlankere Form. Mündung flach und 
hoch, Henkel etwas gebogen. 

466. Taf. 17. (579.) 

H. 0,135. U- °>33- Ton braungelb, Firnis braun und schwarz. Weitbauchige, etwas gedrückte 
Form. Sehr flacher Echinusfuß, bandförmige Henkel, dünner Hals, die Mündung ist deutlich 
vom Hals abgesetzt. Firnisverteilung wie bei vorigen, aber auch die Lippe gefirnißt. 



Tafel 17 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



* 



— 47 — 



467. Taf. 17. H. 0,36. U. 0,90. Ton orangefarben, Firnis metallisch glänzend. Etwas erhöhter profilierter 
Fuß, eiförmiger weiter Körper mit plastischem Halsring, rundliche Henkel, echinusförmige Mün- 
dung. Fuß oben gefirnißt, ebenso untere Körperpartie, darüber zwei Firnisbänder und ein Reifen. 
Um den größten Umfang drei Firnisbänder zwischen zwei Reifen. Mündung gefirnißt bis auf 
Lippe. Hals innen gefirnißt, aber ein tongrundiger Reif ausgespart. Henkel auf der Oberseite ge- 
firnißt. Auf Schulter eingekratzt. 



\ 

468. (G.) 

H. 0,38. U. o,go. Ton orangefarben, Firnis metallisch glänzend. Fuß, ein Henkel, Teile des 
Körpers und Halses ergänzt. Wie 467, aber unten am Körper ein Firnisband weniger. Auf der 
Schulter eingekratzt: 



N 

469. Taf. 19. (811.) 

H. 0,085. U- °> I 9- Ton orangefarben und glimmerig, Firnis unregelmäßig, rotbraun und grün- 
lichschwarz. Etwas zersprungen. Amphoriskos mit sehr stark nach unten verjüngtem Körper, 
Echinusfuß, kleinen runden Henkeln, dünnem Hals mit steiler Mündung. Ganz gefirnißt bis auf 
den Fußrand, den tongrundigen Reif in Schulterhöhe (mit zwei roten Reifchen) und den Hals. 

470. Taf. 19. (812.) 

H. 0,08. U. 0,175. Ton rotgelb und etwas glimmerig. Firnis grünlich, bräunlich, schwärz- 
lich. Ein Drittel des Fußes fehlt. Amphoriskos mit rundlicherem eiförmigem Körper, flachem 
Fuß und hohen Henkeln. Fast ganz gefirnißt, tongrundig der Fuß unten, der Rand, sowie die 
unterste Körperpartie, darauf ein Firnisreif. Um Körpermitte ein roter zwischen zwei weißen 
Reifen (auf Firnisgrund). 





Kannen. 

471. Taf. 17. (A. 843, 1). Angeblich ebenso wie die drei folgenden in einem klazomenischen Sarkophag gefunden. 

H. 0,27. U. 0,655. Ton ziegelrot und glimmerig, Firnis rotbraun bis schwarzbraun. Weit- 
bauchige Kanne mit knappem Echinusfuß, niedrigem zylindrischen Hals und hohem Bandhenkel 
mit Vertiefung. Fuß oben gefirnißt; zwei Firnisbänder auf Körper, eines um Mündung. Auf Schulter 
Wellenband. Lippe und Oberseite des Henkels gefirnißt. 

472. Taf. 17. (A. 843, 2). 

H. 0,26. U. 0,60. Ton ziegelrot, sehr steinig und glimmerig, darüber ein weißlicher Überzug, 
Firnis mattgrau und rot. Ovale Kanne mit knappem Echinusfuß, ohne eigentlichen Hals mit 
Kleeblattmündung und etwas erhöhtem runden Henkel. Fuß gefirnißt, Firnisreifen verschiedener 
Dicke auf Körper, auf Schulter Wellenmuster wie bei 471, Henkel und Lippe gefirnißt. 

473. Taf. 17 (A. 843, 3). 

H. 0,25. U. 0,61. Ton graurosa, steinig und glimmerig, weißlicher Überzug, Firnis graubraun, 
matt. Ovale Kanne mit knappem Echinusfuß, ohne eigentlichen Hals, mit Kleeblattmündung, 
breitem Bandhenkel und zwei kleineren seitlichen Henkeln (Hydria). Gefirnißt Fuß oben, zwei 



48 - 



Firnisbänder auf Bauch. Auf Schulter liegendes 00, darüber Firnislinie, rückwärts zwei Bogen, 
Lippe gefirnißt, auf Henkelrücken Querstriche, darüber zwei Bogen aneinander, der Rücken 
der Seitenhenkel ganz gefirnißt. 

474. Taf. 17. (A. 843,4). 

H. 0,26. U. 0,59. Fuß und Lippe etwas verletzt. Wie 473 in Material und Form, auch Dekoration 
gleich, nur überoc-Linie Wellen, auf Schulterrückseite zwei Haken. Auf Henkelrücken Querstriche. 

475. Abb. 60. (465.) 



H. 0,215. U. 0,475. Ton stumpfgelb, etwas 
glimmerig, Firnis rotbraun und schwarzbraun. 
Weitbauchige Kanne mit Echinusfuß, feinem 
plastischen Halsring, Kleeblattmündung und 
rundem Henkel. Lippe mit Rille. Fuß oben ge- 
firnißt, darüber unregelmäßiger Firnisreif. Zwei 
feine Firnisreifen, Firnisband, drei feine Reifen, 
Band, zwei feine Reifen. Übergang von Schulter 
zum Hals breit gefirnißt. Von dieser Firnispartie 
gehen nach unten feine unregelmäßige Stäbchen 
aus. Lippe gefirnißt. Henkel gefirnißt; um den 
untern Henkelansatz eine nach oben offene Fir- 




. , Abb. 60. Abb. 61. 

nisumrahmung gelegt. 
475 a. Abb. 61. (1554.) 

H. 0,155. U. 0,32. Ton dunkelgelb, glimmerig, Firnis grünlich glänzend. Kanne mit eiförmigem 
Körper und knappem Fuß. Schulter in Hals übergehend. Flacher Henkel. Fuß und Körper 
bis zur Schulter gefirnißt, nur ein tongrauer Reif unter der Schulter. Auf der Schulter rohe Stäbe. 
Hals unten tongrundig, Mündung außen und innen gefirnißt, obere Henkelhälfte gefirnißt. 



Krüge. 

476. Abb. 62. (St. 59.) Aus Italien. 

H. 0,22. U. 0,34. Ton sehr grob und steinig, auch glimmerig, stumpfgelb und rötlich. Die 
oberen Gefäßpartien scheinen einen Überzug zu tragen oder wenigstens sorgfältigere Glättung. 



Ziemlich schlanker, von der Schulter nach unten zu- 
laufender und ohne Fuß endigender Körper, abge- 
setzter, nach oben etwas erweiterter Hals, etwas über 
die Mündung sich erhebender, breiter Schiingenhenkel. 
Bemalung mit rotbrauner Farbe: Band über Stand- 
fläche, auf unterer Körperpartie, drei Bänder unter 
Schulter, auf Schulter Wellenlinie. Um Halsansatz Band, 
auf Mündung Wellenlinie, Lippe gefärbt. Auf Henkel- 
rücken Längslinie und drei Querlinien. — Vgl. Böhlau 
»Nekropolen« S. 149 und Berliner Vasenkatalog Nr. 206. 
477. Abb. 63. (St. 58.) Aus Italien. 

H. 0,30. U. 0,44. Ton dunkelgelb etwas glimmerig, 
Firnis braun, unregelmäßig. Hals und Körper in- 




einander übergehend, kein Fuß; breiter Schlingen- Abb. (.2. Abb. 63. 

henkel mir ganz wenig über die Mündung aufsteigend. 

Dreimal zwei Firnisbänder auf der unteren Körperpartie, auf Hals horizontale Wellenlinie 
zwischen zwei beiderseits neben dem Henkel befindlichen Vertikalen, unter Lippe Firnisband, 
Lippe gefirnißt, auf Henkelrücken Längsband, der obere Henkelansatz ganz gefirnißt. — 

Vgl. zu 476. 



49 — 



478. Taf. 19. (1688.) 

H. 0,123. U. 0,195. Ton braungelb und glimmerig, Firnis metallisch glänzend, aber nicht 
besonders gut. Form wie 477, aber mit hohem Schlingenhenkel. Nur der obere Teil des Gefäßes 
gefirnißt mit unregelmäßigem unteren Abschluß. — Vgl. zu 476. 



Schalen. 

Tiefe bauchige Form; niedriger Rand, ungestielter Fuß. Unter dem Fuß am Schalenboden meist ein 

gedrehter Dorn. 

480. Taf. 18. (1333.) 

H. o,oy. D. o,iy. Stumpfgelber Ton, Firnis grünlich, stellenweise etwas rötlich. Es fehlt ein 
Stückchen vom Rand. Niedrige Schale mit ringförmigem Fuß und niedrigem Rand. Tongrundiges 
Band über dem Fuß und in Henkelhöhe; auf Innenrand tongrundiger Reif. Rote Reifen auf 
Firnisgrund innen und außen. 

481. Taf. 18. (1797.) 

H. 0,205. D. 0,16. Dunkelgelber, stark glimmeriger Ton, metallischer Firnis. Von der Lippe 
bis zur oberen Henkelansatzhöhe ist ein dunkelroter Überzug auf den Tongrund gesetzt. Rand- 
und Fußpartie ergänzt. Sehr tiefe Schale, Echinusfuß mit geradem Profil. Henkel etwas auf- 
wärts gerichtet. Tongrundiger Reif in Henkelhöhe, darüber Firnisreif auf dem dunkelroten Über- 
zug. Auf Rand außen fast verblaßte Firnisreifchen. 

482. Abb. 64. (G.) 

H. 0,12. D. 0,23. Mattgelber Ton, schlechter Firnis, meist braun, vielfach abgefallen. Zu- 
sammengesetzt. Randstücke fehlen. Fuß nach unten stark ausladend mit breiter Standfläche. 
Kleiner Dorn. Rand etwas gewölbt. In Henkel- 



höhe tongrundiges Band. Rand außen bis auf 
Lippe tongrundig, innen tongrundiger Reif. In 
Schalentiefe breites tongrundiges Band mit Fir- 
nisreifen darauf. 
483. (1604.) 

H. 0,13. D. 0,235. Ganz blasser Ton; mäßiger 
Firnis. Zusammengesetzt und überschmiert. Fuß 




und ein Henkel modern. Form ähnlich wie 482, Abb. 64. 

Schale aber tiefer. Tongrundiger Reif in halber 

Schalenhöhe und in Henkelhöhe. Untere Randpartie tongrundig. Innen, auf dem oberen Rand 
tongrundiger Reif. In der Schale innen zwei tongrundige Bänder mit Firnisreifen, ganz unten 
tongrundige Scheibe mit drei Firnisreifen. 

485. Taf. 18. (1315.) 

H. 0,085. D- 0,17. Ton orangegelb, Firnis grünlich. Ein Fußstückchen fehlt. Weitausladende 
Schale, nach unten stark erweiterter Fuß mit breiter Standfläche. Kleiner Dorn. Tongrundiger 
Reif in halber Schalenhöhe und in Henkelhöhe, Rand bis auf Lippe tongrundig. Feine, fast ganz 
verblaßte Firnisreifen darauf. Innen: am Rand oben tongrundiger Reif, in der Schale oben ton- 
grundiges Band mit Firnisreif, in der Tiefe große tongrundige Scheibe mit drei Firnisreifen. 

486. (1318.) 

H. 0,08. D. 0,16. Form und Dekoration genau wie 485. Zusammengesetzt. 

487. (1332.) 

H. 0,075. D. 0,15. Orangegelber Ton, mäßiger Firnis. Zusammengesetzt, Fuß restauriert. 
Form wie 485. Tongrundiger Reif in Henkelhöhe und auf unterer Randhälfte, sowie auf 
Innenrand. 



— 50 - 



488. (1334.) 

H. o,og. D. 0,17. Graugelber Ton, grünlicher Firnis. Form wie 485. Tongrundiges Band in 
Henkelhöhe. Rand tongrundig mit feinen blassen Firnisreifen. Tongrundiger Reif oben auf der 
Innenseite des Randes. 

489. Taf. 18. (1335.) 

H. 0,085. D. 0,16. Orangegelber Ton, metallischer, etwas grünlicher Firnis. Sehr flacher Fuß 
und sehr tiefe Schale. Ganz kleiner Dornansatz. Tongrundiger Reif in Henkelhöhe. Rand ton- 
grundig mit feinen, stark verblaßten Firnisreifchen. 

490. (1336.) 

H. 0,075. D. 0,155. Orangegelber Ton, grünlicher Firnis. In Henkelhöhe zwei feine Löcher 
zum Zusammenhalten eines Sprunges mit Draht. Stückchen vom Fußrand fehlt. Form wie 485. 
Kein Dorn. Tongrundiges Band in Henkelhöhe. Untere zwei Drittel des Randes tongrundig. 
Auf Randinnerem oben tongrundiger Reif. 

491. Abb. 65. (G.) 

H. 0,135 (Höhe der unteren vollständigen Schale 0,085). D - 0,165. 
Orangegelber Ton, grünlicher Firnis. Aus Fragmenten zu- 
sammengesetzt. Es fehlen Stücke aus der unteren Schalenwan- 
dung und an der oberen Schale Randstücke. Doppelschale. 
Die obere Schale ist mit ihrer oberen Hälfte auf die untere 
angedreht. An der betreffenden Stelle innen tongrundiger 
Reif, ebenso außen. Sonstige Dekoration wie bei voriger. 
Kein Dorn. — Ähnliche Form: Petrie, »Naukratis« 1 1, Taf. VI 1, 1 
Text S. 41, B, a 2. 

492. Taf. 18. (1170.) 

H. 0,085. D- 0 ,!65. Orangegelber Ton, Firnis auf der Außen- 
und Innenseite unten rot, sonst stumpf schwarz. Sehr feines Stück. Schön geschwungenes Fußprofil, 
kleine Warze innen; knapper Rand. Unter Fuß zwei rote Firnisreifen, Warze rot gefirnißt. Unter 
Henkelhöhe tongrundiger Reif, in Henkelhöhe tongrundiges Band. Rand bis auf Lippe ton- 
grundig. Auf Innenwand oben tongrundiger Reif. 

493. Taf. 18. (1337.) 

H. 0,065. D. 0,11. Stumpfgelber Ton, Firnis stumpfschwarz. Ein Henkel ergänzt. In Henkel- 
höhe und oben auf Innenrand tongrundiger Reif. Unter Henkelhöhe, auf Rand oben und in der 
Mitte des Randinnern, sowie in halber Schalentiefe weiß-rot-weiße Reifen. — Zwei gleiche Stücke 
in Syrakus (in Grab 200 mit protokorinthischer Ware zusammengefunden; vgl. Notizie degli 
scavi 1895, S. 131). 

494. Fragmentevonne u n größeren und kleineren Schalen ganz gleicher Art wie 493. Vier 
davon sind ergänzt. In Fragmenten auch eine größere Anzahl von Schalen gleicher Form und 
Technik, die aber nur einen tongrundigen Henkelstreif und tongrundige Lippe haben. 

Seichtere Form, gestielter Fuß. 

500. (1331.) 

H. 0,075. D. 0,14. Dunkelgelber Ton, schlechter Firnis. Zusammengesetzt und sehr verschmiert. 
Innen roter Brandring. Fuß nach unten stark erweitert, breiter Standring, innen kegelförmig; nur 
erst ein leichter Ansatz zu einem Stiel. Streif in Henkelhöhe und Rand bis auf Lippe ton- 
grundig. Nur auf einer Seite ist der Absatz von Schale zum Rand gefirnißt, darüber nochmals 
eine unregelmäßige Firnislinie. Randinneres oben tongrundig. In der Schalentiefe tongrundige 
Scheibe mit Firnisring. 

501. (1341.) 

//. <>.o(). I). 0,15. Grünlich- und rötlichgelber Ton, roter Firnis. Etwas geflickt. Form wie 500. 
Henkelstreif tongrundig, darüber Firnisreif, die unteren zwei Drittel des Randes tongrundig, ebenso 
Lippe. Innenrand und Schalentiefe bis auf tongrundige Scheibe mit Firnisreifen gefirnißt. 




Tafel 18 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



LI0KAK1 

UNIVERSIT> OF (LI INOh 



51 — 



502. (1342.) 

H. 0,08. D. 0,135. Rötlichgelber Ton, roter Firnis. Form und Dekoration wie 500, die Scheibe 
in der Schalentiefe trägt aber nur einen Firnisreif. Brandring. 

503. (1314.) 

H. 0,0g. D. 0,145. Orangegelber Ton, grünlichbrauner Firnis. Etwas geflickt. Form wie 500, 
Fuß etwas mehr gestielt. Unter Henkelhöhe tongrundiger Reif. In Henkelhöhe tongrundiges 
Band, darüber Firnisreif, Rand bis auf Lippe gefirnißt. Innenrand oben tongrundig. In der Schalen- 
tiefe tongrundige Scheibe mit drei Firnisreifen. 

504. (1346.) 

H. 0,0g. D. 0,15. Dunkelgelber Ton, schwärzlicher Firnis. Geflickt und teilweise überschmiert. 
In Henkelhöhe tongrundiges Band, darüber Firnisband. Rand tongrundig bis auf Lippe. Auf 
Innenrand oben ganz schmaler tongrundiger Reif. 

506. (1330.) 

H. 0,10. D. 0,165. Stumpfgelber Ton, grünlicher Firnis. Ein Henkel modern. Fuß mit deut- 
licher Stielbildung, Form sonst wie 504. Tongrundiger Reif unten auf der Schale. Ton- 
grundiges Band in Henkelhöhe, darüber Firnisreif. Rand bis auf Lippe tongrundig. Auf Innen- 
rand oben tongrundiger Reif. In der Schale dicht unter dem Randabsatz ein tongrundiger Reif, 
ein zweiter in der Tiefe und ein dritter ganz enger um das tongrundige Zentrum. 

507. (1319.) 

H. 0,11. D. o,ij. Ton dunkelgelb, Firnis metallisch. Sehr verschmiert und geflickt. Form wie 
504. Tongrundiger Reif in halber Schalenhöhe; tongrundiges Band in Henkelhöhe, da- 
rüber Firnisreif. Rand bis auf Lippe tongrundig. Innenrand tongrundig bis auf Firnisreif hoch 
oben. In der Schalentiefe tongrundige Scheibe mit Firnisring und Zentrum. 

508. (1312.) 

H. 0,10. D. 0,16. Orangegelber Ton, metallischer Firnis. Etwas restauriert. Form und Deko- 
ration wie 507. Auf dem tongrundigen Innenrand zwischen zwei Firnisreifen viele ganz 
feine, fast verblaßte Firnisreifchen. 

509. (1326.) 

H. 0,12. D. o,iy. Ton orangegelb, Firnis unregelmäßig. Etwas geflickt und überschmiert. 
Form und Dekoration wie 507. 

510. (1327.) 

H. 0,11. D. 0,165. Ton rötlichgelb, Firnis metallisch. Ergänzt, Fuß angesetzt. Form und 
Dekoration wie 507. 

511. Tat. 18. (1328.) 

H. 0,10. D. 0,15. Orangegelber Ton, metallischer Firnis. Etwas restauriert. Dorn in der Fuß- 
röhre. Form und Dekoration wie 507. 

512. (1325.) 

H. o,og5. D. 0,145. Orangegelber Ton, metallischer Firnis. Mehrfach restauriert. Form und 
Dekoration wie 507. 

513. (1317.) 

H. 0,10. D. 0,16. Ton orangegelb, Firnis metallisch. Rand verzogen beim Brand. Etwas ge- 
flickt. Form und Dekoration wie 507. 

514. Taf. 18. (1321.) 

H. o,og$. D. 0,155. Dunkelgelber Ton, bräunlicher und grünlicher Firnis. Etwas geflickt, 
Fußrand verletzt, Fuß angesetzt (zugehörig?). Kein Dorn erhalten. Form und Dekoration 
wie 507, aber die unteren zwei Drittel des Außenrandes gefirnißt. 

521. Taf. 18. (1316.) 

H. 0,0g. Ü. 0,15. Rötlichgelber Ton, schlechter, grünlicher Firnis. Fuß etwas beschädigt. 
Form und Dekoration wie 507, Schalentiefe aber ganz gefirnißt. 

522. Taf. 18. (1658.) 

H. 0,08. D. 0,15. Rötlichgelber Ton, schlechter Firnis. Stückchen vom Rand ergänzt. Niedriger 
Fuß mit breiter Standfläche und Dorn. Form sonst wie 507. In halber Schalenhöhe tongrun- 



52 



diger Reif, in Henkelhöhe tongrundiges Band, darüber Firnisreif, auf einer Seite doppelt. Auf 
tongrundigem Rand Zweig mit wechselständigen nach rechts geneigten Blättern und weißen 
Punkten auf Zweig. Lippe gefirnißt. Innenrand tongrundig mit feinen blassen Reifchen zwischen 
zwei kräftigen Firnisreifen. In der Tiefe tongrundige Scheibe mit drei feinen und einem breiten 
Firnisring. 

523. Taf. 18. (1320.) 

H. o,i. D. 0,16. Ton rötlichgelb, Firnis grünlich. Stückchen vom Rand ergänzt. Fuß höher gestielt. 
Sonst in Form und Dekoration wie 507, aber die Schalentiefe ganz gefirnißt. Ein technisch vor- 
zügliches Randfragment gleicher Art unter den Scherben. — Böhlau, Nekropolen S. 135. Petrie, 
Naukratis II, S. 43 C, a 3. 

524. (1322.) 

H. 0,085. Oi 1 5- Rötlichgelber Ton, schlechter Firnis. Restauriert. Form wie 522. In 
halber Schalenhöhe tongrundiger Reif, in Henkelhöhe tongrundiges Band. Rand bis auf Lippe 
tongrundig. Innenrand gefirnißt bis auf tongrundigen Reif oben. In Schalentiefe tongrundiges 
Band mit zwei Firnisreifen, tongrundige große Scheibe mit drei Firnisreifen. 

525. Taf. 18. (1324.) 

H. 0,115. D. 0,16. Dunkelgelber Ton, metallischer Firnis. Mehrfach restauriert, ein Henkel 
modern. Fuß eingesetzt; zugehörig? Schalenform etwas weniger bauchig als 522. Dekoration 
außen wie 524. In der tongrundigen Schalentiefe aber zahlreiche Reifen und Reifchen in drei 
Dicken. (Siehe Innenansicht Taf. 18.) 

526. (G.) 

H. 0,125. D. 0,20. Ton rötlichgelb, Firnis grünlichbraun. Zusammengesetzt, ein Henkel und 
Schalenstücke fehlen. Fuß mäßig hoch mit kurzem Dorn. Weitbauchige Form, Dekoration außen 
wie 525, innen der Rand gefirnißt bis auf tongrundigen Reif oben. In der Schalentiefe große 
tongrundige Scheibe mit zwei kräftigen und vielen feinen blassen Firnisreifen. 

527. (1022.) 

H. (ohne Fuß) 0,07. D. o,ig5. Orangegelber Ton, metallischer Firnis. (Nicht zugehöriger, attischer 
Fuß modern angesetzt.) Schalenrand etwas ergänzt. Wenig ausladende Schale. Unter Henkel- 
höhe tongrundiger Reif. In Henkelhöhe tongrundiges 



Band, darüber Firnisreif. Rand bis auf tongrundigen 
Reif unter Lippe gefirnißt. Innenrand tongrundig mit 
feinen blassen Reifchen zwischen zwei kräftigen. In 
der Tiefe kleine tongrundige Scheibe mit Firnisring. 

529. Taf. 18. (1313.) 

H.0,1. D.0,15. Orangegelber Ton, metallischer Firnis. 
Fuß eingesetzt, aber zugehörig, Dorn abgebrochen, 
Henkel restauriert. Form und Außendekoration wie 
527, aber bis auf Lippe tongrundiger Rand. Innen- 
rand gefirnißt bis auf tongrundigen Reif oben. Die 
ganze Schalentiefe tongrundig, von feinen, aber kräftigen 
Firnisreifen ganz regelmäßig bedeckt, nur um Zentrum 
ein dickerer Reif. (Siehe Innenansicht Taf. 18.) 

530. Taf. 18 (1043 Cand.) J. 734. 

u. Abb. 66. H. 0,11. D. o,iy. Dunkelgelber Ton, stumpfschwarzer 




Firnis. Zusammengesetzt und mehrfach übermalt. Abb. (.6. 

Form und Außendekoration wie 527, aber auf Henkel- 
streif von den Henkeln ausgehend beiderseits je eine kleine Palmette an Ranke (mit Rot und 
Ritzung). Innenrand gefirnißt bis auf tongrundigen Reif oben. In der Schalentiefe Bild, umrahmt 
von einem Band kleiner Strahlen zwischen zwei Firnisreifchen. Greif n.l., halb aufgerichtet, die 
Vorderpranken gegen den Bildrand stemmend, mit dem rechten Hinterbein auf eine Ranke (Ende 
nicht erhalten) tretend, Kopf umgewandt, Flügel geknickt erhoben. Auf Bauch, Flanke und 
Hinterteil rote Streifen und Ritzlinien, Schwungfedern geritzt, Flügelband weiß, der Bug mit 



53 



feinen, kurzen Ritzlinien zur Angabe der Flaumfedern. Falten am Hals geritzt. Der obere 
Rand des geöffneten Schnabels rot, ebenso die aufgebogene Zunge. Auf der Nase ein großer 
knospenförmiger Auswuchs mit rotem Kelch. Auge eingeritzt; auch an Ohren und Beinen Ritzung. 
Feine Vorzeichnung an Kopf , rechter Vorderpranke, Flügel und Hinterbeinen. — Vielleicht italisch. 

531. Taf. 19. (831.) 

H. 0,065. D- °> I0 5- Ton dunkelgelb und glimmerig, Firnis grünlich glänzend. Ziemlich schwer 
und derb. Mehrfach in den Ton eingedrehte Ringe. Kleine Schale ohne Henkel mit 
wulstigem Rand und hohem Fuß mit breiter Standplatte. Fuß oben gefirnißt, breites Firnisband 
außen auf Schale, Rand und Schale innen gefirnißt; Lippe tongrundig. 



Krateriskoi. 

532. Taf. 19. (606.) 

H. 0,11. U. o,2j. Ton orangefarben und glimmerig, Firnis metallisch glänzend. Etwas geflickt. 
Henkelloser kleiner Becher mit kugeligem Körper, gestieltem Fuß mit breiter Standfläche, 
zylindrischem Hals und horizontaler, flacher Mündung. Gefirnißt die Oberfläche des Fußes. Auf 
Körper fünfmal zwei feine Firnisreifchen, um die Mitte breites Band, dann zwei und ein feines 
Reifchen, auf Schulter schmales Band und Reifchen. Auf Mündungsfläche zwischen Reifen Firnis- 
band. Hals außen und innen gefirnißt. Lippe tongrundig. — Lau Tafel XXXII, 4. 

533. Taf. 19. (617.) 

H. 0,075. U. 0,165. Ton rötlichgelb, etwas glimmerig, Firnis rotbraun und grünlich schwarz. 
Fußrand etwas beschädigt. Firnis teilweise abgesprungen. Nach unten spitz verlaufender 
Körper, hoher Fuß, darüber scharf gedrehtes Profil, sehr weiter Hals mit horizontaler Mündung. 
Fast ganz gefirnißt. Tongrundig: Fußrand, drei Reifen auf Körper, Lippe, die mit Firnisreifen 
verzierte Mündungsoberfläche und Innenseite des Halses mit Ausnahme des oberen Randes. Sehr 
leichtes und feines Stück. 

534. Taf. 19. (619.) 

H. 0,065. U- °> J 7- Ton bräunlich, etwas glimmerig, Firnis braun, teilweise abgerieben. Zu- 
sammengedrückter Körper, trompetenförmiger Hals und flache Lippe. Fuß ähnlich wie Hals und 
Mündung. Fuß oben mit Firnisband und zwei Reifen. Um Körpermitte Band zwischen zwei 
Reifen. Auf Hals zwei Reifen, Mündung unten gefirnißt, oben tongrundig, im Halsinnern oben 
Firnisband. 

535. Taf. 19. (607.) 

H. 0,10. U. 0,265. Ton dunkelgelb, glimmerig, Firnis metallisch. Etwas geflickt. Der Körper 
geht ohne eigentlichen Absatz in den gestielten Fuß über. Hals abgesetzt und ziemlich niedrig, 
Lippe rundlich. Fuß und unterste Körperpartie gefirnißt. Auf Körper vier Stabrosetten mit Ring- 
mittelpunkt. Oberste Schulterpartie Hals, Mündung und Hals innen gefirnißt. 

536. Taf. 19. (608.) 

H. 0,105. U. 0,265. Wie 535, aber die Fußröhre allmählich in die konische Form übergehend, 
während bei 535 der Kegel scharf gegen die Standfläche absetzt. 

537. Taf. 19. (609.) 

H. 0,125. U. 0,42. Ton braungelb, Firnis sehr dünn bräunlich. Einige Stückchen weggesprungen. 
Ungewöhnlich dickwandiges, schweres Stück. Fuß nach unten nur wenig ausladend. Körper ziem- 
lich gedrückt, Hals weit. Das ganze Gefäß ist mit einer dünn aufgetragenen Wellenmaserung be- 
deckt; auch das ganze Innnere ist leicht mit Firnis überstrichen. Diese Maserung bedeutet offenbar 
Stein- oder Glasimitation, wie Bühlau, Nekropolen S. 145, nachgewiesen hat. 

538. Taf. 19. (822.) 

H. 0,115. U. 0,32. Ton rotgelb, Firnis hellbraun bis schwarz. Stück der Mündung fehlt. Fuß 
in Form eines abgestumpften Kegels, die Seiten etwas gewölbt, Körper wenig gedrückt, ohne 



54 



merklichen Absatz in den Hals übergehend. Fuß, Hals außen und innen, Mündung unten und 
Lippe flüchtig gefirnißt, der Körper und die obere Mündungsfläche gemasert. 

539. Taf. 19. (616.) 

H. 0,075. U. 0,215. Ton rötlich, stark glimmerig, Firnis rot. Fuß wie bei 538, Körper etwas ge- 
drückter, Hals scharf abgesetzt, nach oben stark erweitert. Das ganze Gefäß, auch der Hals innen 
gefirnißt, am Körper zeigen sich dunklere Reifen auf hellerem Firnisgrund. — Lau Taf. XXXII, 4a. 

540. Taf. 19. (605.) 

H. 0,105. U. 0,30. Ton gelb, Firnis bräunlich. Geflickt. Form ähnlich wie 539, Hals aber 
etwas steiler. Fuß oben gefirnißt. Auf Körpermitte Firnisband zwischen zwei Firnisreifen, auf 
Schulter Firnisreif. Hals und ein Teil der Mündungsunterseite gefirnißt. Auf Mündungsfläche 
oben und im Hals oben Firnisreif. 

541. Taf. 19. (610.) 

H. 0,105. U. o,jo. Ton orangegelb, Firnis braun bis schwärzlich. Form ähnlich wie die vorigen, 
Hals aber nicht deutlich abgesetzt, in der oberen Körperhälfte geriefelt. Fuß oben gefirnißt. Auf der 
oberen Körperpartie drei Firnisstreifen mit drei weißen wechselnd; die Streifen entsprechen den 
Riefen. Hals außen und innen, sowie untere Mündungsfläche streifig gefirnißt. 

542. Taf. 19. (615.) 

H. 0,09. U. 0,25. Ton stumpfgelb, Firnis grünlichbraun. Form ähnlich wie 541, Fuß aber 
fast zylindrisch, Mündung etwas dick. Obere Körperpartie, Hals und ganze Mündung gefirnißt. 

543. Taf. 19. (611.) 

H. 0,12. U. 0,255. Ton rötlichgelb und glimmerig, sehr weich, Firnis rot, vielfach abgefallen, 
Form ähnlich wie 535, Körper aber noch spitzer nach unten zulaufend. Plastischer Halsreif, Hals 
sehr hoch. Das ganze Gefäß von der Fußoberfläche bis oben in den Hals gefirnißt. 

544. Taf. 19. (613.) 

H. 0,10. U. o,iy. Ton stumpfgelb, Firnis rot; teilweis abgesprungen. Sehr schlanke Form, 
Körper sehr spitz nach unten zulaufend und unmittelbar in den Fußstiel übergehend. Ganz ge- 
firnißt mit Ausnahme des Fußprofils und der Schulter. Auf letzterer drei Firnisreifchen, zwischen 
den beiden unteren Stäbchengruppen. 

545. Taf. 19. (612.) 

H. o,n. U. 0,205. Ton graugelb, Firnis rot, vielfach abgesprungen. Form ähnlich wie 544, 
aber Fußplatte vom Stiel deutlich abgesetzt, Schulterprofil kantiger, Hals etwas weiter und nach 
oben etwas ausladend. Ganz gefirnißt bis auf Fußprofil und Schulter. Auf letzterer Zickzack- 
band. — Lau Taf. XXXII, 5 



„Kothone". 

548. Taf. 19. (1962.) 

H. 0,06. D. o,ij. Ton rötlich und sehr glimmerig, Firnis rotbraun und grünlichschwarz. 
Niedriger Ringfuß und ein horizontaler Bogenhenkcl, flankiert von zwei Zapfen. Unter dem 
Fuß Firnisringe, Fußrand gefirnißt. Unter dem Henkel Firnisreif umlaufend. Über dem 
Henkel Doppelpunktband und vertikale Zickzacklinie. Gerade über dem Henkel statt Zick- 
zack sechs funkte. Der eingekrempte Rand und das Innere gefirnißt, ebenso der Henkel und 
die Zapfenspitzen. — Lau Taf. X IV, 3. 

549. (1960.) 

H. 0,05. I). 0,155. Ton rötlich und glimmerig, etwas angefressen, Firnis schwarzbraun. Wie 
548. Henkel aber bandartig ans Gefäß gelegt, ohne Zapfen. Dekoration ähnlich wie bei voriger, 
aber auf Schulter nur Doppelpunktband. 



Tafel 19 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



— 55 — 



Ring-Guttus. 

550. Taf. 19. (St. 148.) Aus Sammlung Vogell. 

H. o,io. U. 0,33. Ton rötlichgelb und glimmerig, Firnis rotbraun bis 
schwarzbraun. Bauchiger ringförmiger Guttus mit Lekythos- 
mündung und Henkel. Die innere Ringweite beträgt nur 1 cm. 



Schlauch- Alabastra. 

551. Abb. 67. (Antiquarium 268.) 

H. 0,21. U. 0,125. Ton rötlichgelb und glimmerig, Firnis braun. 
Drei Firnisbänder mit je zwei roten und drei weißen Reifen. Lippe 
gefirnißt. 

552. (Antiquarium 265.) 

H. 0,205. U. 0,125. Genau wie 551. 

553. Abb. 68. (Antiquarium 218.) 

H. 0,25. U. 0,13. Ton im Bruch ziegelrot und glimmerig, Firnis 
grauschwarz. Oberfläche grau (verbrannt). Plastischer Halsreif. Drei 
Firnisbänder mit je drei roten und zwei weißen Reifen. 



Klazomenisches Gefäß. 



Diese früher nur durch die bemalten Sarkophage bekannte Fabrik ist von Zahn, Athen. Mitt. 1898, 
S. 38 ff. auch als Vasenfabrik erwiesen worden. Eine Zusammenstellung aller inzwischen bekannt gewordenen 
klazomenischen Gefäße bei Prinz, Naukratis, S. 44 ff.. In den Antiken Denkmälern des Instituts II, Taf. 54 — 57, 
Abbildungen mit erläuterndem Text von Kjellberg. Unsere Sammlung enthält fünf Sarkophagränder, von denen 
vier bereits veröffentlicht sind (Jahrbuch des deutschen archäologischen Instituts 1905, S. 189 ff. und 1907, 
S. 102). Sie werden nicht im Katalog aufgeführt. Die Gefäße sind durch ein Prachtstück bisher unbekannter 
Form vertreten. 



Großes Deckelgefäß. 

570. Taf. 20. (St. 158.) Aus Kleinasien. 

H. 0,38, ohne Deckel 0,16. D. 0,4.6. Ton rosagelb, glimmerig, sehr weich; Firnis stumpfschwarz 
und rot. Stark fragmentiert, die Oberfläche vielfach sehr abgerieben. Ergänzt ist der Fuß fast 
ganz, von der Schüssel etwa ein Viertel, der Deckel zur Hälfte, vom Henkel eine Protome und 
der Bügel größtenteils. Immerhin ist die Form vollständig gesichert. Die Abbildung gibt die 
Vase rekonstruiert wieder. Zwei Löcher mit Resten von Blei in der Schüsselwand rühren von 
antiker Reparatur her. Schüssel mit niedrigem Ringfuß, nur wenig ansteigendem Boden, 
leicht nach außen geneigter gerader Wandung, unten und oben durch ein kantiges Profil 
begrenzt. Mündungsfläche etwas nach innen geneigt. Innenwandung glatt. Der Deckel kuppei- 
förmig gewölbt und mit kantigem Profil unten, innen Rand zum Halt auf der Schüssel. Über 
dem Profil ein Wulst. Der Henkel ist ein sechsteiliger Bügel mit je einer Frauenprotome am An- 
satz. Brennloch auf der Rückseite. In der Mitte unter dem Henkel eine runde Öffnung von 

I, 5 cm Durchmesser. Fuß oben und angrenzende Partie des Schüsselbodens gefirnißt, ebenso 
der äußere Rand des Schüsselbodens und die Unterseite des anstoßenden Profils. Auf der 
Außenseite des Profils einfaches Flechtband mit weißen (in der Abb. fehlend) und darauf kleinen 
Firnispunkten, Oberseite gefirnißt. Auf der Außenwand der Schüssel umlaufend ein Bildfries 
zwischen zwei Firnisbändern: Um einen Altar ein Reigen von 16 Frauen. Sie fassen 
sich an den Handgelenken, nur die zwei dem Altar zunächst stehenden, wo der Reigen unter- 
brochen ist, halten in der einen freien Hand einen Kranz. Soweit es bei der starken Zerstörung 
zu erkennen ist, sind alle Frauen gleich, alle sind beschädigt, eine fehlt ganz. Alle haben den auf 
klazomenischen Vasen üblichen kantigen Oberkörper, das eng anliegende Gewand mit der kleinen 
Schleppe, Ärmel bis zum Ellenbogen mit Öffnungen. Das Haar fällt im Nacken in zwei Zipfeln 
herab. Das Weiß des Gesichts, des Halses und der Arme ist auf den Tongrund aufgesetzt, die Füße 
sind gefirnißt, also beschuht gedacht. Eingeritzt ist der Gesichtskontur, Auge (mit Firnisstern), 
Braue, Ohr, Halsband, Gürtel und unterer Rocksaum. Der Altar auf niedrigem Unterbau 
besteht aus vier Quaderreihen, deren unterste rechts zu einer Stufe vorspringt. Bekrönt ist er 
von einem Blattstabfries und der einfachen obersten Platte. An den oberen Ecken vier durch 
weiße Tupfen gebildete Ringe (die beiden hinteren perspektivisch verschoben). Ob es sich um 
Henkel oder Kränze handelt, ist nicht zu entscheiden. In der Mitte auf der Platte ein Häufchen 
rote Glut. Auf dem oberen Profil der Schüssel außen zwei Reihen von Quadraten. Das gleiche 
Muster auf dem unteren Profil des Deckels. Der Deckelwulst gefirnißt. Auf der Wölbung um- 
laufend zwei Tierfriese getrennt durch breites Firnisband. Beide Friese nur zur Hälfte erhalten. 



Tafel 20 




Mtmchener Vasensammlun^ 



J. B. Obernetter, München. 



57 - 



Unterer Fries: In der Mitte Stier nach links zwischen zwei gegen ihn schreitenden Löwen. 
Links Panther nach links schreitend. Entgegen der Rest eines Tierkopfes. Rechts außen 
Stier? (sehr zerstört) gegen Panther. Oberer Fries: In der Mitte Kreuz von zwei 
seitlichen, sehr breiten Palmetten und zwei Lotospalmetten oben und unten, verbunden durch 
zweimal zwei liegende Schlingen. Dagegen beiderseits je eine Sirene mit aufgerolltem 
Flügel und weißem Gesicht. Weiter außen nochmals je eine Sirene mit umgewandtem Kopf, 
sonst wie vorige. In Henkelansatzhöhe der Rest eines Wasservogels. — Münchner Jahr- 
buch für bildende Kunst 1909, 2. S. 203. Archäol. Anzeiger 1910, S. 490. 



8 



Gefäße aus der Fabrik der Northampton-Amphora. 



Von dieser nach dem Hauptstück in der Sammlung N ort hampton auf Castle Ashby in England 
benannten Gattung sind außerdem nur noch die zwei Münchner Amphoren bekannt. Während das 
Northampton-Exemplar mit der kleinen Münchner Amphora 586 in Form und Dekoration aufs nächste verwandt 
ist, steht sie der Münchner Argosamphora 585 im Stil durchaus nahe. Die Ausführung des Münchner Gefäßes 586 
ist entschieden geringer und altertümlicher, womit nicht gesagt sein soll, daß das Stück auch wirklich älter ist. 
Zahn (Berliner Philol. Wochenschrift 1902, S. 1261 ff. und Archäolog. Jahrbuch 1908, S. 176) sieht in der 
Northampton-Gruppe die letzte von der westgriechischen, besonders der attischen Kunst beeinflußte Entwicklung 
der klazomenischen Gefäßmalerei. 



Amphoren. 

585. Taf. 21. (226 Cand.) J. 573. 
Abb. 69, 70. H.0,36. U.o.jo. Ton orangegelb, ganz fein glimmerig; Firnis grünlich glänzend. Etwas geflickt. 

Bauchamphora; Fußprofil oben eingezogen, Hals niedrig, kantige Mündung mit leicht eingezogenem 
Profil, Henkel rund. Fuß oben gefirnißt, darauf einige rote Reifchen. Darüber Doppelstrahlen, 
dann zwischen je drei Firnisreifchen Efeuband mit wechselnd schwarzen und roten Blättern. Firnis- 
partie mit dreimal zwei roten Reifen. Zwischen zweimal drei Firnisreifen Band von geöffneten 
und geschlossenen Knospen mit verschlungenen Stilen, dazwischen Tupfen. Der Kern der ge- 
öffneten Knospen rot, seitlich vom Kern je zwei Firnispünktchen. Auf Schulter Bilder: A. B e - 
freiung der lo (Abb. 69). Von links naht Hermes mit gebeugten Knien und auf den 
Zehen schleichend. Er trägt langes, über die Schulter fallendes Haar (von den Zipfeln nur der eine 
vorn auf der Brust sichtbar), spitzen Bart, aber keinen Schnurrbart. Bekleidet ist er mit Petasos 
(getupfter Rand, roter Kopf, oben Ring zum Aufhängen), bis über die Knie reichendem Ärmel- 
chiton (Tupfensaum am Hals, unten und an den Ärmelenden geritzte Wellenlinien), Mäntelchen 
quer über die linke Schulter gelegt, in Doppelwulst um die Hüften geschlungen und in zwei 
Zipfelpaaren mit Tupfensaum auf die Oberschenkel herabhängend, endlich Flügelschuhen mit 
aufgesetztem Rot und Tupfenmittellinie auf den Flügeln. Seine rechte Hand zeigt auffallenden 
Greifgestus; mit der Linken hat er das Seil gefaßt, das der Kuh um die Hörner geschlungen ist. 
Rechts neben Hermes ein H u n d , umblickend und die linke Pfote erhebend. Um den roten 
Hals ein weißes Halsband mit Ritzkontur; Bauchstreif weiß, Gesäß und Oberschenkel mit 
weißen und geritzten Linien. Nach links die I 0 - K u h , das rechte Vorderbein leicht erhebend; 
Schnauze, Hürner (beide sichtbar), Bauchstreif, Streifen auf Hinterschenkel und Hufen weiß, 
Nüstern, Augenstern und Streifen auf Bug rot. Viele feine Innenritzung, meist die Behaarung 
andeutend. Am Schwanz einzelne Knochenwirbel angegeben. Auf Kopf und Hals ganz feine 
weiße Tupfen gleichmäßig verstreut. Hinter der Kuh ein Palmbaum, dessen Stamm und Zweige 
leine, dichte Ritzung zeigen. Bereits unter dem Bauch der Kuh gehen Zweige ab. Rechts von der 
Kuh liegt A r g 0 s nach links halb aufgerichtet, mit der vorgestreckten Rechten das Seil 
haltend, die Linke in zierlicher Haltung dicht über dem Boden. Der Mund ist wie erstaunt 
geöffnet. Argos trägt starkes rotes Haar, das in vielen Strähnen auf Brust und Schulter herabfällt, 
einen gewaltigen schwarzen Bart, der ebenfalls in viele Strähnen zerlegt ist, und borstigen Schnurr- 
bart. Über dem eingeritzten Auge (etwas beschädigt) eine ungewöhnlich lange Braue. Das ver- 
meintliche Horn auf der Nase ist nichts als ein Firnisklex, dessen Kontur sich deutlich ins Gesicht 



59 



herein fortsetzt. Über der linken Brust sitzt ein zweites geritztes Auge mit weißer Haut und 
rotem Stern, fein geritzte Braue darüber. Die Brustwarzen sind durch große rote Tupfen, die von 
feinen weißen umgeben sind, angedeutet. Von der rechten Brustwarze bis zur Pubes rote kurze 
Striche, der rechte Brust- und Bauchkontur mit feinen Ritzlinien, beides offenbar Behaarung vor- 
stellend. Auf der Mitte von Brust und Bauch, sowie auf den Oberschenkeln und überarmen weiße 




Abb. 69. 



und Ritzlinien. Die Fingernägel der rechten Hand weiß. Das Seil, mit dem die Kuh festgebunden 
ist, teilt sich unter der rechten Hand des Argos in zwei Enden, von denen das eine gerade herab- 
fällt, das andere, mit Ritzkontur, sich unter dem linken Arm des Argos durchschlingt. An- 
scheinend hat Argos sich das Seil umgewickelt, um dadurch auf jede Bewegung der Kuh aufmerk- 
sam zu werden. Seiner ganzen Haltung nach scheint er soeben durch das Vorschreiten der Kuh 




Abb. Tu 



aus seiner Ruhe aufgeschreckt zu sein. Über dem Argos, vom oberen Henkelansatz ausgehend, 
Ranke mit Knospe und zwei Beeren an Seitenstielen. 

B. Kentaurenjagd (Abb. 70): Zwei nach rechts sprengende Kentauren, 
von denen sich der vordere mit dem Oberkörper zurückwendet, halten gemeinsam ein kleines 
Reh an den Beinen in die Höhe. Der vordere Kentaur erhebt den linken Arm, der andere 
schwingt mit der Rechten einen mit der Wurzel ausgerissenen Baum (die Zweige wie beim 

8* 



60 =*■ 



Baum von A). Die Nase des linken Kentauren ganz stumpf und aufgebogen, das Auge in Profil- 
ansicht. Die Nase des rechten Kentauren mehr keilförmig, über dem Auge eine Braue wie beim 
Argos. Unter jedem Kentauren springt nach rechts ein Jagdtier. Beide Kentauren tragen rotes 
Haar, das in zwei Zipfeln über die Schulter fällt (gegen die Brust und Schulter welliger Ritzkontur), 
die Bärte in viele Strähnen zerlegt, nur geritzt. Nur der rechte hat einen Schnurrbart wie Argos. 
Brustwarzen und Linien auf Mitte der Brust wie beim Argos. Auf dem Rücken, an der Brust 
und schwach auch auf den Hinterschenkeln Behaarungsangabe durch geschwungene Ritzlinien. 
Weißer Bauchstreif. Auf Flanke und Hinterschenkel weiße und Ritzlinien wechselnd. Auf Genital 
roter Tupfen. Längs der Mitte der Schwänze wellige Ritzlinie. Das Reh hat roten Hals, weißen 
Bauchstreif und weiße Tupfen auf Rumpf, geritzte Halsfalten und Haarangabe auf Halsrücken 
durch feine Ritzlinien. Der Fuchshund oder Fuchs unter dem linken Kentauren hat roten 
Hals, weißen Bauch- und Schwanzstreif, auf Vorderbug, Flanke und Hinterschenkel weiße und 
Ritzlinien wechselnd. Feine Behaarungsangabe auf Hals und Rücken. Vom Tier unter dem rechten 
Kentauren sind nur Vorder- und Hinterpfoten, Hals, ein Stück Schwanz, Schnauze und Ohren er- 
halten (Abbildung ergänzt). Die Schnauze ist kurz und stumpf und zeigt vier lange Barthaare, die 
Ohren sind rundlich. Es wird also ein Panther sein. Der Hals freilich ist rot, und das erhaltene 
Stückchen Brust schwarz, während man Flecken erwarten würde. Links oben im Bild eine 
Knospe wie bei A. Über jedem Bild ein Band von abwechselnden Lotospalmetten und Palmetten 
mit verschlungenen Stielen. Palmettenblätter und -Kerne sowie untere Lotoskelchpartien rot, 
über Kelchen und Palmettenkernen Bänder mit weißen Tupfen. Oberste Hals- und unterste 
Mündungspartie gefirnißt mit zwei roten Reifen. Auf Mündungprofil Kranz von wechselnd 
schwarzen und roten Efeublättern. Lippe, Hals innen und Henkel gefirnißt. — Abgebildet: Panofka, 
Argos Panoptes, Taf. 5. Mon. dell'Ist. II, Taf. 59, 8. Elite ceram. III, 99. Wiener Vorlege- 
blätter 1890/91, Taf. XII, la u. b. Erwähnt bei Studniczka, Jahrb. des deutschen arch. Inst. 
V, S. 143. Karo, Journ. of Hell. Stud. 1899, S. 146. Endt, Beiträge zur ion. Vasenmalerei, 
S. 21 ff. Furtwängler, Griech. Vasenmalerei I, S. 222, Anm. 4. Masner, Antike Vasen im 
K. K. Oesterr. Museum zu Nr. 215. 



586. Taf 21. (129 Canj.) J. 583. 

Abb. 71.72.73. H. 0,23. U. 0,465. Ton orangegelb, fein glimmerig; Firnis glänzend schwarz, teilweise grünlich. 



Etwas geflickt, einige Stücke, namentlich aus Bild B. fehlen. Halsamphora mit plastischem 
Halsring, profilierter Fuß mit Wulst, profilierte Mündung, dreiteilige Henkel. Unterste Fußpartie 
gefirnißt mit drei roten Reifen, in der Hohlkehle abwärts gerichtete Strahlen, darüber feiner und 



dicker Firnisreif. Wulst rot. Darüber Doppelstrahlen, dann zwischen Firnisreifchen eigentüm- 
liches Flechtband, dann Firnisband mit zweimal drei roten Reifen, endlich zwischen Firnisreifen 
doppeltes Lotosknospenband auf Kreisband sitzend. Die Blütenspitzen rot. Zwei Bilder getrennt 
durch breite Firnispartie um die Henkel. A. (Abb. 71.) Links sitzt auf einem Klappstuhl mit Reh- 
beinen und weißem flachen Kissen ein Mann in Chiton und Mantel, in der Rechten einen 
St;il), die Linke ausstreckend. Er trägt langes, in zwei Zipfeln herabfallendes rotes Haar mit 




Abb. 71. 



Tafel 2! 



♦ 



593 




586 



.Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



geritzten Fransen in der Stirn und schwarzen Bart. Der schwarze Chiton hat ziemlich lange 
Ärmel mit Mittelöffnung, neben der beiderseits je zwei weiße Knöpfchen (fehlen in der Abb.); 
er ist mit roten Tupfen verziert, die von weißen Punkten umgeben sind, und hat roten Längs- 
streif mit (in der Abb. fehlenden) weißen kleinen Tupfen und unteren Saum mit weißen Tupfen. 
Der Oberkörper ist bedeckt von einem Mantel mit roter und schwarzer Partie und weißen Saum- 
streifen. Auf den Sitzenden zu schreitet ein Schenk, Oberkörper in Vorderansicht, Kopf 
umgewendet. Ziemlich kurzes rotes Haar mit Fransen. In der erhobenen Rechten hält er eine 
große, hochstielige Schale mit weißen Tupfen auf Rand, in der Linken eineKanne. Er trägt 
auf dem Oberkörper ein enganliegendes schwarzes Wams, das nur durch den geritzten Hals- 
abschluß und die weiß getupften Ärmelsäume kenntlich ist, um die Lenden einen kurzen roten 
Schurz.*) (Die Oberschenkelpartie größtenteils ergänzt.) Nach rechts eilt (?) ein Jüngling, 
Haar wie beim Schenk, nur mit kurzem, rotem Schurz (oben und unten mit Tupfensaum) bekleidet, 
mit gebeugten Knien, nur mit den Zehen auftretend, zu einem großen Deinos auf Untersatz (auf 
oberstem Rand weiße Tupfen, darunter Eierstab wechselnd weiß und rot, um Fuß ein weißes Tupfen- 
band). Er faßt das vordere der von rechts dem Deinos sich nahenden zwei Pferde beim 
Kopf, den es bereits hineingetaucht hat. (Nacken und Oberkopf bei beiden Pferden ergänzt.) 
Das vordere hat weiße Streifen auf den Beinen sowie auf Hinterschenkel, Flanken und Vorderbug, 
weißen Stirnschopf und Mähne. Die Nüstern des hinteren Pferdes rot. Der Schwanz des vor- 
deren schwarz und geritzt, der des hinteren rot; beide reichen über den Bildrahmen hinaus. Die 
Darstellung ist von Studniczka, Arch. Jahrb. 1890, S. 142 ff , auf die Fütterung der erbeuteten 
Rosse des Rhesos gedeutet worden. Für diese Erklärung ist kein genügender Anhalt da. Der 
Vorgang scheint folgender zu sein. Die Aufmerksamkeit aller Personen ist auf den Deinos und 
die Pferde konzentriert. Der Sitzende hebt staunend die Linke, der Schenk vergißt seines 
Amtes und blickt um, der zweite Diener springt herbei, um dem Pferd, das bereits sein Maul in 
den Wein taucht, den Kopf herauszureißen. Nur so erklärt sich Arm- und Beinbewegung des 
Dieners ungezwungen. Die Pferde haben sich also an den Wein herangemacht, während der 
Schenk den Herrn bedient. Der zweite Diener hat aber noch rechtzeitig ihr Tun bemerkt und 
hindert sie daran. Vielleicht ist aber doch nur eine typische häusliche Szene, in der Herr und 
Roße sich am Trünke laben, gemeint. 

B. (Abb. 72.) Außen beiderseits je ein Krieger nach innen gewandt. Vom linken 
nur die Innenseite des Rundschildes (mit weißem Rand und geritzten Handhaben und Fransen) 



mit dem Unterarm sowie die Speerspitze erhalten. Der rechte Krieger mit etwas vorgestelltem 
linken Bein, roten Schienen, Rundschild mit rotem Rand und achtstrahligem weißen Stern, Helm 
mit Backenklappen, Nackenschirm und niedrigem weißen Busch mit unterbrochenem roten Mittel- 
streifen. Speer etwas nach vorne geneigt. In der Mitte Kampfgruppe: Links und rechts 
je ein Hoplit weit ausschreitend. Beide tragen rote Beinschienen mit weißem Rand, schwarzes 
Wams mit halblangen Ärmeln, kurzen roten Schurz mit weißem Tupfenrand, Panzer, Helm 

•) Über Schurztracht auf ionischen Denkmälern vgl. Zahn, Athen. Mitt. 1898, S.53. 




Abb. 72. 



- 62 - 



mit lang herabhängendem Buschende (Busch wie bei vorigem), beim rechten auch der Nacken- 
schirm erhalten. Die Köpfe fehlen bei beiden. Jeder hat einen Rundschild, der des linken 
Kriegers von innen gesehen, der des rechten mit rotem Rand und weißem Tier als Zeichen. 
Der linke Krieger sticht mit seiner Lanze stark nach abwärts, der rechte schwingt sie wagerecht. 
Zwischen beiden Kämpfern in tiefer Knielaufstellung eine Figur, deren Kopf fehlt. Sie hat 
an den nackten Füßen aufgebogene Flügel mit roten und schwarzen Federn, trägt kurzen 
roten Schurz, schwarzes Wams mit halblangen Ärmeln, über den Rücken fallendes und seit- 
lich sichtbares Fell mit eingeritzten Flecken; die Vorderpranken des Raubtierfelles (weiß) sind 
über der Brust der Figur gekreuzt, Hinterpfoten und Schwanz sind unten sichtbar. Über der 
linken Schulter ein unerklärtes Stück (Teil einer Kopfbedeckung?). Die Figur ist als Dämon 
(Phobos oder Eris) und als Dolon erklärt worden. Beide Erklärungen befriedigen nicht, da die 
Krieger weder sich selbst gegenseitig bekämpfen, noch beide zugleich über die Mittelfigur herfallen, 




Abb. 73. 



sondern der linke Krieger Feind, der rechte Beschützer des Fellträgers ist. Vielleicht ist aber 
doch nur das typische Zweikämpfer-Schema durch eine Knielauffigur auseinandergerückt. 

Über beiden Bildern ein Band von abwärts gerichteten Lotosknospen und Blüten, letztere 
innen rot, zwei Firnistupfen seitlich. An der Seite sind die Bilder durch rote Vertikalen ab- 
geschlossen. Auf dem Hals beiderseits gleich: eine Palmetten- und Rankenkomposition (Pal- 
mettenkerne rot mit weiß getupfter Umrahmung, rot auch die Hälfte der Blätter). Bei A springt 
über die äußerste Palmette links und rechts je ein Hase nach außen, bei B nach innen. (Abb. 73.) 
Die Hasen haben weißen Bauchstreif und teils weiße teils geritzte Innenzeichnung. Auch 
diese Bilder sind rot gerahmt. Die untere Mündungspartie rot, die obere tongrundig mit schief 
liegenden Spitzblättchen, darüber roter Reif; die Lippe gefirnißt, ebenso der Hals, ganz oben 
zwei rote Reifen. — Lau, Taf. X, 7 und XI, 4. Studniczka, Arch. Jahrb. 1890, S. 142 ff. 
(ungenügende Abb.). Riegl, Stilfragen, S. 206, zu dem Halsornament. Athen. Mitt. 1898, S. 60. 
Endt, Beiträge zur ionischen Vasenmalerei, S. 21. Karo, Journ. of Hell. Stud. 1899, S. 146. 
Ed. Schmidt, Knielauf, S. 307. 



s 



Gefäße aus der Fabrik der Phineusschale 



Nach der Prachtschale in Würzburg trägt diese Gattung, die hauptsächlich Schalen umfaßt, ihren 
Namen. Sie ist von Böhlau in den Athenischen Mitteilungen 1900, S. 40 ff. und von Furtwängler, Vasen- 
malerei I, S. 216, charakterisiert. Daß auch Amphoren und andere Gefäße dieser Gruppe hinzuzurechnen sind, 
hat schon Böhlau a. a. 0., S. 96, als von Zahn erkannt, erwähnt. Vgl. auch Zahn, Berl. Phil. Wochenschr. 1902, 
S. 1263. Unsere Sammlung enthält außer Schalen eine hierher gehörige Amphora. 



Amphora. 

587. Taf. 21. (2161.) Aus Korinth. 

H. 0,26. U. 0,56. Blaß rötlicher, fein glimmeriger Ton; schwarzer Firnis. Etwas geflickt. Die ton- 
grundige Oberfläche ist stark angegriffen. Halsamphora mit flachem Echinusfuß, runden Henkeln 
und flacher Mündung. Fuß oben gefirnißt, aber schlecht und unregelmäßig. Darüber Firnisreifen 
und sehr dünne, lange Strahlen; die oberen zwei Drittel des Körpers gefirnißt mit Ausnahme zweier 
ausgesparter Bilder: A.Zwei gegeneinander hockende Sphingen, je eine Vorderpfote gegen 
die der andern stemmend, aufgerollte Flügel. Die Gesichter waren offenbar weiß; darin war Auge, 
Ohr, Haarlöckchen an der Seite und Halsband sehr fein geritzt, so daß die Firnisschicht nicht 
durchbrochen, mehrfach sogar nicht einmal berührt wurde. Der rote Augenstern ist bei der 
rechten Sphinx erhalten. Auf dem Haar ganz wenige Spuren roter Farbe noch vorhanden. 
Rote Farbspuren außerdem auf Brust und Flügelbändern. Zwischen beiden Sphingen eine Füll- 
rosette. B. Zwei Hähne gegeneinander. Rote Farbreste auf Halslappen und Flügelbändern. 
Hals und obere Flügelpartien scheinen rot und weiß getupft gewesen zu sein. Die Augen sind rund 
eingegraben. Zwischen den Hähnen eine Palmette nach oben und eine Lotosknospe nach unten, 
beide verbunden. Rote Farbspuren. Über dem Rücken jedes Hahnes eine gestielte Palmetten- 
knospe mit rotem Kern. Über beiden Bildern ein Stabmuster. Auf Hals umlaufend Lotos- 
knospenband mit verschlungenen Stielen. Die Knospenkerne waren rot nach den wenigen erhal- 
tenen Spuren. Mündung und Hals innen gefirnißt; ebenso die Henkel. 

Schalen. 

588. Taf. 22. (1072.) J. 428. 

H. 0,065. D- °> I 55- Ton orangegelb, ganz fein glinimerig; Firnis stahlblau glänzend. Zusammen- 
gesetzt, Stück von Fuß und Teile der unteren Schalenpartie ergänzt. Dieser Fuß mit einge- 
zogenem Profil und Wulst hat sich erst nachträglich unter den Scherben gefunden, vorher war 
ein hochstieliger attischer angefügt. Er ist innen oben tongrundig mit Firnispunkt und Firnis- 
ring, an der Seite gefirnißt. Standfläche und Außenwand des Fußes tongrundig, gefirnißt 
die obere Partie und der Wulst. Untere Schalenhälfte gefirnißt, unterbrochen von einem ton- 
grundigen Reif. In Henkelhöhe beiderseits gleich: Je eine Palmette an Rankenstiel vom 
Henkel ausgehend. Kern der Palmette und Verbindungsstelle der Stielvoluten rot. Dann j e 
ein Silensohr mit rotem Innenrand. Ein Augenpaar mit Firniskontur, weißer (auf 
Tongrund) Haut, schwarzem und rotem Irisring, schwarzer Pupille mit kleinem roten Zen- 
trum. Die Ringe sind durch gezirkelte Kreislinien begrenzt. Geschwungene Augenbrauen. In 
der Mitte vierteilige stilisierte Nase, darüber kleine Knospe mit rotem Kern. Seitlich geht von 



- 64 



der Nase je eine geschwungene Linie aus. Henkel gefirnißt mit Ausnahme der Ansatzpartie. Innen 
gefirnißt bis auf tongrundige Scheibe mit Firnisring. — Athen. Mitt. 1900, S. 59, Nr. 13. 

589. Taf. 22. (1393 Cand.) J. 711. 

H.o,io. D.o,2j. Ton orangegelb, fein glimmerig; Firnis stahlblau. Echinusförmiger Fuß. Aus 
mehreren Stücken zusammengesetzt. Wie 588, aber unter Fuß oben nur tongrundig, Wulst schlecht 
gefirnißt. Statt der Silensohren stilisierte menschliche Ohren mit roter, in der Mitte durchbrochener 
Scheibe auf dem Läppchen. Henkel ganz bis zum Ansatz gefirnißt. Die von der Nase ausgehenden 
geschwungenen Linien setzen sich zu den Ohren fort. Auf der tongrundigen Innenscheibe zwei 
Firnisringe und Punkt. — Athen. Mitt. 1900, S. 56. Nr. 8. 

590. Taf. 22. (1048 Cand.) J. 1315. 

Abb. 74. H. 0,06. D. 0,165. Ton orangegelb, fein glimmerig; Firnis stahlblau, zum Teil verdünnt braun. 

Aus mehreren Stücken zusammengesetzt. Wie 588, aber unter Fuß oben nur Firnisring; statt 
der Nasen : A. Athenaprotome (Abb. 74), etwas vorgeneigt 
nach links. Nur Kopf, Hals und Schultern.*) Letztere durch 
zwei Kreisabschnitte mit roter Füllung und gefirnißtem Rand 
mit roten Tupfen angedeutet. Merkwürdig kurze rote Helm- 
kappe mit hohem Busch (Rand rot, geritzter Mäander innen). 
Auf Stirn rote Blüte. Haar an Stirn und Schläfe mit doppelter 
Wellenritzung, im Nacken breit herabfallend mit Quer- 
schnürung. Gesicht samt Ohr war ursprünglich weiß, Auge, 
Lippentrennungslinie und Ohrscheibe rot. Ein roter Tupfen**) 
auf der Wange scheint vorhanden gewesen, aber mit der 
weißen Deckfarbe abgegangen zu sein (eine ringförmige Spur 
vorhanden, Abb. ergänzt). Ohr, Auge, Nasenflügel und welliges 
Halsbändchen waren in die weiße Farbe fein eingeritzt (jetzt 
durch Glanz kenntlich gegenüber dem matten Firnis der ursprünglich weiß bedeckten 
Flächen). B. Siebenlappiges Blatt (Feige); die Ästelung durch kräftige und feine 
Ritzung angegeben. Der Firnis an den Konturen glänzend, innen matter. — Lau, Taf. XVII, 4. 
Athen. Mitt. 1900, S. 54, Nr. 6. Archäol. Jahrb. 1907, S. 91 u. 142. 

591. Taf. 22. (1079 Cand.) J. 1239. 

H. 0,08. D. o,iQ5. Ton orangegelb; Firnis grünlich. Aus einigen Stücken zusammengesetzt. 
Unter Fuß oben kleine tongrundige Scheibe mit Firnisring und Punkt; Standring tongrundig. 
Das übrige gefirnißt. Fuß außen gefirnißt, untere Körperpartie ebenfalls bis auf tongrundigen 
Reif dazwischen. In Henkelhöhe beiderseits gleich: Palmetten wie bei den vorigen, stilisierte 
menschliche Ohren, aber einfacher wie bei 589. Die Fortsetzung der geschwungenen Linien zur 
Nase hier besonders deutlich. Die Augen mit weniger hochgezogenen Außenwinkeln und ohne 
roten Mittelpunkt. Nase mit Knospe ähnlich wie bei 589. Ein Firnisreif läuft dicht unter der 
tongrundigen Lippe um. Innen gefirnißt bis auf tongrundige Scheibe mit Firnisring und Punkt. 
Henkel gefirnißt bis zum Ansatz. —Lau, Taf. XVII, 5. Athen. Mitt. 1900, S. 54, Nr. 12. 

*) Böblau hält ebenso wie Furtwängler, Griech. Vasenmalerei I S. 221 die Schulterstücke für Flügel. Daß es sich aber tatsächlich um 
Schulterpartien einer Protome handelt, ist durch die Skythenprotome auf der Augenschale im^Thorwaldsenmuseum zu Kopenhagen erwiesen (Jahr- 
buch des arch. Inst 1907, S. 142). 

**) Daß der rote Tupfen auf der Wange, der sich auch auf der Würzburger Replik (Athen. Mitt. 1909, S. 53, Nr. 5), und bei der Mänade der 
Berliner Schale (ebenda S. 50 Nr. 2) findet, kein Schönheitspflästerchen ist, wie Böhlau meint, sondern lediglich die natürliche Röte der Wange andeuten 
soll, hat Furtwängler gezeigt (Griech. Vasenmalerei I, S. 220); vgl. auch Hermes, XXXVIII, 1903, S. 272. 




Tafel 22 




Münchener Vasensammlunn. 



J. B. Obernetter, München. 



Chalkidische Gefäße. 

Diese geschlossene Gruppe von Gefäßen, die durch ihre Inschriften nach Chalkis gewiesen wird, wartet 
immer noch einer umfassenden Behandlung. Kurz charakterisiert ist sie bei Furtwängler- Reichhold, Vasen- 
malerei I, S. 161 ff. und II, S. 221. Vgl. auch III, S. 9, Anm. 22. In unserer Sammlung ist diese Gattung 
durch vier Amphoren und eine Hydria vertreten. 

Amphoren. 

592. Taf. 21 (227 Cand.) J. 1108. 

Abb. 75. 76. H. 0,40. U. o,S6. Ton orangegelb, Firnis schwarz und grünlich. Stark restauriert, Henkel modern, 
ebenso ein Teil des Fußes. Bauchamphora mit Echinusfuß, engem Hals und geriefelter 
Mündung, Fuß oben gefirnißt, darüber tongrundiger und roter Reif, Strahlen. Zwei ausgesparte 
Bilder, darunter zwei rote Reifen. 

A. Herakles den Kyknos tötend (Abb. 74): Herakles (Inschrift) weit 
ausschreitend, mit dem linken Fuß den Gegner in die Kniekehle tretend; mit der Linken faßt 




Abb 75. 



er ihn an der Gurgel, die Rechte schwingt über dem Kopf das Schwert. Herakles ist bärtig 
(Ritzlinie als Schnurrbart) und hat halblanges Nackenhaar. Hals rot, ebenso Mittelpartie des 
Panzers und der Chiton, der kaum Gesäß und oberstenTeil des Schenkels deckt. Mit Ritzung 
verzierte Schwertscheide umgehängt an Band mit weißem (verblaßt) Mittelstreif (in der Zeichnung 
fehlend). Kyknos (Inschrift Kvavvc) sinkt im Gesicht blutend nach rechts nieder, Oberkörper 

q 



- 66 - 



von vorn, Kopf umgewendet. Mit der Rechten faßt er flehend an Herakles Bart, die Linke 
stützt den Schild auf. Er ist unbärtig und hat langes Nackenhaar. Das Auge ist geschlossen 
mit Wimpernangabe. Roter, herabgezogener Helm mit hohem Busch; Panzer und Chiton wie 
bei Herakles; rote Beinschienen, roter Rundschild von der Seite gesehen, der Rand war weiß, 
rote Fransen heraushängend. Schwert in Scheide quer vor dem Bauch, der Griff war weiß (in 
der Zeichnung fehlend). Oben links von Herakles hängt ein Köcher mit rotem Deckel und 
eine krumme verzierte Scheide (vermutlich für Bogen). Ergänzt ist ein Teil des rechten Herakles- 
beines, rechte Brust-, Bauch- und Oberschenkelpartie sowie Teile vom Schild des Kvknos. 




Abb. 76. 



B. Nach rechts sprengender Reiter (Abb. 76). Halblanges Nackenhaar, kurzer an- 
liegender roter Chiton mit Ritzsäumen, in der Rechten langer Speer; die Linke hält den Zügel, 
und zwar vor dem Hals des Pferdes. Das Pferd hat aufrechte, geritzte Mähne (einst weiß), roten 
Fleck auf Hinterschenkeln, reich geritzten Schwanz, geritzte Härchen an den Hufen. Er- 
gänzt sind: Kopf des Pferdes fast ganz, Stück der Brust mit Unterbein des Reiters, untere 
Hälfte der Hinterbeine und Mittelpartie des Schwanzes. 

Über jedem Bild ein Band von abwärts gerichteten Lotosknospen, wechselnd geschlossen 
und geöffnet mit rotem Kern, Stiele verschlungen. Um Hals roter Reif. Mündung mit wechselnd 
gefirnißten und tongrundigen Riefeln. Hals innen gefirnißt, ganz oben roter Reif. — Engel- 
mann, Archäolog. Zeitung 1879, S. 187. Klein, Euphronios 2 S. 66. Roscher, Myth. Lex. 1 
S. 2210. Kretschmer, Vaseninschriften S. 67, Nr. 12. 
593. Tat. 21. (St. 191.) Aus Corneto. 

H. 0,275. U. 0,555. Ton orangegelb, Firnis schwarz, zum Teil metallisch blau, stellenweise ver- 
dünnt braun. Oberfläche vielfach abgesprungen. Bauchamphora mit etwas geknicktem 
Echinusfuß, kantiger Mündung und etwas flach gedrückten Henkeln. Fuß oben gefirnißt, darauf 
roter Reif. Auf Körper zuunterst feine Strahlen, darüber Firnisband mit rotem Reif. Umlaufendel 
Bildfries: A. Zwei Hähne gegeneinander stehend. Rot die Kämme, die Kehllappen 
und Flügeloberpartie. Viel Ritzung. Zwischen beiden abwärts geöffnete Knospe mit rotem Kern. 
Sie ist durch Stiele verbunden mit zwei aufrechten Knospen über dem Rücken der Hähne. — 
B. Eine Palmettenkomposition, bestehend aus vier kreuzweise gestellten Palmetten mit rotem 
Kern, verbunden in der Mitte durch die ringförmig verschlungenen Stiele (weiße Tupfen mit 
rotem Zentrum in den vier Ringen). Von den zwei seitlichen Palmetten geht nach oben und unten 
je eine Ranke aus, die an ihrem gebogenen Ende je eine halbgeöffnete Knospe mit rotem Kern 
tragen. Zu Seiten je ein Löwe schreitend nach innen mit aufgerissenem Rachen und heraus- 




Münchener Vasensammlung 



J. B. Obernetter, München. 



- (>7 - 



gestreckter roter Zunge. Mähne, Bauchstreif und Streif auf Hinterschenkel rot. Die Hinterpartie 
der Löwen reicht auf Bild A. hinüber. Auf Schulter, durch die unteren Henkelansätze getrennt, 
zwei Tierstreifen. A. u. B. Pant h e r nach links zwischen zwei weidenden Widdern nach 
rechts. Bei B. sitzt auf dem Kopf des rechten Widders ein großer Vogel, etwas zurückgeneigt, 
mit umgewandtem Kopf. Bei allen Tieren etwas aufgesetztes Rot. Auf Hals beiderseits: Band 
von Palmetten und Lotosknospen gegenständig und wechselnd. Palmettenkerne und Lotoskerne 
rot, Stiele verbunden. Mündung und Henkel bis auf die Ansätze gefirnißt. Lippe und Hals innen 
gefirnißt, roter Reif innen. 

594. Taf. 23 (36 Cand.) J. 698. 

u. 24. H. 0,42. U. o,8y~,. Ton orangegelb, Firnis schwarz und grünlich glänzend. Körper geflickt. 
Halsamphora mit etwas gedrücktem Echinusfuß, starkem Wulst darüber, eiförmigem Körper, 
plastischem Halsreif, gedrückt echinusförmiger Mündung, etwas flach gedrückten einfachen Henkeln. 
Fuß oben gefirnißt mit einem roten Reif. Wulst rot; darüber feine Strahlen, dann Band mit ganz 
feinem Zickzack zwischen zweimal zwei Firnisreifchen, ferner Band mit aufrechten Knospen, 
abwechselnd geschlossen und geöffnet, Kern rot, Stiele verschlungen. Hoher umlaufender Bild- 
fries: A. u. B. fast gleich: Viergespann von vorne mit Lenker auf Wagen. Die 
Deichselpferde wenden die Köpfe nach innen, die Handpferde nach außen. Die ersteren haben 
kurze borstige, die letzteren lange rote und schwarze Mähnen. Die roten Schwänze sind zwischen 
den vier Beinen sichtbar (nur einmal bei A. schwarz statt rot). Der Wagenstuhl und die Brust- 
bänder der Pferde sind rot. Das Gewand des Lenkers nur konturiert mit rotem Halssaum, der 
Kopf (Silhouette mit Einritzung) nach links gewandt ; die Hände erscheinen bei B. über den mitt- 
leren Pferdeköpfen, bei A. die rechte Hand unter dem rechten Pferdekopf, die linke zerstört. Über 
den Pferden bei B. Rosetten, bei A. zwei gegeneinander fliegende Vögel. Unter jedem Henkel ein 
Palmettenkreuz mit Knospen ganz ähnlich wie auf 593, nur sind die von den Stielen gebildeten 
Ringe leer, an den Berührungspunkten der Stiele dagegen rote Knoten. Auf Schulter A. 
und B. gleich: Zwischen zwei umblickenden Sirenen mit ausgebreiteten Flügeln ein 
Palmettenkreuz wie unter den Henkeln. Unter den Flügeln der Sirenen Füllrosetten. Darüber 
umlaufend Stabband, schwarz und rot wechselnd. Halsreif rot. Auf Hals A.: Palmetten und 
Lotosknospen gegenständig mit verschlungenen Stielen, roten Knospen und Palmettenkernen. 
B. wie A., nur zweimal unten und einmal oben statt Lotosknospe Palmettenlotos. Mündung 
und Hals innen gefirnißt. Die Lippenkanten rot. Henkel auf der Oberseite gefirnißt. 

595. Taf. 21. (121 Cand.) J. 1213. 

H. 0,20. U. 9,3Q5. Ton dunkelgelb, Firnis teils glänzend schwarz, teils hellbraun. Halsamphora 
mit Echinusfuß (etwas unregelmäßig), kleinem Wulst darüber, eiförmigem Körper, dünnem Hals- 
reif, einfacher Mündung, runden Henkeln. Fuß oben gefirnißt, Wulst tongrundig, darüber ganz 
dünne lange Strahlen. Bildfries umlaufend: A. Zwei Panther gegeneinander, Hals und 
Brust rot. Der Schwanz des rechten reicht um den Henkel auf die andere Seite hinüber. Ro- 
setten über und zwischen den Panthern. Außerdem große Firnisklexe. B. Zwei Hähne gegen 
einander. Der rechte mit roter Brust, der linke mit rot getupftem Hals. Beide haben je zwei 
weiße Federn an der Seiten. In der Mitte Palmettenkomposition: Oben und unten je eine Pal- 
mette, in der Mitte die vier Ringe der verschlungenen Stiele, seitlich je eine Doppelranke mit kleiner 
Palmette in der Mitte. Das ganze Ornament ohne Ritzung und Farbe. Auf Schulter Kranz 
von Efeublättern, statt des Stieles aber nur Tupfen. Plastischer Halsreif tongrundig, Hals außen 
und innen sowie Mündung gefirnißt. Henkel bis auf die innere und seitliche Unterpartie gefirnißt. 
Flüchtiges, geringes Exemplar. 



Hydria. 

596. Taf. 23 u. (1880 Canino.) J. 125. 

24, Abb. 77. H.0,46. U. 1,105. Ton orangegelb, Firnis metallisch blau von stumpfen, schwarzen Flecken 

unterbrochen, teilweise auch dünn bräunlich. Etwas geflickt. Hydria mit etwas kantigem 

9* 



68 



Echinusfuß, dickem Wulst, sehr weitem, unten spitz zulaufendem Körper, fast horizontaler 
Schulter, zylindrischem Hals und stark ausladender Mündung. Die Henkel sind Metallformen 
nachgebildet, auf dem oberen Ansatz des Vertikalhenkels sogar die zwei Nietnägel angegeben. 
Fuß oben gefirnißt mit zwei roten Reifen. Wulst rot. Darüber dünne Strahlen, dann zwischen 
zweimal zwei Firnisreifchen Tierfries: Sirene mit ausgebreiteten Flügeln, umblickend, kein 
aufgesetztes Weiß, männliches Auge. Beiderseits ihr zugewandt ein Panther. Links vom linken 
Panther noch ein stehender Vogel mit umgewandtem Kopf. Auf der Rückseite zweimal: 
Weidender Bock gegen Panther. Füllrosetten. Darüber zwischen zweimal zwei Firnis- 
reifchen Treppenmuster. Dann Bilder. Auf der Vorderseite: Ringkampf zwischen 




Mopsos und Atalante (Taf. 23 u. Abb. 77): Die beiden Gegner in Antrittsstellung. Mopsos 
nackt, mit aufgebundenem Haarschopf faßt mit der Rechten den rechten Unterarm Atalantes, 
diese, mit kurzem roten Chiton bekleidet, faßt mit ihrer Rechten die linke Handwurzel des 
Gegners. Ihr linker Arm mit geballter Faust vorgestreckt. Im Hintergrund das Eberfell auf- 
gehängt, davor ein Tisch mit dem [abgeschnittenen Eberkopf (Blutspuren auf dem Schnitt). 
Das Weiß der Figuren ist auf Firnis aufgetragen. 

Die Benennung der Personen ergibt sich nach Wolters mündlicher Bemerkung aus dem 
Namen ylxdkavTt, der mit Firnis linksläufig längs ihres Nackens geschrieben ist, und dem ganz 
entsprechend angebrachten Namen Maoyoog bei ihrem Gegner. Die langbekleidete Gestalt rechts 
von ihm zeigt linksläufig auf dem weißen Chiton, über dem ein roter Überwurf liegt, üetevg, 
vor dem Kopf des folgenden nur mit rotem Mäntelchen bekleideten Mannes steht Khviog. Die 
gewöhnliche Deutung auf den Ringkampf des Peleus und der Atalante widerspricht der deutlichen 
Disposition der Inschriften. Offenbar ist der Ringkampf von Mopsos und Atalante im Zusammen- 
hang mit der kalydonischen Jagd gedacht, deren Teilnehmer Mopsos war. 



Tafel 24 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



Rechts von dem inschriftlich benannten Klytios ein unbekannter Mann in weißem Chiton 
und rotem Mantel. Links von Atalante ein Mann in rotem Überwurf mit aufgestütztem Speer, 
ein Paar, Jüngling und Mädchen, zuletzt ein Mann in weißem Chiton und rotem Mantel. Das 
Bild ist seitlich je durch zwei vertikale Firnislinien abgeschlossen. 

Auf der Rückseite: Zeus im Kampf mit einem Giganten oder einem ähnlichen 
Unhold. (Taf. 24.) Rechts von vorn gesehen, nur Kopf nach seiner Rechten gewendet ein 
großer Dämon mit mächtigem roten Haar und Bart, mit Silensohr, ausgebreiteten Flügeln 
und zwei verschlungenen, verschieden gemusterten Schlangenleibern statt der Beine. Der Ober- 
körper von kurzem, gelbweißem Chiton mit Seitenbauschen bedeckt. Die Hände schematisch 
vor dem Leib. Von links naht Zeus (Inschrift) in Knielaufstellung, die Linke vorhaltend, in 
der erhobenen Rechten einen blütenförmig stilisierten Doppelblitz schwingend. Er ist nur mit 
einem Mäntelchen, das über Schultern und Brust liegt, bedeckt. Unter den Henkeln 
(Taf. 24) je zwei wappenartig gegeneinander hockende Löwen mit umgewendetem Kopf. 
Von den Henkelansätzen ausgehend je eine Knospe an Ranke (da wo der Gigantenflügel herein- 
reicht, fehlt die Knospe). Auf Schulter Fries von elf jugendlichen Reitern in 
kurzem roten Chiton (Taf. 24). Sie sprengen von rechts nach links. Darüber wechselnd rotes 
und schwarzes Stabmuster durch Borstenstriche vertikal, unten durch Wellenlinie (darunter 
gravierter Bogen) abgeteilt. Hals gefirnißt mit roter Wellenlinie oben. Mündung gefirnißt 
(unten tongrundig), äußeres Lippenprofil rot, Hals innen gefirnißt mit vier roten Reifen. Die 
Henkel seitlich gefirnißt, in der Mitte tongrundig mit roten Rändern. Die Ansatzstücke gefirnißt 
mit roten Außenpartien. — Furtwängler-Reichhold, Vasenmalerei I, Taf. 31 u. 32, S. 161 ff. 
Ältere Literatur: Gerhard, Auserl. Vasenb., Taf. 237. Die Rückseite bei Roscher I, 1671 und 
Müller-Wieseler-Wernicke, Ant. Denkm., Taf. I, 10, S. 20. Kretschmer, Vaseninschriften, S. 67, 
Nr. 11. Zur Haltung des Zeus siehe Ed. Schmidt, Knielauf, S. 310. Jakobsthal, Blitz S. 27. 



Italisch-geometrische Gefäße. 



In dieser Abteilung sind geometrische Gefäße aus verschiedenen italischen, nicht näher zu lokalisie- 
renden Fabriken vereinigt. Nr. 600 u. 601 zeigen nicht rein geometrische Ornamentik. 



Halsamphoren. 

600. Tat. 25. (2220.) 

H. 0,50. U. 1,14. Grober ziegelroter Ton, glimmerig, gelbweißer, dicker Überzug, bräunlicher, 
rissiger Firnis, auf einer Seite rot. Halsamphora mit kleinem Fuß, eiförmigem Körper, pla- 
stischem Halsreif, ziemlich engem Hals mit Wulstmündung und runden Henkeln. Unterstes 
Drittel gefirnißt, dann drei Firnisbänder wechselnd mit drei Friesen. Im untersten wechseln 
Fische mit zweierlei unbestimmbaren Ornamenten (darunter verwilderte »phönikische« 
Palmetten) und aufrechten Zacken. Im mittleren die gleichen Ornamente, aber keine Fische. 
Im obersten (durch Henkelfirnisfelder geteilt) abwärts gerichtete schwalbenschwanzförmige 
Zacken. Alle diese Ornamente und Tiere sind mit Punkten gefüllt. Auf dem tongrundigen 
plastischen Halsband parallele Querstrichelchen (Stricknachbildung). Hals, Henkel und Mün- 
dung gefirnißt. 

601. Taf. 25. (2230.) 

H. 0,47. U. 1,14. Wie 600, nur die Friese etwas verschieden: Im untersten neben den Fischen 
Schlangen und verschiedene rohe Muster, im mittleren nur die palmettenartigen Gebilde und 
einmal ein von Tupfenreihen begleiteter Bogen. Im obersten auf einer Seite die Schwalben- 
schwänze wie bei voriger, auf der andern Seite die Schwalbenschwänze leer, die Punktfüllung dafür 
zwischen den Schwänzen. 



Kannen mit Kleeblattmündung. 

602. Taf. 25. (2228.) 

H. 0,205. U- 0,315. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun , nicht glänzend. Etwas geflickt. Fuß- 
lose Kanne mit kleiner Kleeblattmündung und Henkel mit zwei Rippen. Unten drei Firnis- 
bänder, darüber vertikale Wellenlinien, drei Firnisreifen, Band mit Stäben, wechselnd oben 
und unten ansetzend, drei Firnisreifen; auf Schulter Band von vertikalen Strichgruppen, wech- 
selnd mit liegendem Zickzack, drei Firnisreifen; auf Hals vertikale Wellenlinien, drei Firnisreifen, 
Mündung gefirnißt, der Halsschmuck durch zwei Vertikale unter dem Henkel getrennt. Fünf 
Firnislängsstreifen auf dem Henkel. Unter dem Henkel die Dekoration unterbrochen. 

603. Taf. 25. (St. 140.) 

H. 0,24. U. 0,44. Ton graugelb, Firnis rot. K a n n e mit eiförmigem Körper, sehr knappein 
Fuß und Henkel mit zwei Rippen. Fuß und Körperpartie darüber gefirnißt, dann Firnisband 
und viele Reifen; auf Schulter v i e r V ö g e I , je ein Zweig quer unter dem Schwanz. Auf Hals 
vier Firnisreifen, Band von abwärts gerichteten mit Strichen gefüllten Zacken, drei Firnisreifen. 
Mündung und Henkel oben gefirnißt. 



Tafel 25 




Munchener Vasersammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



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Zweihenkeliger Napf. 

604. Tat'. 25. (St. 136.) 

H. 0,085. U.0,34. Ton graugelb, Firnis rot. Zweihenkeliger Napf mit knappem Fuß 
und flacher Mündung. Fuß und Partie darüber gefirnißt, drei Reifen und Band; auf Henkelstreif 
Hakenband, darüber Firnisband, auf Lippe parallele Striche, Mündung innen gefirnißt, Henkel 
oben gefirnißt. Von gleicher Technik wie 603. 



Alabastron. 

605. Taf. 25. (St. 141.) Aus Italien. 

H. 0,175. U.0,18. Ton mattgelb, Firnis rot. Alabastron mit flachem Boden, Tellermündung 
und Bandhenkel. Zwischen Reifen und Bändern Fries mit zwei umblickenden Vier- 
füßlern, im Feld Punktrosetten. Auf Hals Stäbe, auf Mündungsteller Tupfen am Rand, 
Ring um die Öffnung; Lippe gefirnißt, auf Henkel Querstreifen. 



Teller. 

606. Taf. 25. (A. 857.) Aus Italien. 

H. 0,05. D. 0,30. Ton mattgelb, sehr glimmerig, spröde, Firnis rot. Innen und an einer Seite ver- 
letzt. Teller ohne Fuß mit innen abgesetztem wagerechtem Rand. Hart am Rand zwei kleine 
Löcher zum Aufhängen. Innen: Rand gefirnißt und zwei Firnisbänder. Außen: Reifen, Fries 
mit Vögeln, Reifen; auf Boden Punktkreis und Reifen. 

607. Taf. 25. (A. 859.) Aus Apulien. 

//. 0,115. D. 0,1g. Ton an der Oberfläche dunkelgelb, im Bruch grau, Firnis kräftig rot. 
Teller mit hohlem Stielfuß. Zwei Aufhängelöcher im Rand. Innen im Fuß breite Stäbe 



zwischen zwei Firnisbändern. Fuß außen: Querstreifen, Reifen. Teller unten: zweimal 



im Fries umlaufend. Rand gefirnißt, 
innen breites Band und Scheibe. 

Henkellose Schalen. 



Oben auf Teller: auf Rand einmal Fries wie unten; 



608. Taf. 25. (A. 858.) Aus Apulien. 

H. 0,045. D. 0,14. Ton dunkelgelb, Firnis rot. Schale 
mit knappem Fuß und wagerechtem Rand. Zwei Auf- 
hängelöcher im Rand. Unter Fuß achtzackiger Stern, 
außen breite und schmale Reifen. Rand unten und oben 
gefirnißt. Innen Band und Scheibe. 
608 a. (A. 858.) Aus Apulien. 

H. 0,05. D. 0,14. Ähnlich wie 608, Rand aber etwas 
knapper und etwas nach abwärts geneigt. Aufhängelöcher 
innerhalb des Randes. Unter Fuß Spirale, sonst wie 608. 

Deinos mit angedrehtem Fuß. 

609. Abb. 78. (St. 2281.) 

H. 0,22. D. 0,225. Ton graugelb; Firnis braun, matt. 

Deinos mit großem, nach unten ausladendem Fuß und flacher Mündung. Auf Fuß und Körper 
Firnisbänder und Hakenband je einmal; auf Mündungsfläche Hakenband; innen Firnisbänder. 




Abb. 78. 



Italisch-korinthische Gefäße 



Etwa gleichzeitig mit den protokorinthischen und korinthischen Gefäßen treten in den etruskischen 
Gräbern auch einheimische Imitationen dieser Ware auf. Diese Nachahmungen lassen sich leicht durch ihre be- 
sondere Ton- und Firnisfarbe, die im allgemeinen gröbere Ausführung, vielfach auch durch Eigentümlichkeiten 
in Form und Dekoration von der echten importierten Ware unterscheiden. Abweichende lokale Formen zeigen 
besonders die kleinen Salbgefäße. Sehr beliebt ist in der italisch-korinthischen Gattung die sog. schwarzbunte 
Technik mit Ritzung. Daß die Gefäße dieser Art keine Imitationen nach korinthischen Vorbildern, sondern 
äolisch seien, wie Bühlau, Nekropolen, S. 91 ff. zu beweisen versucht hat, ist von Furtwängler, Ägina, Heilig- 
tum der Aphaia, S. 476 Anm. 1, zurückgewiesen worden. Vgl. auch Zahn, Berk philolog. Wochenschr. 1902, 
S. 1263, der die Beziehungen zur protokorinthischen Ware betont. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß für die 
Dekoration der jüngeren italisch-korinthischen Gefäße, namentlich für die Tierfriese und die sog. phöni- 
kischen Palmetten, neben den korinthischen auch andere östliche Vorbilder anzunehmen sind. 



Schalen. 

610. (1343.) 

H. 0,065. D. 0,125. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Ein Henkel weggebrochen. Knapper 
Fuß, steile Gefäßwandung, Henkel direkt unter dem steilen Rand. Ganz gefirnißt bis auf Henkel- 
streif. Henkel nur oben und unten gefirnißt. Protokorinthisch-geometrischer Stil. 

611. Taf. 30. (St. 135.) 

H. 0,08. D. 0,145. Ton mattgelb, Firnis rotbraun, sehr ungleich. Ganz gefirnißt bis auf Henkel- 
streif. Darauf beiderseits Wellenlinie. Henkel nur außen seitlich gefirnißt. Protokorin- 
thisch-geometrischer Stil. 

612. (G.) 

H. 0,08. U. 0,13. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und graubraun. Geflickt und ergänzt. Fuß 
außen gefirnißt, darüber weite hohe Strahlen; Firnisband. Auf Henkelstreif je eine Wellen- 
linie. Henkel nur oben und unten gefirnißt. Auf Rand innen tongrundiges Bändchen. Proto- 
korinthisch-geometrischer Stil. 

613. Taf. 30. (1006.) 

H. <>,()■/. D. 0,125. Ton grünlichgelb; Firnis braun, teilweise grünlich. Etwas versintert, Ober- 
fläche teilweise verrieben. Kräftiger Fuß, halbkugelförmiger Körper, gewölbter Rand, tief- 
sitzende Henkel. Fuß oben gefirnißt, Schale unten gefirnißt, zu oberst auf dieser Firnispartie 
zwei weiße und ein breiterer roter Reif auf dem Firnis. Henkelstreif geteilt: beiderseits 
je zwei Wasservögel nach rechts, Rosetten und andere Füllornamente dazwischen. Ritzung, 
aufgesetztes Rot und Gelbweiß. Partie um die Henkelansätze gefirnißt, ebenso die Henkel 
selbst. Rand außen gefirnißt. Lippe tongrundig. Auf dem gefirnißten Randinneni rote und 
weiße Reifen. Schale innen ganz gefirnißt. Älter-korinthischer Stil. 

614. Taf. 30. (982.) J. 177. 

H. 0,085. D. 0,15. Ton dunkelgelb, Firnis grünlich-braun. Wie 613, aber der Rand trägt 
außen zwischen zwei Punktstreifen einen Streifen mit Rechtecken. (Vgl. die lakonische Schale 380.) 



Tafel 26 




Münchener Va3ensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



- 73 - 



Kannen. 

Mit Kleeblattmündung. 

615. Taf. 26. 

H. 0,33. U. 0,53. Ton graurosa, nicht sehr fein, Überzug grünlichgelb, Firnis grünlichbraun. 
Henkel und Mündungsstücke ergänzt. Eiförmiger schlanker Körper, hoher Hals. Fuß oben 
gefirnißt, darüber zwei Reifen, dann erst sehr hohe weite Strahlen. Auf Schulter Gruppen von 
mehreren Reifen abwechselnd mit Bändern mit vertikalen Zickzackgruppen. Auf Hals zwischen 
zwei Reifengruppen Band mit Haken und Doppeldreiecken zwischen Vertikalen. Mündung ge- 
firnißt. Auf oberem Henkelansatz (antik) Querstreifen, unter unterem Henkelansatz liegender 
Zickzack. Protokorinthischer Stil. 

616. Taf. 26. (St. 186.) Angeblich aus Sizilien. 

H. o,2=). U. 0,685. Ton gelb, stark glimmcrig, Firnis grauschwarz und rotbraun bis rot. Weit- 
bauchig, etwas gedrückt. Auf Fuß Firnisreif, darüber weite Strahlen, dazwischen Punktrosetten; 
dann Firnisstreifen; auf Schulter Strahlen abwärts, dazwischen Punktrosetten. Hals gefirnißt, 
unten und oben je ein roter Reif. Mündung außen gefirnißt. Auf Henkel drei Längslinien, durch 
zwei andere gekreuzt. Vielleicht echt protokorinthisch. — Auktionskalalog Helbing, 27. Juni 1910. 
Nr. 15. 

617. Taf. 26. (St. 133.) Aus Italien. 

H. 0,2g. U. 0,63. Ton grünlichgelb, Firnis rotbraun. Weitbauchig, eiförmig, Hals niedrig und 
weit, Mündung stark ausladend, Henkel hoch. Leicht plastischer Halsreif. Fuß gefirnißt, dar- 
über weite Strahlen und zwei Reifen, dann Firnispartie mit zweimal weißen und roten Reifen. 
Auf Schulter Stäbchen. Hals und Mündung gefirnißt, auf unterem Halsansatz gelbweiße 
Tupfen. Henkel oben gefirnißt. Freiere Nachahmung protokorinthischer Ware. 

618. Taf. 26. (963 Cand.)J. 960. 

H. 0,2g. U. 0,6=,. Ton dunkelgelb, glimmerig, Firnis rotbraun und braun. Fuß nicht zugehörig. 
Über dem Fuß niedrige Firnispartie, dann zwei große, umlaufende Bildstreifen, je über Firnis- 
band mit rotem Band darauf: Auf dem unteren liegender Löwengreif mit zwei aufgerollten 
Flügeln auf seiner linken und einem nach vorn abwärts gebogenen Flügel auf seiner rechten 
Seite, auf Hals große Schuppen. Ein liegender Panther mit zwei aufgerollten Flügeln auf 
seiner linken Seite; Schuppen auf Hals und Doppelkreise auf der hintern Flanke und dem 
Schenkel. Füllrosetten, im Raum zwischen den beiden Tieren aufwachsendes Blatt. Im oberen 
Fries: Liegender Greif, mit einem aufgerollten Flügel, Schuppen auf Hals und Doppelkreisen 
auf Flanke und Schenkel. Ein zweiter liegender Greif, eine Vordertatze erhebend, zwei 
aufgerollte Flügel auf seiner linken Seite. Unter dem Henkel ein Wasservogel mit ausgebrei- 
teten Flügeln und schuppenartigem Gefieder auf Körper. Füllrosetten und aufwachsende 
Blätter. Viel aufgesetztes Rot; Augen nur geritzt. Hals gefirnißt, Mündung tongrundig, Lippe 
gefirnißt, Henkel außen gefirnißt. — Böhlau, Nekropolen, S. 102, Fig. 53, 54. 

619. Taf. 26. (962 Cand.) J. 962. 

H. 0,30. U. 0,665. ' m wesentlichen wie 618. Fuß zugehörig, aber etwas ergänzt. Unterer 
Fries: Greif mit erhobener Tatze, Panther ebenso, aber auf den Hinterbeinen stehend, 
beide mit zwei aufgerollten Flügeln. Füllrosetten. Oberer Fries: Liegender Greif und lie- 
gender Panther. Letzterer mit nur einem, und zwar geradem Flügel. Unter Henkel Wasser- 
vogel mit ausgebreiteten Flügeln nach rechts (keine Beine). Blätter und Füllrosetten. Viel 
aufgesetztes Rot. — Böhlau, Nekropolen, S. 103, Nr. 6. 

620. Taf. 26. (646 Cand.) J. 965. 

H. 0,30. U. 0,645. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Etwas geflickt. Fußrand rot; Dekoration 
sonst wie 619. Unterer Tierfries: Liegende Sphinx mit zwei aufgerollten Flügeln auf ihrer 
linken Seite. Schreitender Steinbock. Auf Baum Vogel mit ausgebreiteten Flügeln, 
Kopf von vorn. Blätter und Rosetten. Oberer Fries: Liegender Panther mit einem geraden 
Flügel. Schreitender Steinbock. Unter Henkel Wasservogel mit ausgebreiteten 
Flügeln. Pflanzen und Rosetten. — Böhlau, Nekropolen, S. 103, Nr. 5. 

10 



74 



Ringförmig mit Kleeblattmündung. 

621. Tat'. 26. (G.) 

H. o,ii. U. 0,34. Ton gelb, Firnis rotbraun. Horizontaler, rundlicher Ring, hoher, schlanker 
Hals, weiter bandförmiger Tragbügel. Auf Ring Firnisband mit aufgesetztem roten Band, 
darüber Firnisreif und Stäbe, dann wieder Reif. Um Hals unten und oben Reifen, dazwischen 
kleine Wellengruppen, Lippe und Henkelseiten gefirnißt, auf Henkelrücken Querstreifen, da- 
zwischen zweimal gekreuzte Linien. 

623. Taf. 26. (A. 875.) 

H. 0,255. Ton gelb, glimmerig; Firnis rot und bräunlich. Teil der Mündung ergänzt. (Im Ring 
kleben Reste von Bronze.) Vertikaler kantiger Ring mit flachen Seiten, breiter, kurzgestielter 
Fuß, zylindrischer Hals, hoher Henkel. Auf Fuß und auf Ringseiten Firnisreifen, auf Ringober- 
fläche Querstreifen von Längsstrich gekreuzt. Hals gefirnißt, ebenso Lippe und Mündung innen. 
Auf Henkelrücken drei Vertikale. 

Schlauchförmig. 

625. Taf. 27. (2273.) 

H. 0,30. U. 0,535. Ton graugelb; Firnis rotbraun. Stückchen der Mündung fehlt. Henkel 
dreiteilig. Rotellen. Unter Fuß Firnisbänder und Firnisscheibe. Fußrand gefirnißt. Ganz 
niedrige Strahlen, dann auf Firnisgrund drei rote, ein weißer, vier rote, ein weißer, fünf rote, 
ein weißer Reif. Auf den vorderen zwei Dritteln der Schulter in weißer Umrahmung auf Firnis- 
grund zwei Reihen roter mit zwei Reihen unbemalter Schuppen wechselnd. Links noch zwei 
Schuppen einer fünften Reihe. Alle Schuppen doppelt konturiert in gezirkelten Ritzlinien, 
Einstechpunkte deutlich. Zwischen Schuppenfeld und Henkel beiderseits je zwei weiße Punkt- 
rosetten, auf Hals drei, eine zwischen und je eine auf den Rotellen. Lippe tongrundig, alles 
übrige gefirnißt. Auf dem plastischen Halsreif weiße Streifen. 

626. Taf. 27. (St. 134.) 

H. 0,235. U. 0,48. Ton dunkelgelb, Firnis rot und schwarz. Mündungsrand größtenteils er- 
gänzt. Wie 625, aber immer nur drei rote Reifen zwischen zwei weißen. Das Schuppenfeld von 
vier Reihen Schuppen (zwei rot, zwei unbemalt) ganz ausgefüllt, in den Zwischenräumen der 
untersten Schuppenreihe eingeritzte 00. 

627. Taf. 27. (662.) 

H. o,2j. U. 0,475. Ton braungelb, Firnis stumpfbraun. Eine Rotelle und angrenzendes Rand- 
stück ergänzt. Einfacher Bandhenkel, Rotellen. Fuß oben gefirnißt, darüber zwei Firnisreifen 
auf Tongrund, dann auf Firnisgrund rotes Band zwischen zweimal zwei weißen Reifen, eine 
Reihe sich überschneidender Schuppen mit doppeltem Ritzkontur und großen weißen Punkten, 
dann wieder rotes Band zwischen zweimal zwei weißen Reifen, wieder Schuppenreihe, nochmals 
rotes Band zwischen zweimal zwei weißen Reifen. Auf Schulter rote und weiße Stäbe mit 
Firnisstäben wechselnd, gegen den Henkel hin beiderseits von je einer weißen Vertikale begrenzt. 
Zu beiden Seiten des unteren Henkelansatzes je eine weiße Punktrosette, drei auf Hals, eine auf 
der Rotelle und eine zwischen den Rotellen. Lippe tongrundig, alles übrige gefirnißt. Auf dem 
plastischen Halsband weiße längliche Flecken. 

628. Taf. 27. (657.) 

H. 0,2g. U. 0,505. Ton dunkelgelb, Firnis grünlichbraun. Einfacher Bandhenkel, Rotellen. Fuß 
oben gefirnißt, darüber auf Tongrund drei Gruppen Stäbe; dann auf Firnisgrund weißer Reif, 
rotes Band, zwei weiße Reifen. Schuppenreihe wie bei 627, aber mit weißen und roten Tupfen, 
rotes Band zwischen zwei weißen Reifen, Schuppenreihe wie unten, zwei weiße Reifen, rotes 
Band, weißer Reifen. Auf Schulter ausgespart tongrundiges Feld mit Stäben. Gegen den Honkel- 
ansatz beiderseits je ein großes weißes S. Auf Rotellen je ein weißes Kreuz, zwischen Rotellen 
eine weiße Rosette, Lippe tongrundig, alles übrige gefirnißt. Auf plastischem Halsband weiße 
Streifen. 



Tafel 27 




640 



.Münchener VasensammlunK- 



J. B. Obernetter, München. 



75 



629. (665.) 

H. o,ig. U. o,j8. Ton gelb, Firnis metallisch, braun. Einfacher Bandhenkel. Statt der Rotellen 
nur kleine Auswüchse. Fuß oben gefirnißt, darüber auf Tongrund drei Gruppen Stäbe. Dann 
auf Firnisgrund: rotes Band, zwei weiße Reifen, Schuppenreihe mit weißen Tupfen, roter 
zwischen zwei weißen Reifen, Schuppenreihe wie unten, zwei weiße Reifen, roter Reif. Auf Schulter 
ausgespart tongrundiges Feld mit vier Stabgruppen. Gegen den Henkelansatz je ein weißes S. 
Auf plastischem Halsband weiße Streifen, Lippe tongrundig, sonst alles gefirnißt. 

630. Taf. 27. (664.) 

H. 0,20. U. o,jj. Ton graugelb, Firnis schwarzbraun, großenteils abgerieben. Wie 629, aber 
statt der weißen 2 neben dem Henkel weiße Kreuze und weißes Kreuz auf dem oberen Henkel- 
ansatz. Mündung innen nur wenig gefirnißt. 

631. (663.) 

H. 0,20. U. 0,385. Ton graugelb, Firnis schwarzbraun, vielfach abgerieben. Wie 630. 

632. (666.) 

H. 0,185. U- °>355' Ton gelb, Firnis schwarzbraun, teilweise abgerieben. Stückchen der 
Mündung fehlt. Wie 630. 

633. Taf. 27. (658.) 

H. 0,28. U. 0,44. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun, teilweise abgerieben. Fuß unten ganz eben. 
Bandhenkel mit zwei ganz leichten Riefeln. Fuß gefirnißt, darüber Strahlen, dann auf Firnis- 
grund: weißer Reif, Reihe aufrechter sich überschneidender Schuppen mit doppeltem Ritzkontur, 
weißer und roter Zwickelfüllung; zwischen zwei weißen ein roter Reif; abwärts gerichtete Schuppen- 
reihe, sonst wie unten, wieder roter Reif zwischen zwei weißen. Auf Schulter weißgerahmtes 
Feld mit großen Stäben (zwei weiße, zwei rote, zwei schwarze), gegen Henkelansatz je ein weißes S; 
auf plastischem Halsband weiße Tupfen. Auf Hals drei weiße Punktrosetten, auf Rotellen weißes 
Kreuz, zwischen Rotellen weiße Tupfen. Lippe tongrundig, alles übrige gefirnißt. 

634. Taf. 27. (652.) 

H. 0,315. U. 0,505. Ton dunkelgelb, Firnis schwarzbraun, teilweise abgesprungen. Rotellen, 
Bandhenkel mit ganz leichten Riefeln. Fuß unten eben, oben gefirnißt, darüber Strahlen. 
Auf Firnisgrund: weißer Reifen, aufrechte, doppeltkonturierte, sich überschneidende Schuppen 
mit weißen und roten Tupfen, zwischen zwei weißen Reifen rotes Band. Fries von vier sog. phö- 
nikischen Palmetten, geritzt, viel Weiß und Rot aufgesetzt. Wieder rotes Band zwischen zwei 
weißen Reifen. Auf Schulter weiß gerahmt: große Stäbe, je zwei mit roten Linien wechselnd 
mit einem mit weißer Linie, am Rand des Stabfeldes beiderseits geritzte Spirale mit Zickzack. 
Gegen Henkel beiderseits großes weißes S und Punktrosette. Auf plastischem Halsband weiße 
Tupfen. Auf Hals vier weiße Punktrosetten, ebenso je eine auf Rotellen, eine auf oberem Henkel- 
Ende. Zwischen den Rotellen weiße Tupfen. Lippe tongrundig, alles übrige gefirnißt. 

635. (654.) 

H. 0,315. U. 0,50. Wie 634, aber keine Punktrosette beim S 
635a. Taf. 27. (653.) 

H. 0,32. U. 0,52. Ton dunkelgelb, fast orangegelb; Firnis rot. Wie 634, aber auf Hals fünf 
Punktrosetten, auf den Rotellen weißes Kreuz. 

636. Taf. 27. (660.) 

H. 0,2-j. U. 0,50. Ton dunkelgelb, Firnis grünlichbraun. Henkel ergänzt. Fuß mit Standring, 
Rotellen. Unter Fuß Firnisring und Scheibe. Fuß oben gefirnißt, dann Strahlen. Auf Firnisgrund 
vier rote Bänder wechselnd mit drei weißen Reifen. Auf Schulter ausgespartes tongrundiges 
Feld mit Firnisstäben und Tupfen darunter. Gegen den Henkel je ein weißes '} . Auf Hals zwei 
weiße Rosetten, je eine auf Rotellen, eine zwischen den Rotellen. Lippe tongrundig, sonst alles 
gefirnißt. 

637. Taf. 27. (661.) 

H. 0,265. U.0,51. Ton grünlich; Firnis grünlichbraun, mehrfach abgesprungen. Fuß mit Standring. 
Rotellen. Henkelflächen leicht konkav. Fuß oben gefirnißt. Darüber Strahlen. Auf Firnisgrund : 
zwischen zwei roten Bändern zwei weiße Reifen; auf Tongrund gekreuzte Firnislinien. Auf Firnis- 

10* 



76 



grund: Viele rote und zwei weiße Reifen. Auf Schulter tongrundig ausgespartes Feld mit Firnis- 
stäben. Gegen den Henkel beiderseits je zwei weiße Punktrosetten. Drei weiße Punktrosetten 
auf Hals, je eine auf Rotellen, eine dazwischen. Lippe tongrundig, alles übrige gefirnißt. 

638. Taf. 27. (655 Cand.) J. 955. 

H. 0,32. U. 0,4.8. Ton rosagelb, glimmerig. Firnis dunkelbraun. Henkel zweiteilig, Rotellen, 
sehr langer Hals. Zwischen Fuß und Körperansatz Firnisreif. Darüber drei Stabgruppen auf 
tongrundigem Band. Dann drei Tierfriese, je über Firnisband mit roten und weißen 
Reifen darauf. Unterster Fries: Von links nach rechts Wasservogel, Panther, 
Wasservogel, Panther. Dazwischen Rosetten und andere Füllung. Mittlerer Fries: 
Wie voriger. Oberster Fries: Zwei Wasservögel nach rechts. Rosetten. Ritzung und 
rote Aufmalung. Hals, Mündung, Rotellen und Henkelaußenseite gefirnißt. Drei weiße Punkt- 
rosetten auf Hals, je ein weißer Stern auf Rotellen. Rotes Band innen in der Mündung. 

639. (2218 G.) 

H. des Erhaltenen 0,32. U. 0,61. Ton grünlich und dunkelgelb, glimmerig. Firnis grünlichbraun, 
mehrfach abgerieben. Mündung und Henkel fehlen, die Gefäßpartie um den Henkelansatz ist 
ergänzt. Fuß oben gefirnißt. Darüber vier Stabgruppen auf tongrundigem Band. Dann vier 
Tierfriese, je über Firnisband mit roten und weißen Reifen. Unterster Fries: Von links nach 
rechts Panther, Wasservogel, Bock, Wasservogel. Zweiter Fries : Von 
links nach rechts Panther, Wasservogel, Hirschkuh (Damhirsch ohne Geweih), 
Wasservogel, Hirschkuh. Dritter Fries: Von links nach rechts Panther, Eber, 
Hirschkuh (Mittelpartie fehlt), Eule (Kopf von vorn). Oberster Fries: Zwei Panther 
(teilweise zerstört) nach rechts. In allen Friesen große Rosetten und andere Füllung. Viel 
Ritzung und aufgesetztes Rot in allen Friesen. 

640. Taf. 27. (650 Cand.) J. 949. 

H. 0,3g. U. 0,58. Ton stumpfgelb, glimmerig; Firnis matt grauschwarz, teilweise etwas ab- 
gerieben. Henkel fünfteilig; Rotellen. Unter Fuß drei Firnisringe. Fuß oben gefirnißt, darauf 
roter Reif. Ganz niedrige Strahlen. Dann fünf Tierfriese, je über Firnisband mit roten und 
weißen Reifen. Unterster Fries: Von links nach rechts Wasservogel und Panther 
gegen Eber. Panther gegen Eber, dazwischen Wasservogel. Zweiter Fries: 
Nach rechts Löwe?, Bock, Bock, Löwe?, Wasservogel, Stier, Wasser- 
vogel. Dritter Fries: Von links nach rechts Panther, Bock, Panther, Bock, dagegen 
Eber; Panther gegen Eber. Vierter Fries : Nach rechts Wasservogel, Bock, 
Eber, Löwe gegen Eber und Stier. Oberster Fries: Zwei Panther gegeneinander, 
dazwischen Vogel mit anliegenden Flügeln, links Stier, rechts Wasservogel, beide 
nach rechts. Füllornamente in allen Friesen, viel Ritzung und rote Aufmalung. Über dem ober- 
sten Fries ein schwarzes, ein weißes und ein rotes Band. Weiße Tupfen auf plastischem Hals- 
band. Fünf weiße Punktrosetten auf Hals, je eine mit Speichen auf Rotellen und eine zwischen 
den Rotellen. Lippe tongrundig, alles übrige gefirnißt. In der Mündung rotes Band von weißen 
Reifchen eingefaßt. 

641. Taf. 8. (Cand.) J. 953. 

H. 0,395. U- 0,63. Ton dunkelgelb, teilweise grünlich; Firnis rotbraun und grünlich. Ge- 
flickt, Hals und Teil der Schulter ergänzt. Unter Fuß Reifen, Fuß oben gefirnißt, darüber 
Strahlen, drei Tierfriese, durch Firnisbänder mit roten und weißen Reifchen unterbrochen: 

I. Raubtier mit sehr kleinem Kopf nach rechts, erhobene Vordertatze, darüber Ei- 
dechse, von oben gesehen; Panther, Eber. Über den Rücken von Panther und Eber 
eine Schlange, Greif nach rechts. Zwei Stiere gegeneinander, dazwischen auf Strauch 
ein Vogel. Sphinx nach links, unter ihr eine Eule, Kopf von vorn. 2. W i d d e r nach 
rechts (Hinterbeine ergänzt). Sitzender Vogel, Greif, sitzender Vogel, Panther, 
kleines hockendes Raubtier mit erhobener Vordertatze. Zwei Sphingen gegeneinander, 
dazwischen sitzender Vogel. Unter der rechten Sphinx Eule mit Kopf von vorn. Löwe 
nach links. 3. Löwe nach rechts beißt einen Bock ins Hinterteil. Zwischen beiden sitzender 



77 



Vogel. Zwei Tiere links fehlen fast ganz. Viele Füllrosetten. Auf plastischem Halsband 
weiße Tupfen; Lippe tongrundig, innen in der Mündung roter Reif von zwei feinen, weißen 
begrenzt. Auf Rotellen gelbweiße Punktrosetten. — Irrtümlich schon auf Tafel 8 abgebildet. 



Salbfläschchen (sog. Lekythen). 
Weitbauchig mit niedrigem weiten Fuß. 

650. Taf. 28. (2286.) Aus Cumä. 

H. o,io. U. 0,25. Ton dunkelgelb, stark glimmerig, Firnis rotbraun. Ein Stück der Mündung 
fehlt. Auf Fußrand und daran anschließender unterer Körperpartie Firnisband; um Körpermitte 
Firnisreifen; auf Schulter aufrechte spitze Dreiecke mit Rautenfüllung. Auf Hals und Mündung 
Reifen; auf Henkelrücken zwischen zwei Längsstreifen Querstreifen. Protokorinthisch- 
geometrischer Stil. 

651. Taf. 28. (2290.) Aus Cumä. 
Abb. 79. H. 0,0g. U. 0,255. Ton grau, stark glimmerig, Firnis hellbraun, etwas me- 
tallisch. Fuß und unterste Körperpartie gefirnißt, dann Reifen bis zur unteren 
Henkelansatzhöhe, ein stärkerer auf Körpermitte. Auf Schulter drei Fische 
in Kontur mit etwas Innenzeichnung. Auf Hals und Mündung Reifen. 
Auf Henkelrücken drei Längsstreifen. Protokorinthisch-geometri]scher 
Stil. 

651a. Taf. 29. (St. 137.) Abb. 79. 

H. 0,135. U. 0,30. Ton gelbrosa, stark glimmerig. Firnis rotbraun und 
grünlich. Stück der Mündung fehlt. Fuß oben gefirnißt. Feiner Firnisreif. Auf Firnisband 
zwei rote Reifen, Firnisreif, auf Firnisband drei rote Reifen. Davon ausgehend Gruppen von 
vertikalen Strichen. Auf Schulter drei Firnisreifchen, Stäbe und Band. Lippe gefirnißt, auf 
Mündungsteller Stäbchen und Firnisreif, auf Henkelrücken Querstreifen. Jünger. 




Mit eiförmigem Körper und kleinem Fuß. 

652. Taf. 28. (759.) 

H. 0,08. U. 0,16. Ton grünlich und grau. Firnis matt, braun. Nur Reifen, auf Henkelrücken 
Querlinien. 

653. Taf. 28. (756.) 

H. 0,075. U. 0,17. Ton hellbraun, Firnis dunkelbraun. Wie 652. 

654. Taf. 28. (790.) 

H. 0,075. U. 0,155. Ton grünlich, Firnis braun, matt. Fuß gefirnißt, zwei Reifen, unter Schulter 
Hasenjagd (drei Tiere), dazwischen Punktrosetten. Auf Schulter zwischen Reifen Punkte, 
auf Mündungsteller desgleichen, auf Henkelrücken Querstreifen. 

655. Taf. 28. (Antiquarium 743). 

H. 0,11. U. 0,22. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Stück der Mündung fehlt. Unter Fuß Firnis- 
reif; Fuß oben gefirnißt. Reifchen. Zwei breite Firnisbänder, darauf orangegelbe und rote 
Reifen. Mündungsteller gefirnißt, darauf orangegelbe Reifen. 

656. (742.) 

H. 0,085. U. 0,18. Ton gelb, Firnis braungrün. Standfläche, Rand und Oberfläche des Fußes 
gefirnißt, ebenso Körperpartie darüber. Drei Reifen. Breites Firnisband mit roten Reifen darauf. 
Auf Mündungsteller außen roter, innen Firnisreif. Mündung innen gefirnißt. Auf Henkelrücken 
Querstreifen. 

657. (789.) 

H. 0,085. U. 0,17. Ton graugelb, Firnis schwärzlich. Fuß, Mündung und Oberfläche mehrfach 
verletzt. Ähnlich wie 656. 



- 78 - 

658. Taf. 28. (777.) 

H. 0,105. U. 0,17. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Stückchen vom Fuß fehlt. Fuß oben ge- 
firnißt, ebenso die unterste Körperpartie. Firnisreifen, dazwischen rote auf Tongrund aufgesetzte 
Reifen. Auf Schulter Stäbe, um Halsansatz Firnisreif; auf Mündungsteller roter zwischen zwei 
Firnisreifen; auf Henkelrücken Querstreifen. 

659. (752.) 

H. 0,10. U. 0,155. Wie 6^8. Hals und Mündung ergänzt. 

660. (745.) 

H. 0,105. U. 0,165. Ton dunkelgelb, Firnis hellbraun. Henkel fehlt. Die roten Reifen auf 
Firnisbändern. Auf Mündungsteller Stäbchen. 

661. (764.) 

H. 0,10. U. o,iy. Wie 660. Stückchen der Mündung fehlt. 

662. (769.) 

H. 0,10. U. 0,155. Wie 660, aber vier dünne, rote Reifen (auf Firnis) zwischen den zwei breiten. 

663. (761.) 

H. 0,085. U. 0,165. Wie 658. 

664. (749.) 

H. 0,0g. U. 0,18. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Stück der Mündung fehlt. Fuß und unterste 
Körperpartie gefirnißt. Drei dünne Reifen. Rotes Band auf Tongrund zwischen zwei Firnis- 
bändern. Drei dünne Firnisreifen. Stäbe auf Schulter; Firnisband um Halsansatz; auf Mündungs- 
teller Stäbe, auf Henkelrücken Querstreifen. 

665. (753.) 

H. 0,10. U. 0,185. Ton grünlich, Firnis grünbraun. Wie 664. 

666. (775.) 

H. 0,095. U. 0,175. Ton braun, Firnis schwärzlich. Fuß oben und unterste Körperpartie 
gefirnißt. Drei feine Reifen. Auf breitem Firnisband ein roter Reif, auf breitem Firnisband zwei 
rote Reifen. Drei Reifchen. Sonst wie 664. 

667. (758.) 

H. 0,08. U. 0,17. Ton dunkelgelb, Firnis braun glänzend. Etwas bauchigere Form, ziemlich 
großer Fuß. Fuß oben gefirnißt, darüber Stäbe. Zwei feine Firnisreifen. Zwischen zwei Firnis- 
bändern rotes Band auf Firnis. Drei feine Reifen. Stäbe auf Schulter. Stäbchen auf Mün- 
dungsteller. Querstreifen auf Henkelrücken. 

668. (779.) 

H. 0,095. U. 0,17. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Fuß oben gefirnißt, darüber Stäbe. Drei 
Firnisreifchen. Zwei breite Firnisbänder, auf jedem rotes Band. Drei Reifchen. Sonst wie 667. 

669. Taf. 28. (766.) 

H. 0,095. U. 0,17. Ton dunkelgelb, Firnis grünbraun. Dekoration wie bei 667, aber zwischen 
dem oberen Firnisband und den drei Reifchen ein Streifen mit Strichgruppen eingeschoben. 

670. (747.) 

H. 0,10. U. 0,175. Ton dunkelgelb, Firnis grünlichbraun. Unter Fuß Firnisreif. Fuß oben 
gefirnißt, darüber Stäbe. Drei Reifchen, Firnisband mit rotem Reif. Punktreif, zwei Reifchen, 
Punktreif. Firnisband mit rotem Reif. Drei Reifchen. Auf Schulter Stäbe, auf Mündungsteller 
Stäbchen zwischen zwei Reifen, auf Henkelrücken Querstreifen. 

671. Taf. 28. (750.) 

H. 0,10. U. 0,15. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Stück der Mündung fehlt. Fuß oben und unterste 
Körperpartie gefirnißt. Zwischen Firnisreifen Tierfries: zwei langgestreckte Hunde, 
Punktkreise dazwischen. Sehr roh. Auf Schulter und Mündungsteller Stäbe. Um Halsansatz 
Firnisband. Auf Henkelrücken Querstriche. Mündung innen gefirnißt. 

672. (748.) 

H. 0,09. U. 0,18. Ton braungelb, Firnis rot. Geflickt, einige Stücke fehlen. Fuß oben und 
unterste Körperpartie gefirnißt. Firnisband. Zwischen zwei Firnisbändern, mit je einem roten 
Reit darauf, Strichgruppen. Zwei Firnisreifen, Stäbe auf Schulter, auf Henkelrücken Querstreifen 



- 79 - 



673. (682.) 

H. des Erhaltenen o,io. U. o,igj. Ton dunkelgelb, Firnis rot. Hals, Henkel und Mündung fehlen. 
Fuß oben und unterste Körperpartie gefirnißt. Drei Firnisreifchen. Zwischen zwei Firnisbändern, 
mit je einem roten Reif darauf, Band mit schiefliegenden Strichelchen. Zwei Firnisreifen. Stäbe 
auf Schulter. 

674. (St. 139.) 

H. o,ogj. U. 0,175. Ton gelb, Firnis rot. Etwas geflickt, Stück der Mündung fehlt. Fuß 
oben und unterste Körperpartie gefirnißt. Firnisreif. Zwischen zwei Firnisbändern mit je 
einem roten Reifen Band von gekreuzten Strichen. Auf Schulter Stäbe, um Halsansatz Firnis- 
band, auf Mündungsteller Strichelchen am Rand, innen Firnis, auf Henkelrücken Querstreifen. 

675. (763.) 

H. 0,0g. U. 0,15. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Mündungsteller und Henkel fehlen zum 
Teil. Bronzeflecken. Firnisband. Zwischen zwei Firnisbändern nach rechts umlaufendes Reis 
mit Firnis- und roter Mittellinie. 

676. Taf. 28. (760.) 

H. 0,10. U. 0,155- Ton dunkelgelb, Firnis braun. Drei Firnisreifen zwischen zwei Firnis- 
bändern mit je einem roten Reifen darauf, nach rechts umlaufendes Reis mit roter Mittellinie 
auf Firnisgrund. Zwei Firnisreifen. 

677. (774.) 

H. 0,095. U- °' I 75- Ton dunkelgelb, Firnis braun. Firnisreif. Zwischen zwei Firnisbändern 
mit je einem roten Reif darauf nach rechts umlaufendes Reis. 

678. (782.) 

H. 0,10. U. 0,18. Ton dunkelgelb, Firnis rot und braun. Zwei Firnisreifen. Sonst wie 677. 

679. (781.) 

H. 0,10. U. 0,165. Ton graugelb, Firnis braun. Versintert. Wie 678, aber Rot auf Mittellinie 
des Reises. 

680. (776.) 

H. o,og5. U. 0,165. Ton gelb, Firnis braun. Wie 679, aber kein Rot auf dem Reis. 

681. (771.) 

H. 0,10. U. 0,16. Ton grünlich, Firnis grünbraun. Etwas versintert. Drei Firnisreifen. Das Reis 
mit gerade stehenden Blättchen und roter Mittellinie. Sonst wie 680. 

682. (778.) 

H.o,og5. U. 0,16. Ton gelb, Firnis rotbraun. Henkel fehlt. Drei Firnisreifen. Sonst wie 681. 
(Unregelmäßigkeiten beim Reis.) 

683. (757.) 

H. 0,085. U- 0,165. Ton dunkelgelb, Firnis rot und braun. Stück des Mündungstellers fehlt. 
Dekoration wie bei 682, aber das Reis regelmäßig. 

684. (767.) 

H. o,og5. U. 0,165. Ton grünlich, Firnis grünbraun. Etwas versintert. Wie 683, aber kein Rot 
auf dem Reis. 

685. Taf. 28. (744.) 

H. 0,11. U. o,ig5. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Lange Stäbe, über Firnisband Stabgruppen. 
Sonst wie 684. 

686. (768.) 

H. 0,10. U. 0,15. Ton braun, Firnis rotbraun. Fuß oben und unterste Körperpartie gefirnißt, 
darüber zwei Reifchen. Auf Firnisgrund drei Reihen Schuppen mit doppeltem Ritzkontur und 
Zirkelpunkt. Darüber zwei Firnisreifen. Auf Schulter Stäbe, ebenso auf Mündungsteller, um 
Halsansatz Firnisreif, Lippe und Halsinneres gefirnißt. Auf Henkelrücken Querstreifen. 

687. Taf. 28. (780.) 

H. o,og5. U. 0,15. Wie 686, aber nur zwei Reihen Schuppen, wechselnd mit rotem und gelb- 
weißem Tupfen. 



80 



688. (1613.) 

H. o,og. U. 0,15. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Wie 687, aber drei Reihen Schuppen 

689. (754.) 

H. 0,0g. U. 0,16. Ton dunkelgelb, stumpf, Firnis grünbraun. Stückchen vom Fuß fehlt. 
Wie 688, aber Schuppen etwas kleiner und fast Zweidrittelkreise bildend, darunter nur ein Firnisreif. 

690. (773.) 

H. o,ogs. U. 0,16. Ton bräunlich, Firnis schwärzlich. Zerbrochen, Stücke fehlen. Wie 689, 
aber vier Schuppenreihen. 

691. Taf. 28. (765.) 

H. 0,0g. U. 0,165. Ton grünlich, Firnis braun. Über dem gefirnißten Fuß drei Stabgruppen, 
zwei Firnisreifchen. Sonst wie 690. 

692. Taf. 28. (1816.) 

H. o,og$. U. 0,165. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Mündungsteller etwas ergänzt. Über dem 
gefirnißten Fuß Stäbe umlaufend, zwei Firnisreifchen. Sonst wie 691. 

693. Taf. 28. (746.) 

H. 0,10. U. 0,18. Ton dunkelgelb, Firnis metallisch, grünlich und rötlich. Henkel und zwei 
Drittel des Mündungstellers ergänzt. Über dem gefirnißten Fuß Stäbe umlaufend, vier Firnis- 
reifchen. Sechs Reihen kleiner nur einmal konturierter Schuppen, wechselnd rot und gelbweiß 
getupft. Darüber mehrere helle Firnisreifchen. Auf Schulter Stäbe. 



Schlauchförmig. 

695. Taf. 28. (688.) 

H. 0,105. U- °, 20 5- Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und braun. Oberfläche auf einer Seite 
etwas angegriffen. Unter Standfläche rundliche Vertiefung. Der ganze Körper mit Firnistupfen 
besät. Auf dem Mündungsteller breite Stäbe, Hals innen gefirnißt. 

696. (707.) 

H. 0,05. U. o,og5. Ton grünlich, Firnis mattbraun. Reste von Eisen haften außen am Boden. 
Auf Standfläche ganz kleine rundliche Vertiefung. Um die Körpermitte zwei Firnisbänder mit 
je einem roten Reif darauf; dazwischen vier Reihen Firnistupfen. Auf Schulter Stäbe. Lippe 
gefirnißt, auf Mündungsteller roter und schwarzer Ring, auf Henkel Querstreifen. 

697. (706.) 

H. 0,055. U. 0,105. Ton dunkelgelb, Firnis grünbraun. Verzierung wie bei 696, aber fünf 
Reihen Tupfen. 

698. Taf. 28. (695.) 

H. 0,07. U. 0,155. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und dunkelbraun. Wie 696 verziert, aber 
Henkelrücken ganz gefirnißt. 

699. (696.) 

H. 0,08. U. 0,14. Ton gelb, Firnis grünbraun. Mündung etwas beschädigt. Wie 696, aber 
Tupfen auf Henkelrücken und nur vier Reihen Tupfen auf Körper. 

700. (691.) 

H. 0,085. U. 0,15. Wie 696, aber keine Vertiefung auf Standfläche. Etwas versintert. 

701. (689.) 

H. 0,10. U. o,iy. Ton grünlich, Firnis grauschwarz. Oberfläche stark verrieben. Auf Körper 
zwischen zwei Firnisbändern Tupfenband, drei Reifen, Tupfenband. Auf Schulter Stäbe, Lippe 
gefirnißt, auf Mündungsteller Reifen. 

702. Taf. 28. (705.) 

H. 0,07. U. 0,115. Ton grünlich, Firnis grünbraun. Auf Standfläche kleine Vertiefung. Auf 
Körper zwischen zwei Firnisbändern mit rotem Reif viele Firnisreifen. Auf Schulter Stäbe, 
Lippe gefirnißt, auf Mündungsteller roter Reif, auf Henkelrücken zwei Tupfen. 



Tafel 28 




Münchener Vasensammlung. 



J B. Obernetter, München. 



- 81 



703. Jaf. 28. (673 Cand.) J. 172. 

H. 0,12. U. 0,21. Ton grünlich, Firnis braun. Auf Standfläche kleine, runde Vertiefung. Auf 
Körper Firnisband mit rotem Reif. Hasenjagd, fünf Tiere in Silhouette. Firnisreif, drei 
Reihen Firnistupfen, Firnisband mit rotem Reif. Auf Schulter Stäbe; Lippe gefirnißt, auf Mün- 
dungsteller roter und Firnisring, auf Henkelrücken Tupfen. 

704. (672.) 

H. 0,115. U- 0,22. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Oberfläche abgerieben. Auf Standfläche 
Vertiefung. Darum Stabrosette und Firnisreif. Bild: Panthervogel mit seitlich aus- 
gebreiteten geknickten Flügeln; Wasservogel mit anliegenden Flügeln. Die Flügel 
beider Tiere haben rote Streifen und viel Ritzung. Rosetten als Raumfüllung. Darüber Firnis- 
reif. Auf Schulter Stäbe, auf Lippe Tupfen, auf Mündungsteller Stäbe, auf Henkelrücken 
Längsstreif. 

705. Taf. 28. (915 Cand.) J. 952. 

Abb. 80. H. 0,165. U. 0,275. Ton dunkelgelb, Firnis grünlichbraun. Leichte Vertiefung auf Standfläche, 
darum Stabrosette und Firnisring. Bild: Kniender Steinbock mit ausgebreiteten, 




Abb 80. 



geknickten Flügeln (rot gerändert und mit roten Querstreifen). Hals rot, das Blatt von offenem 
Kreis mit weißen Tupfen eingerahmt. Auge geritzt mit weißem Zentrum. Rückwärts ein 
Wasservogel. Füllrosetten. Auf Schulter und Mündung Stäbe, auf Lippe und Henkel- 
rücken Tupfen. Sorgfältige Zeichnung. 

706. (668 Cand.) J. 919. 

H. 0,20. U. 0,32. Ton dunkelgelb, Firnis grauschwarz. Stück der Mündung fehlt. Oberfläche 
teilweise abgerieben. Auf Standfläche ein ganz enger und zwei weite Firnisringe. Bild: 
Hockender Löwe mit einem mächtigen Flügel (roter Oberrand); Hals rot, Blatt von 
Ritzlinie umzogen. Unter seinem Flügel hockt ein kleiner, ungeflügelter Löwe. Hals rot, Blatt 
umritzt. Füllrosetten. Stäbe auf Schulter, Lippe gefirnist, rote und Firnisreifen auf Mündung, 
Tupfen auf Henkelrücken. Hals innen gefirnißt. 

707. Taf. 28. (Antiquarium 468). 

H. 0,28. U. 0,3g. Ton gelb, Firnis rot und grünlichbraun. Etwas geflickt. Der Firnis mehr- 
fach überschmiert. Zwei Firnisreifen, darüber drei Tierfriese, je auf einem Firnisband mit 
rotem Reif. Unterster Fries: Zwei Panther gegeneinander mit gemeinsamem Kopf. Was- 
servogel, Panther? mit Kopf in Profil, Eber. Mittlerer Fries: Wie voriger. Oberster 
Fries: Bock oder Hirsch gegen Eber. Hals der Vierfüßler rot, Blatt umritzt. Füllrosetten 
und Tupfen. Darüber Firnisband mit rotem Reif. Auf Schulter und Mündung Stäbe, auf Lippe 
und Henkelrücken Tupfen. 

708. Taf. 28. (693.) 

H. 0,0g. U. 0,175. Ton dunkelgelb, Firnis braungrün. Halswulst. Zwischen zweimal zwei Firnis- 
reifen breites Firnisband mit vier roten Reifen darauf. Auf Schulter Stäbe, darüber Reifen. Lippe 
gefirnißt, auf Mündungsrand Stäbchen, Hals innen gefirnißt, auf Henkelrücken Querstreifen. 



- 82 - 



709. (704.) 

H. 0,065. U. 0,11. Ton dunkelgelb, Firnis schwarz. Halswulst. Breites Firnisband. Rotes Band. 
Zwischen zwei Firnisbändern rotes. Sonst wie 708. 

710. Taf. 28. (703.) 

H. 0,065. U. 0,11. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Halswulst. Kleine Vertiefung auf Standfläche. 
Zweimal zwischen zwei schwarzen Reifen ein roter. Drei feine Firnisreifchen. Auf Schulter Stäbe. 
Lippe gefirnißt, auf Mündung Firnis- und rote Reifen, Hals innen gefirnißt, auf Henkelrücken 
Querstreifen. 

711. (690.) 

H. 0,10. U. 0,165. Ton dunkelgelb, Firnis schwarzbraun. Halswulst. Dekoration wie bei 710, 
nur fehlen die drei feinen Reifchen. 

712. Taf. 28. (692.) 

H. o,og5. U. 0,165. Ton grünlich, Firnis grünbraun. Halswulst. Leichte Vertiefung auf Stand- 
fläche. Zwischen drei Firnisbändern zwei rote Reifen. Darüber drei Firnisreifchen ; sonst wie 710. 

713. Taf. 28. (702.) 

H. o,oy. U. o,u. Ton gelb, Firnis grünlichbraun. Halswulst. Firnisband mit rotem Reif darauf, 
Tupfen, drei Firnisreifchen, Tupfen, Firnisband mit rotem Reif, zwei Firnisreifchen; sonst wie 712. 

714. (700.) 

H. o,oy. U. 0,12. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Wie 713, nur statt der drei Reifchen in der 
Mitte Firnisband und Hals gefirnißt. 

715. Taf. 28. 

H. 0,065. U. 0,115. Ton rötlich gelb, Firnis rotbraun. Etwas versintert. Kleine Vertiefung 
auf Standfläche. Halswulst. Zwischen zwei Firnisbändern mit rotem Reif Hasenjagd mit 
drei Tieren in Silhouette. Auf Schulter Stäbe, ^^^^^ ^ 

auf Mündung roter Reif, auf Henkelrücken Quer- 
streifen. 

716. Abb. 81. (671.) 

H.0,12. U. 0,225. Ton rötlichgelb, Firnis grünlich- 
braun und schwarzbraun. Halswulst. Auf Stand- 
fläche Vertiefung. Bild: Schreitender Vogel- 
greif mit drei ausgebreiteten aufgerollten 
Flügeln; Hals und Brust rot, Flügel mit roten 
und schwarzen Querstreifen. Auf der andern Abb.si. 
Seite schreitender Wasservogel mit an- 
liegenden Flügeln und umgewendetem Kopf. Flügel rot gerändert, mit roten Querbändern und 
reicher Ritzung. Füllrosetten. Firnisband über Halswulst, Lippe gefirnißt, Stäbe auf Mün- 
dungsteller, auf Henkelrücken Querstreifen, Hals innen gefirnißt. 

717. (683.) 

H. 0,18. U. 0,205. Ton dunkelgelb. Halswulst. Vertiefung in der Standfläche, daneben ein 
Stück abgesprungen. Ohne jede Bemalung. 

718. Taf. 28. (697.) 

H. 0,085. U. 0,16. Ton grünlich, Firnis rotbraun. Mündung ergänzt. Auf der Mitte der Boden- 
fläche kleine Spitze. Plastischer Halswulst. Drei Firnisreifen, auf Firnisband fünf rote Reifen, 
zwei Firnisreifen. Auf Schulter Stäbchen, darüber Stäbe und Firnisband, unter Henkelansatz 
ganz kleine Stäbchen. Auf Henkelrücken Querbänder. 




Schlauchförmig mit Ringfuß. 

720. Taf. 29. (686.) 

H. 0,13. U. 0,22. Ton graugrün, Firnis rötlichbraun. Niedriger Ringfuß, der Körper horizontal 
geriefelt. Zwei Firnisbänder über Fuß, in den Riefeln abwechselnd Firnis- und rote Bänder; auf 
Schulter Stäbe, um Halsansatz Firnisband, Lippe gefirnißt, auf Mündungsteller Firnisreif 
zwischen zwei roten Reifen, auf Henkelrücken Querstreifen. 



- 83 - 



723. Tat". 29. (687.) 

H. o,io. U. 0,18. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und grünlich. Halswulst. Rand des Fuß- 
ringes gefirnißt, darüber Stäbe, dann auf Firnisfläche viele rote Reifen; Firnisreif. Auf Schulter 
Stäbe, Lippe gefirnißt, auf Rand des Mündungstellers Stäbchen, Hals innen gefirnißt, auf Henkel- 
rücken Querstreifen. 

724. Taf. 29. (694.) 

H. 0,085. U- °> J 7- Ton dunkelgelb, Firnis braun und grünlich. Wie 723. 



Mit Bauchwulst und Ringfuß. 

725. Taf. 29. (735.) 

H. 0,115. U- °» J 5- Ton gelb, Firnis rotbraun und schwarzbraun. Bauchwulst und plastischer 
Halsreif. Fuß oben gefirnißt, darüber Stäbe, zwei Firnisreifen, auf Firnisgrund vier rote Reifen. 
Auf Wulst Spitzblättchen (Stäbe). Darüber auf Firnisgrund rote Reifen; Firnisreif; auf Schulter 
Stäbe und Firnisreif. Lippe gefirnißt, auf Mündungsteller Stäbchen, Hals innen gefirnißt, auf 
Henkelrücken Querbänder. 



Mit abgesetzter Schulter, Halswulst und knappem Fuß. 

726. Taf. 29. (755.) 

H. 0,00. U. 0,155. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Über Fuß kleine Firnispartie, Firnisreif, 
auf Firnisband roter Reif. Auf Schulter: auf Firnisfläche drei weiße und zwei rote Reifen, 
dann zwischen zwei Firnisreifen Stäbe. Lippe gefirnißt, auf Mündung Tupfen, Hals innen ge- 
firnißt, auf Henkelrücken Querbänder. 

727. Taf. 29. (770.) 

H. 0,095. U. 0,16. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Wie 726, aber viele rote und weiße Reifen 
auf Schulter und ein roter dicht unterhalb der Schulter. 



Mit spitz zulaufendem Körper. 

728. Taf. 29. (St. 139.) 

H. 0,0g. U. 0,145. Ton weißgelb, Firnis rotbraun und dunkelbraun. Die halbe Mündung fehlt. 
Plastischer Halsring. Auf Schulter Firnisreif, auf Firnisband roter Reif, Firnisreif, Stäbe, 
Firnisreif. Lippe gefirnißt, auf Mündung Stäbchen, Hals innen gefirnißt, auf Henkelrücken 
Querbänder. 

729. Taf. 29. (783.) 

H. 0,09. U. 0,16. Ton grünlich, Firnis rotbraun. Drei Firnisbänder wechselnd mit zwei roten 
Reifen, zwei Firnisreifen, auf Schulter Stäbe, auf Mündung roter zwischen zwei Firnisreifen. 
Sonst wie 728. 

730. Taf. 29. (751.) 

H. 0,08. U. 0,15. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Stück der Mündung fehlt. Zwischen zwei Firnis- 
bändern ein Zweig. Auf Schulter zwischen zwei Firnisreifen Stäbe. Lippe gefirnißt, auf Mündung 
Stäbe, Hals innen gefirnißt, auf Henkelrücken Querstreifen. 

Unten gerade abgeschnitten. 

733. Taf. 29. (685.) 

H. 0,17. U. 0,225. Ton stumpfgelb, Firnis braun. Hals etwas abgesetzt von Schulter. Auf 
Firnispartie drei rote Bänder; zwischen Firnisbändern ein schmaleres rotes Band. Auf Schulter 
Stäbe und Band; auf Mündungsteller roter Reif zwischen zwei Firnisreifen, auf Henkelrücken 
Querbänder. 

734. (684.) 

H. 0,17. (J. 0,225. Ton gelb, Firnis grünlichbraun. Leichter Halswulst. Dekoration wie 
bei 733, aber auch unten rotes Band zwischen zwei Firnisbändern. 

11* 



- 84 



735. (1601.) 

H. 0,155. U. 0,18. Ton gelb, Firnis rotbraun. Dicker Halswulst. Zwischen zwei Firnisbändern 
rotes Band, drei Firnisreifchen, zwei Firnisbänder wechselnd mit zwei roten. Firnispartie auf 
Schulter. Auf plastischem Halswulst Stäbe, auf Mündung rotes zwischen zwei Firnisbändern, 
auf Henkelrücken Querbänder. 

736. Taf. 29. 

H. 0,16. U. 0,16. Ton grünlichgelb, Firnis schwärzlich. Dicker Halswulst. Zwischen zwei Firnis- 
bändern roter Reif. Hasenjagd: Drei Tiere. Drei breite Firnisbänder wechselnd mit 
zwei roten Reifen. Auf Halswulst Stäbe, darüber Firnisreif. Sonst 
wie 735. 

740 Abb 82 (805 ) 9 et ' rüc ' ( * em ' kantigem Körper und Ringfuß. 

H. 0,05. U. 0,185. Ton gelb, Firnis braun. Etwas geflickt, Mündung 
teilweise ergänzt. Fuß oben gefirnißt; drei Firnisreifen, vertikale Mittel- 
partie gefirnißt, auf Schulter viele Firnisreifen. Auf Henkelrücken 
zwischen zwei Längsstreifen Querbänder. Abb. 82. 




Kugel-Aryballen. 

745. (728.) 

H. 0,055. U- °, I 75- Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und grünbraun. Die halbe Mündung 
fehlt. Vom Boden bis zum untern Henkelansatz Firnisreifen und rote Bänder wechselnd. Auf 
Lippe Tupfen, auf Mündung rotes Band zwischen Firnisreifen, auf Henkelrücken liegendes Kreuz. 

746. Taf. 29. (713.) 

H. 0,08. U. 0,20. Ton blaßgelb, Firnis braun. Zwischen zwei breiten Firnisbändern rotes, schmales 
Band. Auf Schulter Stäbe, Lippe gefirnißt, auf Mündung rotes zwischen Firnisbändern. Auf 
Henkelrücken Querstreifen. 

747. (712.) 

H. 0,08. U. 0,235. Ton graugelb, Firnis grünbraun, größtenteils abgesprungen. Dekoration wie 
bei 746. 

748. (729.) 

H. 0,06. U. 0,18. Ton grünlich, Firnis braun, größtenteils abgesprungen. Auf Standfläche 
kleine Vertiefung, darum Stabrosette von Reif eingefaßt. Umlaufender Tierfries: Vier Was- 
servögel nach rechts, dazwischen Füllrosetten. Darüber Firnisreif. Auf Schulter Stäbe, auf 
Lippe Tupfen, auf Mündung Stäbe, auf Henkelrücken Querstreifen. 

749. (720.) 

H. 0,075. U. 0,21. Ton gelb, Firnis braun, teilweise abgerieben. Zwischen zwei Firnisreifen 
Tierfries: Zwei gelagerte Vierfüßler und Wasservogel nach rechts. Füll- 
rosetten. Auf Schulter Stäbe, auf Mündung Reifen, auf Henkelrücken Querbänder. 

750. (721.) 

H. 0,08. U. o,2i. Ton grünlich, Firnis grünlichbraun. Auf Standfläche kleine Vertiefung, darum 
Firnisring und Stäbe. Zwischen zwei Firnisreifen Tierfries: Vier Wasservögel nach 
rechts, dazwischen Füllrosetten. Auf Schulter und Mündung Stäbe, auf Lippe Tupfen, auf Henkel- 
rücken Querstreifen. 

751. Taf. 29. (719.) 

H. 0,07. U. 0,22. Ton rötlichgelb, Firnis braun. Schmuck wie bei 750. 

752. Taf. 29. (709 Cand.) J. 947. 

H. 0,13. U. 0,37. Ton grünlich, Firnis schwärzlich, teilweise abgerieben. Auf Standfläche kleine 
Vertiefung. Zwei Firnisreifen, auf Firnisband roter Reif; darüber Hasenjagd: Sieben 
nach r ech t S I a u f e 11 de Tier e in Silhouette. Auf Firnisband roter Reif. Darüber wieder 



Tafel 29 





Münchener Vasen3ammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



85 



Hasenjagd: Sechs nach rechts laufende Tiere. Roter Reif zwischen zwei 
Firnisreifen. Auf Schulter Stäbe und Firnisband um Halsansatz. Lippe gefirnißt. Auf Mündung 
roter zwischen schwarzen Reifen. Auf Henkelrücken Querbänder. 

753. Taf. 29. (710 Cand.) J. 956. 

H. 0,12. U. 0,35. Ton dunkelgelb, Firnis schwärzlich. Vertiefung in Standfläche. Darum vier 
Firnisreifen und Stabrosette. Zwischen zwei Firnisreifen Tierfries: Sirene nach rechts 
mit auswärts gebreiteten, abwärts gebogenen Flügeln. Rückwärts zwei Panther gegen- 
einander, dazwischen doppelter Palmettenlotos. Füllrosetten und Dreiecke. Auf Schulter und 
Mündung Stäbe. Auf Lippe Tupfen, auf Henkelrücken Querbänder. 



Kugel-Aryballen mit Ringfuß. 

754. Taf. 29. (724.) 

H. o,oy. U. 0,21. Ton rosagelb, Firnis grünlich und gelbbraun. Fuß oben gefirnißt, darüber 
Stäbe. Auf Firnispartie viele rote Reifen. Darüber drei Firnisreifen, auf Schulter Stäbe. Lippe 
gefirnißt, auf Mündung Stäbchen, Hals innen gefirnißt, auf Henkelrücken Querstreifen. 

755. Taf. 29. (733.) 

H. 0,063. U- o.-föj. Ton gelb, Firnis braunschwarz. Fuß oben gefirnißt, darüber Gruppen von 
je zwei Stäben. Zwischen zwei roten ein Firnisband. Darüber drei Gruppen ganz kleiner Stäb- 
chen; zwei Firnisreifen. Auf Schulter Stäbe und Firnisreif um Halsansatz, sonst wie 754. 

756. Taf. 29. (1871.) J. 171. 

H. 0,13. U. 0,41. Ton grünlichgelb, Firnis braun. Das Bild bedeckt den ganzen Körper des 
Gefäßes: Zwei nach links schreitende Krieger mit Rundschild (Rand mit weißen Tupfen, 
innen auf Tongrund Stern mit gebogenen Strahlen) und mächtigen, ausgebreiteten Flügeln. 
Der linke Flügel des einen Kriegers hat Hahnenbeine. Weiße Tupfenlinien begleiten den Kontur 
der Köpfe bzw. Helme, der Flügel, der Schilde und Oberschenkel. Weiße Querstreifen und 
Sterne mit gebogenen Strahlen auf den Flügeln. Vom linken Flügel des andern Kriegers hängt 
ein Zweig mit weißen Tupfen herab. Je zwei nicht zusammengehörige Flügel sind durch hängende 
Dreiecke mit Mittellinien verbunden. Als Füllornamente Kreuze, eine Punktrosette und eine 
Wellenlinie. Keine Innenritzung. Mündung unten gefirnißt, auf Lippe Stäbe, auf Mündungs- 
teller oben zwei Punktkreise, auf Henkelrücken Kranz. Der Firnis ist durch dunkelrote Farbe 
verstärkt. 



Spitz-Alabastra. 

760. Taf. 29. (Antiquarium 1434.) 

H. 0,18. 0.0,15. Ton gelb, Firnis braun. Die halbe Mündung fehlt. Vier umlaufende Tier- 
streifen: In allen Vögel nach rechts mit rotem Flügelbug, Schwungfedern und andern ge- 
ritzten Details. Dazwischen Füllrosetten. Alles flüchtig. Im untersten Streifen drei, im 
zweiten vier, im dritten drei, im obersten zwei Vögel. Hals und Lippe rot. 

761. Taf. 29. (Antiquarium 266.) 

H. o,iy. U. 0,125. Ton mattgelb, Firnis rotbraun und schwarzbraun. Spitze abgebrochen. 
Fünf umlaufende Tierstreifen wie bei 760: In den beiden untersten je vier Vögel, in 
den drei obersten je drei. Hals innen und außen rot. Auf Lippe Firnisstäbe. 

762. Taf. 29. 

H.0,18. U.0,12. Ton grünlichgelb, Firnis braun. Fünf umlaufende T i e r s t r e i f e n : Unter- 
ster Streif: Zwei Panther nach rechts. Zweiter Streif: Drei Vögel nach 
rechts. Ganz ähnlich wie auf 760 und 761, aber mit im Kontur geritzten, rot gefüllten Bogen 
auf dem Vorderteil, wie häufig die Vierfüßler dieser Gruppe, z. B. die Panther im untersten 
Streifen. Dritter Streif: Drei Vögel mit umgewandtem Kopf, geschupptem Hals und 
auf den Boden reichendem Schwanz. Roter Bogen wie bei vorigem. Vierter Streif: Drei 



- 86 - 



Vögel nach rechts wie die im zweiten Streif, nur einer mit hahnenartigem Schwanz etwas 
abweichend. Oberster Streif: Drei Vögel nach rechts. Wie voriger. Überall Füll- 
rosetten. Hals rot, Firnisstäbchen auf Lippe, innen roter Reif. 

763. (Antiquarium 1418 [259]). 
H. 0,14. U. 0,16. Ton rosagelb. Plumpes, schweres Exemplar mit plastischem 
Halswulst ohne jede Bemalung. 

764. Abb. 83. (737.) 

H. 0,16. U. 0,22. Ton rotbraun. Plastischer Halswulst. Ziemlich weitbauchig. 
Ohne jede Bemalung. 



765. 




Abb. 83. 



766. 



767. Abb. 84. 



Figürliche Alabastra. 

(817.) 

H. 0,08. L. 0,105. Ton stumpfgelb, Firnis braun, schlecht. Wasservogel 
(Schwan), Brust, Flügel, Rücken, Schwanz oben gefirnißt. Federn durch 
Ritzung angedeutet, wechselnd rot und weiß getupft. Hals mit Firnistupfen und drei großen 
Firnisflecken, Augen mit Firnis. Oben im Schwanz eine Öffnung. Statt der Beine zwei Zapfen. 
(818.) 

H. 0,075. L. 0,085. Ton grünlich, Firnis braun, teilweise abgerieben. 
Dekoration wie bei 765. 
(819.) 

H. 0,08. L. 0,005. Ton gelb, Firnis braun. Wie 765. 






Abb. 84. 



Abb 85. 



Abb.Si>. 



768. 



(Antiquarium 674.) 

H. 0,055. L. 0,0g. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Liegendes Reh. Der als Stöpsel dienende Kopf 
fehlt. Der Körper mit Firnistupfen bedeckt; gefirnißt: Schwanz, Kniee und oberste Halspartie. 

769. Abb. 85. (Antiquarium 675.) 

H. 0,005. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Hockender Affe, die Rechte an den Mund haltend, die 
Linke zwischen den Beinen. Im Kopf oben Öffnung. Körper getupft, Brustwarzen mit zwei 
Ringen angedeutet. Hände und Kopf rot, Kniee und Hals gefirnißt. Die Füße sind weggebrochen. 

770. Abb. 86. (816 Cand.) J. 665. 

H. 0,14. U. 0,125. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Menschenbein mit hohem Stiefel (ge- 
firnißt mit eingeritzter Verschnürung), auf Oberschenkel Firnis-Schlange. Oben Mündung mit 
Stäben auf Lippe und auf Tellerfläche. Mündung teilweise weggebrochen. 



Henkellose Näpfe. 

775. Taf. 30. (797.) 

//. 0,04. U. 0,23. Ton grünlich, Firnis schwärzlich, vielfach abgerieben. Ohne Fuß, mit weitem 
niedrigen Hals. Auf Standfläche zweimal zwei Firnisreifen. Auf Schulter Tierfries nach 



Tafel 30 




792 



Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



87 - 



rechts auf Firnisreif: Zwei Löwen? (der eine sehr zerstört), dazwischen Füllornamente. Ritzung 
und Rot. Hals außen und innen und Lippe gefirnißt. Auf Mündung Stäbe. 

776. Taf. 30. (800.) 

H. 0,05. U. 0,245. Ton gelb, Firnis schwärzlich. Mit Fuß, rundlichem Körper und weitem nie- 
drigen Hals. Auf Schulter T i e r f r i e s nach rechts: Zwei Löwen mit heraushängender Zunge. 
Füllornamente. Viel Ritzung und Rot. Lippe und Hals innen gefirnißt, auf Mündung zwischen 
zwei Firnisreifen feine Stäbchen. 

777. Taf. 30. (1610.) 

H. 0,04. U. 0,26. Ton gelb, Firnis braun. Ohne Hals. Fuß oben gefirnißt, dann zweimal zwei 
Firnisreifen. Auf Schulter Tierfries nach rechts: Vier Wasservögel, dazwischen 
Füllornamente. Ritzung und Rot. Übergang von Schulter zur Mündung gefirnißt, ebenso Mün- 
dung innen, auf Mündungsteller Stäbe. 

778. (981.) 

H. 0,035. U. 0,26. Ton grünlich, Firnis braun, fast ganz abgesprungen. Wie 777, aber über 
Fuß nur einmal zwei Firnisreifen. 

779. Taf. 30. (799.) 

H. 0,04. U. 0,28. Ton rosagelb, Firnis schwärzlich. Mit Fuß, kantigem Körper und ganz niedrigem 
Hals. Fuß oben gefirnißt, dann drei Firnisreifen. Schulterkante gefirnißt. Auf Schulter Tier- 
fries nach rechts: Zwei Löwen, dazwischen Füllornamente. Ritzung und Rot. Lippe und 
Mündung innen gefirnißt, auf Mündungsteller Stäbchen und Firnisreif. 

780. Taf. 30. (798.) 

H. 0,035. U- °> 22 - Ton rosagelb, Firnis grünbraun, teilweise abgerieben. Kein Hals, abgesetzte, 
sehr steile, etwas gewölbte Schulter. Fuß oben gefirnißt, darüber drei Gruppen Stäbe. Schulter- 
kante gefirnißt. Auf Schulter Tierfries nach rechts: Fünf Wasservögel, dazwischen Füll- 
ornamente. Ritzung und Rot. 



Teller. 

785. Taf. 30. (980 Cand.) J. 943. 

H. 0,02. D. 0,145. Ton dunkelgelb, Firnis braun. Flacher Teller mit aufgebogenem Rand. Auf 
der Unterseite eingedrehte Riefeln, dazwischen Firnisbänder mit roten Reifen. Der Rand außen 
gefirnißt mit eingedrehtem tongrundigen Reif. Lippe rot. Zwei Bohrlöcher im Rand zum 
Aufhängen mit Schnur. Auf Innenrand Stäbe. Tellerfläche: Zwischen zwei roten Reifen Punkt- 
reihe. T i e r f r i e s : Nach links Eule, Reh?, Bock, Eber, Panther; dagegen Löwe. 
Füllrosetten. Ritzung und Rot. Rotes Band, dann in Firnis Zackenband mit Punkten darin, 
zwei Firnisreifen, Punkte, Firnisreif. 

786. Taf. 30. (870.) 

H. 0,06. D. 0,245. Ton gelb, Firnis rötlichbraun. Tiefer Teller mit Ringfuß und zwei am Rand 
anliegenden, wulstigen Bandhenkeln, deren abstehende Mitte eine Öse bildet. Fuß auf Standring 
und oben gefirnißt. Darüber Firnisreif, darauf vier Gruppen Strahlen abwärts, zwei Firnisreif- 
chen; gegen den Rand Firnisreif und Band. Die Henkelwülste mit großen Firnistupfen; Rand 
gefirnißt mit rotem Reif darauf. Auf der innern Tellerfläche: Firnisband mit rotem Reif, Firnis- 
tupfenband und Reifchen. In der Tiefe roter Reif, Tupfen, Firnisscheibe. 

787. Taf. 30. (869.) 

H. 0,065. D. 0,265. Ton gelb, Firnis rotbraun. Ein Henkel weggebrochen. Wie 786, aber Innen- 
dekoration: Firnisband mit rotem Reif, Firnisreifchen. Etwa in der Mitte zwischen zwei Firnis- 
reifen Tupfenreihe. In der Tiefe Firnisreif und Firnisscheibe mit zwei roten Reifen darauf. 
789. Taf. 30. (976 Cand.) J. 920. 

H. 0,06. D. 0,265. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und grünlichbraun. Geflickt. Obere Fuß- 
partie und etwas darüber gefirnißt, in der Mitte der äußeren Tellerseite Firnisreif, Firnisband gegen 
den Rand zu. Rand oben und innen gefirnißt. Innenfläche: Firnisband, Tierfries zwischen zwei 
roten Reifen : Viermal zwei Wasservögel gegeneinander mit erhobenem Flügel. Einer 



88 



dazwischen mit anliegenden Flügeln und eingezogenem Kopf. Bei allen die Oberpartie der Flügel 
rot. Ritzung. Rote Füllornamente. In der Tiefe Firniskreis und zwei rote Kreise. 

790. (G.) 

H. 0,06. D. 0,265. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Etwas ergänzt. Wie 789, nur Tier- 
fries abweichend. Nach rechts Hahn, Wasservogel, Hahn, dagegen Wasser- 
vogel, nach rechts Vogel mit anliegenden Flügeln, Kopf undeutlich, vielleicht Eule? (Ein 
Tier fehlt.) Rot und Ritzung. Rote Füllornamente. 

791. Taf. 30. (866.) J. 938. 

H. 0,05. D. 0,255. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Ein Stück vom Henkel fehlt. Wie 790, 
aber Fuß tongrundig und Bildfries verschieden: Nach rechts Löwe, Hirsch und Was- 
ser v 0 g e 1 mit anliegenden Flügeln, dagegen ein Schiff mit Mast, sehr roh. Rot und Ritzung, 
grobe Füllornamente. 

792. Taf. 30. J. 942. 

H. 0,045. D. 0,265. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Fußring innen gefirnißt; auf Unterseite 
des Tellers gegen den Rand Firnisband. Rand oben und innen gefirnißt. Innenfläche des 
Tellers: Tierfries nach rechts auf rotem Band: Panther, Eber, Hirsch, Löwe, 
Hirsch. Dazwischen Füllrosetten. Rot auf den Hälsen und um das umritzte Blatt der Tiere, 
zwei rote Streifen auf dem Hinterteil. Etwas Ritzung. In der Tiefe schwarzes, rotes und schwarzes 
Band, tongrundiges Zentrum. 

793. J. 941. 

H. 0,05. D. 0,275. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und dunkler. Innen und besonders außen 
haften große Reste verrosteten Eisens. Verzierung ähnlich wie bei 792, Fuß aber ganz ton- 
grundig und innen in der Mitte zwei rote zwischen drei Firnisreifen. Tierfries nach rechts: 
Steinbock, Sphinx, Hirsch, Eber, Bock mit Bart, Eber. Rot und Ritzung. 
Füllrosetten. 

794. (868 Cand.) J. 922. 

H. 0,05. D. 0,25. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und grünlich. In der Tiefe innen ein aus- 
gesprungenes Stück ergänzt. Außen gegen den Rand Firnisband, auf den Henkelwülsten Tupfen. 
Rand innen gefirnißt. Innenfläche: Gegen Rand Firnisband mit zwei roten Reifen. Tier- 
fries zwischen zwei Firnisreifen nach rechts: Drei hockende Panther?, Kopf im 
Profil, ein schreitender Löwe, Hirsch. Rot und Ritzung. Füllrosetten. Stil wie 793. 
In der Tiefe roter zwischen zwei Firnisreifen, das Zentrum zerstört. 

795. (G.) 

H. 0,05. D. 0,27. Ton dunkelgelb, Firnis grünlichbraun. Fast die Hälfte des Tellers und der 
ganze Fuß ergänzt. Über Fuß Gruppen von Stäben, dann zwei Firnisreifen, gegen Rand zu 
Firnisreif und Band. Auf Henkelwülsten große Firnistupfen. Rand oben und innen gefirnißt, 
innen anschließend Firnisband von rotem Reif abgeschlossen. Tierfries nach rechts über zwei 
Firnisreifen : Wasservogel, Löwe, Wasservogel, Löwe (Hinterteil fehlt), 
Wasservogel, Löwe. Zwei Tiere fehlen. Rot und Ritzung. Füllrosetten. 



Italisch-ionische und etruskische Gefäße. 

Wie die importierten Vasen korinthischer und später die der attischen Fabriken, so haben die Etrusker 
auch die bei ihnen eingeführten Erzeugnisse ionischer Kunst nachgeahmt. Im letzteren Falle liegt nur die 
Sache insofern etwas anders, als man hier auf Grund der erhaltenen Denkmäler in stärkerem Maße mit ein- 
gewanderten Künstlern zu rechnen hat, die nicht nur Vasenfabriken, sondern auch Metallwerkstätten 
geleitet haben müssen und vor allem sich als Wandmaler betätigt haben. Die ersten Erzeugnisse dieses Kreises 
sind daher als rein ionisch anzusprechen. Aber auch diese Werkstätten verfallen alle sehr bald in einen lokalen, 
etwas barbarischen Stil, den man gemeinhin als etruskisch bezeichnet. Die ionischen Elemente bleiben in ihm 
aber auch noch in den schlechtesten Vasen lebendig. Erst am Ende des schwarzfigurigen Stils dringen auch 
attische Einflüsse ein. die hauptsächlich in Form und Dekoration zu erkennen sind. Eine Sonderung des sehr 
reichen Materials der Münchner Sammlung an italisch-ionischen und etruskischen Gefäßen nach einzelnen 
Fabriken und Stilen muß einer besonderen Abhandlung vorbehalten bleiben, die im Zusammenhang mit dem 
gleichartigen Material in anderen Museen und vor allem im Vergleich mit den Wandmalereien das Thema er- 
schöpfend behandelt.*) 

Es ist daher im Katalog die ganze Masse dieses italisch-ionischen und etruskischen Kreises nach den 
Gefäßformen eingeteilt, innerhalb dieser Gruppierung nach Stil und Dekorationsschema. Auffallend nahe Be- 
ziehungen von Stücken verschiedener Form zueinander sind im Text bemerkt. An Literatur ist vor allem zu 
nennen: Endt, Beiträge zur ionischen Vasenmalerei, wo die ältere Literatur zitiert ist. 



Amphoren. 

Ohne figürliche Darstellungen. 

796. Taf. 31. (1763.) 

H. 0,30. U. 0,63. Gelber, teilweise rötlichgelber Ton, roter Firnis." Oberfläche teilweise versintert. 
Stark wulstiger Echinusfuß, eiförmiger Körper, zweiteilige rundliche Henkel, etwas einge- 
zogener Mündungsrand. Fuß gefirnißt, darüber zwei Reifen, um Bauch breites Band zwischen 
zwei Reifen. Auf Schulter breite Strichgruppen in verschiedener Höhe, darüber Punktband, um 
Halsansatz Firnisband, darüber Punktband, auf Henkeln oben und seitlich Tupfen, Mündung 
außen und oben gefirnißt. 
796a. Taf. 31. (567.) 

H. 0,31. U. 0,61. Ton rötlichgelb, Firnis rot. Teilweise versintert. Form wie 796, aber Fuß 
etwas flacher, Henkel einfach. Fuß gefirnißt, um Bauch drei Firnisbänder, dazwischen Wellen, 
um Halsansatz Tupfenband und Firnisband, auf Henkel oben Tupfen, Mündung gefirnißt. 

797. Taf. 31. (918.) J. 913. 

H. 0,32. U. 0,645. Ton orangegelb, Firnis rot und rotbraun. Etwas geflickt. Form wie 796. 
Fuß gefirnißt, darüber Firnisband. Um Bauch drei Firnisbänder. Auf Schulter beiderseits 
je zwei Wasservögel (rein ornamental) gegeneinander in Silhouette; darüber Stäbe, 
Firnisband um Halsansatz. Mündung und Stückchen Hals darunter gefirnißt. 

798. Taf. 31. (565.) 

H. 0,285. U. o,6y. Graugelber Ton, bräunlicher Firnis. Kein eigentlicher Fuß, nur etwas 
wulstige Endigung des bauchigen Körpers, flachgedrückte Henkel, Halsring plastisch, Hals 
nach oben erweitert, einfacher knapper Mündungsrand. Unten gefirnißt, auf Körper unten 



•) Diese Abhandlung beabsichtigt R. Hackl dem Erscheinen des 1. Katalogbandes folgen zu lassen. 



12 



90 — 



Reifen, um Mitte Firnisband, darauf: weiße Reifen, Haken und Wellenlinien. Auf Schulter jeder- 
seits tongrundiger Streifen mit Firnishaken und Firnisstäben; auf Hals weißes Wellenband auf 
Firnis und tongrundiger Streifen mit Firnishaken. Henkel seitlich gefirnißt. Auf Mündung 
Firniswellen, auf Lippe Firnisstriche. Mündung innen teilweise gefirnißt. 

799. Taf. 31. (A. 862.) Aus Suessula (Cancello). 

H. 0,21. U. 0,45. Ton dunkelgelb und ziemlich stark glimmerig, Firnis glänzend schwarz, aber 
nicht besonders gut. Eiförmiger Körper, niedriger stark eingezogener Hals, flache Mündung; 
Henkel etwas flach gedrückt und hoch ansetzend. Fußrand tongrundig. Fuß oben und an- 
stoßende Gefäßpartie gefirnißt. Um untere Körperhälfte tongrundiger Fries mit Efeuranke 
nach links. Ranken gefirnißt, Blätter weiß. Firnisband unter Henkelansätzen, auf Schulter 
Fries mit abwärts gerichteten weißen Knospen in schwarzrandigen Kelchen an schwarzen Bogen- 
stielen; durch die Henkel unterbrochen. Hals tongrundig, Henkel oben gefirnißt, Lippe und 
Hals innen gefirnißt. 

800. Taf. 31. (571.) 

H. 0,185. U. 0,385. Mattgelber Ton, dunkelgelber Überzug und rote Lasur. Firnis schwarz. 
Oberfläche etwas zerstört. Einfacher, flacher Echinusfuß, Bauch nach unten rasch zulaufend, 
Schulter ziemlich horizontal, Henkel rund, Mündung wulstig. Fuß oben gefirnißt, um Bauch 
ein breiter zwischen zwei schmalen Firnisreifen, Henkel oben gefirnißt, Mündung und Hals- 
inneres gefirnißt. 

801. (570.) 

H. 0,19. U. 0,38. Beide Henkel fehlen, Hals geflickt. Technik und Dekoration wie 800, auf der 
Lippe innen aber tongrundiges Reifchen. 

802. Taf. 31. (576.) 

H. 0,171. U. 0,34. Technik wie 800, Lasur sehr stark. Fuß etwas profiliert, Körper eiförmig, 
Henkel zweiteilig, Mündung: flacher Echinus; ganz feines plastisches Halsreifchen. Fuß oben 
gefirnißt, vier breite Firnisreifen um Bauch, Henkel oben gefirnißt, ebenso Mündung außen 
und innen, Lippe tongrundig. Eine kleine ausgesprungene Stelle an der Mündung rot lasiert, 
also schon bei der Herstellung entstanden. 

803. Taf. 31. (575.) 

H. 0,175. U. 0,36. Wie 802. 

804. Taf. 31. (985.) 

H. 0,22 U. 0,375. Überzug orangegelb. Roter Firnis, nur an wenigen Stellen dunkel. Fuß 
modern. Schlanker, eiförmiger Körper, flache Henkel, Mündung: steiler Echinus. Plastisches 
Halsreifchen nur auf einer Seite, auf der anderen im Ton verschmiert. Auf Bauch unten und 
oben je ein sehr breites Firnisband zwischen zwei schmalen; auf Schulter längliche Tupfen. 
Henkel oben gefirnißt, Mündung außen und innen gefirnißt. 

805. (569.) 

H. 0,21. U. 0,38. Ton blaßgelb, Überzug gelb. Firnis mattschwarz, teilweise abgerieben; Fuß 
wulstig. Wie 804. 

806. Taf. 31. (578.) 

H. 0,175. U. 0,305. Ton graugelb, Firnis grauschwarz. Wie 804, aber keine Tupfen auf Schulter. 

807. Taf. 31. (591.) 

H. 0,105. U. 0,195. Ton orangegelb, Firnis braun. Fuß geflickt. Form ungefähr wie 806. 
Fuß: flacher Echinus mit hohem Rand. Fuß oben gefirnißt, fünf Firnisreifen um Bauch, Henkel 
oben gefirnißt. Mündung außen und innen gefirnißt, Lippe tongrundig. 

808. Taf. 31. (593.) 

H. 0,08. U. o,K). Ton blaßgelb, Überzug orangegelb, Firnis rötlich. Oberfläche etwas zerstört. 
Form wie 807, um den Bauch sieben Firnisreifen. 

809. (. r )<)0.) 

H. 0,115. V- 0,21. Ton graugelb, Firnis braunschwarz. Ein Drittel des Fußes fehlt, Oberfläche 
teilweise zerstört. Form und Dekoration wie 808. 



Tafel 31 




808 806 S02 800 807 803 




796 a 797 796 



Alünchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



91 



810. (592.) 

H. o,u. U. u,ig§. Ton graugelb, Firnis mattschwarz. Form und Dekoration wie 808. 

811. (588.) 

H. o,ij. U. 0,13. Ton orangegelb, Firnis braun. Flacher Fuß, bauchiger Körper, der weite Hals 
gegen Schulter und Mündung leicht abgesetzt, einfache Mündung, flache Henkel. Fuß oben ge- 
firnißt, auf Körper fünf Firnisringe, Mündung außen und innen mit Ausnahme der Lippe gefirnißt, 
Henkel auf der Oberseite gefirnißt. 

812. 

H. 0,15. U. 0,285. Ton orangegelb, Firnis braun. Ein Henkel und Fuß etwas beschädigt. Wie 
811, aber enger Hals; auf Körper unten Firnisband, dann sieben Reifen, auf Schulter Spitz- 
blättchen, unten auf Hals Firnisband. 

813. Taf. 38. (584.) 

H. 0,18. LI. 0,345. Ton rötlichgelb, Firnis grauschwarz. Wie 812, etwas schlanker. Fuß oben 
gefirnißt, Strahlen, acht Firnisreifen, auf Schulter Stäbe, auf Hals je eine Palmette von zwei 
abwärts gerichteten Spitzen flankiert. Mündung außen und innen gefirnißt, Lippe tongrundig; 
Henkel auf Oberseite gefirnißt. 

814. (582.) 

H. 0,1g. U. 0,36. Ton orangegelb, Firnis bräunlich. Hoher Fuß, sonst wie 813. Dekoration 
wie 813, aber sieben Firnisreifen, Schulterstäbe durch Striche getrennt, Palmetten nicht flankiert. 

815. (587.) 

H. 0,155. U- °>34- Ton orangegelb, Firnis schwarzbraun. Form wie 811. Fuß oben gefirnißt, 
Strahlen, acht Firnisreifen, auf Schulter Stäbe, durch Striche getrennt, auf Hals je eine Pal- 
mette von vertikalen Punktreihen flankiert. Sonst wie 813. 

816. Taf. 38. (586.) 

H. 0,16. U. 0,345. Ton orangegelb, Firnis schwärzlich. Wie 815, aber neun Reifen, neben den 
Palmetten vertikale Punktreihen zwischen zwei vertikalen Linien. 

817. Taf. 38. (583.) 

H. o,iy. U. 0,385. Ton orangegelb, Firnis schwärzlich. Wie 816, aber etwas schlanker, acht 
Reifen, auf Schulter nach oben offene Winkel mit Punkten dazwischen, auf Hals nach links offene 
Winkel mit Punkten dazwischen. 

818. Taf. 38. (582.) 

H. 0,20. U. 0,415. Ton dunkelgelb, Firnis grauschwarz. Körper sehr rundlich, Henkel dick. 
Fuß oben gefirnißt, acht Reifen, auf Schulter Stäbe, unten um Hals Firnisband, auf Hals Efeu- 
zweig; sonst wie 817. 

821. Taf. 38. (556.) 

H. 0,16. U. 0,315. Ton rötlichgelb, verdünnter Firnisüberzug. Firnis metallisch, aber sehr 
ungleich. Plumpe Form, Echinusfuß, zweiteilige Henkel, Mündung in Form eines Echinus. Fuß 
oben und Körperpartie darüber gefirnißt. Firnisband. Von den unteren Henkelansätzen aus- 
gehend an dickem Stiel (mit Herzblättchen oben) eine abwärts gerichtete gesprengte Palmette, 
davon beiderseits je eine Palmette mit Voluten ausgehend. Auf Schulter je drei aufrechte, 
gestielte, gesprengte Palmetten, auf Hals je zwei Doppelpalmetten. Henkel, Mündung und 
Halsinneres gefirnißt. Die Palmetten sind teilweise vorgezeichnet, die Vorzeichnung mehrfach 
gar nicht eingehalten, so einmal auf der Schulter, wo die vorgeritzte Palmette zwischen zwei 
ausgeführten, aber ebenfalls vorgeritzten steht. Für die Schulterpalmetten dient als Grund- 
linie eine sehr unregelmäßig vorgeritzte Linie. Größtenteils sind die Palmettenkonturen dann 
noch nachträglich eingeritzt. 

822. (557.) 

H. 0,16. U. 0,30. Ein Henkel etwas beschädigt. Wie 821, aber am Stielansatz der Henkelpalmette 
ein Wulst, der Stiel selbst sowie die Kerne der Palmetten rot. Statt der Mittelpalmette auf der 
Schulter zwei von den unteren Querstielen ausgehende, schief liegende Palmetten mit Voluten. 
Keine Ritzkonturen, aber einige Vorzeichnung. 



92 - 



823. Abb. 87. (558.) 

H. 0,14. U. 0,28. Ton rötlichgelb, Firnis schwärzlich, teilweise abgesprungen. Eiförmiger Körper, 
kantiger Fuß mit flachem Wulst darüber, zweiteilige Henkel, gewöhnliche Mündung. Fuß oben 
gefirnißt, ebenso Wulst. Darüber dicke Strahlen, Firnisreif. Umlaufend Knospen, wechselnd 
auf- und abwärts gerichtet, mit weißem Kern. Stäbchen auf Schulter, um Henkelansätze Firnis- 
flecken. Hals und Mündung mit Ausnahme der Lippe, ebenso Henkel gefirnißt. 

824. (559.) 

H. 0,125. U. 0,215. Ton orangegelb, Firnis schwärzlich. Schlanker, eiförmiger Körper, Wulst über 
Fuß, flache Henkel, einfache Mündung. Oberste Fußpartie gefirnißt. Auf Körper je eine auf- 
rechte, unter den Henkeln je eine abwärts gerichtete, ganz offene Palmette. Auf Schulter Stäbe. 
Hals außen und innen, Mündung mit Ausnahme der Lippe und Henkel gefirnißt. 

825. Taf. 38. (554.) 

H. 0,175. U. 0,35. Ton rosagelb, Firnis schwarz, 
stumpf. Form wie 824, etwas bauchiger. Fuß oben i 
gefirnißt mit tongrundigem Reif, darüber Strahlen; I 
beiderseits je eine aufrechte, unter Henkel je eine ab- \ 
wärts gerichtete Palmette, dazwischen vier Blüten, 
darunter je ein Herzblatt mit Punkten darum. Auf 
Schulter beiderseits: Punktband, nach rechts liegende 
Herzblättchen, Stäbe. Hals, Henkel und Mündung 
gefirnißt. 

826. Abb. 88. (986.) 

H. 0,195. U. 0,365. Ton orangegelb, Firnis braun- 
schwarz. Form wie 824. Etwas übermalt. Fuß Abb. 87. Abb 88. 
oben gefirnißt, darüber Strahlen, zwei Firnisreifen, 

dann Palmetten wie bei 825, statt der Blüten und Herzblätter nur nach oben und unten ge- 
richtete Winkel mit Tupfen dazwischen. Auf Schulter Stäbe, auf Hals je zwei Palmetten, durch 
eine Vertikale getrennt. Mündung, Halsinneres und Henkel oben gefirnißt. 




Mit figürlichen Darstellungen. 

832. Taf. 32. (265 Cand.) J. 1056. a 

Abb. 89. H. 0,405. U. 0,76. Ton braungelb. Firnis braun, fast durchweg matt, dünn und schlecht. Das 
Gefäß ist sehr gut erhalten, indes ist es bereits beschädigt aus dem Brennofen hervorgegangen: 




Abb. 8'). 



Tafel 32 




Münchener Vasensammlunt;. 



J. B. Obernetter, München. 



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Die Königliche vasensarmlung xu München, 
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93 



Ein starker Riß klafft in halber Höhe quer um die eine Bauchhälfte (siehe Furtwängler- 
Reichhold, Vasenmalerei I, S. 153 f. mit Abb.)- Bauchamphora mit Echinusfuß, runden 
Henkeln und eingezogenem Mündungsprofil. Strahlen über dem gefirnißten Fuß. Ausgesparte 
ziemlich kleine Bilder, darüber Band von abwärts gerichteten Knospen, deren Kelche und Stiele 
verschlungen, dazwischen Punkte. A. Nach rechts eilender weiblicher Flügeldämon, 
in jeder Hand ein großes Efeublatt mit spiralförmig aufgerolltem Stiel. Fleisch weiß, Auge ein- 
geritzt, ebenso Ohr, Mund und Halsband, kleine gelbe Ohrscheibe. Haar in drei Strähnen geteilt 
auf die Schulter herabfallend, hinter dem Ohr quer eingeschnürt durch zwei Ritzlinien, 
mehrere Ritzlinien im Kopfhaar. Gewand mit kurzen Ärmeln und langem Überfall mit einigen 
Vertikalfalten, am Hals und am unteren Saum weiß getupft. Die Flügel in drei Felder zerlegt, 
die geritzten Enden leicht aufgebogen, die innersten Felder rot gemalt. 
Flügelstiefel (Flügel teilweise weiß). B. Nach links schreitender großer 
Widder. Unter seinem Leib ein bärtiger Mann, der sich mit 
beiden Händen am Rücken des Tieres festhält und außerdem mit zwei 
Stricken (rot und quer geritzt) festgebunden ist. Haar und Bart des 
Mannes, sowie Hoden des Widders rot. — Micali Storia Taf. 99, 10. Endt, 
Jonische Vasenmalerei S. 62 u. 63. Furtwängler, Vasenmalerei I, S. 153 u. 154. 
832a. Abb. 90. (G.) 

91. U.0,72. Graugelber Ton, brauner Firnis. Aus Fragmenten zusammengesetzt 
und ergänzt. Mündung und Henkel fehlen ganz. Form wie 832. Über 
gefirnißtem Fuß Fußstrahlen. Über jedem Bild ein abwärts gerichtetes 
Lotoskettenband. Die ausgesparten gleichen Bilder sind ziemlich voll- 
ständig erhalten und ergänzen sich gegenseitig. Sphinx (Abb. 91), die rechte Vordertatze 
erhebend. Flügel fast gerade (breite rote Mittelzone von weißen Tupfenbändern eingerahmt, 




Abb 91. 



Federn an den Enden durch Ritzung angegeben). Bauch rot, Haar rot, fällt in drei langen 
Strähnen auf die Schulter, in kurzer Locke vor dem Ohr herab, auf Schädel leichte Ritzung. 
Auge, Ohr und Halsband mit braunem, dünnem Firnis auf den weißen Fleischpartien hervor- 
gehoben. Das Weiß wie das Rot ist auf Firnisgrund gesetzt. 
833. Taf. 32. (538 Cand.) J. 1296. 
Abb. 92. 93. H. 0,46. U. 0,93. Gelber Ton, schlechter Firnis. Ton und Firnis im Bild A teilweise verrieben. 

Form wie 832. Fußstrahlen über gefirnißtem Fuß. Die ausgesparten Bilder breit, aber niedrig, 
unten durch zwei breite Firnisstreifen abgeschlossen. A. (Abb. 92) In der Mitte nach rechts 
Krieger (Bart, langes Haar, Binde; kurzer, rundlich geschnittener Chiton mit Tupfensaum, 




— 94 



um linke Schulter und Bauch geknüpftes schmales Fell, Beinschienen, am linken Arm Rund- 
schild mit Quasten innen und Speer) mit der Rechten einen korinthischen Helm vorhaltend. 
Hinter ihm Hund mit Halsband. Gegenüber Frau (geritzter Ohrschmuck, lange Locke 
vor dem Ohr; Nackenhaar, in der Stirn Fransen, Binde mit weißen Tupfen). Kleidung: Ge- 




Abb. 92. 



säumter schwarzer Chiton, Jacke mit eingeritzten Sternchen und schwarzer gesäumter Mantel. 
Sie gestikuliert mit beiden Armen. Weiter rechts Mann (Haar, Bart wie beim Krieger, Binde 
weiß getupft; langer Mantel und Chiton mit Säumen), mit der Rechten Dreizack aufstützend. 
Links vom Krieger Mann, auf Speer gestützt, in gesäumtem Chiton mit weißen Punktrosetten 




Abb. 93. 



(rotes Zentrum) und schwarzem gesäumtem Mantel. Hinter ihm F r a u , mit der Linken Speer 
aufstützend, gesäumter Chiton mit weißen Punktrosetten (rotes Zentrum), Jacke mit Rauten - 
inuster und Punkten, schwarzer gesäumter Mantel; Haarbinde mit kreuzweiser Ritzung. 
B. (Abb. 93) Niedriger, Figuren kleiner, Stabband darüber (auf den dritten Stab von links 
eine doppelte Palmettenlotosknospe geritzt). In der Mitte Krieger mich rechts, ähnlich wie 
bei A (Rundschild innen rol mit Quasten, kurzer gerade endigender roter Chiton mit geritztem 



95 



Mittelstreif, weißer Panzer mit kurzen Pteryges, Ringen und Gitterung in der oberen Hälfte, 
Beinschienen und vorgehaltener roter Helm). Ihm gegenüber Frau, Linke auf Schild (Profil) 
gestützt, mit der Rechten eine flache Schale mit Ritzverzierung dem Krieger darreichend, ge- 
ritzter Kranz im Haar, schwarzer gesäumter Chiton, gesäumte rote Ärmeljacke, darunter 
Gürtelbausch (?). Weiter rechts Mann mit der Rechten Speer aufstützend (roter Mantel und 
Chiton, gesäumt). Nackter Mann, die geballte Linke halbhoch haltend, in der gesenkten 
Rechten einen Kranz; geritzter Kranz mit weißen Tupfen im kurzen Haar. Links vom Krieger: 
Mann mit weißem Haar in Chiton und Mantel, in der Linken Speer; getupfte Binde. Hinter 
ihm F r a u in schwarzem gesäumten Chiton, Ärmeljacke mit Rautenmuster und Punkten, den 
schwarzen gesäumten Mantel (zum Teil weiß getupft) über das Hinterhaupt ziehend; getupfte 
Binde im Haar. Die Augen sind alle geritzt. Haar und Bart zeigt fast bei allen reiche 
Parallelritzung. Die Unterlippe der Männer ist bartlos, der Schnurrbart eingeritzt. Alle haben 
in die Stirne hereingekämmtes Fransenhaar durch Parallelritzung angegeben, nur der äußerste 
Mann rechts in A hat Ringellöckchen und die äußerste Frau links in B Buckellöckchen auf 
der Stirn. 
834. Taf. 33. (St. 1.) Aus Italien. 
Abb. 94. 95. H. o,2jj. U. 0,585. Dunkelgelber stumpfer Ton, grünbrauner Firnis. Ein Stück vom Fuß fehlt. 

Form wie 832, Fuß aber flacher. Fuß gefirnißt. Ausgesparte Bilder: A. Zickzackornament, 




Abb. 94 



darunter Ganymedes unter Göttern. Links steht ein bärtiger Mann (Zeus) in 
weißem (verblaßt) Chiton mit rot verbrämtem Mantel (weiße, in der Zeichnung fehlende Kreuze) 
und in Stiefeln mit roten Schäften. Er hat langes Nackenhaar, darauf Binde (geritzt). Ihm 
gegenüber steht ein nackter Knabe (Ganymedes) mit langem Nackenhaar, den rechten Arm 
gestreckt, den linken gebeugt vorhaltend. Unten zwischen beiden nach rechts ein Hahn mit 
weißem und rotem Gefieder. Längs des rechten Knabenarmes die Inschrift: ravvjuyjdtjg*). Über 
das Haupt des Ganymedes hält eine Frau (Hera?) einen Kranz. Sie trägt rot getupften und 
rot gesäumten langen Chiton mit kleiner Schleppe, über beiden Schultern und Armen einen 
Mantel mit weißen Querstreifen. Rotes langes Haar mit schwarzer und geritzter Binde. Das 
Fleisch ist weiß, (etwas verblaßt). Ganz rechts eine Frau (Hebe?) nach links, beide Arme 
gebeugt vorhaltend, sie trägt engen langen Chiton mit halblangen Ärmeln und kleiner Schleppe 
sowie rotem und weißem Ausputz, langes Nackenhaar und Binde. Das weiße Fleisch ziemlich 
stark verblaßt. B. Rautenornament über dem Bild: Herakles und Nessos. Herakles 
eilt in mächtigem Satz nach rechts. Er hat geringeltes kurzes Haar (Ritzung) und kleinen roten, 
Vollbart (ebenfalls mit geritzten Ringeln), Schnurrbart durch Ritzlinie angedeutet, kurzen, roten 
Ärmelchiton mit weißem Tupfensaum, Panzer, Köcher und Schwert an weißen Bändern um- 
gehängt, den Bogen in der vorgestreckten Linken, ein weißes Schwert (also ein zweites) in der 



*) Das Alphabet steht dem korinthischen am nächster 



96 — 



Rechten. Nessos flieht nach rechts. Er hat rotes, langes Haar und roten, mächtigen Bart. 
Deianeira hält er umblickend im Arm. Diese hat langen, roten Chiton mit schwarzem 
Mittelstreif und Mantel vom Hinterhaupt herabfallend (geritzte Falten und weiße Querlinien). 
Sie ist Herakles zugewandt und streckt beide Arme aus. Alle Figuren haben einen spitzen Ge- 
sichtstypus, ähnlich dem auf den ionischen Augenschalen und den klazomenischen Malereien. 
Die Augen sind bei den Männern nur in Umriß ohne Stern gegeben, bei den Frauen mit Punkt. 




Abb. 95. 



Die Zeichnung ist ziemlich sorgfältig, aber von ängstlichem Strich. Reiche, feine Innenritzung; viel 
Weiß und Rot. — Erwähnt bei Pauly-Wissowa, Realenzyklopädie VII S. 749, Artikel Ganymedes. 

835. Taf. 32. (264.) J. 1008. 

H. 0,355. U- °>75- Gelber Ton, Firnis großenteils stumpf. Form wie 832, aber Fußrand sehr 
knapp. Keine Strahlen. Über jedem Bild Volutenornament (geritzt und gefirnißt), darüber 
schmales Hakenband mit hellem Firnis auf weißem Grund. A. Zwischen zwei Augen (weiße 
Haut, schwarzer Rand, heller Firnisreif auf Weiß, Firnisring, weißer Ring, schwarzer und roter 
Ring, Zentrum rot in schwarzer Scheibe) ein Bockskopf von vorn mit mächtigen Hörnern 
(Windungen durch rote Wellenlinien angegeben), Bart und Stirnhaar geritzt, Augen ganz von 
vorn und von gleicher Form wie die großen (Haut weiß), Nüstern und Ohrinneres rot. Auf 
dem Scheitel erhebt sich eine große Knospe mit rotem Kern und spiralförmig aufgerollten Kelch- 
spitzen. Von der Bodenlinie steigen zwei sich kreuzende Zweige mit Spitzblättchen auf. Die 
Enden umrahmen das Untergesicht des Bocks. B. Wie A, nur statt des Bockskopfes ein Stier- 
kopf ohne Knospe. Großer, weißer, dreieckiger Fleck auf Stirn, Augen- und Nüsternfalten 
geritzt, ebenso Stirnhaar und Hörneransätze. — Böhlau, Athen. Mitt. 1900, S. 96, Fig. 32. 
Endt, Jonische Vasenmalerei S. 62. 

836. Taf. 33 und Farbentafel. (165 Cand.) J. 155. 

Abb. 96. 97.98. H. 0,37. U. 0,725. Ton orangegelb, Firnis grünlich, rötlich und braun. Halsamphora, 
Fuß mit leicht eingezogenem Profil, Körper eiförmig, echinusförmige Mündung mit wulstigem 
Vorsprung unten und oben. Runde Henkel. Fuß oben gefirnißt, Strahlen. Darüber zwischen 
zweimal zwei Firnisreifen Band von aufrechten besenartigen Blüten, durch Bogenstiele ver- 
bunden (auf Kelch rot und weiß). Darüber ein hoher T i e r f r i e s (Abb. 96. Nicht alle zwölf 
Tiere abgebildet): Sphinx mit geknickten ausgebreiteten Flügeln, P a 11 t Ii e r , Knospe vom 
Boden aufwachsend, Sphinx mit geraden erhobenen Flügeln und Rankenknospe auf Kopf, 
Löwe mit geöffnetem Rachen, Panther mit Kopf von vorn, Greif mit geknickten Flügeln 
(einer aufwärts, einer abwärts gestellt), Steinbock, darunter ein Blatt aufwachsend, Löwe, 
Sphinx mit Rankenknospe und Mügeln wie der Greif, P a n t Ii e r mit Kopf von vorn, 
P a n t h e r mit Kopf im Profil, mit geschlossenem Maul und nicht gesträubter Mähne, R e h 
das rechte Vorderbein erhebend. Bei allen ist etwas Rot und Weiß aufgesetzt und reiche Innen- 
ritzung vorhanden; die Augen sind weiß ohne Firnismittelpunkt. Bei den Sphingen ist das 



Tafel 33 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



- <)7 - 



Gesicht mit starkem Firniskontur umrissen und weiß auf Tongrund gefüllt, Auge und Ohr ein- 
geritzt. Darüber ein umlaufendes B a n d von Palmetten, wechselnd aufrecht und abwärts, 
der rote Kern weiß konturiert. Schulterbilder: A. Fütterung der Hydra (Abb. 97): 




Abb. 96. 



Jüngling, der sich aufs rechte Knie niedergelassen hat, hält mit der einen Hand der 
zwölfköpfigen Hydra einen Hund am Hinterbein entgegen, mit der andern Hand hält er 
einen r kleinen Hund am Hals hinter sich. Der Jüngling trägt einen kurzen Chiton (rot mit 




Abb. 97. 



weißem Saum, eingeritzte Kreuzchen). Der Chiton ist aufgenommen und auf der linken Schulter 
befestigt, wie der Wulst dort und die Längsfalten zeigen. Das Haar vom Gesicht in der Farbe 
nicht unterschieden, aber eingeritzte Spirallöckchen in Stirn und Nacken. Weiße verblaßte Haar- 
binde (fehlt in der Zeichnung). Die Hunde haben weißen Bauchstreif (fehlt in der Ab- 

13 



- 98 - 



bildung), rote Mähne und Schwanz mit Ritzung. Der Leib der Hydra hat rote und weiße 
Tupfen sowie eingeritzte Ringe, der Schwanz ist außerdem weiß gesäumt. An den Hälsen kleine 
parallele Ritzlinien, Schlangenköpfe bärtig mit weißem Tupfen im Nacken. Die Vorzeichnung 
zur Hydra, namentlich zu den Köpfen, ist sehr deutlich sichtbar und nicht genau eingehalten. — 
B. Kentauren als Jäger (Abb. 98) : Zwei Kentauren gegeneinander, der linke umblickend. 
Jeder hält mit einer Hand um den Hals gefaßt ein R e h k a 1 b vom Boden hoch, mit der 
andern Hand einen Baum mit Knospen (der linke auch mit Blättern und der Wurzel). Die Ken- 
tauren haben mächtige rote Bärte, in die Stirne hängendes und auf den Rücken fallendes Haar, 
sowie rote Schwänze (überall Ritzung). Seiten und Rücken der Rehkälber rot mit weißen 
Tupfen, ein Hinterbein weiß mit Firnistupfen, Hals, Vorderbeine und das andere Hinterbein 
gefirnißt, der Kopf des linken rot, der des rechten weiß mit roter Ohrenöffnung (fehlt in der 
Abbildung). Die Augen von Mensch und Tier bei A und B weiß mit Firnismittelpunkt, nur 
das weißköpfige Reh hat eingeritztes Auge. Auf Hals durch die Firnispartien um die Henkel 
getrennt: je eine abwärts gerichtete Knospe mit rotem Kelch und Palmettenfüllung (roter 
Fächer mit weißer Querlinie), gegenständig eine kleine Palmette mit rotem Kelch und weißem 




Abb. 98. 



Kern. Durch Volutenstiele verbunden links eine ganze und rechts eine halbe gesprengte aufwärts 
gerichtete Palmette mit Rot und Weiß im Kern und auf Ansatz. Von der Mittelknospe gehen an 
Stielen granatapfelförmige Früchte aus. — Micali, Storia Taf . 99, 7. Lau, Taf. V 1 1 1, 5. (Ornament). 
Dümmler, Rom. Mitt. 1887, S. 173. Endt, S. 39. Ed. Schmidt, Der Knielauf S. 322, Anm. 3. 
837. Taf. 33. (170 Cand.) J. 123. 

Abb. 99. H. 0,33. U. 0,65. Ton rötlichgelb, teilweise graugelb; Firnis braun. Steiler Echinus-Fuß, 
Körper eiförmig, Hals in der Mitte etwas eingezogen, runde, weit abstehende Henkel, wulstige 
Mündung. Fuß oben gefirnißt, darüber Strahlen, dann Tierfries von rechts nach links: 
Sirene mit ausgebreiteten, rundlich umgebogenen Flügeln (Schwungfedern in Firnis geritzt, 
weiße Mittelzone, das übrige rot mit je einer Ritzlinie parallel zum Bug auf im Rot ausgespartem 
Firnisgrund). Von jedem Flügelbug geht eine Knospe an langem Stiel aus. Der Schwanz mit ge- 
ritzten Endfedern und rotem Streif zwischen zwei weißen. Starkes Gefieder an den Oberbeinen. 
Gesicht und Hals weiß, Auge, Ohr, Nasenflügel, Mund und Halskettchen rot aufgemalt; das Haar 
fällt in einer Masse lang herab (Firnis). Greif, den Kopf und die rechte Vorderpfote erhebend. 
Er hat geschlossenen Schnabel, keinen Auswuchs auf der Stirn; unter der Kehle roter Lappen. 
Auf dem Kinnbacken ein weißer Tupfen. Auge eingeritzt. Flügel aufgerollt (roter Bug, weiße 
Mittelzone, in Firnis'geritzte Schwungfedern). P a n t h e r , Körper mit weißen Kreuzchen be- 
deckt, Stirn und Nase rot, Augen geritzt mit weißen Punkten. L ö w e mit aufgesperrtem 



- 99 — 



Rachen und ausgestreckter roter Zunge. Auge geritzt. Zwischen Kopf und Hals etwas Weil! 
Hals rot, Mähne vom Nacken abstehend (Ritzung in Firnis). Greif wie voriger. Panther 
wie voriger, aber erhobene rechte Vordertatze. Löwe wie voriger. Die Tiere haben alle weißen 
Bauchstreif, mit Ausnahme der Panther roten Flecken auf Hinterschenkel, die Löwen auch rote 
Flecken auf der Flanke. Zwischen zweimal zwei Firnisreifen ein zweireihiger Mäander mit ein- 
gestreuten Sternen (vier rote zwischen vier Firnisstrahlen, weißer Tupfen auf Firnismittel- 
punkt). Zwei Schulterbilder getrennt durch die um die Henkel gelegten Firnispartien: 
A. Nach links hockender Hund mit umgewendetem Kopf und lang herausgestreckter roter Zunge 
(roter Hals, rote Flecken auf Flanke und Hinterteil, weißer Bauchstreif, an Hals und Nacken 
geritzte Haare). Drei Rinder nach links, die Vorderbeine des ersten überschneiden den 
Hund. Der weiße Stier in der Mitte legt seinen Kopf über die Schulter des vordersten 
schwarzen Rindes. Halb verdeckt vom weißen Stier ein zweites schwarzes Rind, mit roten 
Flecken auf Hals, Flanke und Hinterschenkel, Auge, Schnauze, Haare am Hals und viele andere 
Einzelheiten geritzt. Der weiße Stier hat statt der Ritzung rote Innenzeichnung. Auf dem 
Rücken des hintersten Rindes steht nach rechts ein Rabe. Der Herde den Rücken wendend, 
steht rechts ihr Hirte Paris, mit der vorgestreckten Rechten, die etwas in den Firnisrahmen 



hineinreicht, den Zusammenhang mit dem Bilde B herstellend. Er ist bartlos und hat langes 
in Strähnen aufgelöstes Haar. Um die Hüften und Beine hat er ein weißes Mäntelchen (mit roten 
Kreuzchen und breitem rotem Saum unten) geschlungen. In der Linken hält er einen Speer. — 
B. (Abb. 99) Es nahen die drei Göttinnen, geführt von Hermes und einem Greis 
(Priamos ?). Der Greis, die Rechte erhebend, in der Linken ein Kerykeion wie Hermes, hat einen 
vorzüglich charakterisierten Kopf: eine lange gekrümmte Nase, weißen Bart, Schnurrbart und 
dicke Augenbraue, an Schläfe und über Stirn je ein Büschel Haare, dazwischen eine Ein- 
buchtung. Das weiße Haar des Hinterhauptes fällt halblang in vier Strähnen herab. Er trägt 
einen weißen Chiton, über die Schulter einen anliegenden schwarzen Mantel mit breitem 
rotem Saum und kleiner roter Quaste unten. Der ihm folgende Hermes wendet sich zu den 
Göttinnen um. Sehr lebendig und ungewöhnlich ist seine Haltung. Den Kopf dreht er ins Profil, 
die Brust in Vorderansicht, den rechten Arm mit ausgestrecktem Zeigefinger kreuzt er über den 
linken, so daß beide Arme von außen gesehen werden. In der Linken hält er das Kerykeion. Er 
ist unbärtig, hat dicken, langen Nackenschopf und eine Schulterlocke, roten Petasos mit Sturm- 
band. Um die linke Schulter hat er ein rotes Mäntelchen mit weißen Kreuzchen, schmalem 
Firnissaum und roter Quaste unten. (Auffallend ist, daß die Kreuzchen links vom Kerykeion 
fehlen, offenbar ein Versehen.) Als erste der Göttinnen kommt Hera in langem schwarzen 
Chiton mit weitem roten, nur im Rücken anliegendem Mantel, der auch das Hinterhaupt deckt, 




Abb. 99. 



13* 



100 



mit der Rechten zieht sie ihn vor, sich entschleiernd. Gesichtsinnenzeichnung, Armband und 
Mantelquasten rot. Dann folgt A t h e n a , in der Linken die Lanze, die rechte Hand vorge- 
streckt, ebenfalls in langem schwarzen Chiton, ein weißes Mäntelchen (mit roten Kreuzchen, 
breitem rotem Saum und Quaste unten) um die Hüften geknüpft (der Knoten vorn deutlich 
angegeben). Hinter der Brust erscheint etwas Tierkopfähnliches, offenbar die Andeutung der 
Aegis. Ungewöhnlich ist die Form des buschlosen Helmes. Gesichtsinnenzeichnung, teilweise 
die Konturen, Arm- und Halsbänder rot. Zuletzt Aphrodite, in der erhobenen Rechten 
kokett eine rote Blüte haltend, die das Haar der Athena überschneidet (bei Furtwängler-Reich- 
hold nicht angegeben). Sie trägt rote Schnabelschuhe, durchsichtigen langen Chiton, den sie 
mit der Linken an kleinem Bausch etwas hochzieht, um die Schultern ein kurzes, rotes 
Zipfelmäntelchen mit schwarzen Quasten an den Enden. Auf dem Kopf sitzt zurückgeschoben 
der sog. Tutulus. Letzterer ist ebenfalls wie der Chiton mit verdünntem Firnis auf weißem 
Untergrund aufgemalt und zeigt rote Innenlinien (sehr undeutlich). Unter dem Chiton sind 
die Konturen der Beine in roter Farbe sichtbar. Gesichtsinnenzeichnung, Ohrscheibe, Halsband 
und Chitonkonturen rot. Bei Athena und Aphrodite ist rot gemalt ein kleines Fältchen rechts 
vom Mund sichtbar. Auf Hals des Gefäßes beiderseits dasselbe Ornament wie um Körpermitte. 
Mündung und Henkel gefirnißt. — Furtwängler- Reichhold, Vasenmalerei I, Taf. 21. Sonst 
Gerhard, Auserl. Vasenb. Taf. 170. Panofka, Parodien Taf. 2, 6 u. 7. Dümmler, Röm. 
Mitt. II, 1887, S. 174, VIII. Endt, Jonische Vasenmalerei S. 39, X. Thiersch, Tyrrhenische 
Amphoren S. 116, 113, Fig. 5. W. Klein, Oesterr. Jahreshefte 1910, S. 160. 
838. Taf. 33. (166 Cand.) J. 151. 

Abb. 100-107. H. 0,38. U. 0,725. Dunkelgelber Ton; Firnis bräunlich, rötlich und schwärzlich. Der Fuß in 
abgestumpfter Kegelform mit knappem Standring, Körper eiförmig, plastische Halswülste, 
einer unten und zwei oben auf dem engen Hals, Mündung wulstig, ammmmm ^^ m ^ mm — 

Henkel rund. Fuß oben gefirnißt, darüber Strahlen mit Punktkreisen 
dazwischen, dann zwischen zweimal zwei Firnisreifen ein Fries von Pal- 
mettenlotosknospen, wechselnd mit geschlossenen Palmetten, verbunden 
durch Volutenstiele (Abb. 100). Erster Bildfries von rechts nach 
links: Wagenrennen von sieben Zweigespannen. Die 
Wagen sind alle vierspeichig im Gegensatz zum Amphiaraoswagen, auch 
die Wagenstühle sind einfacher. Die Lenker haben alle fliegendes Haar 
und faltenlosen Chiton. Schwarzhaariger, unbärtiger, aufrecht stehender 
Lenker in rotem Chiton, rotes und weißes Pferd, ersteres mit Kopf von 
vorn und weißem Geschirr, letzteres mit Geschirr in hellem Firnis 
(Abb. 101). Vorgebeugter rothaariger Lenker in weißem Chiton, schwarzes 
Pferd mit weißem Geschirr und rotes Pferd. Rothaariger Lenker um- 
blickend in weißem, gegürtetem Chiton, der Haarschopf erscheint unter 
dem Kinn, weißes Pferd mit Firnisinnenzeichnung und Ritzung, schwarzes 
Pferd. Davor, die Pferde des vorigen teilweise deckend, schwarzhaariger Lenker in rotem 
Chiton; rotes Pferd mit weißem Geschirr und schwarzes Pferd. Rothaariger Lenker in rotem 
Chiton, vorgebeugt mit umgewandtem Kopf (der Haarschopf erscheint unter dem Kinn). Rot 
und weiß geflecktes Pferd mit auffallend stark ge- 
wölbtem Nacken, in weißem Geschirr; schwarzes 
Pferd mit hoch erhobenen Vorderbeinen. Bärtiger, 
rothaariger Lenker in weißem Chiton, schwarzes 
Pferd mit weißem Geschirr, rotes Pferd. Dahinter 
halb verdeckt bärtiger, rothaariger Lenker in rotem 
Chiton, weißes Pferd mit Firnisinnenzeichnung, 
schwarzes Pferd (Abb. 102). In den Zwischenräumen 
große Punktkreise. Die Pferdeaugen haben alle ein- 
geritzten Stern. — Zweiter Fries, umlaufend 

(Abb. 103, 104): nach rechts hockender Greif mit Abb..ioi. 




Abb. 100. 




101 



erhobener Tatze, Schwanz unterm Bauch, geknickter Flügel, rote Knospe auf Stirn. 
Panther (weiße Augensterne) schreitend mit erhobener Vordertatze, Baum, Löwe 
schreitend mit der Tatze das Hinterteil eines Panthers berührend, der einen Stier von 
vorn angesprungen hat und in den Nacken beißt. Sitzender Greif nach rechts mit um- 




,Abb. 102. 



gewandtem Kopf, aufgerolltem Flügel, ohne Schwanz. Stirnknospe (fehlt in der Zeichnung) 
gefirnißt. 'Aufwachsende Blume mit hängenden Spitzblättern am Stiel. Hockende Sphinx 
mit erhobener Tatze und aufgerolltem Flügel und Haarsträhnen. Stirnhaar geritzt. Dagegen 
schreitende Sphinx, Haar in einer Masse und Stirnlöckchen. Beide haben Augensterne von 




Abb. 103. 



Firnis. Seepferd nach links (Auge in Firniskontur). Ihm folgen zwei Krieger mit 
Rundschilden (der erste hat geritzte Blume im Feld), herabgezogenen Helmen mit hohem 
Busch und gehobenen Lanzen. Gesicht des ersten rot, Beinschienen durch Ritzung angedeutet, 
beim zweiten die ganzen Beine mit Ritzkontur. Die zwei Figuren sind ziemlich ungeschickt 




Abb. 104. 



wiedergegeben im Vergleich zu den übrigen. Drei Pflanzen mit eingerollten Blättern. Viel Rot 
und weiß an den Tieren. Die Flügel der Greife und Sphingen haben rote Ober- und schmale 
weiße Mittelzone. — Schulterstreif: A. Auszugdes Amphiaraos (Abb. 105): 
Krieger in kurzem weißen Chiton mit rotem Saum und Gürtel, auf der Brust Ritzung wie 
von Panzerklappen, herabgezogener Helm mit rotem und weißem Busch, Beinschienen, Rechte 
vorgestreckt, Speer in der Linken. Zweiter Krieger, Helm wie voriger, Beinschienen, 
Speer und Rundschild mit eingeritztem Stierkopf (von vorn). Auf weißem Klappstuhl nach 
rechts sitzend bärtiger M a n n in Chiton (Ritzung), in der Rechten Stab, die Linke an die 



- 102 



Stirn haltend. Gespann, nur drei Pferde sichtbar, das mittlere weiß, das hinterste 
rot, mit gesträubter Mähne und erhobenem Kopf, seine Hinterbeine sind weiß, darüber Rot ge- 
legt, (offenbar ein korrigierter Fehler). Das vorderste mit roter und geritzter Mähne. Darüber 
ein nach links fliegender Vogel. Der vordere Wagenrand mit zackenartiger Ritzung verziert 




Abb. 105. 



(fellartig). Rad achtspeichig, zwischen den oberen Speichen ist der rote untere Seitenteil des 
Wagenkorbes sichtbar. Die obere Partie war offenbar auch rot beabsichtigt, da das Bein des 
Amphiaraos dahinter verschwindet. Der Lenker, Zügel und Peitsche haltend, in kurzem 
weißen Chiton mit Strichsaum und herabgezogenem Helm, ist zur Abfahrt bereit. Amphia- 




Abb. 106, 



raos setzt das eine Bein auf den Wagen, stößt das Schwert in die Scheide und wendet sich 
um. Er trägt Beinschienen, kurzen Chiton (wellig horizontal geritzt), roten Panzer mit Brust- 
spiralen, herabgezogenen Hehn mit weißem und rotem Busch. Rechts ganz nackt, nur mit roten 
Stiefeln, der kleine Alkmaion, langhaarig, seine beiden Arme bittend erhebend. Über dem 
Henkelansatz herbeischreitend, mit dem vorderen Fuß auf eine Firnisranke tretend, Eri- 



Tafel 34 




Munchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



- 103 - 



p h y 1 e mit lang herabfallendem Haar in langem roten Ärmelchiton mit weißen Saum- und 
Vertikalstreifen und roten Schuhen, beide Arme vorstreckend. Sie ist entsprechend ihrem hohen 
Standpunkt viel kleiner als die Krieger.*) — B. (Abb. 106). Links kniet Herakles (Spitz- 
bart etwas Innenritzung, Lippen bartlos), das vorgestreckte Bein etwas erhebend. Er schwingt 
mit der Linken die Keule und streckt die Rechte vor. Er trägt roten, weißgesäumten Chiton 
und Löwenfell (das Fell ist auf dem Rücken geritzt, der Löwenkopf rot). Zwei Kentauren 
stürmen gegen ihn an, die rechten Hände vorstreckend, in der Linken Bäume schwingend (die 
Linke des ersten nicht ausgeführt). Beide sind vorn vollständig menschlich, der erste rot, nur 
das Genital schwarz, mit schwarzem Pferdeleib, der zweite vorne schwarz mit rotem Hals und 
Gesicht und rotem Pferdeleib. Haar und Bart bei beiden schwarz. Bart nur umrissen, kein 
Lippenbart; das Haar beim ersten in gedrehter Locke hinter dem Ohr herabhängend und in 
spitzem Schopf nach hinten fliegend, beim zweiten im Nacken aufgenommen. Etwas Innen- 
ritzung. Der zweite hat Spiralritzung auf der Brust. Er setzt sein linkes Menschenbein so weit 
zurück, daß die Sohle auf die inneren Oberschenkel der Pferdebeine zu liegen kommt; der 
Schwanz und der Baum reichen in Bild A hinein. Pflanzliche , 
Füllornamente, zum Teil naturalistisch, zum Teil stilisiert. Im 
Bild A geht unter dem Kentaurenschwanz eine Ranke mit 
Palmettenfüllung vom Henkel aus. Auf Hals (Abb. 107): Um 
die Henkelansätze Ranken, jederseits zwei Sirenen nach 
links mit erhobenem geknickten Flügel. Brust, Hals, Gesicht und 
oberer Flügelstreif rot. Knospenranken auf Kopf und vom Boden 
aufwachsend. Viel Ritzung. — Micali, Storia Taf. 95. Overbeck, Heroengalerie Taf. 3, 5. 
Endt, Jonische Vasenmalerei S. 32 Anm. 4. Furtwängler-Reichhold- H a u s e r , Griech. Vasen- 
malerei III (zu Taf. 121 u. 122), S. lOu. 11 mit 2 Abb. M. Heinemann, Landschaftl. Elemente 
S. 41. Ed. Schmidt, Der Knielauf S. 313. Nachod , Der Rennwagen bei den Italikern S. 52. 

839. Taf. 34. (268.) J. 1012. 

Abb. 108. 109. H. 0,345. U. 0,67. Ton gelb mit orangefarbenem Überzug. Firnis metallisch glänzend, teil- 
weise rotbraun. Mündung etwas geflickt. Fuß in Form eines flachen Echinus; Mündung leicht 
eingezogen. Fuß oben gefirnißt; Firnisstrahlen, dazwischen etwas höher sitzend rote Strahlen. 
Darüber zwei Firnisreifen, dann breite Firnispartie, die mit den vertikalen Firnisstreifen unter 




Abb. 10S. 



den Henkeln zusammenhängt. Beiderseits je ein ausgespartes Bild. A. Jagd (Abb. 108): Nach 
links auf den Hinterbeinen aufgerichtet großes Reh oder Hirschkuh mit roten und 
weißen Flecken. Es folgt ein unbärtiger, kurzhaariger J ä g e r in kurzem roten Chiton mit weiß- 




*) Näheres siehe Furtwängler-Reichhold-Hauser, Griech. Vasenmalerei III, S. 10. 



— 104 - 



getupften Säumen; er streckt den roten Bogen vor und schwingt mit der anderen Hand ein 
rotes Wurfholz. Frau mit Tutulus, in halblangem Chiton (mit weißgetupftem Saum und 
Mittelstreif) und roter Ärmeljacke mit weißem Band über Brust. Die Beine sind nicht weiß 
(wohl ein Versehen). Nackter Jüngling mit rotem Haarschopf und Rot auf der Brust. 
Gesichtskonturen der Figuren geritzt, ebenso einige Körper- und Gewanddetails, die Augen ohne 
Stern. B. Tanz (Abb. 109): vier nackte, unbärtige Tänzer nach rechts. Der erste von 
links trägt zwei weiße sich kreuzende Binden über die Brust und roten Tutulus mit weißem 
Rand. Brust und Bauch rot. Er wendet den Kopf und erhebt die Rechte zur Stirn. Der zweite 
und dritte tragen nur eine weiße Brustbinde und sind ithyphallisch. Sie haben rotes Haar 
und rote Brust. Der dritte hat ein kleines weißes Tuch oder Fell um die Lenden. Der vierte 
mit umgewendetem Kopf hat ebenfalls ein weißes Tuch, aber ohne Zipfel um die Lenden, da- 




Abb. 10<). 



gegen keine Brustbinde; roten Bauch, Brust und Haar. Gesichtskonturen und wenige Körper- 
details geritzt, Augen ohne Stern. Am Hals beiderseits gleich: Rankenornament mit roten 
Zwickelmustern. Henkel gefirnißt, ebenso Mündung außen und innen, Lippe tongrundig. 

840. Abb. 110. (G.) Fuß und Unterpartie des Körpers sowie Henkel fehlen ganz, außerdem kleine Teile. Form 
111. wie 839. Ton orangegelb. Firnis metallisch glänzend; teilweise verdünnt bräunlich. A. (Abb. 110) 
Von links nach rechts zwei hüpfende, rotbärtige, nackte Silene, ithyphallisch. Der erste 
trägt weiße Binde um Brust, der zweite weißes Tuch um Lenden. Der zweite spielt auf der 
Flöte, die aufgeblasene Backe ist durch Ritzlinie angedeutet. Haar und Pferdeschwanz bei 
beiden rot, ebenso die Eichel beim zweiten. Dionysos, (nur teilweise erhalten) rotbärtig, 
schreitend in weißem Chiton und schwarzem Mantel mit roten Flecken, mit mächtigem roten 
Efeukranz auf dem Haupt. Ihm entgegen hüpft ein Silen (nicht abgebildet), ithyphallisch, 
auf der roten Brust (von vorn gesehen) weiße Binde; roter Pferdeschwanz (Kopf und rechter 
Arm fehlen). — B. (Abb. 111) Gegeneinander zwei Kentauren mit menschlichen Vorder- 
beinen, die Fäuste gegeneinander erhebend, der rechte (mit weißem Bauch) schwingt 
einen Baum (rot). Zwischen beiden eine Pflanze aufwachsend. Vom linken ist nur wenig er- 



105 



halten, aber das spitze Ohr deutet wohl sicher auf einen Kentauren, 
und einige Körperdetails geritzt. Augen ohne Stern. 



Gesichtskonturen 





Abb 110. 



Abb. III. 



841. Abb. 112. (263.) J. 999. 

bis 115. H. 0,345. U. o,yo. Ton orangegelb; glimmerig. Firnis rot, 
innen im Hals schwarz. Gesprungen, Mündung geflickt. Form 
(Abb. 112) wie 839, plastischer Halsreif. Fuß oben gefirnißt, 
darüber Strahlen. Dann bis zur Körpermitte gefirnißt, am Henkel 
vertikale Firnisfelder. Schulterbilder: A. (Abb. 113) Zwei- 
kampf: Ein nach rechts weit ausschreitender Krieger (zwischen 
seinen Beinen aufwachsend Doppelvolute) in roten Beinschienen, 
Laschenpanzer mit Schulterklappen und herabgezogenem korin- 
thischen Helm mit niedrigem Busch schwingt in der Rechten ein 
kurzes Schwert (?) und faßt mit der Linken am hohen Helmbusch 
einen ins Knie sinkenden Krieger in kurzem Chiton und roten 
Beinschienen ohne Waffen. Der Bezwungene umfaßt den Unterarm 
des Siegers mit der Rechten. Rechts eine Frau (Göttin oder 
Mutter des einen Helden) mit hoher Mütze (Tutulus) und langem 
Gewand mit roten Partien, das sie mit der Linken rafft. Kein Auge 






Abb. 11.?. 



14 



106 - 



kenntlich. Ganz links Vorderteil eines heransprengenden Pferdes mit roter Mähne. Einritzung 
und rote Aufmalung. Die Augen kantig geritzt. — B. (Abb. 114) Tanz: Von links nach 




Abb. 114 




Abb. 115. 



rechts ein tanzender S i 1 e n , der das linke Bein über 
einen Krater hinwegschwingt. Um die Lenden trägt er 
weiße Binde mit Zipfeln. Gegen ihn tanzt ein zweiter 
Silen, ithyphallisch; nach rechts ein dritter, um- 
blickend. Sein linkes Bein reicht (hier in Ritzkontur) über 
den Bildrand in den Henkelfirnisstreif. Die beiden letzten 
Silene haben einfache weiße Binde um die Lenden. Ritzung, 
aufgesetztes Rot und Weiß. Die Augen länglich geritzt. 
Die Rippen beim ersten und zweiten durch Ritzung an- 
gedeutet. Auf Hals beiderseits gleich: Volutenkreuz mit zwei horizontal gestellten, ge- 
öffneten Knospen. Rote Tupfen in den Zwickeln (Abb. 115). Mündung außen und innen ge- 
firnißt. Im Stil 839 und 840 sehr nahe stehend. 
842. (561 Cand.) J. 1066. 

Abb. 116-118. H. 0,385. U. 0,87. Ton orangegelb, stellenweise grau, Firnis metallisch glänzend. Die Oberfläche 
in den Bildern mehrfach zerstört. Weitbauchig mit profiliertem Fuß (dicker Wulst als Stand- 
ring, feinerer Wulst als Abschluß gegen den Körper). Plastischer Halsreif, kleiner Wulst unter 
Mündung. Letztere in Form eines gedrückten Echinus, Henkel dreiteilig. Fuß oben und untere 




Abb 116. 



107 - 



Körperpartie gefirnißt. Uni Körpermitte über zwei 
(Abb. 116): Von links nach rechts schreitend vier 
ein f ü n f t e r. Sie haben alle rotes, schaufei- 
förmiges Geweih und rote Hufe; der Schwanz des 
dritten ist rot, ihm fehlt das Ohr. Alle zeigen reiche 
Innenritzung, ebenso viel Vorzeichnung (Abb. 117). 
Zwischen den einzelnen Hirschen je ein roter Bau m 
mit viel Innenritzung. Auf Schulter, durch die 
Firnispartien um die Henkelansätze getrennt, zwei 
Bilder: A. (Abb. 118) Zwei große Schwäne 
mit zusammengefalteten erhobenen Flügeln gegen- 
einander, dazwischen ein kleiner Schwan. 
Schnabel, Beine und äußerer Flügelrand rot, Mittel- 
zone tongrundig ausgespart. Reiche Innenritzung, 
auch Vorzeichnung. B. Wie A, aber der kleine 



Firnisbändern umlaufender Bildfries 
Hirsche, dem vordersten gegenüber 




Abb. 117. 




Abb. 118. 



Schwan hat ausgebreitete Flügel und die Mittelzonen sind bei allen rot aufgemalt. Hals, 
Henkel und Mündung mit Ausnahme der Lippe gefirnißt. 

843. Taf. 34. (G.) 

H. 0,435. U. o,86. Ton orangegelb, Firnis metallisch. Zusammengesetzt, im Hauptbild fehlen 
Stücke Ein Henkel ergänzt. Etwas schlanker als 842, der Fuß hat statt des Standwulstes 
einen prof iFerten tongrundigen Rand ; Mündung nach oben etwas ausladend, Henkel flach. Fuß 
oben und u ere Körperpartie gefirnißt. Über zwei Firnisbändern um Körpermitte umlaufender 
Bildfries: Von rechts nach links Flügelpferd, weitausschreitender nackter J ü n g - 
ling mit nach vorn und rückwärts ausgestreckten Armen, Flügelpferd, wieder ein 
Jüngling (nur die rechte Hälfte erhalten), vom nächsten Jüngling nur ein Stückchen 
Gesichtskontur und der vorgestreckte rechte Unterarm erhalten, von einem weiteren Jüng- 
ling die linke Hälfte. Dann wieder ein Flügelpferd und ein Jüngling (Mittelpartie 
fehlt). Die Flügelpferde haben Halsbänder mit Scheiben. Bei allen Figuren sehr viel Ritzung, 
aber keine Vorzeichnung. Gleiche Schulterbilder über zwei Firnisreifen, durch die Firnis- 
partien um die Henkelansätze getrennt: Nach links schreitende Sphinx mit erhobenem Flügel, 
den Schwanz unter dem Bauch, von einem weitausschreitenden nackten Jüngling mit vor- 
gestreckter Rechten und geballter Faust gefolgt. Der eine Jüngling hat das Haar rückwärts 
aufgebunden. Hals, Henkel außen, Lippe und Hals innen gefirnißt. Die Mündung außen ton- 
grundig mit liegenden Herzblättern. 

14* 



108 



844. Taf. 36. (528 Cand.) J. 1045. 

H. 0,42. U. 0,855. Ton dunkelgelb, matt; Firnis stumpfschwarz, stellenweise abgerieben. Reich 
profilierter Fuß, dreiteilige Henkel, oben etwas ausladende Mündung. Fuß oben und anschließende 
Körperpartie gefirnißt. Firnisband; über Firnisreif umlaufender Bildfries: Von links nach 
rechts ein tanzender S i 1 e n mit umgewandtem Kopf und hochgezogenem linken Bein, hinten- 
über geneigt. Ihm entgegen ein vorgeneigt tanzender S i 1 e n mit erhobenem rechten Bein, die 
Hände wie zum Klatschen vorstreckend. Hinter ihm eilt ein dritter S i 1 e n herbei, das linke 
Bein hoch nach hinten gestreckt, die Arme ausgebreitet. Dann ein nach rechts schreitender, 
umblickender S i 1 e n , die Arme in Tanzbewegung. Ihm entgegen steht ein Pferd mit er- 
hobenem rechten Vorderbein. Endlich ein nach rechts tanzender unbärtiger Silen, überweit 
zurückgebeugt mit umgewendetem Kopf. Unter dem Henkel ein aufwachsender Zweig (be- 
stehend aus vertikaler Wellenlinie mit frei darumstehenden Punkten). Die Silene haben alle 
Pferdehufe, sind mit Ausnahme des letzten bärtig und haben lange Haarschöpfe im Nacken. 
Viel Innenritzung. Auf Schulter zwei gleiche, ausgesparte Bilder: Zwischen liegenden Pal- 
metten eine Sirene. Hals, Henkel auf Außenseite, Lippe und Hals innen gefirnißt. Mündung 
außen tongrundig mit Stäben und Punkten darüber. 

845. Taf. 35. (527 Cand.) J. 1077. 

H. 0,47. U. o,8y. Ton orangegelb, Firnis schwarz. Zusammengesetzt, Fuß nicht zugehörig. Form 
etwa wie 844, Mündung aber flach echinusförmig; Körper etwas schlanker. Untere Körper- 
partie gefirnißt. Über zwei Firnisbändern umlaufender Bildfries: Von rechts nach links 
vier Sirenen und ein kleiner Vogel. Die erste Sirene mit erhobenen Flügeln und erhobenem 
rechten Arm. Das geritzte Auge mit Ring innen. Sie steht mit beiden Füßen auf dem Boden. 
Die zweite wie vorige, aber ziemlich hoch über dem Boden, offenbar fliegend gedacht, das 
Nackenhaar fliegt zurück, während es bei der ersten herabfällt. Auge ohne Ring. Die dritte 
mit ausgebreiteten Flügeln, nur auf dem linken Bein stehend, zwei Arme sichtbar, sonst wie 
vorige. Der Vogel in der Luft, die Flügel aber geschlossen, der Körper fast vertikal. Mit Kralle 
und Schwanz überschneidet er etwas die vierte Sirene, die wie die dritte nur auf einem Bein steht, 
aber mehr vorgeneigt ist, der vor der Brust erscheinende Flügel ist bis zum Boden gesenkt, das 
Haar fällt im Nacken herab und wird vom Flügel zur Hälfte verdeckt. Von der Boden- und 
der oberen Abschlußlinie wachsen herzförmige Blätter und Knospen an Stielen heraus. Auf 
Schulter zwei sehr ähnliche, ausgesparte Bilder: A. Eine nach links schreitende Sphinx 
mit Zitzen, Kopf und Flügel den Sirenen gleich. Rechts eine nach links hockende kleinere 
Sphinx, ebenso. B. Eine schreitende Sphinx wie vorige, eine springende Sphinx, 
beide Vorderpranken erhoben, Schwanz eingezogen. Knospen unten, oben und auf der Seite. 
Henkelaußenseite, Hals außen und innen und Mündung gefirnißt, Lippe tongrundig mit Firnis- 
stäben. 

846. Taf. 36. (954 Cand.) J. 1051. 

H. 0,90. U. 0,425. Ton grau, Überzug orangegelb. Firnis bräunlich. Ziemlich bauchiger Körper, 
Fuß flach, Halsansatz etwas in die Schulter eingesunken, Mündung echinusförmig, Henkel drei- 
teilig. Fuß oben gefirnißt, ebenso die darüberliegende Körperpartie. Über drei Firnisreifen um- 
laufender Bildfries: Nach links schreitend vier Hirsche mit gesenktem Kopf und 
schaufelartigem Geweih, dazwischen ein Wasservogel, das rechte Bein etwas erhebend, 
Körper etwas nach hinten übergeneigt. Unter dem einen Hirsch aufwachsendes Blatt. Dieser 
Hirsch allein hat die Ohren vorgestellt. Reiche Innenritzung bei allen. Die Schulterbilder 
nach unten durch drei Firnisreifen, seitlich durch die Firnispartien um die Henkelansätze ab- 
geschlossen. Beiderseits gleich: je zwei nach außen hockende Sphingen mit aufgerollten 
Flügeln und Zitzen. Herzblätter dazwischen. Viel Innenritzung. Auf Hals beiderseits eine 
abwärts gerichtete Palmette an zwei Volutenstielen. Henkeloberseite sowie Mündung außen 
und innen gefirnißt. Lippe tongrundig. 

847. Taf. 36. (532 Cand.) J. 1044. 

//. 0,77. U. 0,665. Totl dunkelgelb, Firnis bräunlich. Stück einer Henkelrippe fehlt. Schlanker 
Körper, Fußrand wulstig aufgebogen, dreiteiliger Henkel, sehr flache Mündung. Fuß oben und 



laTci öo 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München, 



109 



anschließende Körperpartie gefirnißt. Über zwei Firnisreifen nach links umlaufender Fries 
von fünf hockenden Sphingen mit leicht aufgebogenen Flügeln. Gesicht und Hals, zwei 
Flügelstreifen und Schwanzquaste weiß, außerdem viel Ritzung. Zwei Firnisreifen darüber; 
zwei ausgesparte Schulterbilder: A. Zwei nach links laufende Hasen, der erste mit 
Zitzen, unter dem zweiten aufwachsender Zweig. B. Ein nach links laufender Hase mit Zitzen 
wird von einer Hündin verfolgt. Die weiblichen Hasen haben weiße Bauchstreifen, alle 
Hasen haben weiße Schwänze, die weiblichen und die Hündin weißes Auge. Viel Ritzung. Um 
Hals unten Firnisband, darüber beiderseits eine ganze und zwei halbe Palmetten durch Ranken- 
stiele verbunden, auf dem Bogen, der die Blätter trägt, weiße Punkte. Henkeloberseiten 
und Mündung außen und innen, Hals innen gefirnißt. Auf der tongrundigen Lippe Firnisstäbe. 

848. Taf. 35. (526 Cand.) J. 1043. 

H. 0,43. U. 0,965. Ton orangegelb, Firnis bräunlich und stumpf- 
schwarz. Stark geflickt. Fuß leicht profiliert, bauchiger Körper, 
echinusförmige Mündung, dreiteilige Henkel. Fuß oben gefirnißt, 
ebenso die untere Körperpartie. Über zwei Firnisbändern um- 
laufender B i 1 d f r i e s : Drei Schwäne mit ausgebreiteten 
Flügeln und vorgebogenem Hals, vielleicht schwimmend gedacht, 
da keine Füße sichtbar und die Körper ganz an der Grundlinie 
anliegen. Zwei Firnisbänder, dann zwei ausgesparte Schulter- 
bilder: Je eine Sirene mit ausgebreiteten Flügeln und Armen; 
keine Beine sichtbar wie bei den Schwänen. Hals außen und 
innen, Mündung und Henkeloberseite gefirnißt, Lippe tongrundig 
mit Stäben. 

849. Abb. 1 19. (530 Cand.) J. 1049. 

H. 0,42. U. 0,85. Ton ziegelrot, Firnis stumpfschwarz, ein Stück 
der Unterpartie der Vase rot gebrannt. Zusammengesetzt. Fuß 
profiliert, wie 848, aber schlanker. Fuß oben gefirnißt, ebenso 
untere Körperpartie, zwei Firnisbänder. Umlaufender B i 1 d f r i e s : 
Zwei Löwen und eine Sphinx, alle mit erhobener rechter 
Vordertatze, die Sphinx mit ausgebreiteten Flügeln. Herzblätter von oben herabwachsend 
zwischen den einzelnen Figuren. Zwischen zwei Firnisreifen ein Firnisband. Ausgesparte 
Schulterbilder: Je ein Schwan nach links mit zusammengelegten Flügeln und vor- 
gebogenem Hals, ohne Beine. Vor jedem ein Herzblatt aufwachsend. 

850. Taf. 35. 

H. 0,355. U. 0,745. Ton dunkelgelb, Firnis stumpfschwarz. Hals und ein Henkel etwas geflickt. 
Wie 849, Henkel aber zweiteilig. Fuß oben und untere Körperpartie gefirnißt, über zwei Firnis- 
bändern nach links umlaufender Bildfries: Panther mit einem vorgeklappten kleinen Flügel, 
Löwe und Sphinx mit ausgebreiteten Flügeln, alle erheben die rechte Vordertatze. Zwei 
Firnisreifen, auf den ausgesparten Schulterbildern je eine Sphinx wie die vorige. Hals 
außen und innen, Mündung und Henkeloberseite gefirnißt, Lippe tongrundig mit Stäben. 

851. Taf. 37. (G. 2212.) 

H. 0,40. U. 0,795. Ton rötlichgelb, Firnis schwarz, teilweise abgesprungen. Zusammengesetzt. 
Form wie 850, etwas schlanker. Fuß oben gefirnißt, Körper bis auf zwei tongrundige Reifen 
und Schulterbilder gefirnißt. Beiderseits gleich, über zwei Firnisreifen: Je zwei Sirenen gegen- 
einander, dazwischen ein Fisch, vertikal gestellt und von der Seite gesehen. Viel Ritzung. 
Auf Hals umlaufend ein entartetes gegenständiges Palmettenlotosband. Mündung außen und 
innen, Halsinneres und Henkeloberseite gefirnißt. Lippe tongrundig. 

852. Abb. 120. (G.) 

H. 0,425. U. 0,875. Ton orangegelb, Firnis schwarz. Zusammengesetzt und ergänzt. Ein Henkel 
ganz, der andere teilweise und Stücke des Körpers neu. Form wie 851, etwas bauchiger, Mün- 
dung rundlicher. Fuß oben gefirnißt; unterste Körperpartie tongrundig mit einem Firnisband, 
dann hohe Firnispartie, darüber zwei Firnisbänder und zwei ausgesparte gleiche Schulter- 




- 110 



bilder: Zwischen abwärtsgerichteten Palmetten mit Rankenstielen je ein V o g e 1 nach links 
sich auf den Boden niederlassend. Von oben nach unten wachsende Knospen. Auf Hals 
beiderseits je ein gegenständiges Palmettenlotosband. Auf Unterpartie der Mündung beiderseits 
in der Breite der Palmettenbänder je ein Tupfenband. Der 
übrige Teil der Mündung gefirnißt, ebenso Hals innen und 
Henkelaußenseite. Die tongrundige Lippe trägt Spitzblättchen. 
853. Abb. 121 (534 Cand.) J. 1060. 

bis 124. H. 0,43. U. 0,8g. Ton orangegelb, Firnis bräunlich bis 
schwarz, unregelmäßig aufgesetzt. Fußprofil oben einge- 
bogen, Körper eiförmig, Hals mit leichtem wulstigem Absatz 
gegen die echinusförmige Mündung, Henkel dreiteilig. Fuß 
oben gefirnißt, ebenso die unterste Körperpartie. Um- 
laufendes Bauchbild über verdünntem Firnisreif: Ein 
nach rechts mit stark gebeugten Knien ausschreitender 
Jüngling (wohl Herakles) mit der Linken den Bogen 
vorstreckend, mit der Rechten die Keule schwingend 
(Abb. 121). Er ist nackt bis auf ein weiß gesäumtes Mäntel- 
chen, das wulstförmig um die Hüften geschlungen ist und in 
zwei Zipfeln hinausflattert, hat halblanges, etwas in die Stirn 
fallendes, hinten im Schopf aufgenommenes Haar. Auge 
eingeritzt mit weißer Füllung. Einige Innenritzung, An- 
gabe des Penis fehlt. Zwischen seinen Beinen ein auf- 
wachsendes Herzblatt. Gegen ihn ein bärtiger Krieger 
(Abb. 122) in ähnlicher Ausfallstellung, mit der Rechten die 
Lanze schwingend, mit der Linken den Rundschild (in Seitenansicht) vorhaltend. Der Schild 
zeigt weiße Tupfen und zwei aus der Mitte emporgebogene weiße Haken. Der Krieger 




Abb. 121. Abb. 12.'. 




trägt Beinschienen (nur die Schiene des rechten Beines 
mit weißem Saum unten und herabgezogenen Helm mit 
Weißer Streit zwischen Kappe und Busch. Auge geritzt 



mit weißem Rand), kurzen Chiton 
niedrigem Busch und Backenklappe, 
und weil.« gefüllt. Zwischen seinen 



- 111 



Beinen aufwachsender Punktblättchenzweig; zwischen beiden Kämpfern Herzblatt mit weißem 
Tupfen auf Stielansatz. Das Bein des vorigen Kriegers mit seinem zurückgesetzten Bein 
überschneidend (dahinter ein aufwachsendes Lanzettblatt), ein zweiter Krieger in Aus- 
fallstellung nach rechts (Abb. 123). Er schwingt mit der Rechten die Lanze und hält mit 
der Linken den Rundschild vor (wie voriger, aber nur ein und zwar doppelt gebogener 
Haken). Er trägt Beinschienen mit weißem Rand, Laschenpanzer mit Schulterklappen, 
Chitonärmel bis fast zum Ellbogen reichend und Helm (wie voriger, aber der ganze Busch 
weiß konturiert). Ergänzt das Gesicht und das linke Bein. Zwischen den Beinen aufwach- 
sender Punktblättchenzweig. Ihm gegenüber ein dritter Krieger ausschreitend, Lanze 
schwingend und Rundschild (ohne Haken) vorhaltend. Er trägt Beinschienen mit weißem 
Rand, Chiton wie der erste und Helm wie der zweite (der obere Busch ziemlich zerstört). 
Auge geritzt und weiß gefüllt. Zwischen seinen Beinen Punktblättchenzweig, zwischen beiden 
Kämpfern Lanzettblatt, hinter dem zurückgesetzten Bein des dritten Herzblatt. Endlich eine 
von rechts herbeieilende Frau mit vorgestreckter Linken (Abb. 124). Sie hat langen, wehenden 




Abb. 12J. Abb . I24 . 



Haarschopf, Fransen in der Stirn, Chiton mit Ärmeln bis zum Ellbogen, unten mit breitem, 
weißem Saum, am linken Ärmelende ebenfalls weißer Saum; geritzte Armbänder. Auge wie bei 
den Männern. Mit dem vorgesetzten Fuß steht sie hinter dem Fuß des vorigen Kriegers, mit 
dem zurückgesetzten Bein überschneidet sie das Bein des Herakles. Zwei Firnisreifen 'über 
dem Bild. Zwei Schulterbilder, seitlich durch die Henkelfirnispartien begrenzt: Auf einer 
Seite zwei ganze und zwei halbe Palmetten, abwechselnd aufwärts und abwärts mit verbun- 
denen Volutenstielen und weißen Tupfen auf den Blattenden. Auf der anderen Seite zwei ganze 
und eine halbe Palmette, sowie zwei Herzblätter mit weißen Tupfen dazwischen. Hals außen 
und innen, Mündung und Henkel gefirnißt. Lippe tongrundig mit Stäben. 
854. Taf. 37. (535 Cand.) J. 1073. 

(2 Ansichten) H. 0,445. U. 0,86. Ton orangegelb, Firnis dunkelbraun. Zusammengesetzt. Ungewöhnlich 
profilierter Fuß, die Mittelrippe der dreiteiligen Henkel erhöht hervortretend, sonst Form 
wie 853. Fuß oben gefirnißt, ebenso darüberliegende Körperpartie, dann Strahlen, um deren 
Ansatz ein rötlichgelb (Tonfarbe) aufgesetzter Reif läuft. Über den Strahlen Punktband. Zwei 
Bilder: A. Ein bärtiger Krieger nach links in Ausfallstellung, Oberkörper und Kopf zurück- 
gewendet, in der Linken Rundschild mit zwei emporstehenden Haken (weiß und viel Ritzung), 



112 



weißem Rand und Tupfen. Er trägt Beinschienen mit weißem Rand und eingeritzter Ver- 
zierung auf Knie, Laschenpanzer und Helm wie der zweite Krieger von 853, weißen Gürtel mit 
geritzten >. (Brust, rechter Arm und die Oberschenkel ergänzt.) Gegen ihn, wenig aus- 
schreitend, ein zweiter bärtiger Krieger, Schild und Lanze wie beim Gegner, die Helm- 
verzierung noch durch eine Palmette bereichert, der Panzer durch geritzte Reihen von Ringen 
und Zickzack verziert, Gürtel nur weiß. Die Augen bei beiden Kriegern geritzt und weiß ge- 
füllt. B. Zwei hochsteigende Flügelpferde, sich den Rücken zukehrend. Flügel reich 
geritzt mit weißen Streifen, weiße Hufe und Augen (außerdem geritzt); beide tragen ein Hals- 
band mit Scheiben (geritzt). Ziemlich reiche Innenritzung. Unter jedem Pferd wächst eine 
Knospe mit weißem Kern auf. Unter den Henkeln je eine Rankenkomposition mit Palmetten- 
zwickeln und Knospen mit weißem Kern. Über den Bildern Stäbe. Um die Henkelansätze 
Firnispartien. Auf Hals beiderseits ausgespart je eine aufrechte Palmette mit weißen Tupfen 
auf Blattenden und auf Halbkreis, auf dem die Blätter aufsitzen. Henkel und Mündung gefirnißt, 
Lippe tongrundig. 

855. Abb. 125. (912 Cand.) J. 1015. 

126. H. o,ig5. U. 0,375. Ton orangegelb, Firnis schwarz. Zusammengesetzt, ein Henkel ergänzt. 
Einfacher Fuß mit hohem Rand, eiförmiger Körper, ziemlich enger Hals, echinusförmige Mün- 
dung, dreiteilige Henkel. Fuß oben gefirnißt, darüber 
tongrundiges Band, Firnispartie, über Firnisband 
umlaufendes Bild: Ein nackter Jüngling nach 
rechts in Knielaufstellung, Kopf umgewendet, auf 
beiden wagerecht ausgestreckten Armen je einen 
Rundschild mit drei emporstehenden Haken haltend 
(Schildrand weiß), Helm mit Backenklappe und 
Nackenschirm, aber ohne Busch. Von links springt 
ein großer Hund an. Auf der anderen Seite, offen- 
bar nicht im Zusammenhang, ein nackter Krieger 
aufs linke Knie gesunken, das rechte Bein weit vor- 
gestellt; er wendet den Kopf, erhebt die geballte Abb. 125. Abb.126. 
Rechte, und hält mit der Linken wagerecht den 

Schild hoch (weißer Rand); Helm wie beim vorigen, aber mit niedrigem Busch. Bei allen drei 
Figuren keine Augenangabe. Unter dem einen Henkel zwei voneinander abstehende Knospen 
an langen Stielen. Hals außen und innen, Henkeloberseite und Mündung gefirnißt. Lippe 
und je ein Reif am Mündungsansatz außen und innen tongrundig. 

856. (196 Cand.) J. 1078. 

H. 0,21. U. 0,42. Ton rosagelb, Lasur orangegelb, Firnis stumpfschwarz, teilweise bräunlich. 
Fuß ungewöhnlich, mit etwas Stielansatz, Körper eiförmig, Hals ziemlich eng, Mündung echinus- 
förmig, Henkel plump, bandförmig. Fuß oben gefirnißt; Körper gefirnißt bis auf zwei ausgesparte 
Bilder: A. Eine nach rechts eilende Frau mit vier Flügeln in durchsichtigem Chiton mit 
Ärmeln bis zu den Ellbogen (je drei Knöpfe) und weißem Saum unten. Die Flügel haben je zwei 
weiße Randstreifen und sind nur ganz wenig aufgebogen. Kopf umgewendet, Auge nur ein weißer 
Punkt; fliegender Nackenschopf. Die Arme vom Körper abgestreckt. Viel Innenritzung, nur 
der Kopf in reiner Silhouette. B. Eine nach links schreitende Frau mit vier Flügeln (wie 
bei voriger), in Chiton mit weißem Saum unten und oben. Rechter Arm vorgestreckt, linker ge- 
beugt vor dem Gürtel gehalten. Kopf wie bei voriger, aber geradeaus gerichtet. Hals und 
Mündung außen und innen, sowie Henkel gefirnißt; Lippe tongrundig. 

857. Taf. 35. (911 Cand.) J. 447. 

H. 0,215. U- <>,4 2 - Ton orangcgelb, Firnis schwarz. Etwas geflickt, ein Henkel ergänzt. Ein- 
facher Fuß, sonst wie 856, Henkel aber zweiteilig, Fuß oben gefirnißt, Körper ebenso bis auf 
zwei ausgesparte Bilder: Je zwei gegeneinander hockende Sphingen mit etwas aufge- 
bogenen Flügeln (zwei weiße Streifen); Gesicht, Hals und Vorderpfoten weiß. Das Haar bei 
denen von A wulstig um Stirn und Nacken gelegt, bei denen von B in Nackenschopf herabfallend. 




-113- 



Der Schwanz der rechten Sphinx von B reicht geritzt in die Firnispartie unter dem Henkel. Über 
den Sphinxbildern, getrennt durch je zwei Firnislinien, je ein Fries von liegenden, gegen- 
ständigen Herzblättern, vier Punkte mit weißem Zentrum dazwischen; darüber je ein Fries 
von Punkten mit weißem Zentrum. Auf Hals beiderseits Firnisband und darüber gegenständige 
Bogenreihe. Mündung außen und innen, Hals innen und Henkel gefirnißt. Lippe tongrundig 
mit Stäben. 

858. Taf. 36. (187 Cand.) J. 1007. 

H. 0,18. U. 0,37. Ton dunkelgelb, Firnis schwarz. Form ähnlich wie 857, aber Wulst über Fuß. 
Fuß oben, Wulst und unterste Körperpartie gefirnißt. Darüber über Firnisreif umlaufender Bild- 
fries: Drei Wasservögel nach links mit ausgebreiteten Flügeln in Silhouette. Darüber 
zwei Firnisreifen. Auf Schulter beiderseits je zwei Augen, in breitem Pinselkontur. Tupfen 
dazwischen. Neben den Henkelansätzen Firnisvertikale. Hals außen und innen, ganze Mün- 
dung und Henkeloberseite gefirnißt. 

859. Taf. 36. (189.) 

H. 0,20. U. 0,443. Ton dunkelgelb, Firnis braunschwarz, teilweise rot. Form ähnlich wie 857, 
aber bauchiger. Fuß oben gefirnißt, ebenso Körperpartie darüber. Über zwei Firnisreifen nach 
links umlaufender B i 1 d f r i e s: Fünf Wasservögel mit halb erhobenen Flügeln in Silhouette. 
Darüber zwei Firnisreifen. Auf Schulter je zwei Augensilhouetten, dazwischen und 
seitlich Herzblätter. Hals außen und innen, Mündung mit Ausnahme der Lippe, Henkelober- 
seite gefirnißt. 

860. (192 Cand.) J. 1071. 

H. 0,22. U. 0,41. Ton orangegelb, Firnis bräunlich und schwarz. Form wie 857. Fuß oben und 
untere Körperpartie gefirnißt. Zwischen zweimal zwei Firnisreifen Bildfries, nach links um- 
laufend: Fünf Sirenen mit leicht aufgebogenen Flügeln, kurz aufgenommenem Haar. Reiche 
Innenritzung. Auf Schulter je zwei Augen in Silhouette mit weißem Ring und Mittelpunkt. 
Herzblätter und Punkte dazwischen und seitlich. Sonst wie 859. 

861. Taf. 36. (185 Cand.) J. 1054. 

H. 0,175. U. 0,37. Ton orangegelb, Firnis schwarz. Form wie 860, aber Fußwulst. Fuß oben 
und unterste Körperpartie gefirnißt. Über Firnisreif B i 1 d s t r e i f : Beiderseits je zwei Augen 
mit tongrundigem Ring. Nase dazwischen, an der die Brauen ansetzen, darüber Herzblättchen. 
Unter den Henkeln je eine Gorgonenprotome mit viel Innenritzung. Darüber zwei 
Firnisreifen. Auf Schulter je zwei liegende Palmetten an Voluten, dazwischen aufrechte Pal- 
mette und Herzblatt. Hals und Mündung außen und innen, Lippe und Henkel auf Oberseite 
gefirnißt. 

862. Taf. 35. (180 Cand.) J. 1055. 

H. 0,775. U. 0,345. Ton dunkelgelb, Firnis schwarz. Mündung etwas geflickt. Form wie 861 
aber Fuß oben mit Einsenkung. Fuß oben und untere Körperpartie gefirnißt. Über Firnisreif 
umlaufender Bildfries: Vier nach links schreitende Sphingen mit wenig erhobener 
Vordertatze. Zwischen zweien eine von oben herabhängende Blume. Darüber ein Firnisreif. 
Im übrigen wie 861. 

863. Taf. 35. (203 Cand.) J. 1064. 

H. 0,1g. U. 0,365. Ton dunkelgelb, Firnis schwarz. Etwas geflickt. Form wie 861. Fuß oben 
und unterste Körperpartie gefirnißt. Umlaufender Bildfries: Vier nach rechts schreitende 
nackte Männer mit Flügeln an den Hüften und langem Nackenhaar, drei bärtig, ein un- 
bärtiger umblickend. Alle strecken einen Arm vor. Links vom Unbärtigen eine aufwachsende 
Blume mit zwei kleineren ungestielten zur Seite. Sonst wie 862, aber keine Mittelpalmetten auf 
Schulter. 

864. Taf. 35. (186 Cand.) J. 1061. 

H. 0,1X5. U. 0,37. Ton orangegelb, Firnis schwarz. Form wie 861. Fuß oben und unterste 
Körperpartie gefirnißt. Auf Firnisreif nach links umlaufender Bildfries: Drei galoppierende 
Flügelpferde mit Halsbändern, an denen Scheiben hängen. Gefieder geritzt. Zweimal 
dazwischen aufwachsender Punktblättchenzweig. Darüber zwei Firnisreifen. Auf Schulter, 



- 114 - 



durch breite Vertikalbänder seitlich der Henkel getrennt: Symmetrisch angeordnet je zwei un- 
gewöhnliche Ornamente (degenerierte Palmette an Mäanderteilen), zwischen ihnen einmal ein 
Herzblatt, einmal zwei mit den Spitzen gegeneinander. Sonst wie 863. 

865. Tat. 36. (191 Cand.) J. 1072. 

H. 0,235. U- °A7- T° n rötlichgelb, teilweise grau; Firnis schwarz. Form wie 861. Fuß oben 
und unterste Körperpartie gefirnißt. Über Firnisreif Bildfries: Beiderseits je eine nach 
links eilende Frau mit Stiefeln, in Ärmelchiton und Mantel; die Arme nach vorn und rückwärts 
ausstreckend. A mit zwei halbgesenkten Flügeln und flatterndem Nackenhaar, den Mantel um 
linke Schulter und Körper gewickelt. B mit Haube und Ohrscheibe, Mantel über die Schultern 
gelegt. Links von A wächst ein Punktblättchenzweig auf. Bei A und B links und rechts oben 
je eine geschlossene Binde. Unter den Henkeln je eine abwärts gerichtete Palmette mit Voluten, 
über den einzelnen Blattenden große Tupfen. Gegen die Schulter zwei Firnisreifen. Schulter- 
bilder ausgespart: Beiderseits je zwei Augen mit tongrundigem Ring um Mittelpunkt. 
Zwischen den Augen je drei, außerhalb beiderseits je ein Herzblatt. Sonst wie 864. 

866. Taf. 36. (931 Cand.) J. 448. 

H. 0,235. U. 0,445. Ton dunkelgelb, stellenweise grau; Firnis schwarz. Geflickt. Form und 
Dekoration wie 865. 

867. Taf. 36. (190 Cand.) J. 1065. 

H. 0,22. U. 0,415. Ton orangegelb, Firnis braun. Fuß einfach, Körper eiförmig, Mündung echinus- 
förmig, etwas kantig, Henkel zweiteilig. Fuß oben gefirnißt, ebenso unterste Körperpartie. Über 
zwei Firnisreifen B i 1 d f r i e s: Beiderseits je ein Vogel nach rechts, darüber je ein Augen- 
paar mit weißem Ring und Zentrum, dazwischen und seitlich Herzblätter. Unter den Henkeln 
je eine abwärts gerichtete Palmette mit Voluten. Gegen Halsansatz Stäbchen. Hals außen und 
innen, ebenso Mündung und Henkel gefirnißt. Lippe tongrundig. 

868. (540 Cand.) J. 1069. 

H. 0,275. U. 0,62. Ton rötlich und grau, auffallende rote Lasur; Firnis schwarz. Weiter, schmal- 
randiger Fuß, plumper Körper, echinusförmige Mündung, bandförmige Henkel. Fuß oben und 
unterste Körperpartie gefirnißt. Über Firnisreif Bildfries: Beiderseits ein nach rechts weit 
ausschreitender Silen mit Pferdehufen, -Schwanz und -Ohren, mit flatterndem Nackenhaar, 
Brust von vorn, Kopf umgewendet. A ist bärtig, zeigt die zurückgestreckte Rechte von der Innen- 
seite, die gesenkte Linke von der Seite. B ist unbärtig und zeigt die 
gesenkte Rechte von der Seite, von der gesenkten Linken die Fläche. 
Unter den Henkeln je eine abwärts gerichtete Palmette, umgeben 
von den Stielen zweier seitlich gerichteter Palmetten; Herzblätter 
und kleine Ranken außerdem. Gegen Schulter zwei Firnisreifen. 
Auf den ausgesparten Schulterbildern beiderseits je ein 
Augenpaar mit tongrundigem Ring, geritztem Ring im Zen- 
trum, geritzten Konturen; Brauen, stilisierte Nase, darüber Herzblatt. 
Unter jedem Auge ein Streifen mit geschwungenem oberen Kontur 
und Parallelstrichelung innen. Hals, Mündung und Henkel gefirnißt. 

869. Abb. 127. (2214 G.) 

H. 0,2g. U. 0,63. Ton weißgelb, Firnis schwarz, auf der einen 
Hälfte des Gefäßes ziegelrot verbrannt. Geflickt und ergänzt. Pro- 
filierter Fuß, dreiteilige Henkel, echinusförmige Mündung. Fuß oben 
sowie unterste Körperpartie gefirnißt, zwei Firnisreifen. Beiderseits 
ein nach rechts eilender, umblickender Silen (von dem einen 
fehlt die obere Hälfte, von dem andern die rechte Hand), ithyphallisch, mit Pferdehufen und 
langem Nackenschopf. In jeder Hand hält er einen Rebzweig. Der Schweif des einen und 
die Hufe des andern waren weiß aufgemalt. Von jedem unteren Henkelansatz gehen je drei 
gesprengte Palmetten an Volutenstielen aus. Auf dem Bogen unter den Palmettenblättern weiße 
Tupfen. Unter Halsansatz umlaufende Stäbe. Hals außen und innen, Henkeloberseite und 
Mündung gefirnißt. Lippe tongrundig mit Stäben. 




Tafel 36 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



115 



870. Taf. 37. (2210 G.) 

Abb. 128, 129. H.0,41. 0.0,855. Ton orangegelb, Firnis stumpfschwarz. Zusammengesetzt und ergänzt, die 
ganze Mündung modern. Fuß oben etwas eingezogen. Körper eiförmig, Henkel dreiteilig. Fuß 
oben gefirnißt, ebenso unterste Körperpartie. Über Firnislinie umlaufender Bildfries: Ein 
nach links stehendes Zweigespann. Ritzung an Deichsel und dem sechsspeichigen Rad 
nur bei Überschneidungen angewendet. Der bärtige Lenker steht halb hinter dem Wagen 




Abb. 129. 




und hält in den vorgestreckten Händen die Zügel (in den Tongrund geritzt), die er sich um den 
Leib gebunden hat. Er trägt kurzärmeligen, bis zu den Knien hochgenommenen Chiton. Links 
von den Pferden schreitet auf den Zehen ein stumpfnasiger, bärtiger Mann nach links, sein 
Kopf ist umgewendet. Er trägt kurzen Ärmelchiton und um die linke Schulter geworfenen 
Mantel, in der Rechten einen Henkelkorb, in der Linken zwei 
kurze Stäbe?, mit denen er den Pferden droht. Weiter nach links 
wieder ein Lenker (Untergesicht, Brust und rechter Arm 
zerstört) in weitem faltigen Chiton, hinter Wagen stehend und 
die Zügel haltend. Das Gespann und der Wagen ähnlich wie 
vorige, die Pferde aber antretend mit gesenkten Köpfen. Ihnen 
entgegen auf den Zehen mit eingeknickten Knien ein kurzhaariger 
Jüngling mit kurzem Chiton und über den Rücken hängen- 
dem Fell, mit der Rechten einen Stock schulternd, die Linke 
abwehrend erhoben. Hut und Tasche im Raum zwischen ihm und 
den Pferden. Viel feine Innenritzung. Die Augen bei den Menschen 
ohne Stern, bei den Pferden sorgfältig. Auf Schulter über zwei 
Firnisreifen geöffnete Knospen und Palmetten mit verbundenen 
Stielen abwärts gerichtet, in Silhouette; dazwischen Punkte. Hals 
außen und innen, Henkel ganz gefirnißt. 
871. Abb. 130. (531 Cand.) J. 1050. 

H- 0,385. U. 0,755. Ton gelb, Firnis schwarz, schlecht. Form 
ähnlich wie 870. Obere Partie des Fußes und untere des Kör- Abb. 130. 

pers gefirnißt. Beiderseits fast gleiche Bilder: Ein Jüng- 
ling mit langem Haar und Kranz auf Kopf, Mäntelchen um beide Schultern, hält mit der Linken 
eine Blüte vor und stützt die Rechte in die Hüfte. Dem Jüngling gegenüber ein Mädchen 
in langem Chiton und Mantel über Schultern und Armen. Sie hat langen Haarschopf und Kranz 

15* 




116 - 



auf Kopf, runden Ohrschmuck. Sie streckt die Rechte vor, einmal wie es scheint mit einem Granat- 
apfel. Im Raum Zweige und Grätenmuster als Füllornamente. Unter den Henkeln je eine große 
abwärts gerichtete Palmette an Volutenstiel, beiderseits langgestielte Knospen vom Boden auf- 
steigend. Im Zwickel zwischen Voluten und Palmette Auge (?) in Silhouette. Über zwei Firnis- 
bändern und von Henkelfirnispartien seitlich eingefaßt zwei fast gleiche Schulterbilder: 
Je zwei Sirenen gegeneinander, einen Flügel hoch, den andern heruntergeklappt, am langen 
Schwanzstiel noch ein kleines Flügelpaar. Einmal gestikuliert die linke, einmal die rechte Sirene 
mit zwei Armen. Als Füllung Efeublätter. Alles in kindlicher, roher Darstellung. Hals außen 
und innen, Henkel gefirnißt. Lippe tongrundig. 

872. Taf. 38. (545 Cand.) J. 998. 

H. 0,24. U. 0,455. Ton orangegelb, Firnis schwarz. Einfacher Scheibenfuß, darüber Wulst, 
plastischer Halsring, enger Hals, dreiteiliger Henkel, leichter Wulst unter der echinusförmigen 
Mündung. Fuß gefirnißt. Über dem tongrundigen Wulst Strahlen, über zwei Firnisreifen um- 
laufender Bildfries: Vier Jünglinge in reiner Silhouette mit kurzen Mäntelchen auf 
beiden Schultern, nach links schreitend, die Arme mit gestreckten Fingern nach vor- und rück- 
wärts haltend. Zwischen ihnen je ein aufwachsender Zweig. Auf Schulter über zwei Firnis- 
reifen ein Fries von abwärts gerichteten Granatäpfeln und Knospen mit verbundenen Stielen; 
unter den Henkeln unterbrochen, ebenso der gefirnißte Halsring. Auf Hals beiderseits Palmetten 
und geöffnete Knospen gegenständig. Hals innen, Henkel außen, Mündung außen und innen ge- 
firnißt. Lippe tongrundig. 

873. Taf. 35. (195 Cand.) J. 697. 

H. 0,235. U. 0,48. Ton orangegelb, Firnis schwarz. Etwas geflickt. Form ähnlich wie 872, Hals 
aber weiter. Kein Fuß- und Halswulst, Bandhenkel. Fuß oben gefirnißt, darüber Strahlen, dann 
zwischen zwei Firnisreifen Firnisscheiben mit weißen Mittelpunkten. Beiderseits fast gleich: 
Eine nach links stehende bekleidete Sirene mit zwei Flügeln und vier Mantelzipfeln, mit der 
Rechten ein Ei vorstreckend. Die eine hat noch eine Binde am Arm hängen. Sehr reiche Innen- 
ritzung. Weiß: die Augen, die Gewandsäume, Flügelbänder und die Eier. Unter den Henkeln 
je eine geöffnete langgestielte Knospe mit Querstreifen unter der Knospe, von dem einmal noch 
zwei Scheibenblumen an langen Stielen ausgehen. Aufgesetzte weiße Details. Gegen den Hals 
Punkte und Herzblätter (Spitze nach unten). Auf Hals abwärts gerichtete Knospen mit verbun- 
denen Stielen, Punkte und Blättchen dazwischen; Knospen und Blättchen mit weißem Kern. 
Mündung, Hals innen und Henkel außen gefirnißt, Lippe tongrundig. 

874. (194 Cand.) J. 1001. 

H. 0,235. U. 0,445. Ton orangegelb, Firnis schwarzbraun. Fuß ziemlich hoch mit Wulst dar- 
über, sonst wie 873. Fuß oben und Wulst gefirnißt, Strahlen, zwischen zwei Firnisreifen breites 
Firnisband. A. Sirene nach links mit erhobenen Flügeln und erhobener Rechten, in der 
gesenkten Linken eine Binde haltend. Weiß aufgesetzte Innenlinien. B. Stier nach links, 
vor ihm eine Binde Weiße Innenlinien. Unter jedem Henkel abwärts gerichtete große Palmette. 
Gegen Hals Stäbe. Auf Hals je eine aufrechte Palmette zwischen je zwei Blättern. Mündung, 
Hals innen, Henkel oben gefirnißt. Lippe tongrundig. 

875. Taf. 35. (197 Cand.) J. 1074. 

H. 0,255. U- °A95- Ton rötlichgelb, Firnis schwarzbraun. Fuß scheibenförmig mit kleinem 
plastischen Ring, eiförmiger Körper, Bandhenkel, echinusförmige, leicht profilierte Mündung. Fuß 
oben gefirnißt. Lanzettblätter mit weißem Kern, Punktreihe. Über Firnisreifen Fries von Wasser- 
vögeln (Auge, Halsring, Flügelbänder, Schwanzring weiß). Beiderseits nach rechts eilende 
Flügelfrau in langem Gewand, mit umgewandtem Kopf, flatterndem Haarschopf, erhobenem 
rechten Arm, in der gesenkten Linken eine Binde. Augen, Gewändsäume, Flügelbänder weiß 
aufgemalt. Viel Innenritzung. Unter Henkel große Palmetten- und Volutenkomposition, auf 
den Palmettenblättern Weiß. Gegen Hals (durch Henkel unterbrochen) Herzblättchen mit weißem 
Punkt zwischen zwei Punktreihen. Auf Hals beiderseits Firnisreil, Punktreihe, aufrechte Pal- 
mette (auf Kern und Blättern Weiß) und Volutenkomposition. Blättchen (mit Weiß) als Füllung. 
Mündung außen und innen, Henkel außen gefirnißt, Lippe tongrundig. 



Tafel 37 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



117 



876. Taf. 38. (543 Cancl.) J. 323. 

H. 0,255. U. 0,4g. Ton rosagelb, Firnis schwarzbraun. Form wie 875. Henkel dreiteilig. Fuß 
oben gefirnißt. Firnisreif, Hufeisenband mit Punkten dazwischen. Über zwei Firnisreifen: A. Nackter 
Jüngling nach rechts laufend mit umgewendetem Kopf (Nackenschopf), erhobener Rechten und 
gesenkter Linken. (Auge, Haarbinde, Beinmuskulatur weiß aufgemalt.) Zwischen seinen Beinen 
ringelt sich eine am Körper getupfte, am Kopf weiß gestreifte Schlange auf. B. Bekleidete 
Frau nach rechts schreitend mit umgewendetem Kopf (Auge, Haarbinde, Gewandsäume weiß 
aufgemalt). Unter den Henkeln zwei abwärts gerichtete Palmetten an Rankenstielen und eine 
vom Boden aufwachsend. Kreuze mit Punkten als Füllornamente. Auf Schulter Stäbe, die 
breiteren mit aufgesetztem Weiß, auf Hals Efeuranke (Weiß auf den Blättern). Henkel außen, 
Mündung außen und innen, sowie Halsinneres gefirnißt, Lippe tongrundig. 

877. Taf. 38. (548 Cand.) J. 1011. 

H. 0,21. U. 0,41. Ton rosa, stark verrieben; Firnis schwarz. Forin wie 876, Schulter etwas mehr 
ausladend, Mündung weniger steil, Henkel zweiteilig. Fuß oben gefirnißt mit tongrundigem Reif, 
Strahlen. Über zwei Firnisreifen beiderseits in Silhouette ein nach rechts eilender nackter Jüng- 
ling mit umgewendetem Kopf. Der eine hebt beide Arme, der andere nur den linken. Unter 
den Henkeln drei abwärts gerichtete Palmetten an Rankenstiel, unter den äußeren wächst ein 
gegabelter Zweig vom Boden auf. Kreuze als Füllung. Auf Schulter Punktreihe und Stäbe. 
Hals, Henkel, Mündung, Lippe und Halsinneres gefirnißt. 

878. Taf. 38. (547 Cand.) J. 996. 

H. 0,22. U. 0,44. Ton rosa, verrieben; Firnis schwarz. Form und Dekoration wie 877, Henkel 
dreiteilig. Beiderseits ein tanzender Satyr, einer nach links (mit weißer Haarbinde), einer 
nach rechts. Vor dem linken Fuß des letzteren ein Efeublatt, zwischen seinen Beinen ein Kreuz. 
Kein Zweig. 

879. (550 Cand.) J. 1018. 

H. 0,18. U. 0,355. Ton braungrau, verbrannt; Firnis grauschwarz. Form und Dekoration 
wie 877. Beiderseits ganz gleich in Silhouette nach rechts eilender Jüngling mit umgewen- 
detem Kopf, im Panzer, Schild am linken Arm, die Rechte erhoben. 

880. Taf. 38. (970 Cand.) J. 986. 

H. 0,2g. U. 0,61. Ton gelb, Firnis braun. Fuß angesetzt, Körper zusammengesetzt und zum 
Teil ergänzt. Henkel und Teile der Mündung modern. Hals weit, Mündung flach, echinus- 
förmig. Fuß oben gefirnißt, Strahlen, Firnisband zwischen zwei Firnisreifen. A. Nach rechts 
schreitender nackter Jüngling mit umgewendetem Kopf in Silhouette, die Rechte er- 
hoben. Auge und Haarbinde weiß aufgemalt. B. Tanzender bärtiger Satyr mit Stirn- und 
Nackenschopf. Rohe Arbeit. Unter den Henkeln an Rankenstiel drei Palmetten, die mittlere 
aufwärts, die äußeren abwärts. Auf Schulter Stäbe, auf Hals über Firnisband abwechselnd an 
Voluten: Einmal zwei Palmetten und eine Knospe, das andere Mal eine Palmette zwischen zwei 
Knospen. Mündung außen und innen gefirnißt, ebenso Halsinneres, Lippe tongrundig. 

881. Taf. 38. (2217 G.) 

H. 0,23. U. 0,44. Ton gelb, Firnis schwarzbraun. Zusammengesetzt und teilweise ergänzt. 
Form wie 880, nur schlanker, Henkel dreiteilig. Fuß oben in der Einbiegung gefirnißt, schwacher 
Wulst, Strahlen, Firnisband, Firnisreif. A. Tanzender nackter Satyr mit umgewendetem Kopf 
(linke Hand fehlt). Haarbinde, Auge, Halsband, Gürtel weiß aufgemalt. B. Nach rechts schrei- 
tende bekleidete Frau mit umgewendetem Kopf und erhobener Rechten (Hinterkopf, linker Arm 
und Teil des Oberkörpers fehlt, linke Hand erhalten). Auge und Gewandsäume weiß. Sehr roh. 
Unter Henkeln drei abwärts gerichtete Palmetten an Rankenstiel. Auf Schulter Stäbe und 
Firnisreif, auf Hals isoliert je eine Palmette zwischen zwei Blütenknospen. Henkel außen, Mün- 
dung außen und innen, Halsinneres gefirnißt. Lippe tongrundig. 

882. Taf. 37. (536 Cand.) J. 1070. 

Abb. 131. H. 0,435. U. 0,84. Ton rotgelb, Firnis schwarz. Zusammengesetzt, kleine Partien ergänzt. Körper 
gestreckt, Henkel dreiteilig, Mündung echinusförmig. Fuß oben und anschließender Wulst gefirnißt, 
Strahlen, über Firnisreif T i e r f r i e s: Von links nach rechts Wolf mit aufgerissenem Rachen 



118 - 



(Schnauze ergänzt), ihm entgegen geflügelter Greif mit aufgerissenem Schnabel und Stachel- 
mähne, Wolf wie voriger, ihm entgegen Stier, hinter ihm gegabelter Zweig mit Punktblättern. 
Die Tiere alle in Silhouette, Augen sowie Stirnhaare des Stieres und Zähne des einen Wolfes weiß 
aufgemalt. Über zwei Firnisreifen: A. Nach rechts schreitende Figur in langem faltigen Gewand 
mit umgewendetem Kopf und erhobenen Armen. Gesichtskontur, Haare und Auge geritzt, letz- 
teres weiß gefüllt. Geritztes Diadem mit aufgesetzten weißen Punkten. Im Gewand reiche 
Innenritzung, Säume weiß. B. (Fig. 131.) Nach links schreitende Figur mit umgewendetem 
Kopf, in gleichem Gewand wie A, nur der linke Arm erhoben (rechter Unterarm teilweise er- 
gänzt). Auge nur geritzt, außer dem Diadem noch weißes Haarband. Hinter ihr Zweig. Unter 
den Henkeln Komposition von fünf Pal- 



metten, in den Zwickeln Knospen. Auf 
Schulter Stäbe, auf Hals über Firnisreif 
beiderseits Band von gegenständigen Pal- 
metten und Knospen. Henkel außen, Mün- 
dung außen und innen, Halsinneres gefir- 
nißt; Lippe tongrundig, darauf vier Firnis- 
stäbe. 

883. Taf. 37. (953 Cand.) J. 991. 

Abb. 132. H. 0,41. U. 0,82. Ton weißgelb, kräftige 
rote Lasur, Firnis schwarzgrün. Verrieben 
und versintert. Fuß reich profiliert, Körper 
eiförmig, Henkel dreiteilig, Mündung echinus- 
förmig, leicht profiliert. Fuß und plastischer 




Standring gefirnißt, Strahlen, breites Firnis- Abb. 131. Abb. 132. 

band. Über zwei Firnisreifen: A. Nackter 

Reiter nach rechts in Silhouette, Haarbinde, Zäumung, Auge und Rippen des Pferdes rot 
aufgemalt. Unter dem Pferd Zweig. Hinter dem Reiter geschlossene Binde. B. Reiter nach 
links, Haarbinde, Auge, Gürtel und Lanze in der Linken rot, auf der Brust ein roter Fleck; 
Pferd wie voriges, aber Mähne angegeben. Vor dem Pferd Ring, hinter dem Reiter Binde. 
Unter den Henkeln reiche Palmettenlotoskomposition , Binden (?) als Füllung (Abb. 132). 
Auf Schulter Stäbe zwischen Stäbchen, auf dem von der Schulter leicht plastisch abgesetzten 
Hals beiderseits über Firnisreif eine Palmette zwischen zwei Blüten. Henkel außen, Mün- 
dung außen und innen, Halsinneres bis auf tongrundigen Reif gefirnißt. Lippe tongrundig. 

884. Taf. 38. (910 Cand.) J. 1003. 

H. 0,24. U. 0,44. Ton rotgelb, Firnis schwarz und rot. Zusammengesetzt, etwas ergänzt. 
Henkel dreiteilig, Mündung echinusförmig. Fuß oben gefirnißt, ebenso der anschließende Wulst, 
Strahlen. Über zwei Firnisbändern beiderseits zwischen zwei Blattzweigen in Silhouette eine 
Figur in langem Gewand und Hut, einmal nach links, einmal nach rechts. Die eine hebt den 
rechten Arm hoch. Unter den Henkeln Komposition von vier Palmetten und einer Knospe, auf 
Schulter Stäbe, auf Hals beiderseits eine aufrechte Palmette zwischen zwei halben abwärts 
gerichteten. Henkel außen, Mündung außen und innen gefirnißt, Lippe tongrundig. 

885. Taf. 38. (544 Cand.) J. 613. 

H. 0,245. U. 0,45. Ton gelb, Firnis braun. Fuß angesetzt. Form etwas bauchiger als 884. Fuß 
oben gefirnißt, Strahlen, Firnisband. Über Firnisreif: A. Frau mit umgewendetem Kopf 
(Nackenschopf) und erhobenem einem Arm nach rechts laufend. B. Nackter Jüngling mit 
erhobenen Armen und umgewendetem Kopf (Nackenschopf) nach rechts laufend. Beide in Sil- 
houette. Unter Henkeln Komposition von fünf Palmetten, auf Schulter Stäbe zwischen Stäbchen, 
auf Hals beiderseits Band von abwechselnd gegenständigen Palmetten und gegenständigen 
Knospen. Henkel außen, Mündung außen und innen, Hals innen gefirnißt. Lippe tongrundig, 

886. Tal. 38. (546 Cand.) J. 1009. 

//. 0,25. U. 0,455. Ton rötlich, Firnis braun. Form und Dekoration wie 885. A. Nackter 
Kriege r mit Schild am linken Arm und erhobener Rechten auf einen rücklings Gefallenen 



Tafel 38 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



- 119 - 



mit Schild und Schwert? bewaffneten Krieger eindringend. B. Zwei nackte Jünglinge 
mit erhobenen Armen gegeneinander. Hinter dem linken im Raum eine Lanze. Sehr roh. Die 
Palmettenkomposition um zwei Knospen (seitlich) erweitert; Füllkreuze. 

887. Taf. 38. (541 Cand.) J. 992. 

H. 0,31. U. 0,60. Ton gelb, Firnis schwarzbraun, stark verscheuert. Form wie 885. Fuß oben 
gefirnißt, Strahlen, Firnisband zwischen zwei Firnisreifen. Beiderseits ein Jüngling von vorn 
gesehen mit seitwärts gewendetem Kopf, in langem Mantel, der die rechte Brust frei läßt, mit der 
Rechten auf einen oben umgebogenen Stock gestützt. Auge, Haarbinde, Gewandsäume, bei 
dem einen Tupfenband auf Gewand weiß aufgemalt. Neben dem einen ein aufwachsender 
doppelter Blätterzweig, neben dem andern ein stehendes Kerykeion. Roh. Unter den Henkeln 
Komposition von zwei Palmetten und Volutenranken, als Füllornamente Spitzblätter, Punkt- 
rosetten und Blüten. Auf Schulter Stäbe, auf Hals beiderseits eine Palmette zwischen zwei 
Blütenknospen. Oben am Hals plastischer Ring. Henkel außen, Mündung außen und innen ge- 
firnißt, Lippe tongrundig. 

888. Taf. 38. (542 Cand.) J. 322. 

H. o,2j. U. 0,525. Ton rötlichgelb, Firnis schwarz. Körper eiförmig. Fuß oben gefirnißt, Strahlen 
Firnisreif; Herzblättchenreihe mit immer zwei Punkten dazwischen. Über Firnisband beider- 
seits in Silhouette Jüngling, mit Mäntelchen auf den erhobenen Armen, eine Frau ver- 
folgend, die den Kopf zurückwendet und beide Arme erhebt (bei der einen fehlt der rechte Arm); 
Chiton, Mäntelchen über den Armen. Bei allen Figuren sind die Haarbinden (bei einer Frau 
Haarnetz), Augen und Gewandsäume weiß aufgemalt, bei den Jünglingen auch die Bein- 
muskel. Sehr roh. Unter den Henkeln eine abwärts gerichtete Palmette. Auf der Schulter 
Herzblättchen und Stäbe. Auf Hals Knospe mit weißen Rändern zwischen zwei Palmetten, 
sonst wie 887. 

889. Taf. 38. (2215 G.) 

H. 0,21. U. 0,415. Ton gelb, Firnis schwarz. Zusammengesetzt und teilweise ergänzt. Form 
wie 880. Fuß oben gefirnißt, Strahlen, Firnisreif, Firnisband. Über Firnisreif: A. In Silhouette 
zwei tanzende nackte Jünglinge mit erhobenen Armen, sich den Rücken kehrend (vom linken 
fehlt viel). B. Zwei Krieger in Beinschienen mit Lanze und Schild aufeinander losgehend. 
Vom linken fehlt ein Stück des Kopfes und des Schildes. Der eine trägt weiß aufgemalten 
Gürtel, der andere Panzer, dessen unterer Rand weiß. Weiß sind ferner Augen, Haarbinde, 
Rand des einen und Tupfenreihe des andern Schildes, sowie die Beinschienenränder. Roh. 
Henkelpalmette nach abwärts. Auf Schulter Stäbe, auf Hals Palmette zwischen zwei 
Senkrechten. Sonst wie 887. 

890. Taf. 38. (551 Cand.) J. 994. 

H. 0,145. U. 0,36. Ton rotgelb, Firnis schwarz. Rote Lasur. Form wie 880. Mündung leicht 
plastisch abgesetzt vom Hals und profiliert. Fuß oben gefirnißt. Strahlen, Punktreihe zwischen 
zwei Firnisreifen. A. Krieger nach links mit Helm und Schild in Ausfallstellung. B. Lau- 
fender nackter, bärtiger Mann, umblickend, mit erhobenen Armen. Ritzkonturen. Unter 
den Henkeln zwei abwärts gerichtete Palmetten, auf Hals je drei gegenständige Palmetten an 
Rankenstiel. Henkel außen, Mündung außen und innen, sowie Halsinneres gefirnißt. Lippe 
rotlasiert. 

891. Taf. 38. (549 Cand.) J. 1005. 

H. 0,185. U. 0,37. Ton gelb, Firnis grün, orangefarbige Lasur. Form wie 880. Fuß oben gefirnißt. 
Über Firnisband beiderseits Jüngling mit umgewendetem Kopf und erhobener Linken nach 
rechts eilend, der eine nackt, der andere mit Mäntelchen über den Armen. Ritzkonturen. Unter 
den Henkeln zwei abwärts gerichtete Palmetten an Rankenstiel, unter diesen ein Herzblatt 
(einmal an Stiel). Auf Schulter Stäbe. Hals, Henkel außen, Mündung außen und innen, 
Halsinneres gefirnißt. Lippe lasiert, außen Firnisrand. 



- 120 - 



892. Abb. 133. 



H. 0,40. U. 0,80. Ton gelb, Firnis schwarzbraun, stark ver- 
rieben und versintert, Mündung größtenteils ergänzt. Körper 
gestreckt, Dekoration an attische Vorbilder erinnernd. Fuß 
oben gefirnißt, Strahlen, Mäander (mit isolierten Gliedern) 
zwischen je drei Firnisreifen. Zwei von je zwei Vertikalen 
eingerahmte Bilder, getrennt durch die von Efeublättchen flan- 
kierten Firnispartien unter den Henkeln. Beiderseits fast gleich 
Frau im Chiton mit halblangen Ärmeln, den Kopf zurück- 
wendend, die Arme erhebend (der linke Unterarm der einen 
gesenkt) zwischen zwei bärtigen Satyrn mit großen Pferde- 
schwänzen. Alle drei Figuren in Tanzbewegung. Weiß die 
Chitonsäume, die geritzten Haarbinden, der Schwanz des einen 
Satyrs ganz, an denen der andern einzelne Haare. Vorzeich- 
nung und reiche Innenritzung. Auf Schulter Herzblättchen 
mit Spitze nach oben, Wellenlinie, Stäbe. Auf Hals Reihe ge- 
genständiger Palmetten und Lotosrudimente. Henkel außen, 
Mündung außen und innen, Halsinneres gefirnißt, Lippe ton- 
grundig. 




Abb. 133. 



Hydrien. 

893. (St. 88.) 3 

H. 0,10. Fragment einer „Caeretaner H y d r i a". Ton glimmerig, rötlichgelb; Firnis 
braun und schwarzbraun. Teil einer Ringergruppe: Zwei bärtige nackte Männer sich an 
den Armen haltend. Haar und Bart rot. Rechts Reste vom Henkelorna- 
ment, rot und weiß gefüllte Firnisstäbe. — Furtwängler-Reichhold, Griech. 
Vasenmalerei I, S. 260, abgeb. S. 261. 

894. Abb. 134 (381 Cand.) J. 1038. 

bis 138. H. 0,475. U. 0,05. Ton dunkelgelb, Firnis schwarz und rot glänzend. Quer 
durchs Hauptbild zieht eine bei der Herstellung entstandene breite Rille. 
Etwas geflickt. Fuß oben eingezogen, leichter Wulst darüber. Weitbauchig, 
Schulter abgerundet, einfache Mündung, rundliche Henkel. Fuß oben ge- 
firnißt, zwei tongrundige Reifen, Firnispartie, unterbrochen von tongrun- 
digem Reif. Auf Vorderseite ausgespartes Bild: Drei in Kniebeuge tanzende Abb. 134. 

nackte Jünglinge (Abb. 135). Einer nach rechts mit erhobenen Armen, 
der mittlere nach links mit gesenkten Armen, der rechte nach links mit erhobenen Armen und 
umgewendetem Kopf, das linke Bein weit vorgestreckt. Alle haben schwarzes Haupthaar und 




121 - 



895. Taf. 39. 



roten fliegenden Nackenschopf. Reiche Vorzeichnung (Abb. 136). Auf Schulter ausgespart 
(Abb. 137): Zwei nach rechts laufende Silene und ein nach links tanzender Silen, alle 
drei mit Pferdehufen. Vorzeichnung. Auf Hals ausgespartes 
Bild (Abb. 138): Drei nach links laufende nackte Jüng- 
linge, die beiden ersten umblickend, alle mit Tutulus (der 
des letzten mit seitlicher Öffnung oben). Das Auge des 
letzteren hat allein eingeritzten Stern, seine Brust Warzen- 
angabe. Vorzeichnung. Mündung, Lippe, Hals innen und 
Henkel gefirnißt. 
(380 Cand.) J. 1039. 

H. 0,45 (ohne Henkel). U. i,oi. Ton dunkelgelb, Firnis matt- 
schwarz. Der Vertikalhenkel und seine obere Ansatzpartie 
im Rand weggebrochen. Fuß flach, aus zwei Scheiben be- 
stehend. Schulterfläche etwas nach innen gewölbt. Über- 
kragende Mündung, rundliche Henkel. Fuß oben und untere 
Körperpartie gefirnißt, darüber Firnisreif, dann ausgespartes 

Bild: Zwei hockende nach außen gewendete Sphingen. Reich gefiedert, Flügel über dem 
Rücken aufgebogen. Zitzen, eingezogener Schwanz, Palmette an Stiel vom Kopf ausgehend. 




Abb. 136. 




Abb. 137. 




Abb. 138 



In die Stirn gekämmtes und langes Nackenhaar. Bei der linken Augenstern eingeritzt, die 
rechte hebt die linke Vorderpfote ein wenig. Unter jeder Sphinx ein aufwachsendes Efeublatt. 

16 



- 122 



Vor dem Gesicht eine vom Rahmen ausgehende Palmette (einmal ohne Blätter). Vor den 
Beinen der linken noch eine hängende Knospe. Zwischen beiden Sphingen hängt der Hals und 
Kopf eines Pantherfells herab. Auf Schulter ausgespartes Bild: Zwei nach außen 
springende Sphingen mit Zitzen. Zwischen und unter ihnen aufwachsende Knospen. Auf 
Hals ausgespartes Bild: Zwei bärtige Kentauren (vorn ganz menschlich, aber Hufe 
und Tierohren) gegeneinander mit langem Nackenhaar. Beide heben die Hinterbeine, der 
rechte schwingt beide Arme wagerecht zurück, der linke nur den linken, während er die 
Rechte vorstreckt. Auf Mündungsteller Kranz von liegenden Efeublättern mit Tupfen dazwischen. 
Alles übrige gefirnißt. 

896. Taf. 39. (383 Cand.) J. 1040. 

H. 0,485. U. 0,65. Ton orangegelb, Firnis schwarzbraun, teilweise durchsichtig. Stark geflickt 
und ergänzt. Weiter flacher Echinusfuß, Schulter abgerundet, Hals nach oben etwas erweitert. 
Lippe stark überkragend. Der vertikale Henkel mit drei Rippen und Rotellen, die Seitenhenkel 
rundlich. Fuß oben und Körper gefirnißt. Ausgespartes Bild: In der Mitte von links nach 
rechts ein Jüngling mit flatterndem Nackenhaar, Sandalen, ziemlich langem, durch- 
sichtigem Chiton mit Wellensaum unten, in weiß gesäumten Zipfeln über die Arme fal- 
lendem Mantel, eine Hand vorstreckend (Oberkörper zerstört). Ihm gegenüber eine Frau in 
durchsichtigem Ärmelchiton mit breitem weißen Saum unten, Zipfelmäntelchen um den Leib 
gegürtet. Langes Nackenhaar. Sie streckt beide Arme vor, Rebzweig in der Linken. Links 
außen nach rechts eine Frau, im Ärmelchiton mit breitem weißen Saum unten, über die 
Arme weiß gesäumtes Mäntelchen gelegt. Sie streckt die Linke vor mit einem Rebzweig und 
hält die Rechte vor der Brust. Rechts außen nach links eine dritte Frau. Sie streckt die 
Rechte vor, die rückwärts gesenkte Linke hält einen Rebzweig. Gekleidet wie vorige. Das 
Weiß der Beine ist bei der ersten und zweiten Frau vergessen. In Henkelhöhe zwischen zwei 
Firnisbändern Fries von liegenden Efeublättern mit weißem Tupfen im Blattzwickel; Firnis- 
tupfen mit weißem Zentrum zwischen den Blättern. Auf Schulter über Firnisband ausge- 
spart: Fünf durch Volutenstiele verbundene Palmetten, die mittlere abwärts ebenso die äußeren 
(diese nur halb); weiße Tupfen auf Enden der Blatt- 
spitzen und den Standbogen. Auf Hals ausgespart: 
Zwei Sirenen nach außen, erhobene Flügel mit weißen 
Bändern, Gesicht weiß. Viel Gefiederritzung. Die rechte 
über dem Boden. Auf Lippe Efeublattfries, ebenso auf 
Mündungsscheibe, hier mit weißen Tupfen im Blattzwickel 
und Firnistupfen zwischen den Blättern. Alles übrige 
gefirnißt. 

897. Abb. 139, (G.) 

140. H. 0,47. U. 0,97. Ton dunkelgelb, Firnis schwarzbraun. 
Die rückwärtige Hälfte ergänzt. Fuß nicht zugehörig. 
Nur ein Seitenhenkel erhalten. Schulter gewölbt, Hals 
ziemlich schlank, Mündung nur wenig umgekrempt. Ver- 
tikalhenkel etwas kantig. Rotellen. Körper gefirnißt. Aus- 
gespartes Bild über Firnislinie: In der Mitte sprengt 
nach links ein Kentaur, in der Rechten eine Keule 
schwingend, mit der Linken faßt er an der Handwurzel 
einen Krieger, der mit aller Kraft nach vorwärts 
strebt , aber zu Fall zu kommen scheint. Er trägt 
Laschenpanzer, herabgezogenen Helm mit weißem Bügel, 
langem Busch und Feder, Rundschild mit weißen Tupfen. Links unten Schwertscliculc. 
Rechts vom Kentauren in Ausfallstellung ein zweiter Krieger, er wendet den behelmten 
Kopf, hält den Schild vor und scheint mit der Rechten einen Stein zu schleudern. Helm ohne 
Feder. Die Augen sind bei allen rundlich und weiß. In Henkelhöhe großer ausgesparter Mäander 
(ineinandergreifende Haken). Auf S c h u 1 1 e r ausgespart (Abb. 140): Bock mit umgewen- 




Tafel 39 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



- 123 - 



detem Kopf und gestreckten Vorderbeinen wird von zwei Panthern angesprungen. Der 
rechte faßt ihn mit beiden Vorderpranken und einer Hintertatze am Hinterteil, der linke mit 
einer Pranke am Schädel, mit der andern 
an den Vorderbeinen und beißt ihn in die 
Gurgel. Brust, Hals und Kopf des zweiten 
Panthers sind von vorn gesehen, aber 
sehr verzeichnet. (Nachträglich hat sich 
fast noch der ganze Hinterkörper des 
zweiten Panthers gefunden.) Alle Augen 
geritzt mit weißem Stern. Auf Mündungs- 
teller Fries aufrechter Efeublätter. Alles 
übrige gefirnißt. 

898. Taf. 39. (1764.) J. 269. 

H. 0,405. U.o,gi. Ton dunkelgelb, Firnis 
braunschwarz, dünn. Geflickt. Flacher 
Fuß. Körperform wie 897 nur etwas ge- 
streckter; echinusförmige, plumpe Mündung. Der zweiteilige Vertikalhenkel reicht nicht 
über die Mündung empor. Fußoberseite und Körper gefirnißt. Ausgespartes Bild über zwei 
Firnisreifen. Eine nach links eilende, umblickende Frau (Chiton mit geritzten Kreuz- 
bändern, Mäntelchen um Hüften in Wulst geschlungen und in Zipfeln hinausflatternd) wird 
von zwei ithyphallischen S i 1 e n e n verfolgt. Der erste faßt sie am Ellbogen der er- 
hobenen Linken. Beide laufen mit stark gebeugten Knien und gebeugtem linken Arme. Alle 
drei haben fliegendes Nackenhaar und eingeritzte Augen. In Henkelhöhe Fries von hängenden 
Knospen mit verschlungenen Bogenstielen. Auf Schulter darüber: Ein nach links fliehender 
unbärtiger Kentaur mit erhobenen Armen (unter ihm nach rechts ein Vogel) wird verfolgt 
von zwei Jünglingen mit aufgenommenem Haar. Der erste schwingt eine Keule (Mittelpartie 
ergänzt), der zweite hat Panzer, Beinschienen, hält Rundschild vor und schwingt die Lanze. Unter 
und zwischen den Jünglingen Knospen. Rechts nach außen ein schwebender Vogel. Auf Hals- 
ansatz Stäbchenfries. Darüber: Zwei Sirenen mit aufgebogenen Flügeln nach außen ge- 
wandt, dazwischen Blatt. Alles übrige gefirnißt. 
898a. Taf. 39. (379 Cand.) J. 1058. 

H. 0,405. U. 0,84. Ton gelb, rotgelber Überzug, Firnis schwärzlich. Sehr knapper echinusförmiger 
Fuß, gestreckter Körper, Hals oben leicht profiliert. Mündung echinusförmig. Der zweiteilige 
Vertikalhenkel reicht nicht bis zur Mündung. Fuß oben und Körper gefirnißt, tongrundiger 
Reif in der unteren Körperhälfte. Ziemlich kleines ausgespartes Bild, das nur wenig über die 
Schulter herunterreicht. Über zwei Firnislinien: Zwei hockende Sphingen gegeneinander, 
jede eine Vorderpfote erhebend, die geknickten Flügel leicht erhoben, langes Nackenhaar, die 
rechte hat den Schwanz eingezogen, bei der linken ist keiner sichtbar. Die linke hat über der 
Oberlippe zwei Ritzlinien (wohl Schnurrbart); am Ohr scheibenförmiger Schmuck. Zwischen 
beiden ein Baum mit zwei Knospen seitlich und Spitzblatt oben. Viel Innenritzung und 
Vorzeichnung. Auf Halsansatz Stäbchenfries mit Punkten darunter. Darüber ein nach links 
springender Panther. Unter und vor ihm Blätter. Viel Innenritzung. Darüber Stabband. 
Auf Lippe breite Stäbe. Das übrige gefirnißt. 

899. Abb. 141. (378 Cand.) J. 982. 

H. 0,425. U. o,8y. Ton rötlichgelb, orangefarbener Überzug, Firnis schwarz. Knapper Fuß, 
gestreckter Körper, fast horizontale Schulter, die wulstige Mündung stark unterschnitten, der 
Vertikalhenkel ergänzt. Fuß oben gefirnißt, ebenso der anstoßende plastische Ring. Strahlen, 
Firnispartie. Tief herabgreifendes ausgespartes Bild, über Efeuranke und Firnisreif: Ithy- 
phallischer J ü n g 1 i n g in Panzer mit Beinschienen und vor der Brust hängendem Schwert, um- 
blickend und mit erhobener Linken und gebeugter Linken nach rechts eilend. Er hat Haar- 
binde, Stirn- und Nackenschopf. Links und rechts von ihm zwei Frauen in Chiton 

16* 




- 124 



und Überwurf umblickend mit erhobenen Armen, die eine nach rechts, die andere nach 
links laufend. Auch sie haben Haarbinde und Nackenschopf (bei der linken Gesicht und Ober- 
körper sehr verscheuert). Weiß aufgemalt sind die Verzierungen der Haarbinden, die Gewand- 
säume, das Schwertband, der Schwertknopf, der untere Panzerabschluß und die Ränder der Bein- 
schienen. Alle Augen sind eingeritzt und tongrundig mit Firnismittelpunkt. Vorzeichnung und 
reiche Innenritzung. Auf Schulter über Firnisreif ausgespartes Bild: In der Mitte eine große 
Amphora mit hohen, durch schwarze und weiße Punkte verzierten Schlingenhenkeln, über 
ihr eine Schale, links neben ihr eine dreifüßige Cista (durch 
zwei gekreuzte Linien verziert). Rechts neben der Amphora 
auf welligem Terrain ein nackter Knabe mit umgewen- 
detem Kopf (Haarschopf, weiß verzierte Haarbinde), in der 
Linken eine Schöpfkelle, in der Rechten einen undeutlichen 
Gegenstand (Kanne?), nach rechts eilend zu einem auf 
Kline gelagerten bärtigen Symposiasten hin (Mantel, weiß 
verzierte Haarbinde), der mit der erhobenen Rechten eine 
Schale am Henkel hält (linker Arm zerstört). Ihm ent- 
sprechend ganz links auf Kline ein zweiter unbärtiger Sym- 
posiast (weiß gesäumter Mantel, weiß verzierte Haar- 
binde, Nackenschopf), der einen Finger der Rechten in den 
Mund steckt und speit. Über ihm hängt ein Kranz mit 
weißen Tupfen. Auf sonst gefirnißtem Hals unten Efeu- 
blätterband, Mündung und die eine Rotellenseite sowie die 
Seitenhenkel innen tongrundig, alles übrige gefirnißt. 

900. Taf. 40. (1662.) J. 984. 

H. 0,465 (ohne Henkel). U. 0,03. Ton rötlich, rotgelber 
Überzug; Firnis braun, teilweise rot. Zusammengesetzt, ein 
Seitenhenkel und Stück des Vertikalhenkels ergänzt. Mün- 
dung stark unterschnitten. Rotellen. Dekoration an attische Vorbilder erinnernd. Fuß oben 
gefirnißt. Das ausgesparte Feld reicht bis zum Fuß herunter. Strahlen, Mäander (mit isolierten 
Teilen) zwischen je zwei Firnisreifen, darüber Bild, seitwärts eingeschlossen von Vertikalen und 
Efeublätterstreifen. Herakles unbärtig und nackt bis auf einen weißgesäumten Gürtel und 
das über die Schulter hängende Löwenfell, mit weißer Haarbinde, eilt umblickend nach links, mit 
der Rechten über dem Kopf das Schwert schwingend, im linken Arm einen großen Dreifuß 
(Kessel mit weißem Randabsatz in Untersatz, dessen drei Beine durch gekreuzte Stäbe ver- 
bunden sind und in Löwehfüße mit weißen Krallen auslaufen) haltend. Rechts eilt A p 0 1 1 0 n 
in Chiton und Mantelüberwurf, den Bogen in der Linken, herbei und faßt das eine Dreifußbein. 
(Haarbinde und Mantelsäume weiß). Links von Herakles steht eine dritte Figur in Mantel und 
flachem Hut, den rechten Arm mit zwei ausgestreckten Fingern wie warnend erhebend, in der 
Linken den Bogen. (Weiß die Gewandsäume und ein quer über den Rücken laufendes Band.) 
Viel Innenritzung. Auf Schulter über zwei Firnisreifen: Bis auf ein Mäntelchen nackter 
Jüngling zwischen zwei Frauen, alle drei Figuren in Tanzbewegung (zwei nach links, eine 
nach rechts) mit umgewendetem Kopf. Gewandsäume weiß. Plastischer Halsring. Auf Hals 
ausgespart dreimal Palmette und Knospe gegenständig. Darüber auf Mündung ausgespart 
.„laufender Hund" mit Tupfen. 

901. Taf. 40. (1663.) J. 1014. 

H. 0,405. V. 0,845. Ton gelb, roter Überzug; Firnis durchsichtig braun. Vertikalhenkel dreiteilig. 
Fuß bis auf tongrundigen Reif gefirnißt. Ausgespartes Bild bis zum Fuß herunter überstrahlen 
und Efeublättern, links von einer Vertikalen und einem Hakenband, oben von einer Horizon- 
taleri und einem Mäander eingefaßt: Frau in weißgesäumtem Gewand mit weißer Haarbinde 
und Nackenschopf zwischen zwei nackten J ü n g 1 i n g e n mit weiß gemaltem Hüftenschmuck. 
Der linke trägt weiße Haarbinde, Nackenschopf und in der Rechten eine Binde, der rechte in 




Tafel 40 




Münchener Vasenvimmlung. 



J. B. Obernetter, München. 



— 125 



der erhobenen Rechten einen kurzen Stab (Schwert?). Vorzeichnung und Innenritzung. Auf 
Schulter über Firnisreif ausgespart zwei schreitende Sphingen gegeneinander, die rechte 
mit Zitzen (Flügelstreifen und Haarbinden weiß). Auf Hals ausgespart zwei ganze und zwei 
halbe gegenständige Palmettenpaare. Auf Mündung außen Efeuranke, auf Lippe „laufender 
Hund" mit Tupfen. Alles andere gefirnißt. Rotellenansätze. 

902. Taf. 40. (525 Cand.) J. 1019. 

H. 0,42. U. 0,805. Ton rötlichgelb, orangefarbener Überzug; Firnis schwarzbraun. Vertikal- 
henkel zweiteilig. Profilierter Fuß bis auf tongrundigen Reif gefirnißt, ebenso der anstoßende 
plastische Ring. Das ausgesparte Feld reicht vom Halsansatz bis zum Fuß und umfaßt beide 
Henkel. Strahlen. Über Firnisreif ausgespartes Bild von Punktreihe und Herzblättern an 
Stielen flankiert. In Silhouette J ü n g 1 i n g in Mantel mit Hakenstock zwischen zwei Frauen 
in Mantel, der über den Hinterkopf gezogen ist. Weiß: Gewandsäume, Haarbinden, Augen, (Kreis 
mit Zentrum) Ohren, Knopf des Stockes. Als Füllornament zwei Kreuze mit Punkten. Auf 
Schulter: Palmetten und verwilderte Knospen. Unter den Henkeln je eine Palmette nach 
abwärts, an Volutenstielen. Auf Mündung außen Hufeisenband mit Strich- und Punktfüllung. 
Alles übrige gefirnißt, Rotellenansätze. 

903. Taf. 40. 

H. 0,35. U. 0,675. Ton weißgelb, gelbroter Überzug; Firnis metallisch schwarz. Vertikalhenkel 
zweiteilig. Fuß oben gefirnißt; tongrundige Partie, Firnisreif. Ausgespartes Bild: Zweijüng- 
1 i n g e sich gegenüberstehend, in Silhouette, der eine mit Stab. Neben dem linken ein Baum. 
Rot aufgemalt Auge (als Punkt) Haarbinden und Gewandsäume. Roh. Auf Schulter über Firnis- 
reif Wellenlinie mit Spitzblättern. Alles übrige gefirnißt. Rotellen. 

904. (G.) 

H. (des erhaltenen) 0,28. U. 0,715. Ton weißgelb, brauner verbrannter Überzug; Firnis braun. 
Teile der Schulter, Vertikalhenkel, Hals und Mündung fehlen. Der profilierte Fuß oben gefirnißt. 
Ausgespartes Bild, oben von Hufeisenband (aus Wellenband mit Spitzblattfüllung entstanden) 
begrenzt. Zwei Krieger (Silhouette) im Panzer mit Lanze 
und Schild sich ruhig gegenüberstehend. Im Grund drei 
Binden aufgehängt. Rosa aufgemalt: Augen, Helmverzierung, 
Beinschienen-, Schild- und Panzerränder. Bänder auf den 
Binden. Roh. Auf Schulter ausgespart Palmetten abwechselnd 
auf- und abwärts, durch Volutenstiele verbunden. 

905. Abb. 142. (G.) 

H. 0,36. Zusammengesetzt, Rückseite des Körpers, Ver- 
tikalhenkel und Teile der Mündung fehlen. Ton rötlichgelb, 
Firnis schwarz. Sehr bauchige Form, Schulter weit aus- 
ladend. Hals nicht abgesetzt. Fuß oben und anstoßender 
plastischer Ring gefirnißt. Strahlen. Der übrige Körper 
gefirnißt. Über Firnisreif ausgespartes Bild, seitwärts von 
Punktreihen zwischen Vertikalen, oben von Stäben begrenzt. 
In Silhouette zwei nach rechts eilende behelmte Krieger, 
der erste in kurzem Chiton mit umgewendetem Kopf, Köcher 
an der Seite, in der erhobenen Linken den Bogen, in der 
gesenkten Rechten die Lanze, der zweite mit Mäntelchen, Hüftenschmuck , Beinschienen, 
Schild und Lanze (letztere zerstört). Weiß aufgemalt: Augen, Gürtel, Gewandsäume, Schild- 
verzierung, Lanze, Streifen am Helm (auf Tongrund) und am Köcher. Sehr roh. Mündung 
außen sowie Lippe tongrundig, alles andere gefirnißt. 




126 - 



Stamnoi. 



906. Abb. 143. (562.) 

H. 0,34 



Ohne Figuren. 



907. 



U. 0,905. Ton im Bruch grau oder rötlich, Überzug 
dunkelgelb; Firnis metallisch. Fuß oben gefirnißt, über niedriger 
tongrundiger Partie Firnisband, dann tongrundiges Band, der 
Rest gefirnißt bis zum Henkelstreif. Unter den Henkeln zwei 
aufgemalte gelbe Reifen umlaufend. Auf dem tongrundigen 
Henkelstreifen Spitzblättchen nach unten in Firnis. Schulter 
und Hals gefirnißt, auf ersterer ein, auf letzterem zwei gelbe 
Reifen. Mündung gefirnißt, auf Lippe gelbe Spitzblättchen. 
Hals innen und Henkel außen gefirnißt. 
(G.) 

H. 0,35. U. 0,883. Etwas geflickt. Wie 906, aber auf Schulter zwei 
gelbe Reifen, Lippe tongrundig mit Firnisspitzblättchen. 




Abb. 143. 



Mit Figuren. 

908. Taf. 34. (384 Cand.) J. 725. 

Abb. 144. H. 0,25. U. 0,755. Ton graugelb, Überzug rot. Firnis metallisch. Fuß oben gefirnißt, darüber 
niedrige tongrundige Partie von Firnisband unterbrochen, dann bis Henkelhöhe gefirnißt. Um- 
laufendes Schulterbild (Abb. 144.): Auf jeder Seite zwei laufende nackte Jünglinge, 
die Arme schwingend, mit langem flatterndem Nackenhaar und aufstrebendem Stirnhaar. 
Zwischen beiden eine aufwachsende Pflanze. Links von jedem Paar ein Schwan, bei einem 
auch rechts. Über jedem Henkel eine fliegende menschliche Figur ohne Ge- 




Abb. 144. 



schlechtsangabe, mit Flügeln, die an den Seiten^ ansetzen, mit Flügelschuhen, flatterndem 
Nackenhaar und hochstrebendem Stirnhaar. Bei jeder ist nur ein Arm sichtbar. Alle Figuren 
haben reichliche, kräftige Innenritzung und viel Vorzeichnung. Auf Hals zwei tongrundige Bänder, 
Mündung, Hals innen und Henkel außen gefirnißt. Stilistisch und technisch zusammengehörig 
mit den Kannen 925 und 926. 
909. Abb. 145. (G.) 

Ton rotgelb, Firnis schwarz. Fuß und größter Teil des schwarz gefirnißten, nur unter den Henkeln 
mit zwei tongrundigen Keifen verzierten Körpers fehlen. Auf Schult e r beiderseits zwei aus- 



- 127 



gesparte gleiche Bilder, davon das eine unvollständig erhalten. Bildbreite 0,245. Je zwei Sirenen 
gegeneinander mit erhobenen Flügeln. Zwischen und hinter ihnen Efeublätter an Stielen. Reiche 
Kontur- und Innenritzung. Henkel, Hals und Mündung gefirnißt. 
910. Abb. 146. (G.) 

U. o,8i. Ton rotgelb, Firnis schwarz. Fuß, gefirnißte untere Körperhälfte sowie ein halber Henkel 
fehlen. Auf Schulter über zwei Firnisbändern beiderseits zwei gleiche Bilder, davon das eine 




Abh. 145. 



unvollständig erhalten. Je zwei Widder gegeneinander, zwischen ihnen ein Vogel mit aus- 
gebreiteten Flügeln. Reiche Ritzung von Fell und Gefieder. Darüber Mäander (ineinander- 
greifende Haken) und Punktreihe. Über den Henkeln Volutenpalmette, Stiel der Volute 
unten in ein abwärts gerichtetes Efeublatt auslaufend. Hals bis auf zwei tongrundige Reifen 
gefirnißt. Auf Lippe Stäbe. 




Abb. 146. 

911. Taf. 37. (529 Cand.) J. 1075. 

Abb. 147. H. 0,45. U. 0,965. Ton rot, Firnis braun, auf der einen Seite rot gebrannt. Zusammengesetzt. 

Der wulstige Fuß gefirnißt, ebenso die untere Körperpartie, nur unterbrochen von zwei tongrun- 
digen Reifen unter den Bildern. Zwei ausgesparte Bilder: A. Fünf Frauen in Chiton (Ritz- 
falten) und Haube, die Hände in die Seiten stemmend. Je zwei sehen sich an, die letzte links 
sieht nach außen. Darüber auf Schulter ausgespart über Firnisband drei Figuren. Links 
Frau, nach rechtseilend und umschauend, sonst wie vorige; ein Jüngling (?) nach rechts 
eilend, das Gewand mit ausgebreiteten Armen haltend, rechts ein nackter Jüngling (?) nach 
links, in den vorgestreckten Händen ein Gewand haltend. B. (Abb. 147) Drei nach rechts lau- 
fende nackte Jünglinge (Haarbinden). Der erste mit umgewendetem Kopf, mit Hüften- 



128 - 



schmuck, in der Linken einen rundlichen Gegenstand (Schildkröte?), in der Rechten ein La- 
gobolon haltend, der zweite mit leeren Händen, der dritte wieder mit umgewendetem Kopf, 
in der Linken einen Krummstab, in der Rechten ein Lago- 
bolon. Reiche Innenritzung. Darüber auf Schulter 
ausgespart über Firnisband zwei Schweine sich ge- 
genüber, das eine mit Zitzen. Auf Hals ausgespartes 
Feld: Zwischen Punktreihen Ranke von Efeu- und Wein- 
blättern, gegenständig. Auf Lippe acht laufende Hasen 
hintereinander, innenritzung. Alles übrige gefirnißt. 
912. Taf. 40. (919 Cand.) J. 1002. 

H. 0,28. U. o,j3. Ton rotgelb, Firnis braun und rot. 
Fuß oben gefirnißt, Strahlen, Firnisreif. Über Firnisband: 

A. Schreitendes Pferd in Silhouette, Auge, Körper- 
details, Zaumzeug weiß aufgemalt. Darunter aufwach- 
sendes Efeublatt in Kontur, darüber fliegender Vogel. 

B. Stehendes Pferd in Silhouette, mit weißem Auge, 
Rippen und Zaumzeug. Darunter aufwachsendes Blatt (?), 
darüber Kreuz. Um die Henkel Komposition von Pal- 
metten, Knospen und Voluten. Auf Schulter gegen Hals- 
ansatz Stäbe. Lippe tongrundig, alles übrige gefirnißt. 

912a. Taf. 40. (392 Cand.) J. 727. Abb. u;. 

H. 0,27. U. 0,66. Ton gelb, orangegelber Überzug, Firnis 

metallisch. Fuß oben gefirnißt. Plastischer Ring, niedrige tongrundige Partie. Über zwei Fir- 
nisreifen zwei ausgesparte Bilder bis zum Halsansatz, seitlich von Punktreihen, oben von 
Stäben eingefaßt. A. Zwei Mantelfiguren in Silhouette (weiße Aufmalung), von denen 
die eine der andern einen abwärts gerichteten Zweig entgegenstreckt. B. Zwei Mantel- 
figuren in Silhouette, sich die Hand reichend. Hinter dereinen Kreuz mit vier Punkten. 
Sehr roh. Lippe profiliert. 




Kannen. 



Mit Kleeblattmündung. 

91 3. Abb. 148. (467.) 

H. 0,25. U. 0,43. Ten orangefarben, im Bruch grau. Firnis stumpfgrau. 
Außen gefirnißt bis auf Fußrand und Reifen nah über dem Fuß. Zwei 
weiße Reifen unter der Schulter. Mündung innen gefirnißt. 

914. (466). 

H. 0,255. U- °A4- Stückchen der Mündung fehlt. Ganz wie 913, aber 
nur ein weißer Reif. 

915. Taf. 32. J. 1063. (1998 Dodwell.) 

Abb. 149, 150. H. 0,27. U. 0,51. Ton graugelb, Firnis schwarz und rotbraun. Ergänzt: 
Teil der Mündung, Rotellen und Henkel ganz; das Gefäß ist mehrfach 
geflickt und überschmiert. Fuß oben gefirnißt, enge Strahlen. Bild: Vier 
nach rechts laufende Jünglinge, in jeder Hand an Rankenstiel ein 
großes Efeublatt tragend. Die ersten beiden von links sind mit dünnem, 
anliegendem, aber ärmellosem Chiton bekleidet, der nur bis über die 
Lenden reicht. Die nächsten beiden tragen nur einen Lendenschurz. 
Beide Kleidungsstücke zeigen wellige Fältelung in Ritzlinie und weiße 
Farbe. Der dritte von links hat drei geritzte Wellenlinien am Bauch, 
wohl Rippen. Die Außenkonturen der Figuren sind nicht geritzt. Die A 
ritztem Stern. Auf den Efeublättern Rot aufgesetzt. Am Hals nicht ganz 



Plastischer Halsring, 
schmale aufgesetzte 




Abb. 118. 



ugen geritzt mit ge- 
umlaufend ein eigen- 



- 129 



artiges Ornament (Gefäße? dazwischen Punkte). Ein großes Efeublatt in Firnis umgibt den 
unteren Henkelansatz. Siehe unten die Efeudämonen auf Schöpfkellen und Bechern. — Endt 
S. 62, V. 

916. Taf. 32. (1997 Dodwell.) J. 1053. 

H. 0,2g. LS. 0,535. Ton graugelb, Firnis rotbraun. Ergänzt: Fuß und Unterpartie des Körpers. 
Sonst mehrfach geflickt und überschmiert. Wie 915, am Hals aber wechselnd rote und schwarze 
Stäbe. Bild: Vier nach rechts laufende rotbärtige Männer mit rotem in den Nacken fallenden 





Abb 149. 



Abb. 150. 



Haar, in langem Chiton und kurzem Mantel um Schulter, in jeder Hand ein großes Efeublatt 
(mit aufgesetztem Rot) an langem Stiel, der in drei Teilen endet (wohl Wurzel). Der Chiton des 
hintersten hat geritzten Saum mit roten Tupfen, der Mantel ebenfalls. Der Chiton des zweiten ist 
weiß und hat Wellenritzung, der Mantel mit eingestochenen Tupfen. Beim dritten (Unterpartie 
zerstört) ist der gesäumte Mantel vorn herübergelegt, der Chiton hat geritzten Halssaum. Der 
vierte ist wie der zweite, aber die Säume ohne Tupfen. Firnisklexe neben der dritten Figur. — 
Endt S. 62, II. 

917. Taf. 32. (409 Cand.) J. 1059. 

Abb. 151. H. 0,315. U.0,50. Ton dunkelgelb mit dickem Überzug, Firnis rotbraun und grauschwarz. Wie916, 
aber zwei plastische Halsreifen gegen Mündung, einfachere Lippe und Rotellen, keine Reifen 
unterm Bild. Bild: Vier rotbärtige Männer schreiten 
nach links (der vorderste Abb. 151). Alle haben roten 
Chiton und halblangen Mantel darüber, in jeder Hand 
ein großes Efeublatt an Rankenstiel. Um unteren 
Henkelansatz beiderseits einfache Firnisranke. — Endt, 
S. 62, IV. 

918. Taf. 32. (410 Cand.) J. 1057. 

H. 0,32 U. 0,54. Ton dunkelgelb mit starkem Überzug, 
Firnis rotbraun. Mündung teilweise, Henkel ganz ergänzt, 
auch sonst viel geflickt und überschmiert. Wie 917, aber 
nur ein plastischer Halsreif gegen Mündung und keine 
Strahlen. Über tongrundigem und Firnisreif Bild: Vier 
nach links schreitende rotbärtige Männer in rotem 
Ärmelchiton mit weiß getupften Säumen und schwarzem 

Mantel mit gleichen Säumen (nur der zweite hat ungesäumten Mantel) tragen in jeder Hand 
ein großes Efeublatt an Rankenstiel. (Der rechte Arm des ersten ergänzt.) — Endt S. 62, III. 

17 




Abb. 151. 



— 130 - 



919. Abb. 152. (413 Cand.) J. 1291. 

H.0,24. U. 0,405. Ton dunkelgelb mit Überzug, etwas glimmerig; Firnis grünlichbraun. Ein 
Stückchen vom Fuß fehlt. Hohe Strahlen, Firnisreif, um Körpermitte Firnispartie. Über 
Firnisreif Schulterbild (Abb. 152): Zwischen drei stehenden Sphingen nach links zwei 
stehende Panther nach links. Die Sphingen 
haben aufgebogenen Flügel und aufgerollten 
Schwanz; Gesicht und Brust weiß, Auge durch 
Firnistupfen angedeutet. Die Panther mit Ge- 
sicht von vorn, Auge eingeritzt. Bei beiden 
weiße und rote Details sowie etwas Ritzung. 
Um Hals umlaufend aufrecht stehendes Lotos- 
knospenband. Auf den Rotellen je eine Ro- 
sette. — Endt, Ionische Vasenmalerei, S. 53, 
Abb. 26. Abb. 152. 

920. Taf. 33. (412 Cand.) J. 1047. 

Abb. 153. H. 0,27. U. 0,48. Ton stumpfgelb mit orangegelbem Überzug; Firnis metallisch glänzend. Zu- 
sammengesetzt und mehrfach verschmiert. Die Rotellen sitzen ungleich hoch. Niedrige weite 
Strahlen. Darüber Ornamentband : Abwechselnd nach oben und unten stachelige Palmetten an 
Voluten mit fruchtartiger Endigung; Zwickelfüllung bei den stehenden weiß, bei den hängenden 
rot (Abb. 153). Firnispartie. Über Firnisreif Schulterbild: Nach rechts schreitender 




Abb. 153. 



Jüngling in kurzem anliegenden Chiton (nur durch Ritzkontur hervorgehoben), mit 
mächtigen schwarzroten Flügelschuhen, fliegendem Haar, Brust von vorn, Kopf umgewendet, 
Augen länglich geritzt, ohne Stern, faßt mit jeder Hand einen aufgerichteten Löwe n an der 
Vorderpranke. Die Löwen haben Borstenmähne, rotes Ohr und Zunge, weißen Bauchstreif und Zahn- 
reihen. Das Auge ist in Dreieckform eingeritzt. Von beiden Seiten kommt mit weitem Schritt 
je eine Frau in langem Ärmelchiton, mit geflügelten Schaftstiefeln, aufgelöstem fliegenden 
Haar, mit der einen Hand den Gewandziplel hochhaltend, mit der anderen eine dreiblätterige 




/ 



131 



Pflanze mit Wurzel vorstreckend. Das Weiß der Arme ist nur mit ganz schmaler Firnislinie unter- 
legt, das Auge ist eingeritzt, mit rotem Stern. Das Gewand der Rechten hat unten mehrere parallele, 
geritzte Querfalten. (Zerstört ist bei der rechten ein Teil des Gesichtes und der Schulter.) Am 
Hals Ornamentstreif: Stachelige Palmetten und Lotosknospen mit verschlungenen Stielen. Rot 
und Weiß aufgesetzt. — Endt, S. 40, XIII. 

921. Taf. 32. (414 Cand.) J. 1068. 

Abb. 154 bis H. 0,31. U. 0,48. Ton stumpfgelb mit dunkelgelbem Überzug, Firnis braunschwarz. Echinus- 
156. fuß. Enge, niedrige Strahlen. Kleiner Tierfries: Sechs nach links laufende Hunde? 
(Abb. 154) in Silhouette. Firnispartie. Ausgespartes ^^^^^^mmmmmmmmmmmmmm. 

bis zu den Henkeln reichendes Bild (Abb. 155, 
156): Fünf nach links schreitende nackte Jüng- 
linge mit üppigem Haar, eine Pflanze am Stiel 
mit Wurzeln in jeder Hand tragend. Der zweite 
und dritte setzen das rechte Bein vor. Die Pflanzen Abb. 154. 

sind Palmetten, geschlossene und geöffnete Lotos- 
knospen. Die Augen eingeritzt, bei dreien mit eingestochenem Punkt. (Auf dem Oberkörper 
des letzten ein paar Farbspritzer vom Gelb des Tonüberzugs.) Auf Hals anschließend Orna- 






Abb. 155. 



Abb. 15b. 



mentband von stehenden Palmetten und hängenden Lotosknospen, durch Stiele verbunden, ganz 
in Silhouette. Neben der Kannenschnauze je ein ganz kleines Auge, weiß aufgesetzt, mit 
Firnisring und -Zentrum. — Endt, S. 62, I. 
921a.Abb.157, G. 

158.//. 0,30. U. 0,51. Ton dunkelgelb, Firnis schwarz und braun. Aus Fragmenten zusammengesetzt 
und stark ergänzt. Schulter in Hals übergehend. Sehr niedrige Strahlen, darüber Ornament- 





Abb. 157. 



Abb. 158. 



band: Palmetten aufwärts und halb geöffnete Knospen abwärts durch Stiele verbunden (Abb. 158). 
Die dünnen, spitzen Kelchblätter meist unter den Palmetten vereinigt. Beim Zusammen- 
schluß des Frieses hat zwischen zwei der Palmetten nur eine ganz kleine Knospe Platz. Weiße 

17* 



— 132 — 



und rote Details, keine Ritzung. Firnispartie. Auf Schulter Tierfries, durch den schwarzen 
Henkelstreif unterbrochen: Von rechts nach links: Reste eines Tieres (?), Löwe, Greif 
mit aufgebogenem Flügel (Mittelpartie fehlt), Tier (nur zwei Unterbeine vorhanden), Sphinx 
(nur die Hälfte vorhanden). Aufgesetztes Weiß und Rot, etwas Ritzung. Auf Hals umlaufendes Orna- 
mentband (Abb. 157): Palmetten und Knospen gegenständig, durch verschränkte Stiele verbunden; 
aufgesetzte weiße Details. Neben der Kannenschnauze je ein weißes Auge mit ausgespartem 
Zentrum. Auf den tongrundigen Rotellen Sterne mit gebogenen Strahlen und Ring als Zentrum. 
922. Taf. 33. (411 Cand.) J. 176. 

Abb. 159. H. 0,32. U. 0,55. Ton mattgelb mit dunkelgelbem Überzug, Firnis braunschwarz. Etwas geflickt 



und verschmiert. Echinusfuß. Niedrige Strahlen. Darüber Tierfries: In der Mitte Bock 
und Panther gegeneinander. Außen je ein Panther oder Löwe (Kopf des rechtem im Profil, 
Vorderteil des linken modern). Ornamentfries: Liegende Doppelspiralen, mit roten und 




schwarzen Blättchen in den Zwickeln. Auf Schulter Figurenbild (Abb. 159): Nach links 
kniender, unbärtiger, rothaariger Flügeldämon (aufgerollte Flügel) mit rotem Lenden- 
schurz und Flügelschuhen, Gesichtskontur geritzt. Beiderseits gegen ihn je eine Sirene mit 
ausgebreiteten, geknickten Flügeln. Viel Rot und Weiß und Ritzung. Am Henkelfirnisfeld an- 
sitzend beiderseits eine Knospe mit Ranken. Auf Hals abwärts gerichtetes Band von Pal- 
metten (rote und schwarze Blätter) und 
Lotosknospen mit verbundenen Stielen. Auf 
den tongrundigen Rotellen rot aufgemalter 
Stern mit gebogenen Strahlen. — Micali, 
Mon. ined. 43, 2. Endt, S. 40, XII. 
923. Abb. 160 J. 173. 

bis 163. H. 0,32. U. 0,565. Ton dunkelgelb; Firnis 
metallisch schwarz, zum Teil braun. Stark 
geflickt. Stück des Fußes, kleine Partien 
des Körpers und Teil der Mündung ergänzt. 
Niedrige Strahlen, niedriges Ornamentband, 
liegende Blätter mit geteiltem Stiel. Fi- 
gurenfries (Abb. 160, 161): Fünf nackte 
Reit e r nach links, dazwischen ein lau- 
tender l ; I ü g e I d ä m 0 n. Von rechts nach 
links: Erster und dritter Reiter rot, mit kurzem schwarzen Haar, zweiter und fünfler schwarz, 
mit fliegendem schwarzen Haar, vierter schwarz, mit fliegendem roten Haar. Die Pferde haben 
weiße oder rote Borstenmähne und wechselnd roten, weißen oder schwarzen Schwanz. Der 
Gesichtskontur der Reiter ist ganz öder teilweise eingeritzt, das Auge geritzt, sehr lein, mehr- 
mals nur ein Strich. Die Pferdeaugen dreieckig geritzt. Der Flügeldämon hat fliegendes 
rotes und geritztes Haar, enganliegenden Chiton mit kurzen Ärmeln und rundlichem Ab- 




— 1 33 — 



Schluß unten (und einer eigenen Lasche über dem Penis). Die Flügel sitzen an den 
Hüften an. Er trägt rote Stiefel mit Flügeln. Die Köpfe der Figuren reichen ins darüber- 
liegende Ornamentband. Nach rechts liegende, gesprengte Palmetten an Doppelranken mit 
Zwickelfüllung. Henkelpartie gefirnißt. Auf Schulter (Abb. 162): Große Mäanderkompo- 
sition in vier Stufen. Mäanderteile in Firnis, zum Teil mit Weiß, Rot und aufgemalten 





Abb. 161. 



Abb. 162. 




Abb. 163. 



weißen Kreuzchen. In den Metopen zwischen den Mäanderkreuzungen Vögel, Volutenkreuze 
mit Punkten und Viereckskreuze mit rot und weißen Kreuzchen. Auf Hals (Abb. 163): 
Von rechts nach links, umblickende Sirene, Greif mit weißgefiedertem Oberschenkel 
und Ritzlinien darauf, eine umblickende Sirene, ein Greif mit weißem Flügelbug mit 
Ritzung. Überhaupt viel Rot, Weiß und Ritzung. Neben der Kannenschnauze je ein 
weißes Auge mit roter Iris und schwarzem Zen- 
trum. Auf den tongrundigen Rotellen schwarzes 
Auge mit roter Iris und weiß umrandetem 
schwarzen Zentrum. — Lau, Taf. VIII, 7 
und XXI unten, Dümmler, Rom. Mitt. 1887, 
S. 175, Nr. XlVa. Endt, S. 40, III. 

924. Abb. 164. G. 

H. <>,2(j$. U. 0,51. Ton dunkelgelb, Firnis 

schwarzbraun. Aus Fragmenten zusammengesetzt und stark ergänzt. Fuß ganz neu. Fuß- 
strahlen, Hakenreihe darüber; dann Tierfries: Zwei Sirenen mit geknickten, erhobenen 
Flügeln, gegeneinander (unvollständig erhalten), zwischen zwei Flügellöwen (nur vom 
linken der Kopf teilweise erhalten), Flügel wie bei den Sirenen. Rechts Sirene mit ausge- 
breiteten, geknickten Flügeln, links Schwan (Flügel wie die ersten Sirenen). Aufgesetztes 
Weiß und Rot, Innenritzung. Zwischen je zwei Firnisreifen Ornamentfries (Abb. 164): Liegende 
Voluten und Palmettenrudimente. Auf Schulter (Abb. 164): In der Mitte nach rechts auf 
Thron mit Schemel sitzt Dionysos (Kopf und Brust fehlt) in Chiton und rotem Mantel 
mit weißgetupftem Saum, einen mächtigen Kantharos vorhaltend. Von links hüpfen zwei ithy- 
phallische Silene heran, wechselnd mit zwei Mänaden (weiß). Die Silene ganz gleich, 
die Mänaden mit hocherhobenem, nackt aus dem Gewand heraustretendem Bein. Chiton der 
ersten mit Ärmeln, rot mit weißgetupftem Saum und Mittelstreif. Von rechts eine M ä - 
nade wie die erste links, zwischen zwei Silenen wie die vorigen. Auf dem Hals ein 
Fries von dichtgereihten, schräg abwärts gerichteten Fischen (Abb. 164). Mündung gefirnißt; 
auf den Rotellen achtblätterige Rosette mit Zentrum und roten Punkten zwischen den 
wechselnd schwarzen und roten Blättern (Abb. 164). Der dreiteilige Henkel gefirnißt. Zur 
„pontischen" Gruppe gehörig. 

925. Taf. 34. (417 Cand.) J. 990. 

Abb. 165. H. 0,285. U- "AI- Stumpfgelber Ton, orangefarbener Überzug, der aber teilweise grau verbrannt 
ist. Firnis metallisch. Mehrfach geflickt und verschmiert. Fuß oben gefirnißt, darüber Firnis- 



— 134 



band. Bildfries: Fünf nach rechts tanzende nackte Jünglinge (in Abb. 165 enger gereiht 
als im Original) mit fliegendem roten Haar, jeder in verschiedener Haltung. Viel stark ein- 
gedrückte und deutlich sichtbare Vorzeichnung. Der ganze Körperkontur geritzt. Die Augen 




Abb. 164. 



sind länglich ohne Stern eingeritzt. Um die Körpermitte Firnisband, in das mehrfach Köpfe und 
Hände der unteren Figuren hineinreichen. Auf Schulter umlaufender Bildfries: Zwischen 
zwei Augen (mit rot und weißen Ringen und schwarzem Zentrum) zwei Löwen mit aufge- 




Abb. 165. 



sperrten) Rachen und kurzer roter Mähne gegeneinander schreitend. Ebenfalls Vorzeichnung. 
Unten am Hals Fortsetzung der tongrundigen Partie mit aufgemaltem roten Reifen. Das übrige 
gefirnißt. 
926. Taf. 34. (416 Cand.) J. 320. 

Abb. 166,167. H. 0,2g. U. 0,46. Wie 925, aber last ganz erhalten. Die Firnispartie über dem Fuß wird von 
tongrundigem Reifen unterbrochen. B i 1 d f r i e s (Abb. 166): Zweimal zwei Hirsche gegen- 
einander schreitend. Das rechte Paar ist deutlich als männlich charakterisiert, während allen 
die Geweihe fehlen. Alle haben rote Hufe. Pin nackter, unbärtiger und kurzhaariger Jäger 



- 1 35 — 



folgt einem der Tiere und schwingt ein krummes rotes Wurfholz. (Am Wurfholz Vor- 
zeichnung, von der Ausführung abweichend). Um die Körpermitte Firnispartie (die beiden 
Abschlußreifen oben und unten dichter), in die die Tierohren und das Wurfholz hineinragen. 
Auf Schulter (Abb. 167): Zwischen zwei Augen (weißer und roter Ring, Zentrum mit 
eingeritztem Ring) zwei Delphine in entgegengesetzter Richtung. Auch hier keine Vor- 
zeichnung. Anschließende untere Halspartie tongrundig. 




927. Taf. 34. (463 Cand.) J. 1052. 

Abb. 168. H.0,22. U. 0,425. Ton gelb mit braungelbem Überzug, Firnis schwarzbraun. Knapper Fuß, oben 
gefirnißt, darüber Firnisband. Bild (Abb. 168): Zwei Sirenen in entgegengesetzter Richtung; 
ihre Schwänze überschneiden sich. Dazwischen eine aufrechte Knospe. Außen je ein aufrechter 
Punktblättchenzweig. Konturen mit 
Ausnahme der Beine geritzt. Ge- 
ritztes Gefieder. Auf Flügeln und 
Schwänzen aufgesetztes Rot oder 
Weiß, sehr verblaßt. Alles übrige ge- 
firnißt. 

928. Taf. 34. (421 Cand.) J. 1042. 
Abb. 169. H. 0,235. U. 0,42. Ton gelb, Überzug 

dunkler; Firnis rot bis schwarzbraun. 
Oberfläche teilweise etwas abgerieben. 
Wie 927, nur Henkelbug etwas höher. 
Ausgespartes Bild (Abbild. 169): 
Nach rechts laufende Flügelfrau 
mit umgewendetem Kopf und fliegen- 
dem Haar. Sie trägt in der erho- Abb. 167. 
benen Rechten eine Knospe am Stiel, 

der linke Arm nach abwärts; halblanger Chiton mit Punktsaum unten, 
sitzen an den Hüften. Geritztes Gefieder; aufgesetzte rote Längslinien. 
Vogel nach links, rechts unten ein kleiner Vogel nach links, darüber Punktblättchenzweige. 

929. Taf. 40. (422 Cand.) J. 1004. 

H. o,2<S. U. 0,40. Ton rotgelb, Firnis schwarz. Fuß oben gefirnißt, darüber tongrundiges Band. 
Ausgespartes Bild: Zwei Mantelfiguren in Silhouette, einander gegenüber. Augen und 
Gewandsäume rot. Sehr roh. Stäbe als oberer Abschluß des Bildes. Alles übrige gefirnißt. 

930. Taf. 40. (418.) J. 985. 

H. 0,2X5. U- 0,42. Wie 929. Ausgespartes Bild: Pferd mit erhobenem Vorderbein, Zaum- 
zeug rot aufgemalt. Darüber fliegender Vogel. 




Zwei Flügelpaare 
Links ein großer 



— 136 — 



931. Taf. 40. (966 Cand.) J. 988. 

H. o,2j. U. 0,495. Ton rotgelb, Firnis braun. Bauchige Form. Fuß gefirnißt, dann tongrundige 
Partie, oben mit Firnisreif. Ausgespartes Bild zwischen doppelt gefaßten Punktbändern: Über 
Firnisreif in Silhouette zwei nach links in Tanzbewegung schreitende Frauen mit Krotalen (?) 
in den Händen. Augen, Haarbinden, Gewandsäume weiß. Roh. Am oberen Bildrand Stäbe. 
Alles übrige gefirnißt. 




Abb. 108. 



932. (419 Cand.) J. 1006. 

H. 0,265. U. 0,495. Verscheuert. Wie 931, nur Strahlen über Fuß. Bild: Zwei Frauen in 
Silhouette nach rechts in Tanzbewegung, die eine mit umgewendetem Kopf. Augen und Ge- 
wandsäume weiß. Roh. 




Abb. 1()9. 



933. Taf. 40. (420 Cand.) J. 995. 

H. 0,235. U. 0,45. Ton rötlich, dicker orangefarbener Überzug. Firnis rotbraun. Bauchig mit 
flacher horizontaler Schulter. Fuß oben gefirnißt. Ausgespartes Feld bis zur Mündung: Strahlen, 
zwei Firnisreifen, Bild zwischen je drei Vertikalen und einer Efeuranke. Nackter J ü n g I i n g . 
Schild in der Rechten, Helm in der Linken, mit umgewendetem Kopf; gepanzerter Krieger 
mit Hehn und Schwert, sich nach einein Schild bückend. Weiße Aufmalung, sehr roh. Auf 



— 137 — 



Schulter: Punktreihe, Stabreihe, zwei Firnisreifen, einfache Stabreihe (Striche mit Wellensaum). 
Auf Hals gegenständiges Palmettenlotosband. Alles übrige bis auf die Innenseite des Henkels 
gefirnißt. 

934. Taf. 40. 

H. 0,235. U. 0,435. Ton rotgelb, glimmerig; Firnis braun. Fuß gefirnißt. Wie 933, nur etwas 
schlanker. Ausgespartes Feld bis zur Mündung: Strahlen. Bild über Firnisreif: In Silhouette 
zwei nackte Jünglinge mit Mäntelchen (einmal mit weißen Punkten, einmal mit weißem 
Saum verziert), von einander weg gehend. Beide erheben die rechte Hand, der eine trägt in 
der gesenkten linken einen Stab und wendet den Kopf zurück. Roh. Auf Schulter: Punkt- 
reihe, liegende Efeublätter, Stäbe. Plastischer Halsring. Auf Hals gegenständiges Palmetten- 
lotosband. Alles übrige bis auf die Innenseite des Henkels gefirnißt. 

Schlauchförmig mit abgesetzter Mündung. 

935. Taf. 40. (477 Cand.) J. 993. 

H. 0,26. U. 0,47. Ton rotgelb, Firnis schwarz. Fuß oben gefirnißt. Firnispartie. Ausgespartes 
Bild, unten von Efeublättern zwischen Firnisreifen, seitlich von Efeuranke mit Punktsäumen 
begrenzt. Rechts nackter Jüngling mit Schild von Pferd abspringend, links gepanzerter 
Krieger mit Helm und Schild und weißer Lanze in der Rechten über einem gefallenen Krie- 
ger mit Panzer und Schild und weißer Lanze. Innenritzung. Über den Figuren bis zur Mün- 
dung: Reihe vertikaler Wellenlinien, Kreisreihe mit Zentren, [ Reihe, Kreisreihe, Zickzack mit 

Winkelfüllung, Schachbrett, Kreisreihe. Auf der Mündung: Blättchenreihe (stehend), Punkt- 
reihe, Schachbrett. Alles übrige bis auf das Innere des Henkels gefirnißt. 



Becher. 



Mit hohem Stielfuß. 

936. Abb. 170. (838.) 

H. 0,0g. D. 0,12. Ton gelb mit Überzug, Firnis grünlichschwarz. 
Etwas geflickt. Fuß oben gefirnißt, ebenso der Boden. Wand 
tongrundig bis auf zwei Firnisreifen oben; im Innern tongrundiger 
Reif, Wand gefirnißt, Boden tongrundig mit Firnisring im Zentrum. ^ 
936a. (992.) 

H. 0,05 (ohne Fuß). D. 0,11. Fuß fehlt. Oberteil geflickt. Wie 936. 

937. Taf. 41. (642 Cand.) J. 928. 

Abb. 171. H. 0,12. D. 0,105. Ton graugelb mit braungelbem, stumpfen Über- 
zug; Firnis grünlich glänzend. Etwas geflickt. Hoher Fuß, Mündung 
etwas vorspringend. Fußprofil tongrundig, Stiel gefirnißt. Dünne 
lange Strahlen. Firnisreif zwischen Boden und Wand. B i 1 d f r i e s 
Von rechts nach links Löwe, Panther mit erhobener Tatze 
lappiges Blatt über seinem Rücken, Sphinx, mit erhobenem Flügel, 




Abb. 170. 



auf Wand (Abb. 171): 
, langgestieltes drei- 
Raubtier (Löwe?) 




Abb. 171. 



mit vorgestreckter Tatze, Kopf im Profil, Sphinx wie vorige, aber auch der rechte (ge- 
senkte) Flügel (vor der Brust) sichtbar, Reh oder Hirschkuh (zwischen den Beinen 
Punktrosette). Die einzelnen Figuren sind durch je einen aufwachsenden Punktblättchenzweig 

18 



138 — 



getrennt. Alle Tiere haben ein rechtes rotes Hinterbein, weißen Bauchstreif, rote Mähne; die 
erste Sphinx roten Flügelrand und weiße Mittelzone, die zweite Sphinx roten Flügelbug. Die 
Augen der Tiere sind weiß aufgesetzt, bei den Sphingen in Firnis. Viel Innenritzung, aber 
keine Konturritzung. Profilierter Rand gefirnißt. Auf Lippe parallele Querstriche, innen ge- 
firnißt. — Endt, Ionische Vasenmalerei, S. 59, Abb. 36. 
938. Taf. 41. (640 Cand.) J. 924. 

Abb. 172. H. 0,14. D. 0,11. Ton graugelb, Überzug orange; Firnis grünlich. Etwas geflickt. Hoher 
Fuß mit dickem Wulst um Stiel. Fuß oben und Boden gefirnißt. B i 1 d f r i e s von rechts 
nach links (Abb. 172): Hüpfender nackter Jüngling mit gebeugtem linken und abwärts 




gestrecktem rechten Arm. Auge länglich eingeritzt. Rechts unten und links oben Zweig. 
Weidender Steinbock, umblickender Löwe, Seepferd, Panther, Sphinx 
mit aufgebogenem Flügel und gestielter Blüte oder Quaste auf dem Kopf. Auge bei allen 
eingeritzt. Aufgesetzte rote Details und Innenritzung; fast keine Konturritzung. Innen ge- 
firnißt, Lippe tongrundig. — Endt, S. 55, XVII. 

939. (G.) 

H. 0,18. D. 0,12. Ton rosagelb, Firnis rotbraun. Der Boden fehlt größtenteils, auch Stücke 
der Wand. Hoher Fuß mit zwei Stielwülsten. Lippe etwas vortretend. Fuß oben und Stiel ge- 
firnißt; auf Boden Strahlen, darüber Firnisreif; auf Wand Fries von geschlossenen und leicht 
geöffneten Lotosknospen durch gekreuzte Stiele verbunden. Auf den Knospen etwas Rot, auf 
den Stielkreuzungen weiße Punkte. Wand innen gefirnißt. 

940. (G.) 

Ganz gleiches Stück wie 939, aber der Fuß fehlt ganz, auch Teile des Gefäßes. 

941. Taf. 41. (635.) 

H. 0,15. D. 0,14. Ton dunkelgelb mit leuchtendem Überzug, Firnis rotbraun und grünlich- 
schwarz. Etwas geflickt. Wie 939, aber unter dem Gefäßansatz noch ein Wulst. Fuß oben 
und Stiel gefirnißt. Boden außen mit dünnen langen Strahlen. Ornamentfries auf Wand: 
Abwärts gerichtete Palmetten, verbunden durch Volutenstiele mit aufrechten geöffneten Lotos- 
knospen. Unter den Knospen kleine Palmetten, in den Zwickeln große Punkte. Wand innen 
gefirnißt, Boden tongrundig mit zwei Firnisringen in der Mitte. — Endt, S. 55, XIX. 

942. Taf. 41. (935.) J. 926. 

Abb. 173,174. H. 0,16. D. 0,15. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun und metallisch schwarz. Geflickt und 
mehrfach ergänzt. Hoher Fuß mit zwei Stielwülsten, oben gefirnißt, auf Boden Strahlen, auf 
Wand (Abb. 173): Unter einem von zwei Säulen getragenen Baldachin sitzt auf Thron mit schräger 
Armleime, die Füße auf Schemel gestellt, eine Frau, beide Arme (Vorderarme zerstört) vor- 
gestreckt. Gesicht mit schwarzem Kontur. Sie trägt schwarzen Ärmelchiton und roten Mantel, 
der über den Kopf gezogen ist. Von links nahen fünf J ii 11 g I i 11 g e in Chiton und Mantel. 
Der zweite und fünfte (fehlt in der Abbildung) tragen je einen Zweig. Der Mantel des /weiten 
ist rot mit weißen Tupfen, Innenseite schwarz, der des vierten schwarz mit weißen Tupfen, 
Innenseite rot. Von rechts nahen vier Jünglinge, ähnlich wie vorige (der zweite und 
dritte sehr zerstört). Zwischen dem zweiten und dritten oben sieben hängende kleine Zacken. 
Augen alle länglich eingeritzt. Lippe tongrundig, Wand innen gefirnißt, Boden tongrundig mit 
zwei Firnisringen. Unter der Standfläche rot gemalt, kleine Doppelschlange (Abb. 174).— 
Endt, S. 55, XV. 



Tafel 41 




139 



943. (G.) 

H. 0,165. D. 0,11. Ton rosagelb, grau im Bruch; Firnis rotbraun. Reichlich die Hälfte des 
Oberteiles fehlt. Hoher Fuß mit zwei Stielwülsten. Lippe etwas vortretend. Fuß oben gefirnißt. 




Auf Boden Strahlen, darüber Firnisreif. Auf Wand Fries: Sirene und Sphinx mit 
ausgebreiteten geknickten Flügeln nach links. Zwischen beiden und unter der Sphinx Tupfen. 
Links Hinterbeine eines weiteren Raubtiers, wohl einer Sphinx. Aufgesetztes 
Weiß und Rot. Auge eingeritzt. Audi sonst etwas Innenritzung. Wand innen 
gefirnißt, Boden tongrundig mit Firnisring. 

944. Taf. 41. (636 Cand.) J. 931. 

H. 0,16. D. 0,15. Ton orangegelb, Firnis rot und schwarz. Mehrfach geflickt Abb. 174. 
und ergänzt. Fuß oben gefirnißt, auf Boden Strahlen, auf Wand Fries: Von 
rechts nach links Sphinx mit ausgebreiteten aufgerollten Flügeln; Auge geritzt. Wasser- 
vogel mit ausgebreiteten geknickten Flügeln; Auge weiß aufgesetzt und geritzt. Panther; 
Augen ausgespart und geritzt. Sphinx mit ausgebreiteten geknickten Flügeln (linke Flügel- 
spitze, Hinterbeine und Schwanz ergänzt). Löwe; Augen ausgespart und geritzt. Rosetten 
unter den Figuren. Ritzimg, aufgesetztes Weiß und Rot. Innenwand gefirnißt, Boden ton- 
grundig. — Endt, S. 55, XXI. 

945. Taf. 41. (641 Cand.) J. 934. 

H. 0,135. D. 0,13. Ton rosa, Überzug orangefarben; Firnis metallisch glänzend. Mehrfach 
geflickt. Fuß oben gefirnißt. Auf Boden Strahlen, auf Wand Fries: Von rechts nach links 
Löwe, Panther, Sphinx mit ausgebreiteten geknickten Flügeln; unter ihrem Bauch 
aufwachsende Knospe. Zwei Sirenen gegeneinander, umblickend, mit ausgebreiteten ge- 
knickten Flügeln. Dazwischen aufwachsendes großes Blatt mit zwei Stielranken. Kein Weiß 
auf den Sirenen- und Sphingengesichtern, etwas Rot und Weiß auf den Flügeln. Alle Augen 
geritzt. Wand innen gefirnißt, Boden tongrundig. — Endt, S. 55, XV III. 

946. Taf. 41. (638 Cand.) J. 923. 

H. 0,15. D. 0,13. Ton rotgelb, Überzug orangegelb; Firnis metallisch glänzend. Vielfach 
geflickt und verschmiert. Wie 945. Fries: Von links nach rechts Löwe, Panther, 
S p h i n x mit ausgebreiteten geknickten Flügeln. Zwei Sirene n gegeneinander mit aus- 
gebreiteten geknickten Flügeln, die linke mit umgewendetem Kopf. Dazwischen Pflanze mit 
drei Blättern. — Endt, S. 55, XXIII. 

947. Taf. 41. (637 Cand.) J. 933. 

H. 0,1(1. D. 0,13. Ton braungelb, Firnis schwarzbraun. Fuß angesetzt, Zugehörigkeit frag- 
lich. Auch das überteil mehrfach geflickt. Wie 945. Fries: Von rechts nach links: Vogel 
mit anliegenden Flügeln, Kopf von vorn (vielleicht mißglückter Panthervogel). Panther, 



- 140 - 



Sphinx mit ausgebreiteten geknickten Flügeln. Zwei Sirenen mit ausgebreiteten ge- 
knickten Flügeln gegeneinander, mit umgewendetem Kopf. Dazwischen aufwachsende große 
Knospe mit zwei Blättern. — Endt, S. 55, XX. 
948. Taf. 41. (639 Cand.) J. 935. 

Abb. 175. H. 0,145. D. 0,13. Ton rötlich, orangegelber Überzug; Firnis schwarzglänzend, auf dem Stiel 
bräunlich. Wie 945. Fries: Von rechts nach links: Schreitender Jüngling in kurzem 




roten Chiton, die Arme schwingend. Panther (ohne Rot), Sphinx mit ausgebreiteten 
geknickten Flügeln, zwei Sirenen gegeneinander mit Flügeln wie Sphinx; dazwischen 
Pflanze mit drei Blättern. Zwischen Panther und Sphinx Spitzblatt. — Endt, S. 55, XXII. 

949. (G.) 

H. (des Erhaltenen) 0,05. D. 0,095. Ton rosagelb, Überzug orangegelb; Firnis rotbraun. 
Fuß fehlt ganz, ebenso Teil des Bodens. Boden gefirnißt. Auf Wand Fries von gegenstän- 
digen Palmetten, wechselnd mit gegenständigen geöffneten Lotosknospen, verbunden durch 
horizontal verschlungene Stiele, dazwischen rote Kreuzchen. Auf Palmettenkernen und Lotos- 
knospen Rot. Lippe und Wand innen gefirnißt, Boden tongrundig. 

950. (G.) 

H. (des Erhaltenen) 0,045. D. 0,0g. Fuß fehlt ganz, vom Oberteil sind ca. 2 / 3 erhalten. Wie 949. 

951. (G.) 

H. (des Erhaltenen) 0,035. Ton rötlichgelb, Überzug orangegelb; Firnis braunschwarz. Fuß 
fehlt ganz; nur etwa y 3 des Oberteiles erhalten. Dekoration wie 949, aber geschlossene Lotos- 
knospen mit rotem Kelch. 

952. Abb. 176. (G.) 

H. (des Erhaltenen) 0,055. Ton orangegelb, glimmerig; Firnis braun und grauschwarz. Außer 
dem Fuß fehlt der Boden fast ganz, auch Stücke der Wand. Boden tongrundig. Auf Wand: 
Gelage: Drei Kl inen mit weißem Gestell, roter Matratze und dem üblichen Speisetisch 
davor. Die Armpolster sind sämtlich tongrundig mit Firniskontur. Auf der Kline rechts sind 
nur mehr die in Mantel gehüllte Beinpartie des rechten, der Ellbogen und die herabhängenden 
Beine des linken Symposiasten erhalten. Auf der mittleren Kline ist erhalten: Die 
Unterpartie des rechten S y m p 0 s i a s t e n mit offenbar zurückgebogenen Unterbeinen und 
der größte Teil des linken. Dieser streckt die Rechte vor und hält in der Linken wohl eine Schale. 
Zu seinen Füßen steht ein junger Schenk (Oberteil fehlt) mit einer mächtigen Kanne. 
Auf der Kline links ist erhalten: Der Oberkörper eines S y m p 0 s i a s t e n mit nackter Brust 
und weißem Mantel sowie weißer Haarbinde. Er hält in der Linken einen tongrundig ausge- 
sparten Gegenstand. Vom zweiten Symposiasten die unteren a / 8 mit hochgezogenem, 
in Mantel gehülltem Knie. Er hält in der Linken einen weißen wulstigen Gegenstand. Die wenn 



- 141 



auch nicht anschließende, doch nach dem Brandring im Gefäßinnern sicher zugehörige Gegen- 
seite zeigt drei S i 1 e n e. Der mittlere kniet auf dem Boden, stützt die Arme auf die Ellbogen 
und säuft aus einem Weinschlauch, während er hinten mehrere rote Kugeln von sich gibt. 




Abb. 176. 



Rechts hüpft ein zweiter unbärtiger mit ausgebreiteten Armen. Links tanzt der dritte (nur 
teilweise erhalten) nach links, dreht aber Oberkörper und Arme zurück. Über dem mittleren Silen 
eine Doppelspirale mit Zwickelfüllung beiderseits. Wand innen gefirnißt, Boden tongrundig. 

953. (G.) 

H. (des Erhaltenen) 0,05. Ton graugelb, Überzug dunkelgelb; Firnis bräunlich. Fuß fehlt. 
Etwa y 3 des Oberteiles erhalten. Boden gefirnißt. Auf Wand: Wasservögel mit aus- 
gebreiteten Flügeln, obere Halspartie und Kopf ganz dünn im Gegensatz zur dicken unteren 
Halspartie. Innenritzung, aber keine aufgesetzten Farben. Im Innern oben tongrundiger Reif, 
das übrige gefirnißt. Boden tongrundig mit Firnisring. 

Ohne Fuß, mit Schlingenhenkel (Schöpfkellen). 

954. Taf. 42. (625 Cand.) J. 1067. 

Abb. 177,178. H. 0,30. D. 0,24. Ton bräunlich, glimmerig; Firnis rotbraun. Der Boden außen gefirnißt. 

Auf Wand (Abb. 177): Vier nach links schreitende Frauen mit Haarzopf, in rotem langem 
Chiton und quergelegtem schwarzen Mäntelchen, beide mit geritztem Saum. Augen eingeritzt 
mit Stern. Sie tragen in jeder Hand ein großes Efeublatt an Rankenstiel. Gegen den Henkel 
beiderseits eine Halbpalmette mit Volute. Darüber durch plastischen Ring getrennt rote und 
schwarze Stäbe, wechselnd mit feinen Firnis-Trennungsstrichen. Auf der Vorderseite des Henkels 
(Abb. 178): Eine nach links schreitende Frau wie die vorigen, aber mit Haube und in der 
erhobenen Rechten eine rote Knospe tragend. Oben auf dem Henkel Firnisvoluten, als deren 
Fortsetzung zwei parallele Linien die ganze Henkelrückseite hinablaufen und unten in die Vo- 
luten einer Palmette endigen. Die Henkelränder sowie das Gefäßinnere gefirnißt. Gleicher Stil 
wie auf den Kannen 915 ff. — Endt, S. 55, IX. 



- 142 - 



955. Tat. 42. (2221 G.) 

H. 0,26. D. 0,21. Ton graugelb, orangegelber Überzug; Firnis schwarz. Spuren von roter 
Lasur. Zusammengesetzt. Hintere Seite des Henkels ergänzt. Boden (unten gedrehte konzentrische 
Ringe) gefirnißt. Auf Wand: Sechs nach links schreitende Vögel mit eingeritztem Gefieder. 




Abb. 177. Abb. 178. 



Darüber Reihe liegender Herzblättchen; auf Lippe breite Stäbe. Auf der Vorderseite des Henkels 
S i 1 e n nach links mit Pferdehufen, Pferdeschweif und Pferdeohren, langem Haar und Bart, 
die Rechte mit aufwärts gerichtetem Daumen und abwärts gestreckten Fingern hochhebend. 
Das Auge geritzt ohne Stern. Seitlich an den runden Henkelausladungen je ein Delphi n. 

Mit Stielfuß und Schiingenhenkel. 

956. Taf. 42. (2222 G.) 

H. 0,365. D. 0,24. Ton rötlich; Firnis schwarz (teilweise rot), vielfach abgesprungen. Zu- 
sammengesetzt, Stücke der Wand ergänzt. Fuß oben gefirnißt. Auf dem dicken Stiel drei 
nackte Satyrn mit langem wehendem Nackenschopf, Hufen und Pferdeschwänzen (zwei 
nach links, einer nach rechts laufend), den einen Arm erhoben, den andern gesenkt. Vor- 
zeichnung und Innenritzung. Auf der leicht profilierten Wand sechs nach rechts laufende nackte 
Satyrn wie die vorigen, vier davon mit umgewendetem Kopf, einer hält beide Arme hoch. 
Auf dem abgesetzten Rand stehende Dreiecke. Lippe, Innenrand, Rotellen, Henkel hinten und 
oben gefirnißt. Vorne auf dem Henkel Frau nach links in langem durchsichtigen Ärmelchiton 
(oben und unten geritzter Saum) mit wehendem Nackenschopf. Vom Haar nur der geritzte 
Kontur sichtbar. Außen auf der runden oberen Henkelausladung je ein Delphin auf Ton- 
grund, einer mit rotem Kopf und Bauch; Innenritzung. Inneres gefirnißt. 
956a. Abb. 179. (G.) 

H. 0,13. Fragment eines Schlingenhenkels. Ton im Bruch grau, gegen die Oberfläche 
rötlich. Bildgrund rot lasiert; Firnis glänzend schwarz. Auf der Vorderseite des Henkels, über 
der gefirnißten Gefäßwand: Nach links schreitende Frau in durchscheinendem faltigen 
Gewand mit halblangen Ärmeln und roten Säumen unten und oben (darauf geritzte Kreise). 
Sie trägt langen Nackenschopf und Armreifen. Vorzeichnung. Links und rechts wachsen rote 
Efeuzweige mit roten Stielen, roten Blättchen und Firnisblättchen auf. 

957. Taf. 42. (621 Cand.) J. 181. 

H. o,3j. D. 0,22. Ton gelb, orangefarbener Überzug; Firnis braun. Zusammengesetzt. Fuß 
oben, Stiel und Boden gefirnißt. Auf Wand: Vier reich gefiederte Sirenen mit aufgebogenem 
Flügel, drei nach links, eine nach rechts. Zwischen ihnen zweimal ein großes Efeublatt mit 
I 'unkt darunter, einmal zwei Efeublätter mit Punkt. Vorzeichnung und Innenritzung. Darüber 
leicht abgesetzt Band liegender Blättchen, ebenso auf Lippe bis zu den Rotellen. Rotellen, 
Wand zu beiden Seilen des Henkels und Inneres gefirnißt, ebenso Henkel bis auf ein ausge- 
spartes Feld auf der Vorderseite mit einem sich aufrichtenden reichgefiederten W a s s e r v 0 g e 1. 



Tafel 42 




Münchener Vasensammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



143 



958. Taf. 42. (623 Cand.) J. 937. 

H. 0,325. D. 0,235. Ton rötlich, orangefarbener Überzug, Firnis schwarzbraun. Fuß oben, 
Stiel mit plastischem Ring und abgesetzter Boden des Gefäßes gefirnißt. Auf Wand in Sil- 
houette drei nach links laufende Löwen hintereinander mit aufgerissenem Maul. Unter jedem 
ein Zweig. Sehr roh. Darüber leicht abgesetztes Band mit 
gegenständigen Blättchen und Punkten dazwischen. Mündung, 
Inneres, Rotellen (verkümmert) gefirnißt, ebenso der Henkel 
bis auf Innenstreif und ein ausgespartes Feld auf der Vorderseite 
mit einer Efeuranke. 

959. Taf. 42. (627.) 

H. 0,283. D- °, 2J - Ton rotgelb, roter Überzug; Firnis schwarz 
und rot. Fuß oben, Stiel mit plastischem Ring und abgesetzter 
Boden des Gefäßes gefirnißt. Auf Wand zwei Efeu ranken, 
eine nach rechts, eine nach links, vorne miteinander verbunden. 
Auf Lippe Blattreihe. Inneres, Rotellen (verkümmert) ge- 
firnißt, ebenso Henkel bis auf ein ausgespartes Feld auf der 
Vorderseite mit einem nach rechts fliegenden Vogel und einer 
Palmette in der unteren rechten Ecke. 

960. Taf. 43. (1827.) J. 183. 

2 Ansichten. H. 0,3g. D. 0,22. Ton rotgelb, roter Überzug; Firnis glänzend 
schwarz. Fuß oben, Stiel und profilierter Boden des Gefäßes 
gefirnißt. Auf Wand in der Mitte zwei Frauen in ge- 
säumtem Chiton und Wams (einmal unten der Saum mit weißen 
Kreuzen verziert) gegeneinander tanzend mit Krotalen in beiden 
Händen. Weiß die Augen, Haarbinden, Ohrschmuck, Gewand- 
säume und Krotalen. Hinter jeder ein Jüngling in langem 
Mantel, die Doppelflöte (einmal weiß) spielend ;weiß die Haarbinden und Gewandsäume. Links 
und rechts je ein Reiter mit Mäntelchen, die eine Hand zur Stirne erhebend; weiß die Augen, 
auch die der Pferde und die Gewandsäume. Zu beiden Seiten des Henkels je zwei Palmetten an 
Volutenstielen, in denen Ringe als Füllung. Auf Lippe Efeublättchen. Inneres, Rotellen gefirnißt, 
ebenso der Henkel bis auf zwei ausgesparte Felder auf Vorder- und Rückseite. Vorne auf 
Henkel über Schachbrettmuster in Silhouette nach links eilende Frau in Chiton mit Kopf- 
putz und vier Flügeln (zwei erhoben, zwei gesenkt), den rechten Arm erhoben. Über ihr Zweige. 
Auf der Rückseite des Henkels unten Feld mit langem Blattzweig und Punktzweigen daneben, 
oben über Schachbrettmuster nach rechts eilender nackter Jüngling in Silhouette mit Mäntel- 
chen über den Armen und erhobener rechter Hand. Binden als Füllung. Oben auf Henkel plas- 
tische Mittelrippe, ferner vorne zwei plastische Efeublätter an Stielen (der rechte ergänzt). 

961. Taf. 43. (624 Cand.) J. 109. 

2 Ansichten. H. 0,325. D. 0,235. Ton rötlich, orangefarbener Überzug; Firnis schwarzbraun. Fuß oben, 

Stiel, plastischer Wulst und Boden (bis auf einen tongrundigen Reif) gefirnißt. Auf Wand gegen- 
einander zwei nackte Krieger mit Helm, Schild, Lanze und Mäntelchen über dem vorge- 
streckten Schildarm. Hinter jedem ein vom Pferde abspringender nackter Jüngling. 
Roh, wenig Innenritzung. Zu beiden Seiten des Henkels horizontale Volutenpalmette. Auf 
profilierter Lippe Punktreihe. Inneres gefirnißt, ebenso Henkel bis auf drei kleine tongrun- 
dige Partien oben (die seitlichen mit Gittermuster) und ein ausgespartes Feld auf der Vorder- 
seite. Auf diesem nach links schreitende Frau in Chiton und Mäntelchen über dem erhobenen 
rechten Arm, mit aufgebogenem Flügel und umgewendetem Kopf, auf dem eigenartiger Schmuck 
(Lotosblume?). Arme, Beine und Gesicht weiß. Innenritzung. Oben am Henkel Loch zum Auf- 
hängen, von Rotellen (tongrundig, darauf Kreuz mit Winkelfüllung) flankiert. 

962. Taf. 43. (622 Cand.) J. 105. 

3 Ansichten. H. 0,353. D. 0,225. Ton rotgelb, orangefarbener Überzug; Firnis braun, vielfach (besonders 

am Henkel) abgesprungen. Fuß oben, Stiel, plastischer Ring, Boden gefirnißt. Auf Wand in 




- 144 - 



der Mitte Krieger nach rechts in Panzer mit Beinschienen, Helm, Schild und Lanze in 
der erhobenen Rechten, gegen den drei Krieger hintereinander anstürmen. Der vordere hat 
Panzer, Schwert an der Seite, Schild und Beinschienen, die Lanze in der erhobenen Rechten 
fehlt. Der mittlere hat Helm, Schild, Panzer, kurzen Chiton und Beinschienen, auch ihm fehlt 
die Lanze in der erhobenen Rechten. Der letzte hat Panzer, Helm, Schild, Beinschienen und in 
der gesenkten Rechten die Lanze. Über den Schilden der beiden letzten befindet sich noch 
ein Helm. Rechts von diesen vier Kriegern steht ein bekleideter Bogenschütze mit 
phrygischer Mütze, die Beine gekreuzt, den Bogen in der Rechten vorstreckend, der Köcher 
hängt am rechten Arm. Ganz links, von dem ersten Krieger durch zwei Zweige getrennt, 
schreitet ein nackter Krieger mit umgewendetem Kopf nach rechts. Er hat Helm, Lanze 
und Schild. Hinter ihm kauert ein Bogenschütze in Chiton und phrygischer Mütze, den 
Bogen in der Linken vorstreckend. Weiß aufgemalte Details an Waffen und Gewändern. Wenig 
Innenritzung, roh. Zu beiden Seiten des Henkels Volutenstiel von oben mit aufrechter Pal- 
mette. Auf Lippe Mäander. Inneres und Rotellen (verkümmert) gefirnißt, ebenso Henkel bis 
auf die Vorderseite und die halbe Oberseite. Hier drei umschriebene liegende Palmetten über- 
einander, durch Stiele verbunden, die mittlere nach links, die äußeren nach rechts. Darüber 
Stäbe, dann plastischer Wulst. Oben auf der Rundung rechts und links ein Auge in Silhouette. 
Dazwischen Horizontale und Punktreihe. 

963. Taf. 43. (626 Cand.) J. 936. 

H. o,2jj. D. 0,21. Ton rötlich, orangefarbener Überzug; Firnis braun. Fuß oben, Stiel, Boden 
zur Hälfte gefirnißt. Auf Wand zwei nach links liegende nackte Jünglinge (?) (Haarbinde, 
Nackenschopf) mit erhobenem rechten Bein. Der eine erhebt beide Arme, der andere nur den 
rechten. Unter dem linken Arm je ein Kissen. Auge und Haarbinde weiß. Sehr roh. Zu 
beiden Seiten als Abschluß Ranke von oben mit stehender Palmette. Umlaufender abgesetzter 
Rand; darauf über den Figuren und zwischen den auf den Rand übergreifenden Palmetten 
Firnisstrich und aufgelöster Mäander. Umgebung des Henkels, Inneres, Rotellen (verkümmert) 
und Henkel außen gefirnißt. Vorne auf dem Henkel vier Zickzacklinien übereinander, dann 
plastischer Wulst mit Stäben. Oben auf der Rundung rechts und links ein Auge in Silhouette, 
dazwischen Stab in Kreis endigend. 

964. Taf. 43. 

H. 0,26. D. 0,1g. Ton rotgelb, orangefarbener Überzug; Firnis metallisch. Profilierter Fuß 
oben, Stiel (bis auf tongrundigen Reif oben), Boden gefirnißt. Auf Wand nackter bärtiger Satyr 
mit Pferdeschwanz weit ausschreitend nach rechts, mit 
vorgestrecktem linken und rückwärts geschwungenem 
rechten Arm. Weiß auf Rot aufgesetzt: Haarbinde, Auge, 
Schnurrbart, Punkte am Kinnbart, Brustwarze, Arm- 
bänder, Hüftschmuck, Kniebänder. Hinter ihm Lanzett- 
blatt. Ihm entgegen weit ausschreitend Frau in Chiton 
und Mäntelchen über den nach beiden Seiten ausge- 
streckten Armen. Weiß auf Rot aufgesetzt: Haarbinde, 
Auge, Halsband, Gewandsäume. Rohe Silhouetten- 
malerei. Zu beiden Seiten des Henkels eine Blüte zwischen 
zwei aufrechten Palmetten. Auf Lippe Stäbe. Inneres, 
Rotellen (verkümmert), Henkel hinten und oben gefirnißt. 
Vorne auf Henkel Blütenbaum, auf den Blüten Weiß. 

965. Abb. 180. (G.) 

H. (des Erhaltenen) 0,27. D. 0,225. Stück des Stieles 
und größter Teil des Henkels mit anstoßender Wand er- 
gänzt. Fuß oben, Stiel, Boden gefirnißt. Auf Wand vier 
Kl inen mit je zwei darauf gelagerten Figuren 
in Mänteln. Neben der ersten Kline von links steht rechts ein Schenk im kurzen Ge- 
wand mit Kanne in der gesenkten Linken, Schale in der gesenkten Rechten; unter der Kline 




Tafel 43 




Münchener Va3en3ammlung. 



J. B. Obernetter, München. 



— 145 - 



Tisch, darauf Schale, darunter große Krater. Neben der zweiten Kline rechts nackter Schenk, 
Schale in der erhobenen Rechten, Schöpfkelle in der gesenkten Linken; unter der Kline Tisch, 
darunter Amphora; der eine der auf dieser Kline Gelagerten hält nach abwärts eine Blüte in 
der Linken. Neben der dritten Kline rechts Flötenspieler in langem weiß gesäumten Mantel, 
die Doppelflöte blasend; unter der Kline Tisch, darunter großer Krater. Die Figur rechts 
neben der letzten Kline nur in Resten erhalten; unter der Kline Tisch. Sehr rohe Malerei 
in Silhouette. Weiß: Augen, Gewandsäume, Knöpfe an der Kline, Streifen am Krater. Über 
dem Bilde leicht abgesetzter Rand, darauf liegende Efeublättchen mit weißen Tupfen. Lippe, 
Inneres und Rotellen (verkümmert) gefirnißt. Vorne auf Henkel in ausgespartem Feld 
stehende Gewandfigur. 

966. Täf. 43. (630 Cand.) J. 167. 

H. 0,242. D. 0,165. Ton rotgelb, orangefarbener Überzug, Firnis braun. Fuß und Henkel 
geflickt. Fuß oben, Stiel und Boden gefirnißt. Auf Wand von links nach rechts in Silhouette: 
Nach rechts auf Klappstuhl sitzende Frau (?) in langem Gewand mit Krückstock, ihr gegen- 
überstehend Mantelfigur auf Stock gestützt. Nach rechtsstehende Mantelfigur, 
ihr gegenüber wieder auf Stab gestützt Mantelfigur. Auf Lehnstuhl sitzende Figur, in 
der erhobenen Hand einen undeutlichen Gegenstand, ihr gegenüber wieder auf Stab gestützte 
Mantelfigur. Am Boden sitzende Gewandfigur, Kopf zurücklegend, ihr gegenüber 
auf Stab gestützt Mantelfigur. Ganz rechts nach links sitzende Sphinx mit er- 
hobenen Flügeln. Sehr roh. Weiß: Gewandsäume und Innenzeichnung der Sphinx. Um- 
gebung des Henkels, Inneres und Rotellen (verkümmert) gefirnißt, ebenso Henkel bis auf Innen- 
seiten und ein auf der Vorderseite ausgespartes Bild. Auf diesem stehende Mantelfigur nach 
links, ein Arm erhoben. 

967. Taf. 43. (628.) 

H. o,2j. D. 0,185. Ton rotgelb, orangefarbener Überzug, Firnis schwarzbraun. Fuß oben, 
Stiel, Boden zum Teil gefirnißt. Auf Wand sieben aufrechte Palmetten, abwechselnd mit eben- 
sovielen kleinen Blüten; unter diesen Ringe. Darüber und auf 
Lippe Herzblättchen. Inneres und Rotellen (verkümmert) ge- 
firnißt, Henkel bis auf Innenseiten und ausgespartes Bild auf 
der Vorderseite. Auf diesem bärtiger nackter Satyr mit 
Pferdeschweif nach links in Tanzbewegung. Rohe Silhouette. 

968. Abb. 181. (633.) 

H. 0,22. D. 0,21. Ton rotgelb, Firnis braunrot. Profilierter 
Fuß oben, Stiel mit plastischem Ring, Boden gefirnißt. Auf 
Wand fünf Palmetten, dazwischen Spitzblätter mit aufgesetztem 
Weiß. Auf Lippe Haken bis zu den Rotellen. Umgebung des 
Henkels, Inneres, Rotellen (verkümmert), Henkel hinten und 
oben gefirnißt. Auf Vorderseite des Henkels in ausgespartem 
Feld abwärts gerichtete Palmette. 

969. (957.) 

H. 0,20. D. 0,15. Ton gelb, Firnis braun. Stark verscheuert. Fuß oben, Stiel, Boden ge- 
firnißt. Auf Wand drei Wasservögel abwechselnd mit vier aufrechten Palmetten. Lippe, 
Inneres, Henkel hinten und oben gefirnißt. Auf Vorderseite des Henkels in ausgespartem 
Feld aufrechte Palmette. 

970. (632 Cand.) 

H. 0,22. D. 0,207. Ton rötlich, Firnis rotbraun. Zusammengesetzt. Profilierter Fuß oben, 
Stiel, Boden gefirnißt. Auf Wand abwechselnd mit drei Palmetten an Volutenstielen (Spitz- 
blätter in den Zwickeln) nach rechts schreitendes Flügelpferd und nach links springendes 
Reh mit umgewendetem Kopf. Unter und über diesem Zweig. Sehr rohe Silhouetten. Lippe, 
Inneres, Rotellen (verkümmert), Henkel hinten und oben gefirnißt. Vorne auf Henkel in ausge- 
spartem Feld Vogel von vorne gesehen. 

10 




— 146 



Mit Stielfuß, abgesetztem Rand und Schiingenhenkel. 

971. Taf. 42. (1348.) J. 939. 

Abb. 182. H. 0,15. D. 0,115. T° n dunkelgelb, Firnis schwarzbraun. Vorzügliche Technik. Fuß oben, 
Stiel und Boden gefirnißt. Tierfries: Fünf nach links laufende Hunde (Abb. 182) mit 
erhobenen Vorderbeinen (immer nur ein Vorder- und Hinterbein sichtbar). Alle mit Rot 
(Vorderbein bei 1,2 und 4, Hals bei 3 und 5, Flanke bei allen) und Ritzung (Auge und Körper- 
muskulatur bei allen, Mähne bei 1 und 2, Quer- 
striche am Schwanz von 1). Hinter dem letzten 
als Füllung ein Wasservogel mit erhobenem 
Flügel (rot mit Ritzung). Stil wie 923. Auf Rand 
gegenständige isolierte Mäanderhaken nach rechts. 
Gefäßinneres sowie Außenseiten des Henkels ge- 
firnißt; am Henkel ein Knopf mit Stern (Firnis- 
strahlen mit roter Winkelfüllung), darüber plas- 
tisches Dreiblatt. — Endt, S. 55, X. 

972. Abb. 183. (G.) 

D. 0,12. Ton dunkelgelb, Firnis schwarzbraun. Es fehlen: Vorderes Henkelstück, etwa % der 
Schale, Boden und Fuß ganz. Form wie 971, anscheinend auch in den fehlenden Teilen, nur oben 
auf Henkel Dorn. Auf Rand: Metopen-Mäander mit Schwan (Flügel erhoben, der 
rechte bei zweien vorgestreckt). Darunter Hauptfries (Abb. 183): Zwei Seepferde, ein 
fischschwänziger Wasserdämon und Reste von weiteren Seewesen. Stil wie 971. Die 




HB 



Abb. 182. 




Abb. 183. 



beiden erhaltenen Seepferde etwas verschieden, das eine mit stark geknickten Beinen, das 
andere mit ausgreifenden. Die Mähne des ersteren zackig und geritzt, die des letzteren eingeritzt, 
das Ohr des ersteren zurückgelegt, das des anderen hochgespitzt. Die Augen ausgespart, beim 
ersten auch geritzt. Beide haben roten Hals, das zweite auch roten Längsstreifen an der Flanke. 
Ritzlinie durch die Körpermitte bis zur Schwanzflosse. Der Seedämon hat rotes Gesicht, 
rote Arme (der rechte vorgestreckt, der linke gebeugt) und roten Oberkörper, schwarzes 
flatterndes Nackenhaar, Stirnschopf, Schulterlocke, langen Bart. Auge klein eingeritzt. Vom 
Fischleib Anfang und Stück der Mittelpartie erhalten. Rechts am Henkelansatz Palmette an 
Rankenstiel; links ein Schwan mit hochgestellten zusammengelegten Flügeln; Innenritzung 
und aufgesetztes Rot. 
973. Taf. 42. (634.) 

Abb. 181, 185. //. 0,17. D. 0,10. Ton braungelb, Firnis rotbraun und schwarzbraun. Etwas geflickt. Auf 
Fuß abwärts gerichtete Strahlen, Stiel gefirnißt, die bauchige Wand unten tongrundig, oben 



— 147 



gefirnißt, auf Rand Band vonGranatäpfeln (aufrecht) und Palmetten (abwärts) mit verbundenen 
Stielen, ganz in Silhouette (Abb. 184). Innen auf dem Grund: Ein nach links laufender 
nackter Jüngling (Abb. 185) mit langem Nackenhaar, die Arme schwingend; wenig Innen- 
ritzung, keine Konturritzung. Oben über den Henkel gelegt: Plastischer Streif mit Knopf 
vorn und hinten. — Endt, S. 55, XI. 

974. (G.) 

Wie 973, oben fragmentiert. Von der Figur im Innern der Kopf nicht erhalten. 

975. Abb. 186. 

H. (des Erhaltenen) 0,045. Ton rötlichgelb, Firnis rotbraun bis schwarzbraun. Vorzügliche 
Technik. Etwa V 4 des Gefäßes erhalten. Innen gefirnißt bis auf tongrundigen Reif auf oberstem 




Abb. 186. Abb. 185. 



Rand. Außen auf dem abgesetzten Rand Fries von gesprengten Palmetten und geöffneten 
Lotosknospen, verbunden durch Volutenstiele (Abb. 186). Palmettenkerne rot mit Ritzkontur; 
unter den Knospen weiße Punkte, Ritzung an der Teilung. Auf Wand: Nach rechts hockende 
Sphinx (Vorderteil fehlt) mit aufgerolltem Flügel (Rot und Ritzung). Nach links um- 
blickender nackter Jüngling tanzend mit hinausgerecktem Hinterteil, ein laufender 
mit ausgebreiteten Armen und der Arm eines weiteren (Abb. 186). Haare rot. Augen und 
andere Details geritzt. 

Tassenförmig, mit hohem Schiingenhenkel. 

976. Abb. 187. (G.) 

H. (ohne Henkel) 0,065. D.o,go. Ton dunkelgelb, Firnis rotbraun. Stark fragmentiert, es fehlen 
Wandstücke sowie der ganze Henkel. Echinusförmiger Fuß oben gefirnißt, darüber weite Strahlen, 
Firnisreif. T i e r f r i e s: Vier nach links schreitende Wasservögel (Schwäne?) (Abb. 187) 
mit ausgebreiteten Flügeln (Ritzung, Weiß und Rot). Darüber Firnisreif und Fries von Lotos- 
blüten (Kelch rot, Dolde geritzt) abwechselnd mit Blumen (weiße Blüte zwischen den Blättern), 
jede einzeln an gebogenem Stiel aufwachsend. 

977. Abb. 188, (G.) 

189. H. (ohne Henkel) 0,085. D. 0,10. Ton stumpfgelb, Firnis rotbraun. Henkel fehlt bis auf unteren 
Ansatz (unterer Abschluß eines aufgesetzten plastischen Streifens mit Knopf erhalten), ebenso 
verschiedene Stücke der Gefäßwand. Fuß oben und Partie darüber gefirnißt. Tongrundiger 
und Firnisreif. Bildfries bis zum Rand reichend, oben durch Firnisstreifen abgeschlossen: 
Zwischen zwei Augen mit weißem Ring und Zentrum: Tanzender Silen nach rechts mit Pferde- 
hufen, Pferdeohren und Pferdeschweif sowie langem Haar und halblangem geritzten Bart. In 
tiefer Kniebeuge, vor der Brust in der Linken ein Trinkhorn in Form eines Phallos haltend, die 
Rechte nach hinten erhoben. Mänade(?) mit Haarkranz und Ärmelchiton (nur Kopf teil- 
weise, ein Fuß und ein Arm erhalten) hält einem von rechts kommenden Silen einen großen 

19* 



— 148 — 



Henkelnapf an den Mund zum Trinken. Der Silen wie voriger (sein Bart aber nur konturiert, 
dagegen der Schwanz mit Ritzung) faßt mit beiden Händen den dargebotenen Napf und 
trinkt. Im ganzen Bild Rebzweige mit Punktblättchen und Trauben verteilt. Die Figuren 
mit Ritzkontur und Innenritzung, Augen einfach geritzt ohne Stern. Lebendige, wenn auch 
etwas grobe Zeichnung. 




Abb. 187. Abb. 188. 



978. Taf. 43. (1350.) 

H. 0,12. D. 0,115. Ton orangegelb, Firnis dunkelrot. Weit ausladende Tasse. Unter Fuß zwei 
Firnißringe, Fuß oben gefirnißt, Firnisbänder. Bild: Zwei nach rechts tanzende, umblickende 
S i 1 e n e zwischen einer nach links und einer nach rechts tanzenden umblickenden M ä - 
nade. Die Silene haben Menschenfüße, weißen Gürtel und Haarbinde, die Mänaden Chiton 




und Mäntelchen um Schulter, beide mit weißem Saum. Vom Henkelansatz ausgehend beider- 
seits je eine aufrechte Halbpalmette, verbunden durch Stiel mit je einer abwärts gerichteten 
ganzen Palmette. Inneres, Henkel außen und Henkeldorn gefirnißt. 

979. Taf. 43. (1793.) J. 117. 

H. 0,16. D. 0,105. T° n rotgelb, glimmerig; orangefarbener Überzug. Firnis schwarzbraun. 
Runde Form, Fuß echinusförmig. Unter Fuß zwei Firnisringe und Firnismittelpunkt. Fuß oben 
gefirnißt, ferner das ganze Gefäß bis auf ausgespartes großes Bild: Drei pferdeschwänzige nackte 
Satyrn; rechts einer mit Nackenschopf, die Doppelflöte blasend, vor ihm Baum, links zwei sich 
entgegenlaufend, wobei der eine dem andern eine Schüssel hinstreckt. Flüchtige Silhouetten, 
weiße Augen. Dorn auf Henkel. 

980. Taf. 43. (1373 Cand.) J. 974. 

//. 0,257. D- 0,105. Wie 979. Vier Krieger in Chiton mit Schild und Lanze, zwei 
sich gegenüber in Ausfallstelhmg, einer mit umgewendetem Kopf vor seinem Gegner fliehend. 
Weiß die Augen, Gewandsäume und Schildränder. 

981. Tat. 42. (916 Cand.) J. 1048. 

Abb. 190. //. 0,15. D. 0,08. Ton braungelb, etwas glimmerig; Firnis rotbraun. Fuß oben gefirnißt, 
auf der gewölbten unteren Gefäßpartie aufrechte Blattstäbe. Auf der hohen leicht eingezogenen 



— 149 — 



Wand: Drei nach rechts schreitende Frauen in langem ärmellosen Chifon und gesäumter Jacke 
bis über die Hüften. Sie tragen in jeder Hand ein großes Efeublatt an Rankenstiel. Auge 




Abb. 190. Abb. 191. 



rundlich geritzt mit großem runden Stern, sonst nur wenige Details geritzt. Inneres und 
Henkel außen gefirnißt. Oben auf Henkel Knopf mit Dorn. Stil wie 822 und 915 ff. 

982. Taf. 42. (895 Cand.) J. 1046. 
Abb. 191. H. 0,14. D. 0,0g. Der Henkel oben etwas ergänzt, es fehlt 

der Spitzknopf. Wie 981, aber Firnis statt der Blattstäbe. — 
Endt, S. 55, XIV, Abb. 34. 

983. Abb. 192, (599 Cand.) J. 1000. 

193. H. 0,15. U. 0,303. Ton grau mit grünlichgrauem Überzug (ver- 
brannt). Firnis grünlichschwarz. Bauchige Form, der gefirnißte 
Henkel etwas ergänzt. Fuß oben gefirnißt, darüber Firnisband. 
Bildfries (Bodenlinie eingeritzt): Fünf nach rechts laufende 
nackte Jünglinge mit rotem fliegendem Haar. (Abb. 193) 
Alle bis auf den zweiten von rechts wenden den Kopf. 
Dieser allein hebt den linken Fuß vom Boden auf. Der erste 
und dritte (von rechts) erheben die Rechte und senken die 
Linke, die drei übrigen umgekehrt. Bei dem ersten sinnlose 
Wellenlinien in verdünntem Firnis. Bei allen ist der ganze Kontur 
vorgezeichnet, aber keine Innenzeichnung, nicht einmal Augen und Genital angegeben. Über 
dem Bildfries Firnispartie. Abgesetzter nach oben ausladender Rand, innen und außen gefirnißt. 




Abb. 193. 



Kugelig, mit Fuß, abgesetzter Mündung und einem horizontalen Henkel. 
984. Taf. 41. (601 Cand.) J. 49. 

Abb. 194. H. 0,10. U. 0,27. Ton orangefarbig, glänzender Überzug; Firnis rotbraun und braun- 
schwarz. Einige verschmierte Brüche. Fuß oben gefirnißt, darüber weite feine Strahlen, dann 
zwischen zwei Firnisreifen ein Fries von gegenständigen Quadraten und roten Kreuzen, deren 




— 150 — 



Arme in Doppelhaken enden. B i 1 d f r i e s (Abb. 194): Von links nach rechts Palmettenbaum, 
davor nach links stehende Löwin, die sich die Schnauze mit der rechten Vorderpfote reibt. 
Mähne, Bauchpartie und Zitzen rot. Auge geritzt und rot. Innenritzung. Unter ihr springt nach 
rechts ein Hund mit rotem Hals und weißen Tupfen auf Flanke und Schwanz (Auge weißer 
Tupfen). Nach links springende Sphinx, beide Vorderpranken hoch erhoben; aufgebogene 
ausgebreitete Flügel (rot mit schmaler, weißer Mittelzone und geritzter Außenzone). Bauch- 
streifen weiß. Gesichtskontur geritzt. Auge und Mund nur mit Strichen geritzt. Unter ihr 
eine aufwachsende Pflanze. Rechts ein aufwachsender Zweig, dann nach links springender 




Abb. 194. 



Panther, die Vorderbeine nur wenig über den Boden erhoben, Kopf von vorn und k gesenkt. 
Mähne rot und geritzt, Bauchstreifen rot, weiße Tupfen auf Körper, Innenritzung, Augen ge- 
ritzt und weiß (hintere Rückenpartie etwas ergänzt). Unter ihm ein aufwachsendes Efeublatt. 
Von einem Henkelansatz geht eine Ranke mit Palmette aus, unter dem Henkel Spitzblatt 
und eine zweifache Ranke mit Palmetten. Auf der Schulter zwischen zwei Firnisreifen Punkt- 
blättchenguirlande. Abgesetzte Mündung außen (bis auf tongrundigen Streifen) und innen ge- 
firnißt, Lippe tongrundig. Henkel außen gefirnißt. — Endt, S. 55, IV. 
985. Taf. 41. (603 Cand.) J. 957. 

Abb. 195. H. o,io. U. 0,265. Ton mattgelb, etwas glimmerig; Firnis rotbraun. Fuß oben gefirnißt, 
darüber weite feine Strahlen, dann zwischen zwei Firnisreifen Fries von einfachen, ineinander- 





HL' 1 




Vi 







Abb. 195. 



greifenden Mäanderhaken, nur bei dreien Kreuzchen. Bildfrics (Abb. 195): Von links nach 
rechts hüpfender S i 1 e n , ithyphallisch mit flatterndem roten Haar, geritztem Bart, (Auge 
weil.) aufgesetzt) weißem Schwanz und roten Pferdehufen, Kopf umgewandt, rechter Arm er- 
hoben. Laufender Kentaur, vorn ganz Mensch (aber Tierohren), mit langem roten Haar, 
kurzem umrissenen Vollbart, Stirn- und Nasenkontur geritzt, Auge rot aufgesetzt. Wenig 
Ritzung an Pferde- und Menschenleib. Er hält in der gesenkten Rechten einen Fichtenbaum. 
Vor ihm aufwachsende Doppelranke. Laufender Kentaur mit flatterndem roten Haar (drei 
Strähnen), Bart nur in Silhouette, Auge aufgemalt. In der gesenkten Rechten hält er eine 
Fichte und erliebt die geballte Linke; Kopf umgewandt. Wenig Innenritzung. Über dem Bild 




Firnisreif. Von den Henkelansätzen geht je eine Palmette (Rot und Ritzung) an Rankenstiel 
aus. Zwischen den Henkelansätzen aufrechtes Spitzblatt. Abgesetzte Mündung außen und 
innen gefirnißt; Lippe tongrundig. Henkel außen ge- 
firnißt. — Endt, S. 55, VIII. 

986. Taf. 41. (602 Cand.) J. 57. 
Abb. 196. H. 0,095. U. 0,25. Ton orangefarben, Firnis schwarz- 
braun. Mündung und Fuß etwas ergänzt. Fuß oben 
gefirnißt, darüber Strahlen, dann zwischen zwei Firnis- 
reifen Fries von aufrechten Efeublättern an gebogenen 
Stielen. In Henkelhöhe T i e r f r i e s (Abb. 196): Über 
Firnisbodenlinie vier nach links laufende Rehe oder 
Hirschkühe mit sehr stark eingeknickten Beinen. 

Alle haben roten Hals und roten Tupfen auf Hinterschenkel, weißen Bauchstreif, wenig 
Körperinnenritzung und eingeritztes Auge. Zwei blicken um. Mündung außen und innen 
gefirnißt. Lippe tongrundig. Henkel außen gefirnißt. — Endt, S. 55, V. 

987. Taf. 41. (600 Cand.) J. 954. 

Abb. 197. H. 0,11. U. 0,275. Ton graugelb mit dünnem orangefarbenen Überzug, Firnis grünlich glän- 
zend. Fuß oben gefirnißt, darüber Strahlen. Zwischen zwei Firnisreifen Fries von abwärts ge- 
kehrten, stacheligen Palmetten und Lotosknospen, durch Stiele verbunden, in reiner Silhouette. 
In Henkelhöhe Tierfries (Abb. 197): Von rechts nach links Löwe mit roter Mähne und 



Abb. 196. 




Zitzen. Panther mit roter Mähne, Greif mit aufgebogenem Flügel und rotem Flügelbug. 
L ö we mit rotem Bauchstreif. Die Augen alle geritzt. Innenritzung besonders zur Abgrenzung 
der roten Partien. Über dem Bilde Firnisreif. Mündung außen (bis auf tongrundigen Streif 
unten) und innen gefirnißt, ebenso Henkel außen. Lippe tongrundig. — Endt, S. 55, VII. 
988. Taf. 41. (1893 Cand.) J. 61. 

H. 0,11. U. 0,26. Ton blaßgelb, etwas glimmerig; Firnis schwarzbraun. Mehrfach geflickt 
und überschmiert. Fuß oben gefirnißt, darüber Strahlen, dann zwei umlaufende Vogel- 
f r i e s e über je zwei hellen Firnisreifchen, der obere vom Henkel unterbrochen. Unterer 
Fries: Fünf Wasservögel nach links mit ausgebreiteten geknickten Flügeln, einer mit 
zusammengelegten Flügeln. Flügelbug rot, weiße Mittelzone, geritzte Außenzone und Schwanz- 
federn. Auge weiß aufgesetzt, am Schwanz weißer, einmal weißer und roter Querstreif. 
Schwanzfedern geritzt. Im oberen Fries: Fünf Wasservögel nach links mit zusammen- 
gelegten Flügeln und eingeritztem Auge, sonst wie vorige. Neben dem Henkel ein Wasser- 
vogel nach rechts mit umgewandtem Kopf und anliegenden Flügeln. Vor jedem der fünf 
ersten eine Rosette mit Ritzung, ebenso über dem Henkel (ohne Ritzung). Darüber Firnisreif 
und tongrundiger Streifen. Mündung außen und innen bis auf Lippe, das ganze Gefäßinnere, 
Henkel außen gefirnißt. — Endt, S. 55, VI. 



Verschiedene Formen. 

989. Taf. 42. (598 Cand.) J. 152. 

Abb. 198. H. o,iH. U. 0,45. Ton dunkelgelb. Firnis schwarzbraun. Mündungsrand geflickt, Form wie 
die vorigen nur dem (zur Hälfte ergänzten) Horizontalhenkel gegenüber noch ein Vertikal- 



— 152 — 



h e n k e 1. Fuß oben gefirnißt, darüber Strahlen, dann Firnisreif und breiter Streif mit Netz- 
muster, dann breites Firnisband. In Henkelhöhe umlaufender Bildstreif zwischen zwei Firnis- 
reifen: Gelage (Abb. 198): A. zwei weiße Kl inen mit roten Matratzen, davor Speisetisch. 




Abb. 198. 



Auf jeder Kline zwei Personen (Mann und Frau?) im Gespräch miteinander. Gewandangabe 
nur sehr flüchtig durch einige Ritzlinien. Die äußerste rechts trägt eine mächtige Halskette, 
die äußerste links erhebt einen weißen Gegenstand (Trinkgefäß?) mit der Rechten. Vor dem 
rechten Speisetisch liegt am Boden ein nackter Mann. Zwischen 
den beiden Klinen oben ein Blatt(?) Über den Gelagerten 
von rechts nach links etruskische eingeritzte Inschrift (siehe 
Abbildung). Rechts gegen den Henkel zu Firniskleckse. B. Zwei 
Klinen und Tische wie vorige. Auf jeder Kline zwei Personen, 
die auf der linken im Gespräch, auf der rechten eine die Doppel- 
flöte spielend. Zwischen beiden Klinen oben Binde. Zwischen den 
Horizontalhenkelansätzen aufrechtes Blatt mit Ritzung, zwischen den 
Vertikalhenkelansätzen Firnisflecken. Mündungsrand mit Ausnahme 
der Lippe innen und außen gefirnißt, ebenso Henkel außen. 

990. Abb. 199. (G.) 

Fragment eines e i f ö r m i g e n Bechers. Unten spitz endi- 
gend, oben saß offenbar noch ein kleiner Rand an. Ton orange- 
gelb, Firnis braunschwarz. Unten schwarze Scheibe mit acht roten 
Balken darin und rotem Mittelpunkt. Dann zwischen zwei Firnis- 
reifen ein Fries von gegenständigen alternierenden Palmetten und 
geöffneten Lotosknospen durch Volutenstiele verbunden. Die Knos- 
pen rot mit weißen Blättern; hinter jeder Knospe eine rote Doppel- 
ranke. Darüber Tierfries: Ein nach rechts schreitender Löwe fast ganz und das Hinter- 
teil eines zweiten erhalten. Das linke Hinterbein und der Hals der Löwen rot, Auge und 
Bauchstreif weiß. Viel Innenritzung. Zwischen den einzelnen Tieren Zweige. Zuoberst zwischen 
zwei Firnisreifen Fries von alternierenden aufrechten Lotosknospen 
und Palmetten, durch Stiele verbunden. Palmettenblätter geritzt, Kern 
rot mit weißem Rand, Knospen wie im unteren Fries aber das Rot 
und Weiß auf den Tongrund gesetzt, während im Palmettenkern und 
im unteren Fries das Weiß auf Firnis sitzt. Höhe des Erhaltenen 0,08. 

991. Abb. 200. (G.) 

Fragment eines Bechers mit flachem Boden. Ton graugelb , 
Firnis mattschwarz. Auf der Bodenfläche eine Scheibe mit rotem 
Mittelpunkt auf Tongrund. Um diesen schraubenflügelfönniges Muster: 
schwarz-weiß-schwarz-rot. Auf der Außenwandung (nur die unterste 
Partie erhalten) zwischen zwei Firnisreifen Fries von liegenden Ranken mit Zwickelpalmetten 
und weißen Tupfen an den Treffpunkten der Ranken. Darüber Tierfries (ein Tierbein und 
Rest eines zweiten erhalten). Durchmesser der Bodenfläche 0,027. 





— 153 — 



Henkelschalen. 

992. Taf. 44. (1660.) J. 1062. 

2 Ansichten. H. o,og. D. 0,13. Dunkelgelber, etwas grober Ton; Firnis schwarzbraun. Fußplatte fehlt 
zum Teil. Fuß oben und Stiel gefirnißt. Firnispartie, tongrundiger Reif, Firnisband. Henkel- 
streif tongrundig, von jedem Henkelansatz geht eine Knospe an Rankenstiel aus. Abgesetzter 
Rand außen tongrundig, innen gefirnißt. Lippe tongrundig. Innenbild: Nach links 
schreitender Wasservogel (Schwan?) mit gehobenen Flügeln (Schwanzfedern rot), Schnabel 
rot; viel Innenritzung. Die Umrahmung bilden zwei Firnisreifen und (zwischen zwei Firnis- 
reifen) Band von isolierten geöffneten Knospen mit stacheligen Früchten (?) wechselnd. Der 
Rest des Innern gefirnißt. 

993. (G.) 

H. 0,0g. Fragment. Ton rötlich, Firnis schwarzbraun. Nur Fuß und Mittelpartie mit 
Stück des Randes der Schale erhalten. Außen wie 992, nur neben Henkel liegende Palmette mit 
rotem Kern. Innenornament: Sechs sternförmig angeordnete Lotosknospen (mit 
rotem Ansatzknopf) durch umrissene Bögen verbunden, die ein Sechseck bilden und in deren 
Zwickeln sechs weitere kleine (geritzte) Bögen stehen; der in der Mitte freibleibende Raum 
rot. Als Rahmen zwischen zwei Firnisreifen Stabband (Stäbe wechselnd mit schwarzer und 
roter Füllung). Der Rest gefirnißt. 

993 a. 

H. o,o8y. D. 0,225. Ton rotgelb, orangefarbener Überzug; Firnis schwarzbraun. Niedriger 
Fuß, flache Schale. Unter Fuß Mittelpartie gefirnißt. Fuß oben sowie anstoßende Schalenpartie 
gefirnißt. Firnisband zwischen zwei tongrundigen Reifen. Auf Henkelstreif: A. Ithyphallisches 
Maultier nach links laufend zwischen zwei aufrechten Palmetten. B. Nach links springender 
Löwe mit umgewendetem Kopf zwischen zwei aufrechten Palmetten. Über und unter den 
Tieren sowie neben den Palmetten Punktzweige. Sehr rohe Silhouettenmalerei. Unter jedem 
Henkel Efeublatt. Abgesetzter eingezogener Rand sowie Henkel außen gefirnißt. Innen ton- 
grundig bis auf drei Firnisringe um Zentrum und den breiten Firnisrand. 

993 b. 

H. o,oy8. D. 0,205. Form und Dekoration wie 993 a. Auf Henkelstreif: A. Zwischen zwei 
Palmetten auf ganz niedrigem Sessel sitzende Frau (?) mit Leier, ihr gegenüberstehend Schwan. 
B. Auf Stuhl sitzende Frau (?) mit Leier, ihr gegenüberstehend Hahn. Sehr roh. Zweige 
als Füllung. 

Omphalos-Schalen. 

994. Taf. 44. (905.) 

2 Ansichten. H.0,05. D. 0,265. Ton dunkelgelb im Überzug, Firnis schwarzbraun. Etwas geflickt. Außen: 
Breiter Firnisreif um Nabel, dann umlaufendes Wellenband, in den Bögen Spitzblätter, zwischen 
den Bögen (außen) Punkte. Verdünntes Firnisband, Tupfenband; Rand gefirnißt. Innen: 
Rand gefirnißt, Fries von abwechselnd stehenden und hängenden Spitzblättern, Firnisband, 
Tupfenband, Stäbe am Nabel ansetzend. Nabelansatz gefirnißt. Dann Punktband zwischen 
zwei Firnisreifen. Auf der Omphalosfläche Stabrosette mit Ringzentrum. Keine Ritzung, 
keine Farben. 

995. Taf. 44. (906 Cand.) J. 1041. 

H- 0,055. D. 0,22. Ton braungelb, Firnis braunschwarz. Etwas geflickt. Außen tongrundig, 
breiter Firnisrand. Innen: Auf Rand Fries von Herzblättern, große abwärts und kleine 
aufwärts wechselnd. Konturen geritzt. Zwischen Firnisreifen Fries von Spitzblättern aufwärts 
und abwärts wechselnd. Konturen und Kern geritzt. Fries von stehendem Zickzack. Auf 
Nabel Gorgoneion mit Halsansatz (?) Innenritzung. Die Augen wie die großen apotro- 
päischen. 

996. (G.) 

H. 0,025. D. 0,20. Ton orangegelb mit rötlichem Überzug; Firnis rot bis schwarzbraun. 
Etwa zur Hälfte erhalten, vom Nabel nichts vorhanden. Der Rand mit leichtem Knick auf- 



— 154 — 



gebogen. Rand außen und innen gefirnißt. Innen breites Band mit großen aufrechten Knospen, 
deren Kelche durch Ritzung quadratisch gegittert und deren Stiele verbunden sind. In die 
Zwischenräume hängen von oben kurzgestielte kleine Knospen mit gleichen Kelchen wie vorige; 
unten in den Stielbogen ganz kleine Knospen mit Ritzung des inneren Kelchkonturs. Dann 
zwei Firnisreifen, innen Firnisscheibe. 

997. (G.) 

H. 0,04. D. 0,22. Ton rötlich, etwas glimmerig; Firnis rotbraun und grünlichschwarz. Nabel 
unten tongrundig. Schale außen gefirnißt bis auf tongrundiges Reifchen nahe dem Rand. Innen: 
Rand gefirnißt. Zweimal Firnisreifen mit Zackenband, dann Punktband. Nabel: An der Seite 
Firnisband und zwei Reifchen, oben drei Punktkreise, in der Mitte Firnisscheibe. 

998. (G.) 

H. 0,045. Ton rötlich, im Bruch auch grau; Firnis grauschwarz. Einige Randstücke fehlen. 
Außen gefirnißt, auch Nabelvertiefung, aber zwischen Nabel und Rand vier tongrundige Reifen. 
Innen gefirnißt, um den Nabel fünf tongrundige Reifen, auf dem Nabel selbst drei. 

999. (G.) 

H. 0,047. D. 0,25. Wie 998, Ton im Bruch fast ganz grau, aber mehr tongrundige Reifen. 

1000. (G.) 

H. 0,04. D. 0,21. Ton im Bruch grau und rötlich, gelbweißer Überzug; Firnis mattschwarz. 
Der Omphalos und einige Randstücke fehlen. Außen ganz gefirnißt. Innen Firnisreif, 
Band von Spitzblättern wechselnd auf- und abwärts, Firnisreif, Punktband, Firnisband, 
Firnisreif, Palmettenlotosband. Firnis um Omphalosansatz. 



Zweihenkelige Näpfe. 



1001. Abb. 201. (1005.) 

H. 0,07 



1002. 



D. 0,10. Ton dunkelgelb, Firnis stumpfschwarz. 
Geflickt und verschmiert. Sehr knapper Fuß. Wulstiger 
Mündungsrand. Kantige Henkel. Fuß oben und Gefäß bis 
zum Henkelstreif gefirnißt. Henkelstreif tongrundig mit ab- 
wärts gerichteten Spitzblättchen. Henkel an der äußeren 
Hälfte gefirnißt. Rand außen und Inneres ganz gefirnißt. 
(G.) 

H. 0,065. U- o,og5. Ton gelb, im Bruch grau. Firnis 
schwarz. Geflickt. Etwas breiterer Fußrand als bei 1001. 




Abb. 201. 



Mündung leicht eingezogen und 



ohne Randwulst. Henkel rundlich. Dekoration wie 1001, aber die Henkel ganz gefirnißt. 



Kraterisken. 

1003. Tat. 41. (604 Cand.) J. 1356. 

Abb. 202. H. 0,09. U. 0,305. Ton gelb, Über- 
zug orangefarben; Firnis schwarz- 
glänzend. Mündungs- und Fußrand 
etwas verletzt. Weitbauchig, niedriger 
Hals. Fuß oben gefirnißt, darüber um- 
laufend Reihe wechselnd stehender und 
hängender Vierecke mit Punkten, dann 

dünne Strahlen; Fries von Lotosblüten, jede auf einer eigenen Volute; 
in den Zwickeln der Voluten Lotosknospen ; Rot auf den Kelchen, 
Ritzung. Auf Schulter T i e r f r i e s (Abb. 202) : Nach links Löwe, 

Sirene mit ausgebreiteten Flügeln, Panther, Vogel greif (nur ein Flügel sichtbar), 
Sirene mit ausgebreiteten Flügeln, Panther, Vogelgreif. Viel Innenritzung, auf- 
gesetztes Rot. Hals gefirnißt, auf Lippe Quadrate mit Gruppen von je drei Strichen 
wechselnd. Innen ganz gefirnißt. — Endt, S. 55, II, Abb. 29. 




Tafel 44 




1011 



Munchener Vasensammlung. 



J. B. Obei netter, .München. 



— 155 — 



1004. (G.) 

H. 0,11. U. 0,27. Ton braungelb, Firnis braunschwarz. Viele Stücke abgesprungen. Fuß 
(echinusförmig) oben gefirnißt, darüber Hakenfries. Firnisreifen. Bildfries: Zwei Sirenen 
mit aufgerolltem Flügel gegeneinander (die linke fehlt zum größten Teil), dazwischen 
Palmettenlotoskreuz mit durchgeschlungenen Ranken. Auf der anderen Seite zwei gegen- 
einander sitzende Sphingen oder Löwen? (Oberkörper fehlen). Rosetten als Füllor- 
namente. Auf Hals Rosettenfries und Firnisband. Mündung tongrundig. Auf Lippe Haken- 
band. Hals innen gefirnißt. 

1005. Abb. 203, (618.) 




Abb. 203. Abb. 204. 



Hals, dicke Mündung. Der kegelförmige Fuß oben gefirnißt, darüber Firnispartie. Tier- 
fries: Zwei liegende Panther gegeneinander. Viel Ritzung, rote Aufmalung. Rohe 
Rosetten als Füllornamente. Auf Hals Stabfries mit wechselnd roter und schwarzer 
Füllung. Auf tongrundiger Lippe rotes Band. Hals innen gefirnißt. 



Hochstielige Teller. 

1006. Taf. 44. (840 Cand.) J. 932. 

H. 0,11. D. o,22. Ton dunkelgelb, etwas glimmerig; Firnis braunschwarz. Etwas geflickt. 
Fuß und Stiel gefirnißt. Teller unten tongrundig. Oben: Auf dem abgesetzten horizontalen 
Rand Firnisreif; Fries von Triglyphen (drei Vertikale) und Metopen (wechselnd liegendes 
Kreuz in Tupfen mit geritztem Ring endigend und zwei ineinandergreifende Mäanderhaken), 
einmal zwei Mäander nebeneinander. Innen Firnisband, dann Granatapfelband mit verbundenen 
Stielen; Firnisreif. Im Zentrum Firnisring (Kreuz darin) als Mittelpunkt eines vierteiligen 
Sternes mit je einem Wasservogel in den vier Zwickeln. Kein aufgesetztes Rot und 
Weiß, nur etwas Ritzung. — Endt, S. 55, XXV III. 

1007. (G.) 

H. 0,105. Ton dunkelgelb, Firnis bräunlich. Reichlich die Hälfte des Tellers fehlt. Fuß und 
Stiel (bis auf tongrundigen Reif oben) gefirnißt. Teller unten tongrundig. Oben: Auf Rand 
abwechselnd schräges Kreuz zwischen zwei Vertikalen, zwei Mäanderhaken, drei gefüllte 
Dreiecke (Ritzkontur) mit Kreuzen in den Zwischenräumen, gerades Kreuz zwischen Vertikalen 
mit Punkten in den Winkeln. Innen: Breites Firnisband, Fries von Wasservögeln mit 
halberhobenen Flügeln (weiße Mittelzone, Federn geritzt). Dann zwischen zwei Firnisringen 
Granatäpfelfries mit verbundenen Stielen (etwas aufgesetztes Weiß). 

1008. (G.) 

H. 0,085. Ton gelb, Firnis schwarzbraun. Stückchen Fußplatte und großer Teil des Tellers 
fehlt. Fußstiel gefirnißt, in der Mitte desselben breiter roter Wulst. Teller unten tongrundig 
gegen den Rand aber Firnisband. Rand gefirnißt. Oben auf Rand Strichgruppen. Innen breites 
Firnisband und zwei Firnisreifchen, in der Mitte Wasservogel mit ausgebreiteten Flügeln 
(weiße Mittelzone, Schwungfedern geritzt, ebenso Schwanzfedern). 



— 156 — 



1009. Taf. 44. (841 Cand.) J. 925. 

H. o,u. D. 0,20. Ton rotgelb, etwas glimmerig; Firnis rotbraun und grünlich. Etwas 
geflickt. Wulst oben um Fußstiel. Fuß, Stiel und Wulst gefirnißt. Auf Unterseite des 
Tellers Strahlen, Firnisband gegen Rand, Rand gefirnißt. Oben: Auf Rand Band von liegen- 
den S-Linien, Rosetten und Haken in den äußeren Zwickeln. Innen Firnisband, Tierfries: 
Zwei Panther wechselnd mit zwei Schwänen mit ausgebreiteten Flügeln (Flügelbug 
rot, Mittelzone weiß); zwei Firnisreifen. In der Mitte: Sirene von unten gesehen. Die 
menschlichen Arme über die Brust gelegt. Die Flügel zweimal geknickt. Gefieder geritzt, 
Flügelbug rot, Gesicht und Arme weiß mit Ritzung. — Endt, S. 55, XXVII, Abb. 40. 

1010. Taf. 44. (842 Cand.) J. 921. 

2 Ansichten. H. 0,105. D. 0,20. Ton ziegelrot, etwas glimmerig, Überzug orangegelb; Firnis rotbraun. 

Etwas geflickt. Wie 1009, aber drei Panther mit drei Schwänen wechselnd; 
Sirene wie 1009, aber Vogelkrallen neben dem weißen Bauch. — Endt, S. 55, XXVI, 
Abb. 39. 



Untersatz. 

1011. Taf. 44. (G.) 

H. 0,12. D. (der Standfläche) 0,755. Ton dunkelgelb, sehr spröde. Firnis graugrün. Breit- 
randiger, hochstieliger Fuß, mit feinem geteilten Wulst in Stielmitte. Der ganze Stiel ist 
sorgfältig durchbohrt, oben Loch in Vertiefung. Fuß oben und Stiel gefirnißt. Das Stück 
ist vollständig, die Verwendung der Form aber nicht klar. Vgl. Berlin 1679 (abgebildet bei 
Endt, S. 61). 



Flaschen. 

1012. (564.) 
H. 0,28. U. 0,80. Ton dunkelgelb und grau; Firnis stumpf. Ton- 
grundig der Fuß und die unterste Körperpartie, darauf ein Firnis- 
reif. Alles übrige gefirnißt; zwei weiße Reifen auf Schulter. 

1013. (G.) 
H. 0,31. Ton ziegelrot, grau im Bruch; Firnis metallisch, an der 
Mündung und einer Partie des Bauches ziegelrot. Etwa y 3 des 
Körpers fehlt. Ganz gefirnißt bis nahe an den Fuß heran; auf 
Schulter zwei gelbe Reifen, Lippe tongrundig. 

1014. Abb. 205. (920.) 

H. 0,305. U. o,jj5. Ton gelb. Firnis metallisch. Etwas geflickt. 
Mündung teilweise ergänzt. Untere Körperhälfte tongrundig mit 
einem Firnisreif, Mittelpartie gefirnißt. Auf Schulter breites zwischen 
zwei schmalen Firnisbändern, darüber Spitzblättchenfries; Hals gefirnißt, Henkel außen; 
Mündung außen in der unteren Hälfte tongrundig, in der oberen sowie innen gefirnißt.